Muscheln Pernod Passata


Ich sah Muscheln im Kühlregal liegen und dachte erst, ich könnte sie gratinieren. Doch dann schreckte ich vor dem Aufwand zurück (ein anderes Mal) und bereitete sie zu, wie ich es schon ein paar Mal gemacht habe. Heute schnitt ich Lauch, Karotten, Selleriestangen, Knoblauch in kleine Stücke, briet sie scharf in Rapsöl an, gab noch ein paar Lorbeerblätter dazu und löschte den Topf mit einem Schluck Pernod ab. Der verdampfte schnell, und ich füllte mit einem Glas Weisswein auf (Riesling). Jetzt gab ich die geputzten Muscheln dazu, Deckel drauf und dämpfte sie etwa 5 Minuten, bis sie sich öffneten. Ich hatte noch eine halbe Flasche Passata, die ich dann auch noch dazu gab und leicht einkochte.

Und schon konnte ich servieren 🙂

Der Anisgeschmack des Pernod lag noch leicht auf den Muscheln, Lorbeerblatt und Knoblauch aromatisierten die leicht tomatige Sauce. Lecker.

Advertisements

Sommerdinner


Kurz vor Ende meines Urlaubs hat es doch noch geklappt mit einem Besuch von Freunden zum Dinner. Natürlich wälzte ich sofort schwere Gedanken, am Ende war es eigentlich ganz einfach.

Ich wollte aufgrund der Hitze nur 2 Gänge anbieten, weil meine Gäste auch gerne Süßigkeiten verschmähen, und ich niemanden zwingen wollte. Außerdem hab ich aus Rücksicht auf gewisse Präferenzen und auch auf Verzichtserklärungen (Kh) manches weggelassen, das ich sonst serviert hätte. Ich hab es allerdings nicht bereut, weil es auch mir gut getan hat, nicht so sehr satt von der Tafel aufzustehen.

Mein erster Gang war ein Salat asiatischer Art:

  • 1 Karotte
  • 1 Mango
  • 1 Avocado
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Tomaten
  • 1 Chili
  • Reisnudeln
  • Koriandergrün
  • Minze

Dazu gab es eine Salatsauce aus:

  • 3 El Sesamöl
  • 1 El Reisessig
  • 1 El Sojasauce
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 cm Ingwer, geraspelt
  • 1 El Honig
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Saft einer Limette

Ich bereitete die Salatkomponenten vor, vermischte sie aber nicht, weil Avocado und Mango sehr reif waren und ich keine großeUnordnung im Salat wollte.

Die Reisnudeln wurden in kochendes Wasser gegeben, dann von der Platte gezogen und ein paar Minuten später abgegossen und in kürzere Stücke geschnitten.

Als Beigabe hatte ich 12 Black Tiger Prawns in Bio Qualität geschält und in Knoblauch, Ingwer und Limettenabrieb eingelegt.

Jetzt gab ich die Komponenten des Salats in Suppenteller. Danach briet ich die Prawns schnell von beiden Seiten an. Nachdem sie auf den Tellern drapiert waren, gab es für jeden Teller eine kleine Kelle der Salatsauce. Sie kam sehr gut an 🙂

Zum Hauptgabg bereitete ich Auberginenscheiben vor, indem ich sie zuerst schmal herunterschnitt (4mm), dann salzte und 15 Minuten stehen liess, um ihr Wasser heraus zu ziehen, um sie, frisch abgespült und abgetupft in ganz wenig Öl in einer beschichteten Pfanne so anzubraten daß sie Farbe nehmen. Obwohl das Öl schnell weg war, liess ich mich nicht beirren und gab neue Scheiben in die trockene Pfanne, die immer schneller bräunte, je heisser sie wurde 🙂 Ich brauchte 4 Durchgänge, bis die Scheiben von zwei Früchten verarbeitet waren. Ein Backblech mit Backpapier war gerade groß genug, um alle Scheiben unterzubringen und noch einige Minuten im Ofen zu verbringen um fertig zu garen. Nach etwa 15 Minuten nahm ich die Scheiben heraus und baute Auberginentürmchen aus den Scheiben, einem Klecks Tomatensauce und einer dünnen Scheibe Mozzarella di Bufalo. Zum Schluss gab es Parmesan satt über die Türmchen und ab in den Ofen damit.

Dazu gesellte sich auch ein Stück Tri Tip oder auch Bürgermeisterstück, das ich jetzt schon mehrfach besprochen und verarbeitet habe. Ich wollte aber auch einen meiner Gäste überzeugen.

Hat gut funktioniert. Ich habe wieder mit dem Temperaturfühler gearbeitet, das Fleisch bei 62 C (zwischen Medium und Medium-Rare) herausgenommen und 15 Minuten in Alufolie gewickelt und erst danach aufgeschnitten. Als zweite Beilage gab es noch einen Löffel der Haselnusspesto, die auch ganz hervorragend zum Fleisch gepasst hat.

Meine Gäste waren sehr zufrieden mit den Speisen, was mir natürlich sehr gefallen hat. Insgesamt ein sehr schöner Abend mit guten Freunden !

Austern gratiniert Tomaten


Ich hab noch ein paar wenige Tage Urlaub, und heute war ein Abstecher über die Grenze nach Lauterbourg im Elsass dran. Das ist keine grosse Sache – es ist der erste Ort nach der Grenze und hat einen grossen Carrefour Supermarkt. Da es heute stürmte und auch sonst garstig war, entschlossen wir uns, nur einkaufen zu gehen und dann wieder zurück zu fahren. Von Karlsruhe aus sind das etwa 25 Minuten bis dorthin.

Es war nicht so, dass ich etwas brauchte, sondern eher, wieder Bestände aufzuladen (Puy Linsen), schauen, ob sie etwas haben, das ich bei mir nicht bekomme (Artischocke, groß, für €2,10), und Riesling aus dem Elsass sowie eine Flasche Chardonnay aus dem Burgund (Viré-Clessé/Appellation Viré-Clessé, AOC, La Cave d’Augustin Florent), oder zum Beispiel auch ein Bavette (eine Bistro Steak Spezialität). Das Beste aber waren die Austern (Huitrês Marennes Oléron), €6,60/ für 6 Austern und bei mir waren 7 drin 🙂

Die Grundlage war ein Rezept aus der Efilee, das ich leicht adaptiert habe.

Die Austern öffnen, das Wasser durch ein Sieb schütten und die Austern beiseite stellen.

Eine Tomate halbieren, Kerne und Fruchtfleisch entfernen und in Brunoise schneiden. In einem El Oliveböl anbraten. Pfeffern, aber nicht salzen, mit 1 cl Noilly Prat ablöschen, das Austernwasser dazugeben, reduzieren und die Austern etwa 2 Minuten mitkochen. Austern, Tomaten und Restflüssigkeit auf die Austernschalen verteilen (Alufolie als Podest nehmen) und mit insgesamt 50 g Gruyére auf den Austern verteilen. Bei 250 C nur mit dem Grill (direkt darunter) gratinieren. Mit Baguette geniessen 🙂

Salat Artischocke Tomaten Shrimps Aiolidressing


Also gut, einmal im Monat Fisch oder Meeresfrüchte – kein Problem. Eigentlich hab ich mal häufiger Fisch gegessen, weiss nicht, warum das im Moment nicht so ist.

Also heute ein Salat mit Artischocke, Shrimps und Tomaten, wobei ich dachte, daß ein Aioli gut passen würde. Zuerst wurde die frische Artischocke kopfüber 35 Minuten gegart (in einem Topf voll Wasser). Dann machte ich die Aioli, so dachte ich.

Ich hole aus: Vor ein paar Wochen ging mein Billig Zauberstab kaputt – die Drehachse war aus Kunststoff und ist nur noch durchgedreht. Also hab ich einen etwas Besseren gekauft und war die ersten paar Male sehr begeistert. Heute wollte ich ganz cool eine Aioli machen, nur um zu sehen, daß sie mir 2 mal (2 Eigelbe) abgekackt ist. Ich hatte einen Riesenhals! Also gab ich einen El Senf dazu und rührte ein bisschen mit einem Mini-Schneebesen rum, und plötzlich kam die Chose zusammen 🙂

Die Aioli hatte nicht nur Öl und Eigelb, sondern auch eine Knoblauchzehe, ein Stück Frühlingszwiebel, etwas Estragon und andere Kräuter (ganz wenig), Habanero (ein Stück), Salz und Pfeffer und der besagte Löffel Senf.

Die Artischocke servierte ich vorab, damit ich an den Boden komme und legte den dann in die Mitte als Bett für die Shrimps.

Die Shrimps warf ich später in die heisse Pfanne, und um sie zu würzen, und weil ich ein zweites Eigelb benutzt hatte und ich viel Dressing hatte, gab ich ein paar Löffel des Dressings dazu. Dann fiel mir ein, dass es da Eigelb hat und ich dachte schon es gibt Shrimps mit Ei, aber es war nur ein kleines Malheur. Sie wurden zwar nicht gebräunt, aber sie waren auch nicht grisselig – alles halb so schlimm.

Am Ende warf ich alles zusammen und servierte es auch gleich. Es war gut, aber toll war es nicht.

Crevetten Tomaten Spaghetti


Selten, daß ich ein Meeresfrüchtegericht mit Pasta poste. Heute fand ich in einem Laden Crevetten, die mir eine Idee gaben. Mein Händler hätte wahrscheinlich richtig Geld sehen wollen, die hier gingen preislich.

Allerdings waren sie, wie viele andere auch, schon vorgekocht, und das bedeutet, daß man sich nicht zu viel Zeit nehmen sollte, die Crevetten zu verarbeiten.

Zuerst machte ich eine Dose der Mutti Kirschtomaten auf. Dann schnitt ich dünne Streifen roter Zwiebel, einer halben Jalapeño und einer Knoblauchzehe. Zwiebel, Jalapeño und Knoblauch wurden erst angeschwitzt, danach in einen Topf gegeben. Die Kirschtomaten zerdrückte ich. Dazu kamen auch ein El Kapern und 2 Sardellenfilets und dann der Rest. Das Ganze durfte eine knappe Stunde köcheln. Die Sauce war schön würzig/scharf.

ich kochte die Spaghetti al dente, goss sie ab und mischte die Portion mit der Sauce. Danach verteilte ich eine Portion auf einem Teller.

Huitres à la Florentine


Gestern gab es ein tolles Angebot: 6 französische Austern plus Austernmesser für €5.99. Das ist die Hälfte des normalen Preises. Nicht, dass ich das Messer gebraucht hätte: es ist mein Drittes 🙂

Auch gestern sah ich italienischen Spinat, den ich gleich mitnahm. Im Hinterkopf hatte ich eine Erinnerung an ein klassisches Rezept für gratinierte Austern. Ich musste es nachschauen, mein fotografisches Gedächtnis rostet…

Jedenfalls ist es ein geradliniges Rezept: Man braucht 6 Austern, die man aufmacht. Die Flüssigkeit aufbewahren und später durch ein Sieb geben, um die kleinen Unreinheiten wegzufiltern. Die Austern auslösen und in einer anderen Schüssel aufbewahren. Spinat waschen und klein hacken. Butter mit einer Schalotte anschwitzen, mit Noilly Prat ablöschen und den Austernsaft und 1/8 Sahne dazugeben und einkochen. Wenn nur noch wenig Flüssigkeit übrig ist, eine Handvoll fein geriebenen Parmesan dazugeben. Alles gut vermischen.

In jede Austernschale einen guten El Spinatmischung einfüllen, mit einer Auster belegen und mit Panko bestreuen. Dann überbacken.

Ein schön leichtes Abendessen 🙂


Frutti di mare Sedanini


Auf Anraten meines Freundes R. holte ich heute in einem grossen Laden eine gute Portion Frutti di mare. Auf die Frage ob sie frisch seien, sagte der Verkäufer wahrheitsgemäss, nein, sie sind gekocht und gefroren und dann aufgetaut. Tatsächlich gibt es sehr wenig Fisch aus dem Meer, der nicht eingefroren wird (um etwaige Würmer und andere Parasiten abzutöten), und wenn ich mir um solche Dinge keine Gedanken machen muss, bin ich schon ganz dankbar.

Als Pasta nahm ich wieder die Sedanini, die ich schon für die Käsemakkaronis benutzt hatte.

Die Frutti di mare briet ich in Olivenöl an und gab Salz, Pfeffer, rote Zwiebel, Knoblauch, Petersilie und Basilikum dazu. Ich löschte sie mit einer Mütze Noilly Prat ab – nein, eigentlich 2 Mützen 🙂

Insgesamt war das Gericht ganz gut, aber ich glaube es ist besser in einen guten Pulposalat zu investieren, sofern man einen Italiener kennt, dem man vertraut (natürlich ein italienisches Restaurant), das schmeckt bestimmt besser. Die Frutti di mare schmeckten sehr beliebig, man konnte kaum untescheiden zwischen Pulpo, Sepiette und kleinen Shrimps.