Salat Hackbällchen Tsaziki Kartoffeln


Das Essen heute ergab sich aufgrund einer gemischten Inspiration. Einerseits wollte ich einen Salat essen, andererseits hatte ich Lust auf Tsaziki. Und weil das ohne Fleisch relativ reizlos ist nahm ich im Laden Bio-Rinderhack mit, in der Annahme Cevapcici zu drehen. Daheim angekommen, fiel mir das Mischgewürz von Frau B. ein, eigentlich ein Gewürz für Spiesse (aus dem Kaukasus), das lauter Gewürzgrenzgänger beinhaltet und auch ein nicht so tolles Element, nämlich Glutamat. Aber sei’s drum, heute wollte ich es einmal ausprobieren, auch ohne Spiess.

Das Gewürz ist eine richtige Zonenklammer, was die Komponenten angeht: Salz, Koriander, Paprika, Chili, Cumin, Dill, Petersilie, Geschmacksverstärker, Bohnenkraut, Lorbeerblatt und  Oregano, alles dabei von Nordwest- bis Südosteuropa und über den Kaukasus hinaus ins Zentralasiatische Steppenland.

Es war jedenfalls sehr würzig. Bei dieser Menge an Gewürzen war es schwer, Einzelne herauszuschmecken, aber Cumin hat immer etwas erdig-trockenes, den hab ich schon geschmeckt.

Es war auch kein Fehler, das Tsaziki dazuzumachen, weil es stilistisch auch in diese Gegend passt.

Die Kartoffeln gab’s dazu, weil ich die gerne esse. Heute hab ich die rohen Kartoffelwürfel ganz langsam angebraten, bis sie gar waren.

Das Tsaziki bestand aus Joghurt, 1 Knoblauchzehe, die mit Salz zu einer Paste zerrieben wurde, ein Drittel fein geschnittener Gurke und ein paar Spritzern Zitrone.

Den Salat hab ich dieses Mal mit Olivenöl und Balsamico angemacht.

Den Rest nehm ich morgen mit ins Geschäft.

Es gibt diesen Spruch in der Küche, daß der Rand dem Gast gehört. Ich sage, der ganze Teller gehört dem Gast 🙂

 

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Apple Pie Cranberrykompott Salzkaramellsauce


Das Dessert ist die Nachhut vom gestrigen Thanksgiving-Dinner. Apple Pie ist wie auch Pumpkin Pie oder auch Pecan Pie der absolute Klassiker.

Ich persönlich mag auch sehr gerne einen Lemon Meringue Pie, aber gestern mußte es der Apple Pie sein. Beim Teig hab ich wieder geschummelt und einen Mürbteig gekauft- es gibt zum selbstgemachten Teig so gut wie keinen Unterschied. Als Füllung schälte ich 6 Boskop Äpfel und schnitt sie in kleinere Schnitze. In die Apfelstückchen kam eine Mischung aus 1/2 Tl Zimt, 2 El Zucker und 2 El Mehl, das hilft, die heraustretende Feuchtigkeit zu binden. Außerdem gab ich noch die Zeste und den Saft einer halben Zitrone dazu. Jetzt wurde alles durchgemischt und in den Teig gegeben. Dann gab ich einige Butterflöckchen auf die Füllung. Der Pie blieb 45 Minuten bei 180 C im Ofen. Nach 30 Minuten hab ich ihn mit Alufolie abgedeckt.

Für die Salzkaramellsauce nimmt man je ein Teil Zucker und ein Teil Butter und erhitzt die Mischung, bis das Karamell etwas dunkler wird, dann rührt man einen Schuss Sahne dazu, genug um das Karamell wieder weich zu bekommen. Jetzt wird gerührt, bis die Sauce etwas dicker wird, dann streut man ein paar Flocken Fleur de Sel drüber.

Das Cranberrykompott hab ich im letzten Post schon beschrieben.

Zusammen mit den Ausschmückungen  ist der Apple Pie ein Gedicht! Das Karamell passt super zu den Äpfeln und das Cranberrykompott mit seinen süß/sauer/bitteren Komponenten bildet einen herrlichen Kontrast zu Pie und Sauce.

Sehr einfach zu machen und sehr lohnenswert!

 

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Thanksgiving 2016


Durch die Unmöglichkeit mit meinen deutschen Freunden unter der Woche zu feiern, legten wir das Essen auf den Sonntag.

Ich konzentrierte mich darauf, die wenigen Elemente auf den Punkt zu bekommen. Das hat dieses Mal ziemlich gut geklappt.

Die Pute von 4600 g blieb 3 1/2 Stunden bei 160 C im Ofen und erreichte dabei ihre Kerntemperatur von 74 C. Das Problem war. daß die innere Temperatur der Füllung diese Temperatur noch nicht erreicht hatte, also wickelte ich die Pute in Folie und machte den Ofen heißer. Nach weiteren 20 Minuten war der Garpunkt erreicht.

Jetzt durfte die Pute draussen eingewickelt ruhen, während die zweite Ladung Füllung (Stuffing) in einer Muffinform in den Ofen kam und fertig gebacken wurde.

Die Karotten wurden geschält, schräg geschnitten und in Wasser mit einer Prise Salz und Zucker bissfest gegart. Dann wurden sie abgeschreckt. Später gab ich zwei Löffel Wasser und einen Löffel Butter dazu, außerdem kleingehackte frische Rosmarinnadeln.

Die grünen Bohnen wurden mit Salz und Bohnenkraut knackig gekocht, dann kalt abgeschreckt, damit sie ihr schönes Grün nicht verlieren. Später wurden Speckstückchen angebraten, dazu kamen die Bohnen und eine weitere Prise Salz.

Den Mais hab ich aus der Dose in einen Topf gegeben, gesalzen und gebuttert und warm gemacht 🙂  Ich mag den nicht, wenn die Kerne nicht am Kolben hängen.

Das Stuffing bestand aus Salsiccia, Speck, Putenleber, Salbei, Knödelbrot, Apfel, Zwiebel, Champignons, Salz und Pfeffer. Das Fleisch briet ich mit Öl in der Pfanne an, gab dann die Zwiebeln, den zerkleinerten Apfel und den Salbei dazu. Danach kam das Knödelbrot dazu und wurde mit 2 Kellen Hühnerbrühe weich gemacht.

Die Masse kam in die Putenöffnung, und dann in die Muffinförmchen.

Die Kartoffeln für’s Püree wurden weich gekocht, dann mit abgekochter Milch, Muskat und Salz gestampft, dazu kam noch ein gutes Stück Butter.

Die Sauce bestand aus einer Hühnerbrühe aus einem halben Suppenhuhn, einem Bund Suppengrün, einem Schluck Port und etwas Weisswein und Wasser.

Das kochte eine Weile ein, wurde dann noch konzentrierter und wurde dann noch mit Mehlbutter eingedickt. Die Sauce war richtig gut (sie wurde noch mit der Flüssigkeit aus der Putenpfanne aufgefüllt und wieder reduziert).

Die Cranberrysauce bestand aus 400 g Cranberries, 400 ml Wasser, 200 g Zucker und die Zeste und dem Saft einer Orange. Nur einkochen und nach dem Platzen der Früchte weitere 5 Minuten weiter einkochen. Schmeckt super!

Unten abgebildet sind erst die Pute und dann die Beilagen ohne Pute. Sauce ist auch nicht abgebildet 🙂

 

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Schweinelende Toast Appenzeller Sauce Salat


Das hier ist eine „Herrentoast“ Variante, wobei mir beim Nachschauen auffiel, daß viele (Gastronomen) eine Sauce Bearnaise (und Käse) benutzen, um die Lendchen zu überbacken.

Ich begnügte mich mit einer Handvoll Appenzeller, dem letzten Rest vom Schützenfest 🙂

Bearnaise, Hollandaise etc. sind mir allgemein zu fett und werden nur ausnahmsweise hergestellt, zum Beispiel für einen Gast zur Spargelzeit. Und auf ein gutes Steak kommt mir nichts außer Salz, bestimmt aber keine Bearnaise (das ist echt eine Unsitte…!)

Aber selten kann man ja etwas gratinieren, und ich war dabei zu überlegen, was ich mit dem Rest Appenzeller anfange, den ich jetzt schon zweimal verwendet habe.

Früher gab es Varianten des Herrentoasts in Restaurants, in denen man auch kleinere Gerichte bestellen konnte, und das war so eines.

Eine Zutat, die fast zwingend dazugehört, aber die ich nicht im Haus hatte, sind Champignons. Sie machen aus dem Gericht ein „Jäger“ oder „Chasseur“ und ganz allgemein auch interessanter, weil es eine weitere Textur mit eigenem Geschmack hinzufügt.

Jedenfalls wurden die Mignons erst zugeschnitten, dann gesalzen, dann scharf angebraten. Ich hab sie dann aus der Pfanne auf einen Teller geräumt, während die Schalotte und der Knoblauch in der Pfanne angeschwitzt wurde. Dazu kam ein El Tomatenmark und dann (wie auch sonst?) ein Schluck Port und ein guter Schluck Weisswein. Das wurde gewürzt, die Lendchen kamen zurück in die Pfanne, um ein bißchen nachzuziehen. Danach gab ich die getoastete Scheibe auf einen Teller, platzierte 3 Lendchen darauf, gab den Käse drüber und steckte den Teller in den auf 200 C vorgeheizten Ofen, der auf der Grillstufe stand. Es brauchte vielleicht 5 Minuten, um den Käse zu schmelzen, danach konnte ich servieren. Die Sauce wurde in der Zeit, die der Teller im Ofen verbrachte, noch etwas eingedickt. Sehr intensiv, wurde sie danach dazugegeben.

Dazu gab es einen Romano Salat mit Tomaten mit meiner üblichen Senf-Knoblauchsauce.

Lecker!

 

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Matjes Kartoffeln Cranberries


Vor nicht allzu langer Zeit hab ich ein ganz ähnliches Rezept gepostet. Es gibt eigentlich nur 2 Änderungen.

Eigentlich kommen die Zutaten zum Matjes in jeder gekauften Packung vor, aber es ist wie immer, wenn man alles frisch und direkt vor Ort herstellt, wird es nochmal besser.

Also: 1 Packung Matjes ohne weiteren Zutaten, zum Beispiel den von der Nordsee.

Bei mir waren da noch Stückchen frischer Apfel, Zwiebel in Streifen, Gurken in kleinen Würfeln, 1/3 Becher Creme Fraiche, 1/4 Becher Sahne, 4 El Gurkenmarinade (aus dem Glas), Salz.

Zuerst hab ich den Matjes abtropfen lassen, dann die Filets in zwei Hälften geschnitten. Dann wurden alle festen Bestandteile geschnitten und gehackt. Die hab ich über die Matjes gegeben.

Die feuchten Zutaten hab ich in einer gesonderten Schüssel zusammengerührt und abgeschmeckt (sie darf ruhig säuerlich sein). Danach wurden sie auch über den Matjes gegeben.

Ich hab es gut vermischt und eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

Für die Bratkartoffeln wurden zwei Kartoffeln geschält, in kleinere Stücke geschnitten und in Salzwasser gegart. Danach wurden sie in Butterschmalz langsam braun gebraten.

Beim Servieren gab es noch ein paar Cranberries auf die Sahne/Creme Fraiche Mischung – hat richtig gut dazu gepasst!

Sehr lecker, die zweite Hälfte gibt es Morgen zum Mittagessen 🙂

 

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Kassler Kartoffeln Rosenkohl Cranberries


Heute war der Tag, Lebensmittel, die ich gekauft aber noch nicht verwendet hatte, einzusetzen.

Da gab es einmal den Rest vom Netz Rosenkohl, Kassler, den ich vor 2 Tagen gekauft habe und Kartoffeln, die ich fast immer im Haus habe.

Den Rosenkohl putzte ich gut, schnitt das Kassler in Stücke und gab die Kartoffeln in Stückchen in kaltes Salzwasser.

Der Rosenkohl wurde auch in Salzwasser gegart, bis er noch bissfest war, dann hab ich ihn kalt abgebraust, wegen der Farbe.

Nachdem die Kartoffeln fast gar waren, wurden sie in etwas Öl in einer beschichteten Pfanne langsam rösch angebraten.

Dazu kam zuerst das Kassler, um sich seine Röststoffe abzuholen, später dann der Rosenkohl.

Gegen Ende gab ich noch ein paar eingelegte Cranberries dazu, wie auch ein paar Esslöffel der süßen Einlegflüssigkeit.

Klingt vielleicht ungewöhnlich, gab dem ansonsten saucenlosen Gericht seinen Kick – apropos Kick: Ich hatte auch noch eine 3/4 Jalapenoschote, die hab ich kleingewürfelt und auch noch dazugegeben. Es war nicht übertrieben scharf, hatte aber genug Schärfe für „heisse Lippen“ 🙂

Insgesamt eine sehr stimmige Mischung, ich hab es sehr gerne gegessen. Die Cranberries heben das Gericht aus dem Durchschnitt heraus.

 

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Grilled Cheese Sandwich


Manchmal muß es etwas Anderes sein. Ich hab eigentlich schon eine Weile Lust, Sandwiches zu machen. Das Problem ist einerseits, daß es sehr, sehr viele richtig gut fotografierte Sandwiches im Netz gibt, und andererseits, daß es sehr, sehr phantasievolle Menschen gibt, die da alles Mögliche draufpacken, auf was ich gar nicht käme.

Trotzdem hat es mich heute gejuckt, ein Sandwich zu machen, zumal ich ein größeres Stück Appenzeller im Haus hatte.

Jetzt darf man Grilled Cheese Sandwiches grundsätzlich mit jedem genehmen Käse machen, es gibt allerdings Lieblingssorten. Der Appenzeller eignet sich hervorragend dazu. Er duftet aromatisch und hat einen genügend niedrigen Schmelzpunkt, um schön zu verlaufen.

Allerdings wollte ich das Sandwich ein bißchen pimpen 🙂  Dazu hab ich eine halbe Avocado in dünne Scheiben geschnitten und in Limettensaft und Salz mariniert. Ich hatte auch noch ein Sträußchen Koriandergrün, das bot sich ebenfalls an. Und dazu passten wiederum Scheiben einer Jalapeno (komisch, das klingt schon wieder mexikanisch *g*).

Also Pfanne heiß machen, auf beide Toastscheiben ein ordentliches Stück Butter geben und eine bei mittlerer Hitze anbraten. Dabei mit dem geschnittenen Käse belegen. Nicht geizen! Dann die Jalapenos, die Avocado und das Cilantro drübergeben. Zweite Toastscheibe draufgeben, langsam bräunen lassen und umdrehen. Wichtig ist, die Bräunung langsam vorzunehmen, damit der Käse Zeit hat zu schmelzen.

Bei mir gab es ein halbes Salatherz mit Olivenöl und Balsamico dazu, außerdem, und nicht zur Deko, sondern wegen der Schärfe, Kresse.

War lecker, ich würd es wieder tun 🙂

 

Sometimes I like something a little different. I like the occasional sandwich, but the internet is so full of great variations I wouldn’t really know what to contribute.

Nonetheless, I had this large chunk of swiss Appenzeller, a smelly, but delicious cheese with a low melting point. A plain sandwich was a little too simple, so I added slices of fresh avocado marinated in lime juice and salt, some cilantro and a few slices of jalapeno.

To make the sandwich, heat the pan, add a generous piece of butter, put the white bread on top of it, add the cheese, cilantro, avocado and jalapenos and cover with the second slice of bread. Put another piece of butter on the top. Fry slowly over low heat to make sure the cheese melts properly. Turn and repeat.

I added some cress to the top, because I like the sharpness it imparts. A romano salad with some roasted peppers with olive oil ans balsamic rounded off the meal.

Good choice!

 

 

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Nürnberger Sauerkraut Speck Kümmel


Es gab noch die zweite Hälfte Sauerkraut, die ich verarbeiten wollte. Heute sollte es eine eher traditionellere Variante sein, aber eine die ich sehr lecker finde, nämlich mit Speck und Kümmel.

Aber erst musste es wie schon das geastern weichgekocht werden. Das bedeutet mindestens eine Stunde köcheln. Aber zuerst wurde der Speck (eine Handvoll) langsam ausgelassen. Dann kamen 2 Zwiebeln dazu, die auch langsam glasig geschwitzt wurden. Jetzt kam das Sauerkraut dazu, 2 Lorbeerblätter und 1 Tl Kümmel, den ich im Mörser etwas anknackste, und es wurde auch ein bißchen angeschwitzt. Jetzt gab ich genug Wasser dazu um das Kraut abzudecken, und es wurde die Hitze eine Stufe heruntergedreht, damit es nicht überall herumspritzt.

Ich mußte Wasser mehrmals nachgiessen und gab später noch einen 1/4 l Rinderfond dazu. Auch hab ich mehrfach mit Salz und einer Prise Zucker abgeschmeckt. Nach fast 90 Minuten wurde das Kraut endlich weich. In der Zwischenzeit hatte ich die Nürnberger langsam angebraten und löschte die dann, wie in letzter Zeit öfter, mit Port und Rotwein ab. Dann kam der Rest vom Rinderfond dazu. Nachdem das genügend reduziert war, band ich die Sauce ab und servierte alles.

In Deutschland ist eine Bratensauce zur Wurst eher ungewöhnlich (eigentlich nur wenn es Kartoffelpüree dazu gibt), in Amerika hingegen gibt es seit einigen Jahren einen Trend zur „Artisanal Sausage“, also zu handgemachten Würsten, die sehr unterschiedlich sein können. Sie gehören zu den neuen Spezialitäten und sind auch nicht billig. Sie werden vor allem auch edel präsentiert, zum Beispiel auch mit tollen Saucen und interessanten Beilagen. Und wie bei allem, dem sich meine Landsleute ernsthaft widmen, gibt es eine Vielfalt die aus der Innovation kommt (wie bei den Microbreweries, die die Craft Beers international wieder auf den Plan riefen) und natürlich auch einen Namen, in diesem Fall eine kleine Hommage ans Mutterland der Würste, nämlich „Brats“ 🙂

Hat richtig gut geschmeckt und die Sauce war für’s Kraut noch eine Verbesserung.

 

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Kaninchen Rieslingkraut Trauben Kartoffelplätzchen


Auf dem Markt heute wußte ich nur, daß ich frisches Sauerkraut wollte. Ich hatte Glück, und es gab etliche Anbieter. Meine Wahl fiel auf eins aus der Südpfalz – eine gute Gegend für solche Dinge 🙂 . Beim selben Händler nahm ich eine Traubenrispe mit, um sie vielleicht in das Kraut zu integrieren. Auf dem Weg zu Herrn Ruf, dem Käsehändler, hielt ich noch am Eier- und Fleischstand an, um zu sehen, was es da gab. Es gab jede Menge Wild (Reh, Hirsch, Wildschwein), dann Lamm und Pute, aber alles ziemlich teuer. Stattdessen entschied ich mich für 2 Kaninchenläufe, die, obwohl im Angebot, dann immer noch €8,15 kosteten.

Heute Abend schnitt ich zwei nicht besonders grosse Zwiebeln in kleine Würfel und briet sie in etwas Gänseschmalz an. Dann gab ich das Sauerkraut, das ich vorher kurz gewaschen hatte, dazu, um es nach einer Weile mit Riesling aufzufüllen. Etwa ein 1/4 l. Die Keulen wurden zuerst in einer anderen Pfanne in Olivenöl angebraten, dann auch mit Weisswein abgelöscht, und kamen dann in den Ofen bei 150 C, wobei der gelöste Bratensaft über die Kaninchenteile gegossen wurde. Sie blieben erst etwa 40 Minuten im Ofen, hatten da aber noch nicht genug Farbe genommen, daß ich die Temperatur dann auf 200 C erhöhte und sie noch 20 Minuten in der Röhre liess.

Das Kraut kochte eine Weile vor sich hin, mit Hilfe von 4 Wacholderbeeren und 2 Lorbeerblättern. Ich mußte auch hier die Temperatur erhöhen und gab volle Pulle. Jetzt kam der Rest (1/4 l Hühnerbrühe und 1/3 Becher Sahne) dazu, auch 2 Prisen Zucker und eine weitere Prise Salz waren dabei. Nachdem die Flüssigkeit fast verkocht war, kam das Kraut endlich zusammen. Ich gab die restlichen Trauben dazu und rührte es noch ein paar Mal um. Durch die Sahne war es ein sehr mildes Kraut, durch die Hühnerbrühe hatte es etwas mehr Gehalt, der Zucker hat die Säure vom Riesling ausbalanciert und die Trauben gaben dem Kraut eine liebliche Note.

Aus 2 Kartoffeln, die ich nach dem Garen mit einem Stampfer zerdrückte und mit Salz, Butter, Sahne und Muskat abschmeckte und dann ein Ei unterschlug, machte ich Kartoffelplätzchen, indem ich die Kartoffelmasse mit einem Esslöffel in die heisse Pfanne fallen liess, flach drückte und von beiden Seiten anbriet.

Ein leckeres Abendessen. Das Kraut hat das Kaninchen erhöht, weil es das Fleisch gut unterstrich. Die Plätchen waren gut, aber jede Art Beilage wäre gut gewesen, auch ein Stück Brot…

Das zweite Kaninchenteil und die andere Hälfte Sauerkraut hab ich eingefroren, insofern hat sich der Preis schon wieder relativiert.

 

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Kabeljau Mandelmantel Kartoffelsalat


Auf dem Nachhauseweg überlegte ich, auf was ich denn Lust hätte. Mir fiel ein, daß ich schon bestimmt fast 2 Wochen keinen Fisch hatte, und beschloss meinem italienischen Fischhändler einen Besuch abzustatten. Dabei kam mir die Idee, einen (badisch-schwäbischen) Kartoffelsalat dazuzumachen und dadurch ein echtes Freitagsessen der arbeitenden Bevölkerung nachzustellen, wie man es in Kantinen landauf und landab Freitags bekommt.

Naja, vielleicht nicht ganz…

Beim Händler bediente mich die sehr freundliche Tochter des Hauses, die auch die Ehefrau des Schwiegersohnes ist, der für den Betrieb mit dem Fischwagen auf verschiedenen Märkten unterwegs ist.

Es gab wieder eine schöne Auswahl (Seezunge, Schwertfisch, Pulpo, Venusmuscheln, Jakobsmuscheln, Sepie, Thunfisch, Seebarsch, und noch andere), aber ich hatte mein Augenmerk auf die Kabeljauloins gerichtet. Es gab eines von knapp über 200 g, das übersichtlich genug aussah (ich habe festgestellt, das alles im Laden kleiner aussieht als zuhause und versuche mich deshalb beim Einkauf zu mässigen). Daheim angekommen nahm ich erst einmal meinen Food Processor zu Hilfe und drehte ein paar Stangen trockenes Dinkelweissbrot durch die Scheibe, um Brösel zu bekommen. Dann sah ich ein paar Mandelstifte, die vom Pflaumenkuchen übriggeblieben waren und gab die auch gleich auf die Scheibe. Jetzt hatte ich also ein Brot-Mandelpaniermehl.

Ich richtete eine Panierstrasse ein, schnitt den Kabeljau in 2 Teile, salzte und pfefferte ihn und gab ihn zuerst in Mehl, danach in Ei und schliesslich in die Brösel-Mandelmischung. Anschliessend wurden die panierten Filets in genug Butterschmalz ausgebacken.

Ich war sehr vorsichtig mit dem Garpunkt und schaffte es, ein knapp glasiges Inneres hinzubekommen, das ganz wunderbar war.

 

Der Kartoffelsalat war schnell hergestellt: Ich nahm 2 festkochende Kartoffeln, kochte sie 20 Minuten in der Schale und liess sie 10 Minuten auskühlen. Jetzt wurden sie geschält und direkt aus der Hand in kleinen Scheibchen in eine kleine Schüssel geschnitzt.

In einem kleinen Topf erhitzte ich etwa 75 ml Rinderfond aus dem Glas, schnitt 2 halbe Stängelchen Frühlingszwiebeln in kleine Röllchen und ein Viertel einer Salatgurke ohne Schale in kleine Scheibchen. Das kam alles in die Kartoffeln, außerdem 2 El Olivenöl und 1 El Apfelessig, und, weil ich ihn dahatte, frisch geriebenen Meerrettich von der Wurzel. Am Schluß zupfte ich noch ein paar Blättchen Feldsalat auseinander und mischte sie ebenfalls unter.

Mehr war nicht zu tun.

Fazit: Die panierten Fische sind sicher nicht Feinschmecker’s Liebling, aber die Leute, die panierten Fisch gewöhnt sind, wären vielleicht ob der Qualität überrascht – es ist wirklich Klassen besser als das als Seelachs deklarierte Pollock-Filet oder auch andere Varianten, die von weiß nicht woher sie stammen kommen. Die Mandel-Bröselkruste schmeckt auch nach Mandeln und verleiht dem Fisch eine weitere leckere Komponente und der Salat ist zum Reinsetzen. Es ist nicht das erste Mal, daß ich einen regionalen Kartoffelsalat gemacht habe, es ist sogar de rigueur, es mindestens so gut zu können, wie ein bestimmtes Brauerei-Restaurant in Karlsruhe 🙂  , aber diesen Test haben wir schon vor Jahren abgelegt…  Dieser Kartoffelsalat ist besser, vor allem hat er noch hier und da eine leichte Frische/Schärfe durch den Meerrettich und die Feldsalatblättchen tun ihr Übriges, den Salat aufzufrischen!

 

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