Risottoreis Chorizo Paprika Bete Erbsen Gamberi Jakobsmuscheln


Heute hatte ich die Idee eine Art von Paella zu machen. Da Paellareis und Risottoreis beides Rundkornreissorten sind, nahm ich einen Arborioreis, den ich daheim hatte.

Ich wollte eine Art Surf & Turf Paella Variante machen und hatte am Tag zuvor Chorizowürste gekauft in der Ausrichtung „fort“, also scharf oder pikant.

Beim Fischhändler kaufte ich einen schönen Parmesan (er hat auch etwas Käse und italienische Schinken und Salame), konnte aber nicht an 2 geschälten Gamberi vorbeigehen.

Der Papa grinste und fragte, was es denn gäbe, auf das ich antwortete es gäbe Safranreis, Chorizo, Paprika, Erbsen und Bete. Ich meinte noch, es sei eine wilde Mischung, aber er sagte nein das klingt gut, das passt alles und fing an zwei Jakobsmuscheln sehr geschickt von Häutchen und Corail zu befreien, um sie dann mit den Gamberi zu verpacken.

Die hat er mir dann geschenkt 🙂

Ich finde das immer wieder toll, wie er Geschäfte macht. Es gibt kleine Geschenke, großzügig abgerundete Endpreise und immer wieder Tipps und auch Fragen.

Und ich kaufe oft nur eine Kleinigkeit, und manchmal dann Dinge, die etwas mehr kosten.

 

Für das Gericht nahm ich

3 Chorizo Würste in Würfeln von 1 cm

200 g Arborio Reis

1 Dose Safran in warmem Wasser eingeweicht

2 Beutel Hühnerbrühe selbstgemacht (etwa 1,25 l)

1 rote Paprikaschote

eine Handvoll frische Erbsen

3 relativ kleine frische Bete, gekocht

Parmesan

2 Gamberi

2 Jakobsmuscheln

 

Zuerst schwitzte ich die Würste ohne Fett an, später gab ich etwas Olivenöl dazu, bevor ich den Reis dazugab. Ich entschloss mich gegen Zwiebel und Knoblauch, aber nachdem der Reis glasig gebraten war, gab ich zuerst den Paprika und dann das Wasser mit dem Safran dazu. Danach gab es 2 Kellen Hühnerbrühe. Ich machte das alles in einer großen WMF Pfanne, einer Paella Pfanne nicht unähnlich oben auf dem Herd bei mittlerer Hitze.

Ich rührte so gut wie gar nicht um, sondern gab immer wieder Hühnerbrühe dazu. Nach etwa 15 Minuten kamen die gepalten Erbsen dazu. Dazwischen hatte ich die Bete abgekocht, abkühlen lassen, geschält, in Würfel geschnitten und beiseite gestellt.

Nachdem der Reis noch bissfest aber schon servierbar war, gab ich zuerst die Betewürfel und dann den geraspelten Parmesan dazu. Die Platte wurde auf Null gedreht und die kleine Pfanne kam zum Einsatz. In sehr heisser Pfanne wurden Gamberi und Jakobsmuscheln 2 Minuten auf jeder Seite angebraten. Aussen krustig, innen glasig, Prise Salz, wunderbar. Ganz zum Schluss hab ich noch ein wenig der Hühnerbrühe dazugegen, damit es nicht zu trocken wird.

Fazit: Es hat gut geschmeckt, aber beim nächsten Mal würde ich eine Komponente weniger nehmen. Es gab Konkurrenz zwischen Chorizo, Bete und Paprika, man konnte sie kaum unterscheiden. Da ich vorher viel abgeschmeckt habe, weiss ich daß es vorher ohne die Bete besser und definierter geschmeckt hat. Aber Bete und Safran passen auch gut zusammen, also denke ich, hier sind zwei Gerichte zusammengekommen, man sollte zwei Gerichte daraus machen.

 

 

 

 

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Fisch Meeresfrüchte Gemüse


Ich kam verschwitzt vom Geschäft nach Hause und ruhte mich erst mal aus. Dabei überlegte ich den Speiseplan. Irgendwas Fisch.

Also aufgestanden und rüber zum Fischhändler. Der Papa war da. Inzwischen duzt er mich 🙂

Was willst du heute, nur was braten? Oder mit Sauce?

Ich meinte, eine Scheibe Schwertfisch mit Kapern und Butter oder Olivenöl wäre mein Geschmack.

Er sagte, daß er gerne gemischt esse, von allem ein bißchen, und schlug vor 2 Jakobsmuscheln, 2 Gamberi und ein Kabeljaustück zu nehmen.

Das leuchtete mir ein, nur wollte ich Lachs statt Kabeljau, weil der mir zuwenig Geschmack hat.

Hat er alles gerichtet, sagte €9.50, ich zahlte und er griff nochmal in die Theke und legte noch ein Stück Kabeljau dazu 🙂

Dann hab ich die nette Bedienung beim Gemüsemann verrückt gemacht: Ein Händchen Spinat, eine kleine Hand Erbsen – ihre Hände sind zu groß :-), weniger bitte, ach ja 3 Schoten Saubohnen, ja nur drei, das gibt 15 Saubohnen, ich hab ja soviel anderes Gemüse, ach ja 5 Pfifferlinge, aber schöne! Ein bisschen Kerbel hätt ich auch noch.

Aber sie war wirklich nett und ertrug mich mit Langmut und einem Lächeln.

Zuhause hab ich geputzt , geschält, gepalt und blanchiert, außerdem schon abgeschmeckt.

Nachdem alles soweit vorbereitet war, fing ich an zuerst die Erbsen, nach einigen Minuten die geschälten und blanchierten Saubohnen und die geputzten Pfifferlinge zu dämpfen. Nachdem das alles soweit gar und zart war, parkte ich es auf der Seite. Die Jakobsmuscheln marinierte ich in Zitronensaft, Zeste und Olivenöl, von dem ich mehr machte, damit die anderen Hauptfiguren auch etwas abhaben könnten.

Gie Fische und die Gamberi wurden vorbereitet (gesalzen, geköpft, entdarmt) und dann in eine heiße Pfanne mit etwas Knoblauch gegeben. Es ging alles sehr schnell. Sowohl Kabeljau wie auch Lachs, Gamberi und Jakobsmuscheln hatten einen glasigen Kern (bei Jakobsmuscheln ist das eine Geschmackswucht! Süßes Muschelfleisch, total saftig – wunderbar!)

Man sieht dem Arrangement an, daß sogar große Teller zu klein sind für „die große Fischplatte“ 🙂  Aber das war mir egal. Gut war’s.

 

 

 

Jakobsmuscheln Spargel Tomatencoulis


Bei meinem Fischhändler gab es Jakobsmuscheln. Die waren nicht so groß, aber 3 Stück kosteten mich gerade mal €2.40. Ich mußte eine Weile überlegen, was ich damit machen wollte, aber dann hatte ich eine Idee…

Zuerst nahm ich 3 grüne Spargelstangen und schnitt deren Köpfe in der gleichen Länge ab. Den Rest schnitt ich in kleinere Stücke, gab noch das Weisse einer Frühlingszwiebel dazu und garte sie in wenig Wasser, bis sie weich geworden waren. Die Spitzen nahm ich vorher raus und duschte sie kalt ab, damit sie ihre Farbe behielten. Nachdem Spargel und Frühlingszwiebel weich waren, gab ich sie in einen Handhäcksler, gab noch einen Schuss Olivenöl, eine Prise Salz und ein paar Scheibchen Parmesan dazu und häckselte alles, bis es noch nicht ganz glatt war, sondern noch ein wenig Charakter hatte.

Für das Coulis nahm ich 2 Kirschtomaten, gab sie mit einer kleingehackten Knoblauchzehe in einen Topf, gab einen Schluck Weisswein dazu und machte den Deckel drauf. Ein paar Minuten später zerquetschte ich die Tomaten mit einem Kartoffelstampfer und liess alles ein wenig einkochen. Dann schmeckte ich die Tomaten mit Salz ab und nahm sie vom Herd. Ich wollte sie übrigens so grob haben, deshalb sind auch Haut und Kerne noch dabei.

Jetzt kamen die Jakobsmuscheln leicht gesalzen in eine Pfanne mit ein paar Tropfen Olivenöl. In einer weiteren Pfanne wurden die anderen Komponenten wieder erwärmt.

Dann wurde schnell angerichtet, fotografiert und gegessen 🙂

 

 

 

 

 

Jakobsmuscheln Spinat Sauce Bretonne


Heute war ganz schön kalt (-5 C), aber ich mußte unbedingt ausprobieren, ob es zum Markt zu kalt würde. Naja, es war kalt. Die Reise ist bergab und nur etwa 1 km lang, aber es wird ganz schnell kalt (ich bin auch nichts mehr gewöhnt).

Ich mußte jedoch auch feststellen, daß mehr als die Hälfte aller Stände das Wetter auch als zu kalt empfanden und daheim geblieben waren. Ich brauchte eh nicht viel, nur Butter, einen Käse und Eier. dazu noch ein Brot. Es waren vielleicht 20 Minuten, die ich auf dem Markt verbracht hatte, aber ich war froh, wieder zuhause angekommen zu sein.

Später ging ich über die Straße zum Fischhändler, um zu sehen, was gerade da war. Es gab Schwertfisch, Dorade, Heilbutt und Kabeljau, außerdem Venusmuscheln und Jakobsmuscheln.

Da mich die Fische nicht wirklich ansprachen, nahm ich die Jakobsmuscheln mit.

Spinat hatte ich noch, wie auch Hühnerfond, Sahne, bretonische Butter und andere Zutaten.

Der Spinat:

wird gewaschen, entstielt, in Butter und Schalotten angebraten, mit Muskat, Salz und Pfeffer gewürzt, gebraten, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist, dann 2 cl Sahne dazugiessen und reduzieren.

 

Die Sauce: Eigentlich eine einfache Sache (a straightforward thing)- Ich schnitt etwas Suppengrün in Julienne und briet sie kurz in Olivenöl an, löschte sie mit Noilly Prat ab und gab 1/3 Glas Hühnerfond dazu. Nachdem es etwa um die Hälfte reduziert war gab ich Sahne dazu und reduzierte es weiter. Beim Anbraten der Jakobsmuscheln hab ich den Rest der Julienne mitgebraten und später zu der Sauce gegeben. Später hab ich sie mit ein paar Tropfen Wasser und Kartoffelstärke abgebunden.

Die Jakobsmuscheln wurden ganz schnell (3 Minuten pro Seite) in Butter angebraten und gleich zum Spinat gelegt.

Später dann taten sich interessante Unwägbarkeiten auf: Ich wollte die Sauce ursprünglich a la Esterhazy nennen (Ich bin vor kurzem darübergestolpert, daß Saucen so heissen, die mit Julienne von Karotten, Sellerie, Lauch und ähnlichem serviert werden.

Heute las in meinem Larousse gastronomique nach und stellte fest, daß sich der Name auf braune Saucen bezieht. Aber der Larousse wäre nichts, wenn nicht vollständig, und ich fand dann die Sauce, die meiner individuellen Erfindung am Nächsten kommt, nämlich die Sauce Bretonne, die sich dadurch unterscheidet, daß die Julienne Champignons beinhalten und mit einer Veloute angereichert werden und die Sauce später mit kalter Butter angedickt wird. Für meine Begriffe eine lässliche Sünde, speziell weil ich der einzige Kritiker am Tisch war.

Fazit: Saulecker! Ich hatte mir vorher noch überlegt eine kleine Portion wilden Reis dazu zu machen, aber in Anbetracht der Sauce und der Butter schien es irgendwie zu viel zu sein und ich liess es und hab es nicht bereut.

 

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Jakobsmuscheln Spargel Safran Orangen Sauce


Markt vor hohen Feiertagen ist immer gut, weil die Händler ankarren, was sie haben. Weil, wenn nicht jetzt gekauft wird, wann denn? So gab es beim Geflügelhändler (wie manchmal) auch wieder Tauben, aber auch Zicklein, verschiedene Lammspezialitäten, ganze Kaninchen und auch Wachteln, Perlhühner, freilaufende Hähnchen und sogar Poularden.

Wie ich schon mehrmals gesagt habe, komm ich nur schwer an Tauben vorbei, weil sie meines Erachtens ein wirklich herausragendes Fleisch haben, etwas wildig und in der Brust superzart. Wobei es Unterschiede zwischen der hier gekauften Tauben und einer Mieral-Taube aus der Bresse gibt, die sind einfach noch viel zarter.

Aber eigentlich kommen die Tauben erst im 2. Teil.

Der erste Gang sollte den Jakobsmuscheln vorbehalten sein, die mein italienischer Fischhändler vorzugsweise vor Feiertagen im Angebot hat. Zwei Stück hab ich mitgenommen, eine mit, die andere ohne Corail, dem orangenen Beistück, das den Rogen beinhaltet.

Außerdem gab es auch grünen Spargel (italienischer), deutschen Spargel aus Bruchsal hab ich auch schon gesehen, der ist aber immer noch teuer wie Gold.

Zwei sizilianische Bio-Orangen hab ich noch mitgenommen, Safran hatte ich Zuhause, wie auch ein Glas Fond (Hühnerfond statt Fischfond).

 

6 Stangen Spargel werden abgelängt und in einem Topf mit gerade genug Wasser bedeckt und etwa 5 Minuten gekocht, bis sie bissfest sind, dann kalt abgeschreckt und beiseite gestellt.

Für die Sauce hab ich 5 Kirschtomaten überbrüht, geschält, in Olivenöl angebraten, mit Noilly Prat und Weißwein abgelöscht, mit einer Gabel verdrückt, mit Deckel gedünstet und reduziert.

Von der Orange hab ich einige Zesten abgezogen, den Saft der halben Orange zu den Tomaten gegeben und das Döschen Safran dazugegeben.

Diese Mischung hab ich mit einem 1/3 Glas Hühnerfond angereichert und wieder reduziert.

Um die Sauce fertigzustellen, wurde eine Mehlschwitze aus Salzbutter und einem Tl Mehl hergestellt, der ganz langsam vor sich hinköchelte. Die Tomaten-Orangen-Safranmischung wurde durch ein Sieb dort hineinpassiert, nochmal kurz reduziert, abgeschmeckt und beiseite gestellt.

Jetzt wurden die Jakobsmuscheln eingeritzt, mit Vanillesalz gewürzt und in Butter angebraten, danach kamen die Spargel nochmal dazu, um wieder aufgewärmt zu werden.

Danach mußte ich nur noch anrichten.

Das hat ziemlich gut geschmeckt! Die Sauce war der Knaller, und obwohl nur vielleicht 4 El übrig waren, hab ich die eingefroren.

 

Jakobsmuscheln Spargel Safran Orangen Sauce 1

 

Jakobsmuscheln Spargel Safran Orangen Sauce 2

Jakobsmuscheln Vongole Artischocken Canellini Bohnen Tomaten


Der heutige Teller ist wieder dem Zufall geschuldet- diese Stadt hat wirklich geheimnisvolle Seiten. Der Fischhändler wollte besucht werden, um festzustellen, ob es irgendwelche Verstimmungen gab aufgrund der nicht zustandegekommenen Transaktion vor Weihnachten. Aber, wie ich mir dachte, war ich ein viel zu kleiner Fisch (‚Tschuldigung :-)), um größer aufgefallen zu sein. Stattdessen begrüßten wir uns freundlich, ich nahm 3 frische Jakobsmuscheln, und weil das nicht reichte (jaja!) noch ein Netz Venusmuscheln.

Eigentlich hätte ich spätestens jetzt jemanden einladen müssen, aber woher nehmen und nicht stehlen? Also sagte ich mir, die Pasta machste morgen mit den Vongole von heute, das heißt mit dem Rest, den du marinierst.

OK.

Dann bin ich weiter, ich wollte zum Asia-Laden, die Zutaten holen für Silvester, immerhin 3-4 selbstgemachte asiatische/chinesische Saucen. Ich hab dort nicht alles gefunden und ging hinten- und untenrum zurück, soll heißen am Pfälzer Platz vorbei. Ich hatte ganz vergessen, daß es da einen tollen Gemüsestand gibt (ein Türke), und sah, daß er frische kleinere Artischocken hatte. Es fällt mir bei Artischocken immer schwer, Nein zu sagen, also nahm ich zwei mit. Beim Schauen, was er denn sonst noch da hatte, sah ich Cime di Rapa, eine italienische Spezialität, von der immer nur gebloggt wird, die im deutschen Stängelkohl oder auch Rübstiel genannt wird, aber nirgendswo zu finden ist.

Mehr dazu gibt es hier.

Robert von lamiacucina hat sie schon öfters beschrieben, zum Beispiel hier.

Den Rübstiel hab ich übrigens in KA nie gefunden, obwohl ich versucht habe, seiner habhaft zu werden. (Es gibt in deutschen Kochbüchern das Rübstielmus, das scheint aber eine alte Rezeptur zu sein, die es nicht mehr oft gibt, zumal das Cime di rapa ein südländisches Broccoligemüse aus der Winterzeit sein soll…)

Letztendlich hab ich keinen gekauft, aber mich vergewissert, daß die Saison noch eine Weile dauert. Auf meine Bemerkung, ich hätte das noch nie irgendwo gesehen, meinte er, es gäbe viele Gemüse, die die Deutschen nicht kennen und kaufen würden… Irgendjemand kauft den aber. Gibt es türkische Rübstielrezepte, oder gibt es soviele Italiener in unserem Viertel, daß sich das lohnt? Es gibt von beiden Gruppen richtig viele, vielleicht ist das eine positive Synergie (Gemüseliebhaber aller Südländer- vereinigt euch!). Jedenfalls finde ich das toll, etwas neues gefunden zu haben.

Ich nahm dann noch eine Tüte ungeschälter, aber gerösteter Erdnüsse mit, wie auch eine Dose Kichererbsen, die ich an sich verarbeiten wollte.

Jakobsmuscheln-Vongole-Artischocken-Canellini-Bohnen-Tomate-3

Als ich nach Hause kam hatte ich mich schon umentschieden und setzte ein kleine Schüssel Canellini Bohnen auf. Die waren leider in getrocknetem Zustand und versprachen, eine Weile zu dauern. Also nur Wasser und ein Lorbeerblatt und drei Thymianzweige und nur leise köcheln. Das dauerte 2.5 Stunden.

Ich hatte ja noch Artischocken, um die ich mich kümmern mußte. Die wurden mit der Schere ihrer scharfen Spitzen entledigt und danach halbiert, sofort mit Zitronensaft eingeträufelt, damit sie nicht braun werden, und dann längs in etwa 4 Scheiben geschnitten. Die hab ich dann in 3 Eßlöffeln Olivenöl angebraten, wobei ich die Artischocken gesalzen und nachdem ich sie mit etwas Weißwein abgelöscht hatte, mit einem Deckel bei kleinerer Hitze gegart, die Artischocken dann gedreht und weiter mit Deckel gegart habe.

Als sie fertig waren, hab ich sie mit einem Eßlöffel Olivenöl und einem halben Eßlöffel Zitronensaft mariniert. Nachgesalzen hab ich sie auch.

Die Venusmuscheln wurden sauber abgebürstet, und nach einem Tipp, eine Weile in kaltem Wasser liegen gelassen. Im Tipp hieß es, daß die Muscheln irgendwann mal aufmachen und den restlichen Sand auspusten. Genau weiß ich das nicht, aber es gab dieses Mal fast keinen Sand, und, als ich sie aus ihrem Süßwasserbecken holte, sah ich, daß eine Muschel ihr Gehäuse ein wenig geöffnt hatte und ihre zwei Röhren (im Englischen heißen Muscheln etc. ‚Bivalves‘) nach außen geschoben hatte. Das war sehr deutlich, hatte ich noch nie bei Miesmuscheln oder Austern gesehen.

Danach erhitzte ich ca. 5 El Olivenöl, bis es sehr heiß war. Die Vongole kamen hinein, der Deckel drauf, für 4-5 Minuten. Es ist erstaunlich, wieviel Flüssigkeit nachher im Topf ist, und wie salzig die ist!

Jedenfalls hab ich den Sud ein klein wenig reduziert, einen El davon mit 3 El Olivenöl und einem weiteren El weißem Balsamico als Marinade für die garen Vongole genommen und ab in den Kühlschrank.

Jetzt nahm ich 4  Mini-Roma Rispentomaten, schwitzte eine kleingehackte Knoblauchzehe und eine Schalotte an, gab die Tomaten dazu, Schluck Weißwein, Deckel drauf, einreduzieren, bis es ein Tomatenpüree ist. Als die Bohnen soweit gar waren hab ich sie auch mit einer Olivenöl – weissen Balsamicomarinade eingelegt und die Tomaten untergehoben und nochmal abgeschmeckt.

Eine Scheibe Schwarzwälder Schinken (wegen des Lokalkolorits) wurde langsam in der Pfanne gebraten, um als Bacon Bohnen wie Jakobsmuscheln zu umspielen.

Jetzt war nur noch anzurichten und die Jakobsmuscheln zu braten. Man sollte die Jakobsmuscheln anders als ich, vorher mit Küchenkrepp abtrocknen. Meine haben kaum Farbe genommen, weil sie so gesuppt haben. Geschmacklich waren sie aber toll, speziell, weil ich das Vanillesalz der Kochfreunde Pomodoro wieder einsetzte, und es wirklich einen schönen Geschmack hinbekommt.

Der Teller wurde seviert mit unterschiedlichen Temperaturen: Bohnen schwach warm, Venusmuscheln kalt, Artischocken handwarm, und Jakobsmuscheln heiß.

Fazit: Auge größer als Magen. Aber die Kombi passt, wenn auch weniger OK gewesen wäre. Vongole lecker, Jakobsmuscheln super! Bohnen sehr gut, Artischocken mit bitteren Teilen (ich glaub die etwas festeren hinteren Blätter). Marinade/Vinaigrette gut dazu.

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Vier für Vier Eins


Samstag ist ein guter Tag für Gäste. Man kann planen, ruhig einkaufen und sich beim kochen Zeit lassen.

Ich koche gerne für diese Gruppe, weil sie gerne genießen und aufgeschlossen sind.

Ich mußte natürlich etwas aus dem Meer machen, nachdem ich hier immer wieder beschrieben habe, wie toll der Fischhändler gegenüber ist.

Es hat sich außerdem angeboten, etwas Pasta oder ähnliches gleich mit zu servieren, um die Sauce aufzunehmen.

Gnocchi hab ich schon lange nicht mehr gemacht, also fiel die Entscheidung darauf.

Das Gnocchi-Rezept ist aus dem ‚Silberlöffel‘, also vertrauenswürdig. Hat auch super geklappt.

Ich hab es nur halbiert, was auch gut gereicht hat.

500 g mehligkochende Kartoffeln kochen, abdampfen lassen.

zwischen 60 und 100 g Mehl (semola rimacinata de gran duro-italienisches Hartweizengriessmehl) und ein Ei dazugeben, salzen und abschmecken.

Das mit dem Mehl ist Gefühlssache- zu viel und die Gnocchi werden zu fest, zu wenig, und sie fallen im Wasser auseinander.

Ich hab noch eine Handvoll Basilikum ganz fein gehackt und untergerührt.

Auf einer Arbeitsfläche etwas Mehl geben und aus dem Teig lange Rollen von ca. 1,5 cm Durchmesser formen. Diese dann in etwa 2cm lange Stücke schneiden.

Es gibt ein gerilltes Brett für Puristen, ich hab das Muster mit der Gabel in den Teig eingedrückt.

Auf einem bemehten Küchentuch warteten die Kissen ihren Tauchgang ab.

Sie kommen ins leicht kochende Wasser, bis sie aufsteigen, etwa drei Minuten. Ich hab portionsweise gearbeitet und sie am Schluss nochmal alle zusammen warm werden lassen.

Die Sauce bestand aus einer Schalotte, einer ganzen Knoblauchzehe (die ich später wieder entfernt habe) einem Eßlöffel Kapern (non-pareils), zwei Sardellenfilets kleingehackt, einem Schluck Weißwein und einer Dose Tomaten (am besten San Marzano, aber es gibt auch Kirschtomaten in der Dose, italienische natürlich, und die sind wunderbar süß), außerdem Thymian und Rosmarin.

Die Calamaretti werden in Ringe geschnitten und in Olivenöl angebraten, dazu kommen dann nach und nach alle anderen Zutaten. Ich hab die Sauce eine halbe Stunde bei kleiner Hitze mit Deckel geköchelt, um sie anschließend eine Stunde zu reduzieren. Danach hab ich nachgesalzen.

Die Riesengarnelen hab ich entdarmt und in der Schale gebraten, die Miesmuscheln in kochendem Wasser drei Minuten gegart, bis sie offen waren und die Jakobsmuschen ganz am Schluß mit den Garnelen angebraten. Die Muscheln kamen mit in die Sauce, Jakobsmuschel und Garnele obenauf. Die Gnocchi waren wunderbar zart!

 

Jakobsmuschel-Garnele-Calamaretti-Basilikumgnocchi-2