Hähnchen Linsen Fregola Sarda Gemüse


Wie gestern schon erwähnt, kaufte ich ein Poulet Jaune Label Rouge von Zorn, dem Metzger meines Vertrauens. Auch ein paar Mal beschrieben, ist das Label Rouge die höchste französische Auszeichnung für Hühner und andere Vögel (Enten, Tauben, Truthähne, Perlhühner, Kapaune, etc.). Ich kenne weltweit keine bessere Auszeichnung. Jedenfalls kann man mit sehr gutem Gewissen ein solches Hähnchen kaufen und auch geniessen. Dieses hier kostete 13,45€ bei einem Kilopreis von 9,95 €. Damit war es auch schwerer als die teilweise sehr leichten Hähnchen der normalen Zucht (der Grund liegt auf der Hand: Normal gezogene Hühnchen leben selten länger als 30 Tage, im Label Rouge Bereich sind es je nach Zucht 80- 100 Tage (Bresse Hühner haben ein Mindestschlachtalter von 4 Monaten).

Jedenfalls schnitt ich das Huhn der Länge nach in die Hälfte und trennte dann noch die Keule von der Brust. In eine schöne Form gebettet, wurden sie mit Salz und Pfeffer gewürzt, dann kamen Rosmarin und Thymian dazu. Zuletzt träufelte ich ein gutes Olivenöl drüber und schob alles bei etwa 170 C in den Ofen. Ich drehte das Hähnchen ein paar Mal und gab nach dem ersten Drehen Knoblauch und Hühnerbrühe dazu. Insgesamt war das Hähnchen etwa 80 Minuten im Ofen.

Dazwischen setzte ich einen Rest Puy Linsen auf den Herd – zuerst nur mit Wasser. In einem zweiten Topf machte ich noch einen Rest, und zwar von Fregola Sarda. Beide Reste waren nicht mehr als eine halbe Handvoll.

Linsen und Fregola hatten verschiedene Garpunkte, wurden aber vor dem Hähnchen fertig. Da ich noch Hühnerbrühe hatte füllte ich beide etwas damit auf, um den Geschmack zu verstärken.

Als Gemüse schnitt ich eine Spitzpaprika und ein paar Breite Bohnen in kleinere Stücke, gab Frühlingszwiebel, Peperoni und Knoblauch dazu und schnitt zwei Tomaten in kleine Stücke. Erst röstete ich das Gemüse an, später gab ich die Tomaten dazu und einen guten Schluck Weißwein, um die Tomaten zu schmelzen. Nach einer Weile war das Gemüse sehr schlotzig und tomatisiert.

Es hat erst komisch ausgesehen – die Fregola in der Mitte über Linsen und Gemüse. Nachdem ich Fregola und Gemüse gemischt habe schmeckte es ziemlich gut. Die Peperoni gaben eine gewisse Schärfe dazu und das Huhn war super saftig.

Bild 3 ist in weiten Teilen unscharf, aber mir gefällt das manchmal, wie ein unbeabsichtigter Bokeh Effekt 🙂

Kalbsschnitzel natur Breite Bohnen Paprika Frühlingszwiebel


Mir fällt im Moment nichts wirklich Tolles ein. Aber es hilft nix – essen muß man und posten muß man ab und zu auch, schon, um nicht aus der Übung zu kommen.

So fuhr ich heute das erste Mal seit kurz vorm Neuen Jahr bei Zorn vorbei und kaufte mir dort ein schönes Kalbsschnitzel aus der Oberschale. Im Gegensatz zum letzten Mal (wo es ein echtes Wiener Schnitzel gab) mehlierte ich es nur und servierte es fast komplett natur.

Beim Gemüsehändler gegenüber liess ich mich von der Auslage inspirieren und kaufte ein paar Breite Bohnen, eine rote Paprika und einen Bund Frühlingszwiebeln. Auch nahm ich ein paar Zweigchen Thymian mit.

Ich bereitete erst alles Gemüse vor und warf alles zusammen mit einer Knoblauchzehe in eine Pfanne und briet sie langsam an.

Dann klopfte ich das Schnitzel, würzte es und wendete es in etwas Mehl. Dann wurde es in einer anderen Pfanne langsam angebraten.

Das Gemüse wurde auch gewürzt, und zwar mit Salz, Pfeffer, einem der Thymianzweige, ein paar Rosmarinnadeln und ein bißchen getrocknetem Bohnenkraut.

Geschmeckt hat alles sehr gut, schön war auch einmal der Verzicht auf Kohlehydrate (morgen wieder). Satt wurde ich trotzdem.

Coq au vin breite Bohnen Kartoffelpüree


Heute auf dem Markt schaute ich die Hähnchen genauer an und nahm ein ehemals freilaufendes mit. Dazu gab es breite Bohnen vom Pfälzer, Suppengrün auch von ihm und sogar die Kartoffeln, die Grumbeere 🙂 .

In einem Laden kaufte ich einen Hühnerfond. Ich hatte auch eine Flasche Rotwein gekauft, im Fall, daß es ein Coq au vin statt eines Coq au Riesling werden würde, das wußte ich morgens noch nicht.

Aber als ich nach Hause kam, googelte ich das Coq au Riesling und fand gleich ein Rezept von Vincent Klink, dessen Bodenständigkeit und Qualitätsanspruch beim kochen meine Bewunderung findet. Ich war überrascht, weil sein Rezept sehr schnell gemacht wird, ganz anders als der französische Klassiker. Der Hauptunterschied besteht darin, daß er die Brust nur 10 Minuten mitgart, die Schenkel und Flügel 20 Minuten, dann holt er die Teile jeweils heraus. Die Sauce wird auf die Hälfte eingekocht, was in einer Restaurantküche auch viel schneller geht als zuhause.

Ich musste zwar in der Schnelligkeit ein paar Abstriche machen, aber an die Garzeiten hab ich mich gehalten.

Aber der Reihe nach: Zuerst das Hähnchen in 6 Teile und die Karkasse teilen. Klassisch sind 8 Teile, die man erhält indem man Unter- und Oberschenkel trennt. Diese Teile werden zuerst gesalzen und dann in Rapsöl leicht angebräunt. Danach werden die Teile herausgenommen. Jetzt brate ich eine Handvoll Speck (50 g) im gleichen Öl an. Darauf gebe ich die geschälten und halbierten Schalotten. Es sollen Silber- oder Steckzwiebeln sein, aber die sind schwer zu finden. Die braunen Champignons bereite ich vor, gebe sie aber noch nicht dazu. Jetzt wird zuerst mit Port abgelöscht, dieser verdampft und dann mit 350 ml Rotwein (Languedoq) aufgefüllt. Der Hühnerfond (400 ml) wird jetzt auch zugegeben. Dazu kommt eine Knoblauchzehe, ein Zweig Rosmarin und zwei Zweigchen Thymian.

Jetzt gebe ich die Hähnchenteile zurück in die Flüssigkeit und koche sie auf. Nach 10 Minuten nehme ich die Hähnchenbrüste heraus. Nach weiteren 15 Minuten nehme ich die restlichen Teile ebenfalls heraus.

Die Hitze wird wieder auf die höchste Stufe gedreht und ich reduziere den Saucenansatz auf die Hälfte. Das dauert etwa 20 Minuten. Nach etwa 10 Minuten gebe ich die geviertelten Champignons dazu. Dazwischen mache ich eine Mehlbutter mit der ich die Sauce abbinde. Die lezten paar Minuten gebe ich die Hähnchenteile zurück in die Sauce, um sie wieder warm zu bekommen. Sonst würde ich die Sauce so lassen, aber heute machte ich einen Becher Bio-Sahne auf, um das Kartoffelpüree damit cremig zu machen, und gab einen Teil davon in die Sauce. Es hat ihr nicht geschadet!

Für das Kartoffelpüree schälte ich ein paar festkochende Kartoffeln, schnitt sie in kleine Würfel und setzte sie in kaltem gesalzenen Wasser auf und kochte sie, bis sie weich waren. Dann nahm ich einen Kartoffelstampfer, Muskat, noch Salz und kleingeschnittene Petersilie und einen halben Becher Sahne und zerstampfte alles.

Die breiten Bohnen schnitt ich sehr schräg in dünne Streifen und kochte die in Salzwasser. Das dauerte nur ein paar Minuten.

Der Clou der Klink Version war wie saftig das Hähnchen war. Ich hab schon oft Coq au vin gemacht und mich immer an die traditionelle Art gehalten. Und da sind die Hähnchenteile etwa 90 Minuten in der heissen Flüssigkeit und trocknen auch schon mal gerne aus wenn es zu heiss ist.

Eigentlich hätte ich da auch selbst drauf kommen können 🙂

Salade Nicoise


Diesen Salat hab ich auch schon ein paar Mal gepostet, aber ich hab ein Herz für Klassiker… außerdem liegt eine Marathon Session hinter mir, bei der mein Beitrag zu einem Firmen BBQ, nämlich Chili, zuerst wunderschön startete, aber dann an den vorher eingeweichten schwarzen Bohnen zu scheitern drohte. Ich weiss nicht was da los war – Ich hatte die Bohnen, die zwar vielleicht 18 Monate alt, aber eingeschweisst waren, am Abend zuvor eingeweicht, und zwar fast 24 Stunden lang. Dann, um die Bohnen nicht mit Salz in Kontakt zu bringen, kochte ich sie fast 3 Stunden getrennt vom Chilifleisch, und als sie immer noch Biss hatten, nochmal eine Stunde. Danach, dachte ich, gingen sie, und warf sie mit der inzwischen weit gereiften Fleischmasse. Als ich dann nochmal probierte, dachte ich, ich muß alles wegwerfen – die Bohnen waren noch immer zu fest. Also gab ich Nachts um 23:00 das Chili in meinen Slow Cooker und drehte ihn eine Stunde hoch und dann für den Nachtbetrieb auf niedrig. Morgens waren die Bohnen dann endlich weich und die Wohnung roch wie eine Cantina 🙂

Jedenfalls war das BBQ schön und auch lecker: Mein Highlight war ein übernacht in einer jamaikanischen Marinade eingelegten Hühnchenteile (Jerk Chicken), das sehr lecker war, und dessen Schöpferin meinte, es sei aus dem Ofen noch viel leckerer, weil mit mehr Flüssigkeit unterwegs. Mach ich bald auch mal.

Aber heute Abend hatte ich keine Lust mehr auf Fleisch und erinnerte mich an verschiedene Salate. Von diesen stach der Nicoise deshalb hervor, weil er eine große Vielfalt an Geschmäckern bietet – salzig, süßlich, säuerlich, scharf, bitter…

Was war drin?

  • Lollo grün
  • Kirschtomaten
  • Gurkenscheiben
  • Breite Bohnen
  • Oliven
  • Sardellen
  • Ei
  • Thun
  • rote Zwiebeln
  • Jalapeños

Salatsauce aus Olivenöl, Weißweinessig, Dijonsenf, Knoblauch mit Salz verrieben, Salz, Pfeffer.

Kalbsleber Breite Bohnen Fettuccine


Heute bekam ich ganz frische Kalbsleber. Die esse ich selten, aber dafür richtig gern. Ich entschied mich für eine einfache, aber leckere Variante. Dazu wird die Leber in nicht zu dicke Striefen geschnitten, gealzen und gepfeffert und anschliessend mehliert. Danach wird sie in einer Mischung aus Olivenöl und Butter angebraten, bis sie ein wenig Farbe genommen hat, dann gibt es einen Schluck Weisswein und etwa 50 ml Kalbsfond. Das wird eingekocht, bis nur noch wenig Flüssiglkeit übrig ist.

In der Zwischenzeit werden die Fettuccine gekocht, bis sie bissfest sind. Dann abseihen und ein Stückchen Butter dazugeben.

Vorher hatte ich die Breiten Bohnen schräg in dünne Streifen geschnitten und in Salzwasser gegart, dann kalt abgeschreckt. Später erwärmte ich die Bohnen mit Hilfe eines Stückchens Butter in einer Sauteuse.

Man sieht auf dem Teller kaum Sauce, aber es war genug um Leber wie Fettuccine zu benetzen 🙂

Stubenküken Kartoffeln Breite Bohnen Pfifferlinge


Auf dem Freitagsmarkt hier in der Nordstadt ist alles etwas heimeliger. Ich kam erst gegen 10:40 an und bekam nur noch die letzten 8 Bio-Eier. Der Nächste der kam fragte nach Bio Eiern. Ihm wurde gesagt, sie seien gerade ausverkauft und ich fühlte mich sofort schuldig 🙂

Trotzdem war der Einkauf ein Erfolg. Ich bekam schöne Pfifferlinge und breite Bohnen, die ich sonst nicht so gerne habe, aber ich sah letztens eine Schnitttechnik, die sie gleich besser aussehen lassen hat.

Dazu machte ich Kartoffeln aus neuen festkochenden Kartoffeln, die ich längs in Viertel schnitt. Die kamen mit dem ganzen Stubenküken und Olivenöl, Weisswein, Salz und Pfeffer in das Behältnis. In das Küken hab ich noch eine Viertel Zitrone geschoben, bevor alles in den Ofen kam.

Zuerst war der Ofen nicht so heiss, und ich musste nachlegen. Dann kümmerte ich mich um die Bohnen. Dazu hatte ich auch zwei Scheiben Schwarzwälder Schinken im Ofen getrocknet und zerkrümelte eine über den Bohnen. Die andere gab ich über die Pfifferlinge, während ich sie in etwas Butter anbriet. Dann gab ich die garen Bohnen und die kleinen Tomaten dazu und liess sie zusammen schmoren, um die Geschmäcker miteinander zu vermählen. Zu Küken und Kartoffeln hatte ich getrocknete Thymian- und Rosmarinzweige gegeben. Nachdem die Flüssigkeit weggetrocknet war, füllte ich mit etwa 50 ml Kalbsfond nach und servierte alsbald.

Spiess Fregola Sarde


Momentan hab ich irgendwie keinen Plan, sondern lass mich mehr treiben, was die Entscheidung angeht was es zu essen gibt. Heute war wieder Stau auf der A8, weil sie bei Heimsheim die 3 auf 2 Spuren verschlankt haben, und ich hatte nach ein paar Kilometern Schrittgeschwindigkeit keine Lust mehr und bin bei Heimsheim raus und über die Dörfer nach Pforzheim gefahren. Es ist eine schöne Strecke, die vom Heckengäu an den Rand des Nordschwarzwaldes führt und einige Waldstrecken beinhaltet. Sonnig war auch, was will man mehr?
Jedenfalls ergaben sich andere Fahrwege und somit auch andere Einkaufsmöglichkeiten. Im Laden kaufte ich (wieder) eine Ananas, eine Schweinelende und ein paar Paprikas.
Nachdem ich alles in bissgerechte Stücke geteilt hatte, richtete ich einen Spiess, würzte ihn mit Salz, Pfeffer und Paprika und briet den in einer Pfanne an, danach kam der für 10-15 Minuten in die Röhre.

Für die Fregola Sarde kochte ich erst die Kügelchen weich und schnippelte den Rest der breiten Bohnen und die rote Paprika in kleine Stückchen, briet die erst ein bisschen an und gab dann die Fregola dazu. Ausserdem gab ich eine kleingehackte Knoblauchzehe und eine Thai Chili, auch kleingehackt, dazu.
Nachdem der Spiess aus dem Ofen kam konnte ich anrichten. Es war lecker und auch schön gemüsig, wobei der Knoblauch eine echte Bereicherung zwischen den breiten Bohnen und den Paprika war. Schweinelende und Ananas ist ein „Match made in heaven“, eine optimale Verbindung, wobei die Paprika das pikante Gegenstück darstellt.
Immer wieder gerne!