Iberico Kotelett Bohnen Kartoffeln Pfifferlinge Pfirsich


Heute ging ich nach einer längeren Zeit mal wieder bei Metzger Zorn vorbei. An sich hätte ich Lust auf ein Blade- oder auch Flanksteak gehabt, aber die reine Grillsaison schien dort vorbei zu sein.
Stattdessen gab es jede Menge verlockender Fleischwaren in der Vitrine, aber ich wollte nicht unbedingt mein Sparkonto plündern oder den Bausparplan auflösen. Ich sah aber dann, auch zu einem stolzen Preis, eine “Krone” vom Iberico Schwein, ein Strang Koteletts mit Knochen, von denen ich zwei Stück am Stück erstand.

Bei meinem Gemüsehändler kaufte ich grüne Bohnen mit Bohnenkraut, Pfifferlinge, Majoran und Petersilie, ausserdem ein Pfirsich, weil ich zum Fleisch noch etwas Fruchtiges haben wollte.

Das teure Stück Fleisch schob ich bei 120 C mit einem Fühler in den Ofen. Ein Grillsportverein im Netz meinte 62 C wäre optimal. Jetzt wo ich es ausprobiert habe würde ich für 3-4 C weniger plädieren und das Stück dafür 5 Minuten länger liegen lassen.
Vorher hatte ich die Koteletts mit einer Knoblauch-Rosmarin-Thymian-Olivenöl-Mischung eingeschmiert.

Dann bereitete ich das Gemüse vor. Zuerst kochte ich die Bohnen mit einem gehäuften Tl Salz und einem Zeig Bohnenkraut. Nachdem sie bissfest waren, kamen sie in kaltes Wasser und wurden abgeschreckt, um ihre Farbe zu behalten.
Die Drillinge kochte ich, nachdem ich sie erst in Hälften geschnitten habe und bräunte sie dann auf der Schnittfläche. Dazu gab es Majoran.
Die Pfifferlinge wurden geputzt, in Butter und Petersilie und Knoblauch angebraten und gesalzen. Das Gemüse warf ich dann zusammen und servierte es zusammen mit dem Kotelett.
In die Pfanne mit dem Kotelett gab ich die Pfirsiche und etwas Weisswein und mischte sie mit dem Bratensaft.

Eine saftige und überzeugende Angelegenheit!

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Pizza Margherita plus


Immer, wenn mir nichts einfällt, denke ich an Pizza. So auch heute. Auch heute musste ich kaum etwas einkaufen, nur Hefe.
Nachdem ich schon einige Pizzen auf verschiedene Art belegt habe, wollte ich die heute relativ einfach halten. Die Betonung liegt auf “relativ”.

Der Teig-
220 g Pizzamehl 00 oder eine deutsche Entsprechung. Reguläres 405er geht auch.
140 ml/g lauwarmes Wasser
7 g Frischhefe
1 gehäufter Tl Salz
2 flache Tl Zucker
1 El Olivenöl

In einer Küchenmaschine 10 Minuten kneten, 30 Minuten im Lauwarmen stehen lassen, auf ein Blech ausrollen oder mit der flachen Hand verkneten, belegen und nochmal 20 Minuten im Warmen stehen und gehen lassen.
Ich backe meine Pizzen meistens mit Oberhitze und Umluft und schiebe sie weit oben hinein. Trotzdem sollte man schauen, ob die Mitte auch gar ist.

Der Belag-
1 Dose sehr guter Dosentomaten, püriert, leicht gesalzen, mit 2 Tl getrocknetem Oregano. Davon nur 3-4 El mager auf den Teig verteilen. Weniger ist mehr!
3-4 kleinere Kugeln Mozzarella di Bufola DOP, aufgeschnitten. Mit dem Rest am nächsten Tag einen Salat Caprese “to die for” anrichten.
1 El Kapern rundum verteilen
4 Sardellenfilets nach den Himmelsrichtungen auslegen
1 Knoblauchzehe hacken und mit Salz verreiben und mit Olivenöl mischen. Diese Mischung tröpfchenweise auf der Pizza verteilen
1 Thai Chili fein hacken und auf der Pizza verteilen
Parmesan drüber reiben
Pizza backen.
Noch heiss mit Basilikumblättchen und rohem Schinken belegen. Typisch ist Parmaschinken, es geht aber auch mit Serrano- oder sogar mit Schwarzwälder Schinken, wenn etwas mehr Lokalkolorit gewünscht wird.
Schmeckt wunderbar!

Schwarzwaldlinsen Würstchen


Am Samstag auf dem Markt zeigte mir Herr Ruf vom Käsestand ein paar neue Produkte, die er anbot. Zum einen handelte es sich um einen Käse, der auf einem Bauernhof in Sulz hergestellt wird.
Der Käse ist nur einer von einigen verschiedenen Sorten. Ich nahm ein Stück mit und finde, der ist richtig gut geworden.
Dann zeigte er mir noch Linsen, vom gleichen Hof, die im Schwarzwald angebaut werden. Sie sind grün und sehen ein bisschen aus wie die französischen Puy Linsen und sind auch klein wie Berg- oder auch Belugalinsen.
Ich mag diese kleinen Linsen und nahm eine Packung mit.
Heute fielen sie mir wieder ein. Ich las kurz die Packungsanweisung und stellte fest, dass sie nur 20 Minuten Kochzeit plus 10 Minuten Ruhezeit brauchen.

Für die Linsen nahm ich
1 Schalotte
1 Spitzpaprika
1 Karotte
1 Cocktailtomate
4 Scheiben der Peperoni
etwa 1/4 l Wasser

20 Minuten köcheln
Wurst dazugeben
10 Minuten ziehen lassen

1 El Weissweinessig dazugeben
Salzen, Pfeffern, fertig.

Die Linsen reihen sich ein in die Reihe der anderen kleinen Linsen, sie sind ebenso lecker.
Eine echte Überraschung, und dann vor der eigenen Haustür!
Ohne Würstchen ist das Gericht vegan.

Schweinelende Champignons Gruyere Toast Birne


Ich hatte noch eine halbe Schweinelende und statt sie einzufrieren machte ich eine Herrentoast Variante. Eigentlich dachte ich, es könnte ein relativ leichtes Gericht werden, wie in Wirtshäusern, wo es eher zu den großen Snacks oder den kleinen Hauptspeisen gehört, aber die Sauce wurde dann doch etwas mächtiger und es gab auch jede Menge Champignons (wobei diese hauptsächlich aus Wasser bestehen, wenn man sie nicht gerade in Butter anbrät 🙂 ). Was die Leichtigkeit anging und ein Kontrast zum Sahne/Käse Komplex darstellte, gab es eine reife Birne, die ich fand, eine Abate Fetel, die ein fruchtiges Korrektiv darstellte und sowohl mit dem Fleisch zusammen, als auch mit der Käsesauce zusammen ausgezeichnet schmeckte.

1/2 Schweinelende, pariert, in Scheiben

Sauce:
1 Schalotte
1 Knoblauch
Butter zum Anschwitzen
1 Tl Mehl
1/4 Weisswein in zwei Durchgängen
1 Spritzer Port
2 Scheiben Gruyere in kleinen Würfeln
1/2 Becher Sahne
1 Prise Salz, Pfeffer, Cayenne

Die Sauce wird angesetzt mit dem Anschwitzen von Schalotte und Knoblauch, dann wird mit Mehl bestäubt, etwas eingedickt und mit dem Port und einem 1/8 Port abgelöscht. Die Temperatur soll ganz niedrig eingestellt sein, weil die Mischung eine Weile köchelt. Der Käse kommt ganz zum Schluss, kurz vor dem Grill hinein.
Dazwischen werden die Champignons blättrig geschnitten und in Butter! angebraten.
Dann hab ich die Toastbrotscheibe leicht angetoastet und auf den Teller gelegt.
Anschliessend schälte ich die Birne und schnitt sie fächerförmig auf um sie zu drapieren, damit ich mir eine Vorstellung von der Form machen könnte.

Jetzt kamen die gewürzten Fleischstücke in eine geölte Pfanne, nur etwa 4 Minuten pro Seite, weil ich sie noch überbacken wollte.
Den Herd stellte ich jetzt auf die Grillstufe (nur Oberhitze). Ich gab das Fleisch auf den Toast und die Sauce in die Fleischpfanne, um die Aromen mitzunehmen, danach verteilte ich erst die lauwarmen Champignons auf Fleisch und Toast, dann die Sauce auf beidem.
Im Ofen war der Teller etwa 5 Minuten. Einen richtigen Bräunungseffekt gab es leider nicht, aber die Sauce selbst war in ihrer Grundfarbe auch bräunlich, was dem Port geschuldet war.
Aber man kann ganz leichte Bräunungsspuren auf den Fotos an den Birnen erkennen 🙂

Auch wenn es eine Portion war, die für meinen Stil etwas schwerer ausfällt (weil ich eher selten Sahne- oder auch Mehlschwitzensaucen mache/Ausnahmen bestätigen die Regel), war es echt gut. Die Champignons gaben ihren guten Geschmack mit zur Sauce und das ist immer gut. Der Wein steuerte Säure bei, Gruyere ist sowieso überbacken viel komplexer als kalt.
Und die Birne, ja die Birne hat’s herausgerissen.

Stir Fry: Schwein Broccoli Udon


Ich musste heute Wasserkästen schleppen und neue kaufen. Das führte mich zum REWE in der Nähe. Normalerweise gehe ich dort nicht so gerne einkaufen, weil er für manche Lebensmittel wirklich viel Geld nimmt. Er ist da nicht allein, alle tun das, solange uninformierte Kunden die teuren Waren kaufen. Aber das ist mir meist zu blöd. Das heutige Beispiel: Eine flache Schale Broccoli, etwa 250 g, mit schönem Foto und schon in längliche Tranchen geschnitten. Darauf steht “Alles essbar!”… für €2.49. § Fächer daneben ein ganzer Broccoli Kopf, etwa 500 g für €1.49. Ja sind die Kunden wirklich so blöd oder faul? Anscheinend.
Den grösseren Broccoli packte ich ein, dazu braune Pilze und ein Stück Schweinelende. Zuhause gab es noch eine halbe Paprika, rote Zwiebel, Knoblauch und Udon Nudeln.

Das Lendenstück schnitt ich erst in Scheiben, dann in Streifen.
Die legte ich in eine Mischung aus Sojasauce, Austernsauce und Fischsauce ein und gab den Knoblauch, eine sehr scharfe Chili und den Saft einer halben Limette dazu.

Das Gemüse wurde in bissgerechte Stücke geschnitten und nacheinander im Wok mit Rapsöl angebraten. Nach Broccoli und Paprika gab ich das Fleisch dazu, und als das halb gar war kamen die Champignons und die roten Zwiebel dazu. Als das Fleisch gar war löschte ich alles mit einem guten Schluck Port ab und mischte die Udon Nudeln unter, die ich zuvor in heissem Wasser gekocht hatte.
Ganz zum Schluss bestreute ich das Gericht mit dem Rest Koriandergrün, den ich noch hatte.
Insgesamt etwa 15 Minuten Kochzeit und bestimmt nicht mehr an Vorbereitung. Aber gut!

Schweinelende Mango Limetten Sauce Chicoree Bulgur


Auf dem Weg nach Hause hielt ich an einem Aldi und nahm neben Limetten (man weiss nie, wann man einen Margarita braucht!) auch eine Mango mit. In einem REWE entschied sich die Fleischwahl. Es war aber nicht ganz so einfach. Ich wollte aufgrund der exotischen Früchte auch ein Gemüse, das dazu passt. Zur Auswahl gab es Baby Brokkoli für €2.49 die Packung (etwa doppelt so teuer wie ein ganzer Brokkoli und nur ein Drittel der Menge). Ich entschloss mich gegen diese asiatische Variante und nahm stattdessen drei Chicoree in einem Beutel mit. Ich mag Chicoree, weil er immer noch schwach Bitterstoffe beinhaltet, die appetitanregend und auch interessant mit anderen Lebensmitteln sind.
Dazu kaufte ich eine Schweinelende. Bulgur und auch ein Glas Hühnerfond hatte ich daheim.

Die Lende: Ich schnitt die Lende in mehrere Teile, nachdem ich die Silberhaut abgezogen hatte. Gewürzt wurde sie nur mit Salz und Pfeffer. Ich briet die Lende erst ganz am Schluss an, weil ich wusste, dass sie nicht lange brauchen würde.

Der Bulgur: Kam zuerst. 1/2 Tasse Bulgur auf eine Tasse gesalzenes Wasser. Das Wasser wird zum kochen gebracht, der Bulgur kommt dazu, der Deckel kommt drauf, die Platte wird auf 0 geschaltet, und der Bulgur zieht 7 Minuten. Danach gibt es eine Flocke Butter und einen kleinen Strahl Olivenöl dazu. Der Bulgur wartet unter dem Deckel auf seinen Einsatz und bleibt genügend warm.

Der Chicoree: Der Länge nach halbiert und in Olivenöl angebraten, dann gewendet, mit einem Drittel Glas Hühnerfond und einem Glas Weisswein abgelöscht und mit Deckel langsam geschmort (Hitze auf 1).
Am Schluss ist die Flüssigkeit fast komplett verdunstet und der Chicoree hat die Aromen aufgenommen, sich aber diese leichte bittere Note bewahrt.

Die Sauce: 1/2 reife Mango in Würfeln, 1/2 Limette, 1 Schalotte fein gewiegt, 1 Knoblauchzehe ebenfalls fein gehackt in Olivenöl anbraten, 1 fiese gelbe Chili mit Kernen fein hacken und ebenfalls anbraten. Mit einem Drittel Glas Hühnerfond ablöschen und einen Schluck Apfelessig dazugeben. Aufkochen lassen. Ich gab dann 1/2 Tl Chili Chipotle Jalapeño von Gewürze Mayer in Stuttgart (keine Werbung, alles selbst gekauft!) dazu, um den Geschmack eher karibisch zu beeinflussen. Nach ein weiteren paar Minuten gab ich etwa 8 kleine “Oliven”tomaten dazu, das sind winzige Tomaten in gelb und rot, die mein Gemüsehändler verkauft und die sagenhaft süß und auch säuerlich schmecken. Nachdem sie soweit geschmolzen waren, siebte ich die Flüssigkeit, kochte sie noch ein bisschen ein und gab am Schluss einen Tl Beurre manie hinein, um die Sauce zu binden. Genial! Fruchtig, mit ernsten Noten im Bassbereich – perfekt für Schwein, Hähnchen, Kaninchen und wer weiss für was sonst noch?
Jedenfalls hat auch der Chicoree ganz ausgezeichnet dazu gepasst, wie auch der Bulgur, dessen Weichheit das Gericht zusammenhielt.

Aber es ist wie so oft: Manche Gerichte werden nie so gut aussehen, wie sie schmecken – dieses ist eines davon 🙂

Schinkennudeln Variation


Die Hitze der letzten Wochen ist mir auch in den letzten Tagen in den Kopf gestiegen, und ich habe ein paar Abende nur Melone gegessen. Da es das aber schon ein paar Mal als Post gibt, hab ich eben nichts gepostet. Muss auch mal sein.
Heute hat es hier zwar noch nicht geregnet, aber bei der Arbeit schon, und das ging einher mit wesentlich niedrigeren Temperaturen. Naja, hier sind sie nicht wesentlich geringer, aber schon etwas erträglicher 🙂
Deshalb dachte ich über Pasta nach. Aber so rechte Lust auf klassische Pasta kam nicht auf, bis ich den Kühlschrank inspizierte und Eier, Serrano Schinken und ein paar Scheiben Spianata Calabrese, einer Art von scharfer Salami aus Kalabrien darin fand.
Jetzt war alles einfach:
Penne al dente kochen, abseihen, beiseite stellen. Je zwei Scheiben Serrano und Spianata in Streifen schneiden, 2 Eier verkleppern, salzen und pfeffern, eine Pfanne mit Butter erhitzen, Penne darin schwenken und leicht anrösten, Eier dazu geben, verrühren, Schinken und Salami verteilen, Parmesan drüber reiben, mischen, fertig, lecker.
Wichtig ist, die Eier nicht ganz trocken werden lassen, lieber etwas cremig (sie ziehen sowieso noch nach).
Lange nicht mehr gegessen, wenn hier auch nicht ganz klassisch, aber genauso lecker wie im Original 🙂