Risottoreis Chorizo Paprika Bete Erbsen Gamberi Jakobsmuscheln


Heute hatte ich die Idee eine Art von Paella zu machen. Da Paellareis und Risottoreis beides Rundkornreissorten sind, nahm ich einen Arborioreis, den ich daheim hatte.

Ich wollte eine Art Surf & Turf Paella Variante machen und hatte am Tag zuvor Chorizowürste gekauft in der Ausrichtung „fort“, also scharf oder pikant.

Beim Fischhändler kaufte ich einen schönen Parmesan (er hat auch etwas Käse und italienische Schinken und Salame), konnte aber nicht an 2 geschälten Gamberi vorbeigehen.

Der Papa grinste und fragte, was es denn gäbe, auf das ich antwortete es gäbe Safranreis, Chorizo, Paprika, Erbsen und Bete. Ich meinte noch, es sei eine wilde Mischung, aber er sagte nein das klingt gut, das passt alles und fing an zwei Jakobsmuscheln sehr geschickt von Häutchen und Corail zu befreien, um sie dann mit den Gamberi zu verpacken.

Die hat er mir dann geschenkt 🙂

Ich finde das immer wieder toll, wie er Geschäfte macht. Es gibt kleine Geschenke, großzügig abgerundete Endpreise und immer wieder Tipps und auch Fragen.

Und ich kaufe oft nur eine Kleinigkeit, und manchmal dann Dinge, die etwas mehr kosten.

 

Für das Gericht nahm ich

3 Chorizo Würste in Würfeln von 1 cm

200 g Arborio Reis

1 Dose Safran in warmem Wasser eingeweicht

2 Beutel Hühnerbrühe selbstgemacht (etwa 1,25 l)

1 rote Paprikaschote

eine Handvoll frische Erbsen

3 relativ kleine frische Bete, gekocht

Parmesan

2 Gamberi

2 Jakobsmuscheln

 

Zuerst schwitzte ich die Würste ohne Fett an, später gab ich etwas Olivenöl dazu, bevor ich den Reis dazugab. Ich entschloss mich gegen Zwiebel und Knoblauch, aber nachdem der Reis glasig gebraten war, gab ich zuerst den Paprika und dann das Wasser mit dem Safran dazu. Danach gab es 2 Kellen Hühnerbrühe. Ich machte das alles in einer großen WMF Pfanne, einer Paella Pfanne nicht unähnlich oben auf dem Herd bei mittlerer Hitze.

Ich rührte so gut wie gar nicht um, sondern gab immer wieder Hühnerbrühe dazu. Nach etwa 15 Minuten kamen die gepalten Erbsen dazu. Dazwischen hatte ich die Bete abgekocht, abkühlen lassen, geschält, in Würfel geschnitten und beiseite gestellt.

Nachdem der Reis noch bissfest aber schon servierbar war, gab ich zuerst die Betewürfel und dann den geraspelten Parmesan dazu. Die Platte wurde auf Null gedreht und die kleine Pfanne kam zum Einsatz. In sehr heisser Pfanne wurden Gamberi und Jakobsmuscheln 2 Minuten auf jeder Seite angebraten. Aussen krustig, innen glasig, Prise Salz, wunderbar. Ganz zum Schluss hab ich noch ein wenig der Hühnerbrühe dazugegen, damit es nicht zu trocken wird.

Fazit: Es hat gut geschmeckt, aber beim nächsten Mal würde ich eine Komponente weniger nehmen. Es gab Konkurrenz zwischen Chorizo, Bete und Paprika, man konnte sie kaum unterscheiden. Da ich vorher viel abgeschmeckt habe, weiss ich daß es vorher ohne die Bete besser und definierter geschmeckt hat. Aber Bete und Safran passen auch gut zusammen, also denke ich, hier sind zwei Gerichte zusammengekommen, man sollte zwei Gerichte daraus machen.

 

 

 

 

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Fisch Meeresfrüchte Gemüse


Ich kam verschwitzt vom Geschäft nach Hause und ruhte mich erst mal aus. Dabei überlegte ich den Speiseplan. Irgendwas Fisch.

Also aufgestanden und rüber zum Fischhändler. Der Papa war da. Inzwischen duzt er mich 🙂

Was willst du heute, nur was braten? Oder mit Sauce?

Ich meinte, eine Scheibe Schwertfisch mit Kapern und Butter oder Olivenöl wäre mein Geschmack.

Er sagte, daß er gerne gemischt esse, von allem ein bißchen, und schlug vor 2 Jakobsmuscheln, 2 Gamberi und ein Kabeljaustück zu nehmen.

Das leuchtete mir ein, nur wollte ich Lachs statt Kabeljau, weil der mir zuwenig Geschmack hat.

Hat er alles gerichtet, sagte €9.50, ich zahlte und er griff nochmal in die Theke und legte noch ein Stück Kabeljau dazu 🙂

Dann hab ich die nette Bedienung beim Gemüsemann verrückt gemacht: Ein Händchen Spinat, eine kleine Hand Erbsen – ihre Hände sind zu groß :-), weniger bitte, ach ja 3 Schoten Saubohnen, ja nur drei, das gibt 15 Saubohnen, ich hab ja soviel anderes Gemüse, ach ja 5 Pfifferlinge, aber schöne! Ein bisschen Kerbel hätt ich auch noch.

Aber sie war wirklich nett und ertrug mich mit Langmut und einem Lächeln.

Zuhause hab ich geputzt , geschält, gepalt und blanchiert, außerdem schon abgeschmeckt.

Nachdem alles soweit vorbereitet war, fing ich an zuerst die Erbsen, nach einigen Minuten die geschälten und blanchierten Saubohnen und die geputzten Pfifferlinge zu dämpfen. Nachdem das alles soweit gar und zart war, parkte ich es auf der Seite. Die Jakobsmuscheln marinierte ich in Zitronensaft, Zeste und Olivenöl, von dem ich mehr machte, damit die anderen Hauptfiguren auch etwas abhaben könnten.

Gie Fische und die Gamberi wurden vorbereitet (gesalzen, geköpft, entdarmt) und dann in eine heiße Pfanne mit etwas Knoblauch gegeben. Es ging alles sehr schnell. Sowohl Kabeljau wie auch Lachs, Gamberi und Jakobsmuscheln hatten einen glasigen Kern (bei Jakobsmuscheln ist das eine Geschmackswucht! Süßes Muschelfleisch, total saftig – wunderbar!)

Man sieht dem Arrangement an, daß sogar große Teller zu klein sind für „die große Fischplatte“ 🙂  Aber das war mir egal. Gut war’s.

 

 

 

Lachs Zedernplanke Gamberi gefüllte Aubergine


Vor 4-6 Wochen gab es bei Aldi Grillangebote, darunter 2 Zedernholz“Planken“, eher Täfelchen. Aber immerhin groß genug für eine gute Portion Lachs. Ich bin für solche küchentechnischen Angebote anfällig und kaufte 2 Täfelchen für €2.99.

Heute hatte ich endlich Muße und auch entsprechendes Wetter, den Grill anzuwerfen. Aber es ist, wie es immer ist, wenn man etwas zum ersten Mal macht. Es gibt eine Lernkurve, die beste Zeitpläne durcheinander wirft.

Ich benutze einen Kugelgrill mit zwei Brikettkörbchen, die an den Seiten angebracht, genug Raum in der Mitte schaffen, um indirekt grillen zu können, was die Essenz des amerikanischen BBQ ist.

Die Zedernplanke hingegen wird gewässert, weil sie direkt über (oder vor) die Hitze kommt, und so etwas langsamer verkohlt und ihr Aroma abgibt. Das Problem, das sich entwickelte, war, daß ich nur eines der Körbe einsetzte, weil ich nur ein Stück Lachs hatte. Dadurch kletterte aber die Innentemperatur unter dem Deckel sehr langsam, und statt den Lachs nach 5 Minuten entfernen zu können, hat es 20 Minuten gedauert. Darüber ist mir die gefüllte Aubergine etwas dunkel geworden.

 

Mein italienischer Fischhändler hatte mir eine schöne Tranche abgeschnitten, und ich dachte, was soll der Geiz und nahm noch zwei wunderschöne Gamberi mit. Denen habe ich nur den Kopf abgedreht und den Darm mit einer Grätenpinzette gezogen. So konnte ich sie ungeschält grillen, was besser schmeckt als nackt.

Das Zedernholz wässerte seit heute morgen beschwert in der Spüle und wurde erst ein paar Minuten vor dem Grillgang eingesetzt. In der Gebrauchsanweisung hiess es, das Holz 5 Minuten gei geschlossenem Deckel anzugrillen und dann das Grillgut darauf anrichten. Gesagt, getan. Dann sollte man 5 Minuten warten und danach servieren können. Ich hab stattdessen den Deckel nochmal draufgetan.

Der Lachs zieht nicht wie in der Pfanne oder wie im Ofen an, daß man sieht wie er hell rosa wird, sondern behält seine ursprüngliche Farbe bei, also muß man die Druckprobe machen. Nach etwa 20 Minuten war ich damit zufrieden.

Dann hab ich schnell angerichtet und die Fotos gemacht.

Fazit: Das Procedere ist sicher noch nicht optimal gewesen, aber der Lachs hatte deutlich den Zederngeschmack, und das war angenehm. Der Lachs sah zuerst durch aus, aber mitnichten! Er fiel entlang seiner normalen Lamellen auseinander und war mit Abstand der saftigste Lachs der letzten Jahre. Die Gamberi profitierten ebenfalls vom Holzduft, wenn auch in geringerem Mass, weil sie schliesslich noch geschält werden mussten.

Für die gefüllte Aubergine musste sie erst in der Länge halbiert und ausgehöhlt werden. Das Fruchtfleisch wurde gewürfelt und mit einer roten Zwiebel, einer Knoblauchzehe und 4 Kirschtomaten und etwas Olivenöl zusammen angebraten. Ich löschte diese Mischung mit einem Schluck Weisswein ab, reduzierte die Hitze und gab Fetawürfel und Basilikumblätter, Thymian und Majoran dazu. Das wurde in die Auberginenschiffchen gefüllt und bei 180 C in den Ofen geschoben. Irgendwann, als sich abzeichnete, daß der Lachs länger dauern würde, hab ich den Ofen auf 50 C geschaltet, aber mein Ofen ist ein Tier und er hatte wahrscheinlich noch mehr als genug Resthitze, um den Feta die Farbe verändern zu lassen.

War aber nicht schlimm, verbrannt war es nicht, und geschmeckt hat es super!

 

 

 

 

Freitags gibt’s Fisch 2


Heute wollte ich die vegetarische Serie für’s Wochenende unterbrechen. Ich hatte Lust auf Fisch und ging direkt nachdem ich Zuhause ankam zum Fischhändler über die Strasse.

Dort gab es Schwertfisch und eine Menge anderer Leckereien. Der Schwertfisch hatte eine große Oberfläche, aber ich bat ihn (den Vater) das Stück etwas dicker zu schneiden, damit es nicht Gefahr läuft, auszutrocknen. Beim Wiegen zeigte die Waage 400 g an. Der Mann ist immer sehr freundlich und entschuldigte sich fast für die Größe und stellte die Waage vom Preis von €29.90 auf €25.90. Jetzt kostete mich das Premiumstück nur noch €10.30. Und dann langte er in die Vitrine und schenkte mir noch 2 Gamberi, diese fetten Meeresbewohner, die fast so dick sind wie Langustinos. Hab ich schon erwähnt, daß ich dort sehr gerne einkaufe? 🙂

Danach ging ich nebenan zum Gemüseladen und kaufte eine Zucchini, ein paar Taggiasca Oliven, etwas Kresse und eine Rispe Honigtomaten. Die waren sehr teuer (€2.29/100 g), aber supersüß und reif. Hochzufrieden mit meinen Einkäufen ging ich nach Hause, um mich erstmal zu sortieren.

Der Schwertfisch wurde ungewürzt in einer Grillpfanne angebraten, in einer Technik, die dieses Muster verursacht: Schräg zu den Grillstreifen legen, 2 Minuten braten/grillen, dann nach der Längsachse wenden, wieder 2 Minuten, dann der Querachse nach wenden, wieder die gleiche Zeit abwarten und dann nochmal nach der Längsachse wenden. So werden beide Seiten gemustert, und man verliert nie den Überblick, wo das Grillgut schon gelegen hat. Die Tomaten gab ich hier hinzu, damit sie mehrere Minuten hatten unten weich zu werden.

Die Gamberi kamen im letzten Drittel des Garprozesses des Schwertfischs in die Grillpfanne. Sie brauchten nicht mehr als 30 Sekunden pro Seite (die Pfanne war ziemlich heiß).

Sie bekamen ordentlich Röststoffe. Ich hab sie vorher geschält und entdarmt.

Die Zucchini wurden mit einem Buntmesser in nicht zu dünne Scheiben geschnitten und in Olivenöl angebraten. Durch das Schnittmuster ergab sich ein schönes visuelles Bratergebnis.

Eine Spitzpaprika hatte ich auch noch und schnitt sie klein, um sie ebenfalls anzubraten.

Später wurden beide Gemüse wieder erwärmt, wobei eine kleingehackte Knoblauchzehe dazugefügt wurde.

Aus einem halben Bund Petersilie, etwas Olivenöl, Salz und einer halben Knoblauchzehe machte ich in meinem kleinen elektrischen Mixer ein Petersilienöl, das ich später auf dem Teller verteilte.

Weitere Zutaten für dieses Gericht waren Kapern für den Fisch, wie auch etwas Olivenöl und Zitronensaft. die eine Sauce Grenoble entstehen liessen. Dazu verteilte ich ein paar Taggiasca Oliven, die von meinem Gemüsehändler als die Besten überhaupt tituliert und dementsprechend hochpreisig gehandelt werden.

Insgesamt ein sehr leckeres Gericht.

Ich hab den Fisch tatsächlich in zwei Hälften geteilt und einen Teil eingefroren – die Portion für heute Abend kostete demnach €5.15. Der Gemüsehändler wollte €7.23 von mir, ein Löwenanteil waren bestimmt die Tomaten, und von denen hab ich noch die Hälfte übrig. Auch Kresse gibt es noch 🙂

Im Lokal hätte dieses Gericht je nach Lokalität zwischen €25 und €39.95 gekostet, wenn es gereicht hätte. Heute rechnet man mit einem Faktor von 4:1, d.h. Warenkosten mal vier. Ich hab die Sachen, die ich Daheim hatte, gar nicht dazugerechnet.

Fazit: Superlecker! Wenn man fleischigen Fisch will, gibt es nur Thunfisch, Schwertfisch oder andere Fische wie Seeteufel. Aber Thun- und Schwertfisch sind schon in einer Kategorie, die sich stark von anderen Fischen unterscheidet.

Sehr zu empfehlen! Wenn jemand meint, er müsse ein Sättigungsbeilage dazu geniessen – Ich würde ein Baguette empfehlen.

 

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Sardinen Gamberi Salat


Heute hatte ich wieder Gelegenheit zum Fischhändler auf der anderen Kreuzungsseite zu gehen. Der Vater, der mich bediente, erzählte mir, daß sie nach 8 Jahren die Inneneinrichtung ändern, und auch Fliesen legen. Im nächsten Satz beteuerte er, daß sich an den Preisen nichts ändern würde (ich finde den Laden eh preiswert im Vergleich zu Karlsruhe oder gar Stuttgart!) 🙂

Er meinte noch, daß der Laden zwar renoviert würde, aber der Stand, der normalerweise auf verschiedene Märkte fährt, für die Woche an der Seite parken und das Geschäft aussen betrieben würde.

Ich wollte etwas für einen Salat und nahm drei seiner tollen Gamberi mit (die Dinger sind wirklich riesig und total frisch und geschmackvoll!). Er hatte auch noch Sardinen, von denen wollte ich auch noch ein paar, aber er wollte mir die ganze Chose verkaufen (weg ist weg 🙂  ) und meinte mehrfach, daß sie sehr preiswert seien, und ja, einfrieren sei gar kein Problem…

Am Ende bezahlte ich für fast ein kg Sardinen €4.90. Ich hab die, die man auf dem Teller sieht, vorbereitet, der Rest, mindestens die dreifache Menge, wurde auf zwei Gefrierbeutel verteilt und wird hoffentlich bald Gäste erfreuen.

Dann ging es zum teuren Russen, bei dem ich eine Karotte, etwas Feldsalat, eine Jalapeno, eine kleine Zucchini, eine orangene Paprika, ein paar Oliven, ein paar Pimientos de Padron und etwas frischen Basilikum einkaufte.

Daheim angekommen, machte ich mich daran, meinen Salat zu komponieren.

Zuerst wurden die Sardinen ausgenommen und die Wirbelsäule entfernt, dann kamen die Gamberi dran. Die verloren Kopf, Darm und Panzer. Die Sardinen hab ich noch schnell gewürzt (Salz, Pfeffer) und mehliert, einfach weil sie dann etwas knackiger nach dem Bratvorgang sind.

Als Salat hatte ich den Feldsalat und einen Eisbergsalat (kauf ich fast nie, aber auch der war vom teuren Russen und hatte weder den komischen Industriegeruch, noch den superfest geschlossenen Kopf, sondern relativ offene Blätter und ein angenehmes Mundgefühl – Geschmack hat er natürlich auch nicht viel, aber dafür Knack!).

Die wurden beide gewaschen, geschleudert und mit Olivenöl und Zitronensaft beträufelt.

Die kalten Beilagen: Die Karotte wurde geraspelt und mit Apfelessig, Zucker, Salz und einem Tl Olivenöl abgeschmeckt. Die Menge an Karotte war gering, dementsprechend auch die Menge an Aromaten. Die Oliven bekamen gar keine Behandlung.

Die warmen Beilagen: Ein paar Scheiben Zucchini, eine halbe Paprika in dünnen Scheiben, eine halbe sehr scharfe Jalapeno, 2 Frühlingszwiebel und 3 Champignons, die ich noch daheim hatte, und vier der Pimientos de Padron wanderten in eine heiße Pfanne mit Knoblauch. Nachdem alles gar war kam es als zweite Schicht über den grünen Salat.

Jetzt wurden die Fische und die Meeresfrüchte schnell angebraten. Bei den Gamberi hab ich (eher aus Zufall) den Garpunkt genau getroffen – außen aromatisch und mit Röstaromen, innen noch glasig. Sie wurden am Schluß noch mit ein paar Spritzern Zitrone beträufelt und Knoblauch lag auch in der Pfanne.

Jetzt stellte ich fest, daß es doch eine ziemliche Portion geworden war, Grünzeug oder nicht.

Ich muß gestehen, ich schaffte nicht alles, aber alles aus dem Meer 🙂

 

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Tagliatelle Gamberi Erbsen Saubohnen Fenchel


Was für ein Tag! Morgens mußte ich auf’s Fundamt, man hatte ganz wichtige Dokumente, die ich vor 10 Tagen verloren hatte, gefunden und mich benachrichtigt. Das blaue Auge war klein (das Amt nimmt 2,50 Euro Bearbeitungsgebühr).

Ich bekam die Adresse des Finders und werde ihm zum Dank etwas schicken 🙂

Später dann rief ich beim Passamt (US) an, weil der bis Mitte des Jahres erneuert werden muß. Aber es ist nicht so einfach wie vor 10 Jahren noch. Aber ich bekomm das hin, es ist gottseidank noch ein bisschen Zeit.

Ja und dann saß ich da und bekam die Eingebung, eine Art Lasagne mit Meeresfrüchten und frischem Gemüse zu machen. Ich schaute bei Robert (lamiacucina) nach. Der hat für mein Dafürhalten die besten Rezepte für alle möglichen Pastavarianten.

Ich suchte mir ein Rezept aus und warf die Küchenmaschine an, knetete den Teig und wickelte ihn in Folie.

Dann kamen mir Zweifel. Ich dachte auch an den kommenden Ostersonntag und an ein Zwischengericht, das traditionell Pasta ist (ich denke an Ravioli). Wobei es da auch immer den Esser S. gibt, der keine Pasta essen kann (Kindheitstauma).

Dann fiel mir ein, daß ich für Ravioli einen anderen Teig brauchen werde.

Außerdem sah ich, daß die Sahnesauce vielleicht fehl am Platz wäre.

Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen 🙂

Eine Tomatensauce, aus echten, frischen Tomaten, mit Safran und Pernod.

Jetzt ging ich zum italienischen Fischhändler und holte mir 4 wunderschöne dicke Gamberi.

Beim teuren Russen nebenan brachte ich ihn erst in Verlegenheit, indem ich nach sizilianischem wilden Fenchel (nachzulesen bei Marcella Hazan) fragte. Den hatte er nicht da, ich weiß nicht, wo es den gibt, es sei denn man pflückt den selber.

Er heulte mir vor, daß er einmal Fenchel für eine Kundin besorgt hatte, die noch das ganze Fenchelgrün hatten. Den Rest der Charge konnte er noch nicht mal verschenken…

Ich denke, es kaufen zuwenig Italiener bei ihm ein – ist ’ne Preisfrage 🙂

Dann nahm ich trotzdem einen Fenchel mit, der wenigstens ein bisschen Grün obenrum hatte.

Zu den Komponenten:

10 Kirsch-oder Datteltomaten guter Qualität, halbiert

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Schalotte, fein gehackt

1/2 Döschen Safranfäden

In Olivenöl anbraten, mit einem Schluck Weisswein ablöschen, mit Deckel und reduzierter Hitze weich dünsten, reduzieren.

Die Gamberi putzen, entdarmen, die Köpfe scharf anbraten, mit Pernod ablöschen, etwas reduzieren, durch ein Sieb zu dem Tomatensud passieren.

Karkassen wegwerfen, Sud nochmal reduzieren, dann durch ein Sieb passieren und mit einem Löffel alle Teil so gut wie es geht durchdrücken.

 

Saubohnen schälen, 4 Minuten blanchieren, palen.

Erbsen palen, 4 Minuten kochen, Prise Salz, Prise Zucker

Fenchel scharf in Olivenöl anbraten, leicht salzen, entfetten

 

Tagliatelle nach Packung zubereiten, Sauce auf den Teller geben, dann die Pasta

die wiedererwärmten Gemüse drapieren und die mit Knoblauch scharf angebratenen Gamberi (wieder mit einem kleinen Schluck Pernod abgelöscht) dazu

ganz am Schluss das kleingehackte Fenchelgrün drüber und fertig.

 

Fazit: Erstens ist eine selbstgemachte Tomatensauce auch ohne Hilfsmittel (Zucker, Tomatenmark) was tolles – es reicht wirklich Schalotte, Knoblauch und Salz.

Die Zugabe der halben Dose Safran war kriegsentscheidend – ich dachte sofort an Bouillabaise. Dazu noch den Pernod – super!

Pernod und Meeresfrüchte passt, weil der Pernod die natürlichen Süßelemente von Meeresfrüchten unterstützt.

Fenchel und Fenchelgrün tun ihr Übriges.

Erbsen und Saubohnen haben nicht nur Saison, sondern passen genau in das Klangbild.

Ich war sehr zufrieden. Den Pastateig gibt es für etwas anderes 🙂

 

Tagliatelle Gamberi Erbsen Fenchel Saubohnen 1Tagliatelle Gamberi Erbsen Fenchel Saubohnen 2Tagliatelle Gamberi Erbsen Fenchel Saubohnen 3

 

Gamberi Spinat Pastis


Vor einigen Tagen sah ich ein Rezept für Bouchot Muscheln von Malou von Liebe mit Biss in dem Sie die Muscheln mit Ricard, einem Anisschnaps würzt.

Das hab ich schon eine ganze Weile nicht mehr gemacht, und schaute mich in meiner Alkohol-Aromaten-Sammlung um, ob ich denn noch eine Flasche Pastis hätte. Gesucht, gefunden!

Sie muß wohl schon 10 Jahre alt sein, weil ich harte Sachen tatsächlich nur zum Kochen verwende, es war aber alles noch so wie es sich gehört.

Die Gamberi hatte ich natürlich von meinem Fischhändler gegenüber. Heute war der Schwiegervater da, mit dem ich vor ein paar Wochen eine Unterhaltung über Bottarga hatte, einem getrockneten Rogen von Thun oder Meeräsche, der eine sardische Spezialität ist. Er kannte sie nicht, ich kenne sie nur vom Namen her und fragte, ob er sie auftreiben kann.

Er schaut Montag mal nach dem Preis, danach werde ich mich entscheiden, ob ich mir leisten kann, das auszuprobieren.

Aber zurück zu den Gambas. Die hab ich nur vom Panzer befreit, den Darm gezogen (hat in allen Fällen geklappt), und in Olivenöl und Knoblauch scharf angebraten.

Vorher hatte ich den Spinat schon geputzt und in einer Pfanne mit Knoblauch und Schalotte angebraten und einfallen lassen. Jede Schicht wurde gesalzen und mit Muskat eingerieben.

Das überschüssige Wasser wurde weggekippt, der Spinat trocken gebraten, und die Gamberi mit einem Splash Pastis abgelöscht, der die Pfanne ordentlich deglacierte.

Die übriggebliebenen Tropfen sind der orangene Ring, der den Teller umgibt.

Wenn der Pastis etwas einkocht, bekommt er eine süße Komponente, die hervorragend zu Meeresfrüchten passt!

Sehr einfach, schnell und sehr lecker!

 

Gamberi Spinat Pastis Knoblauch 1

 

Gamberi Spinat Pastis Knoblauch 2