Flammkuchen spanisch


Vor ein paar Tagen hatte ich mir einen Flammkuchenteig gekauft. Ich weiß, er ist ganz leicht selbst zu machen, aber so ist es noch leichter – nur ausrollen und belegen.

Was ich sonst noch so im Haus hatte, ergab einen Flammkuchen nach spanischer Art.

Dafür mischte ich die üblichen Speckwürfel mit einer scharfen Chorizo. Ein paar Oliven hatte ich auch noch, und statt weißer Zwiebel gab es rote.

Ansonsten gab es Schmand auf den Teig, dann die Zwiebeln und dann die Würfel und Oliven.

Sehr einfach, aber sehr gut!

 

 

 

 

 

Überbackene Tomaten


Am Donnerstag hatte ich Gäste. Ich hatte als Vorspeise ein Schwertfischcarpaccio geplant (wie das vor ein paar Wochen gepostete), bekam aber morgens eine Nachricht, besser etwas anderes zu machen, weil ein Gast keinen rohen Fisch wollte. Der Schwertfisch lag zu diesem Zeitpunkt schon im Kühlschrank.

Ich brauchte etwas anderes und überlegte hin und her. Ich hatte Toastbrot im Haus und dachte deshalb an Croutons mit Geschmack, und das brachte mich auf die Idee eine Tomate oder zwei mit Gemüse, Croutons und Mozzarella zu füllen.

Zuerst nahm ich 2 größere Tomaten, schnitt den Deckel ab und entfernte vorsichtig das Fruchtfleisch mit einem Ausstecher, dem Parisienne. Das schnitt ich in kleine Würfel und stellte es auf die Seite.

Dann nahm ich eine kleine Aubergine und eine kleine Zucchini und schnitt jeweils zwei Scheiben von 5mm ab. Die wiederum wurden min Würfel von 5mm Kantenlänge geschnitten.

Als nächstes briet ich die Würfel in etwas Olivenöl an. Damit sie nicht langweilig schmecken, gab es Knoblauch und eine Schalotte dazu. Danach gab ich die Tomatenstückchen zurück, um alles ein bißchen zu tomatisieren. Die Croutons schnitt ich aus einer Scheibe Toastbrot und briet es langsam mit Olivenöl und Knoblauch an. Am Schluss gab ich noch etwas getrockneten Majoran mit dazu.

Um alles komplett zu machen, hatte ich eine kleine Kugel Mozzarella di bufola gekauft und das meiste in kleine Würfel geschnitten. Allerdings wurden 3 Scheiben ganz gelassen um die Tomaten damit abdecken und überbacken zu können. Die kleinen Mozzarellawürfel mischte ich mit allen anderen Zutaten.

Wichtig war die Tomaten nach dem Aushöhlen austropfen zu lassen. Ich hab auch eine Viertelstunde ein Küchenkrepp hineingesteckt, um die Tomate so trocken wie möglich zu bekommen. Dann wurde sie mit der Würfelmischung gefüllt.

Das führte dazu, daß Gemüse, Croutons und Mozzarella ihren Geschmack behielten und nicht verwässerten. Stattdessen umschloss der Mozzarella die Zutaten in der Tomate und obenauf versiegelte der Mozzarella die Tomate von oben. Mit den restlichen Würfeln legte ich den Boden für die Tomaten aus.

Insgesamt waren die Tomaten etwa 30 Minuten bei 200C im Ofen.

Es zeigt sich einmal wieder, daß es ruhig einfach sein darf, solange man auf Details achtet. Der Gast jedenfalls war sehr zufrieden 🙂

 

 

 

 

 

 

Hähnchenbrust Fusilli Lunghi Paprikasauce


Nach einer Grillorgie gestern, von der es wohlweislich keine Fotodokumente gibt, war eine Schale mit zwei Hähnchenbrüsten elsässischer Provenienz übrig. Da mein Froster keinen Platz mehr hat, mußte ich die beiden Brüstchen heute verwenden. Ich hatte noch eine rote und eine halbe gelbe Paprika da, zusammen mit einem halben Dutzend Kirschtomaten. Die Paprika schnitt ich in Würfel und briet sie mit einer Jalapeno, einer Schalotte und 2 Zehen Knoblauch an. Nachdem die Stücke weicher geworden waren gab ich einen Schluck Weisswein dazu. Ein paar Minuten später gab ich das Gemüse in einen hohen Topf und pürierte alles nicht zu fein. Jetzt kam eine Handvoll Speckwürfel (30 g) in die Pfanne, die rösch gebraten wurden. Dazu gab es 5 cm Tomatenmark, das ich mit anbriet. Das wurde mit dem Paprikapüree abgelöscht und ein wenig reduziert. Danach gab ich ein paar zerzupfte Basilikumblatter und etwas Majoran dazu.

Die Hähnchenbrüste wurden in Olivenöl angebraten, wobei ich ein paar Zitronenscheiben und zwei Rosmarinzweige als Aromaten dazugab. Ich liess die Brüste langsam auf beiden Seiten garen und schob sie anschliessend noch 10 Minuten in den Ofen bei 180 C.

Daneben kochte ich die Fusilli Lunghi, eine Pastasorte, die ich sehr selten habe, die mir aber sehr gut beim Essen gefiel. Nachdem die Fusilli gar waren, schwenkte ich sie in einem Löffel Paprikasauce und gab nochmal Basilikum und Parmesan dazu.

Die Sauce ist eine Variante der „Amatriciana“, einer Sauce aus dem Latium in Italien. Im Original sind es nicht gewöhnliche Speckwürfel es ist Guanciale, der Speck aus der Schweinebacke. Die Peperoncini ersetzen die Jalapeno, und die Paprika gibt es im Original nicht. Trotzdem hat es eine Erinnerung daran und es war richtig lecker!

 

 

 

 

 

 

 

Stubenküken Kartoffeln Karotten Chicoree Pfifferlinge


Ich hab ein paar Tage Urlaub und konnte deshalb auf den Mittwochsmarkt. Ja, Pforzheim hat am Turnplatz an 2 Tagen Markt. Dazu kommen der Freitagmarkt am Pfälzer Platz in der Nordstadt, und mindestens noch der biolastige Markt am Rathaus, den man an verschiedenen Tagen sehen kann. Dieser Markt ist speziell, weil die Händler grösstenteils nur hier ihre Waren anbieten. Die anderen Märkte werden von den Händlern und Bauern vom Turnplatz abgedeckt.

Jedenfalls wollte ich mich wieder mit meinen XL-Bio Eiern eindecken, aber die Furcht vor dem Gift trieb wohl die ganze Stadt auf den Markt – alles ausverkauft. Ironischerweise war ich später am Tag in einem Aldi (wegen eines Weines) und sah Bio Eier noch und nöcher. Die waren vor ein paar Tagen noch leergefegt gewesen (Ich überhörte ein Gespräch des Personals, das erklärte, daß die Eier weggeräumt worden waren).

Stattdessen sah ich ein einzelnes Stubenküken da liegen. Zuerst hätte ich fast ein Perlhuhn genommen, aber das ist zu groß, um an einem Tag gegessen zu werden und ich komme diese Woche nicht mehr dazu und Platz hab ich im Gefrierschrank auch keinen mehr.

Zum mise en place gehört das Suppengrün, um eine Sauce anzusetzen. Das schnitt ich in kleine Würfel. Karotten wurden geschält und der Länge nach geviertelt, der Chicoree wurde auch geviertelt, entstrunkt (geiles Wort!) und in breite Streifen geteilt. Die Pfifferlinge putzte ich und stellte auch sie auf die Seite.

Zuerst briet ich eine Handvoll Speckwürfelchen an, um danach den Chicoree dazuzugeben. Nachdem der soweit weich war gab es einen Schluck Weisswein und dann einen 1/3 Becher Sahne dazu, außerdem eine Prise Muskat, Salz und Pfeffer.

Die Karotten garte ich mit Salz und Zucker in kochendem Wasser. Später gab ich sie zum Chicoree.

Jetzt briet ich das Suppengrün mit etwas Tomatenmark scharf an undlöschte es später mit Rotwein ab, um es als Unterlage in einen Bräter zu geben. Dazu gesellten sich ein paar halbierte, geschälte Kartoffeln und das gesalzene und gepfefferte Stubenküken. Das alles kam bei 200 C in die Bratröhre. Nach einer guten Stunde war es dann soweit (ich hatte es dazwischen zweimal gewendet).

Ich konnte servieren. An der Sauce hab ich nichts mehr gemacht, sie sah zwar dünn und ungebunden aus, hatte aber Geschmack und erfüllte ihren Zweck.

Es hat ziemlich gut geschmeckt, auch die etwas eigene Gemüsekombi konnte (mich) überzeugen 🙂  Und das Stubenküken war wunderbar zart und saftig!

 

 

 

 

Dorade Karotten Paprika Kartoffeln Pfifferlinge


Gestern bin ich noch einmal zum Fischhändler gegangen, weil ich nach dem Abendessen am Donnerstag noch einmal Lust auf Fisch hatte.

Es war eine gute Idee, nochmal hineinzuschauen, weil die Familie kurz davor war den Laden abzuschliessen und 2 Wochen „ab in die Heimat“ zu fahren, nach Sizilien.

2 Wochen werde ich gerade noch so schaffen, ohne Entzugssymptome zu bekommen 🙂

Es gab Schwertfisch, Thunfisch und etliche verschiedene Kraken, aber ich nahm eine schöne Dorade mit, weil sie für mich der absolut typische Sommerfisch ist.

Die Zubereitung heute ist dem „Pomodoro“ nachempfunden, wenn ich auch nie an deren Geschmacksintensität herankommen werde.

 

Aber es ist ganz einfach: Die Dorade wird ausgenommen und geschuppt, die Flossen schnitt ich zurück.

Das Innere der Dorade bekommt einen Thymianzweig, einen Rosmarinzweig und eine Zitronenscheibe. In den Le Creuset Bräter kam ein Achtel badischer Riesling und weiter 3 Scheiben Zitrone.

Jetzt kam die Dorade bei knapp 200 C in den vorgeheizten Ofen. Es dauerte etwa 30 Minuten, bis der Fisch gar war.

Dazwischen gab ich Karotten und Kartoffeln mit etwas Wasser in einen Topf, machte den Deckel drauf und dämpfte das Gemüse.

Paprika und Pfifferlinge briet ich in Olivenöl an.

Nachdem beides auf dem Teller Platz gefunden hatte, gab ich noch einen Schuß Olivenöl drüber.

Lecker war’s!

 

 

 

 

 

Hochrippe Bohnen Pfifferlinge Reine Claude Sauce


Beim Metzger heute wollte ich ein Stück Fleisch zum schmoren. Der Mann empfahl Hochrippe, ein Fleisch, das ich schon kurzgebraten habe.

Ich wollte nicht so viel, aber zum Schmoren braucht man zumindest ein bisschen Masse. Ich nahm eine Scheibe von etwas mehr als 600 g mit.

Die wurde gesalzen und angebraten. Dann kam sie bei 100 C  2 1/2 Stunden in den Ofen. Sie war natürlich nicht mehr rosa, dafür aber sehr zart und saftig.

Dazu gab es Buschbohnen und Pfifferlinge.

Die Buschbohnen kochte ich zuerst in Salzwasser mit Bohnenkraut, dann warf ich sie in Eiswasser, um die schöne Farbe zu erhalten.

Dazwischen putzte ich die Pfifferlinge und schnitt ihre Enden ab. Um die Beilage fertigzustellen, gab ich ein Stück Butter und feingehackten Knoblauch in eine Pfanne und briet erst den Knoblauch und dann die Pfifferlinge an. Danach kamen die Bohnen und eine Prise Salz dazu.

Für die Sauce nahm ich eine Schalotte, hackte die ganz fein und briet sie in Butter an. Dazu kamen 6 Reine Claude Pflaumen (gelbe Pflaumen) und eine Scheibe Ingwer (0,5 cm) , die ich eine kleine Weile Saft ziehen ließ. Dann löschte ich die Pfanne mit etwa einem Achtel Riesling ab und ließ die Flüssigkeit einen Moment einkochen. Ich wollte aber eine etwas gehaltvollere Sauce und so gab ich ein Glas Rinderfond dazu. Das durfte jetzt eine knappe halbe Stunde bei mittlerer Hitze einkochen, danach pürierte ich die Flüssigkeit mit dem Zauberstab. Beim Abschmecken war alles fast schon perfekt. Die Pflaumen hatten für Süße und Säure gesorgt, der Ingwer war erfrischend und trotzdem kaum zu bemerken.

Nachdem ich das Fleisch aus dem Ofen genommen hatte, bemerkte ich die teilweise angetrockneten Flüssigkeitsreste in der Pfanne. Dorthinein gab ich die Reine Claude Sauce und verrührte alles. Dadurch gewann die Sauce nochmal an Tiefe, bewahrte sich aber ihre Restsüße. Hat super gepasst!

 

 

 

Kalbsnackensteak Kaiserschoten Mais Kartoffeln


Ich bekam heute beim Metzger ein Kalbsnackensteak. Das kannte ich bisher noch nicht, nur die Entsprechung von Schwein und Rind.

Da ich einige Sachen im Haus hatte, machte ich einiges dazu.

Etwas weniger wäre auch OK gewesen 🙂

Zuerst schnitt ich eine geschälte Kartoffel in ganz dünne Scheiben und schichtete die dann in Form einer Rosette auf ein gebuttertes Backpapier. Die Rosette wurde gesalzen und gepfeffert.

Sie wurde eine knappe halbe Stunde im Ofen bei 190 C gebacken. Bevor ich die Rosette in den Ofen schob, gab ich noch eine Flocke Butter in die Mitte.

 

Als nächstes putzte ich meine letzte Spitzpaprika und schnitt sie in kleine Stücke. Die briet ich in Rapsöl an und gab nach kurzer Zeit 4 geviertelte Kirschtomaten dazu. Dann gab es Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker und einen kleinen Schluck Weißwein dazu. 2 Knoblauchzehen und eine rote Zwiebel komplettierten die Zutatenliste. Nachdem alles weichgegart war, gab ich die Masse in ein Gefäß für den Pürierstab. Es gab noch eine fein gehackte Jalapeno und eine kleine Handvoll frischen Basilikum dazu. Dann wurde püriert.

Die Sauce gab es später als Grundlage unter den Kaiserschoten. Die wurden nur in Salzwasser knackig gegart und dann kalt abgebraust, um die Farbe zu behalten.

Einen Maiskolben hatte ich auch, den machte ich wie immer, einfach 20-25 Minuten ohne Salz in Wasser kochen.

Ich gab das Steak in eine Pfanne und briet es langsam auf beiden Seiten an. Es ist durchzogen von Fettstreifen (wie auch beim Schweinehals) und muß eine Weile garen, damit ein Teil des Fetts wegschmelzen kann. Das bedeutet auch, daß es kein Fleischstück ist, das man medium-rare zubereiten sollte.

Das Ergebnis war ziemlich gut. Es gab zwar noch Fett, aber man konnte es gut erkennen und daran entlang schneiden. Zum Schluss verbrauchte ich noch den letzten Rest Steinchampignons, die ich blättrig aufschnitt und in die Pfanne mit dem Steak gab.

 

Von der Sauce hab ich noch einiges mehr, die kommt nochmal zum Einsatz, vielleicht als Pastasauce 🙂

Die Kartoffelrosette war zwar lecker, aber ich hatte gehofft, daß sie mehr zusammenhält. Es waren wohl Kartoffeln mit zuwenig Stärke, um das zu erreichen. Geschmeckt haben sie trotzdem.