Kinderlied


Ich hab schon öfters beschrieben, wie ich oft da saß und einfach zeichnete und ohne etwas zu erwarten, schaute, was es denn werden würde. Manchmal sind da auch echt abstruse Assoziationen dabei.

Die Zeichnung hier war eine, die erst grob gezeichnet und dann mit Canson Kreidestiften ausgemalt wurden. Es ist das Gleiche wie Kreidepastelle ohne Hülle, nur ist die Kreide hier in einem Bleistifttubus und kann feiner eingesetzt werden.

 

Eine Mutter singt ihr Kind ein Lied. Es sieht so aus, als würde sie kräftig intonieren und der/die Kleine hebt den Arm zur Abwehr. Genug! Sonst plärr ich los.

Die Figuren sind relativ schräg gezeichnet, die Mutter hat keine Arme, aber trotzdem ganz offensichtlich eine Verbindung zu ihrem Kind. Ihre Haare (Hut?) sind mit Musiknoten geschmückt.

Das Kind hat ein Gewand ohne Beinfreiheit an, eine Art Sack, in den er hineinschlüpfen musste. Diese Figur ist eine Variante der Figur Swee‘ Pea aus den Popeye Comics. Swee‘ Pea ist Popeye’s Adoptivsohn.

Als Kind hab ich viele Popeye Hefte gelesen und muß diese Figur verinnerlicht haben. In den Comics hat sie auch nie etwas gesagt, sondern ist höchstens mal weggerobbt.

Die Arbeit hat ein Maß von 32×21,5 cm und ist mit Pastellkreiden gezeichnet worden. Sie stammt aus dem Jahr 1988.

Maske


Die Entstehung dieser Bleistiftzeichnung erklärt sich so: Meine Schwester zeigte mir vor vielen Jahren die Technik, Masken zu machen, indem man die mit Gips angereicherten Mullbinden in nicht zu lange Stücke  schneidet, kurz in Wasser eintaucht und über ein Gesicht, das vorher mit Vaseline eingecremt worden ist, zu legen. Nicht vergessen die Nasenlöcher freizuhalten! Es dauert nur ein paar Minuten, bis der Gips abbindet, danach sollte man sie durchtrocknen lassen und kann sie dann bemalen oder irgendwie bearbeiten. Ich fand sie aber schön, wie sie war und hab sie so abgezeichnet.

Mich erinnert das ein wenig an die Totenmasken, die man früher Verstorbenen (gerade wenn sie bekannt gewesen waren) während der Aufbahrung abgenommen hat. Der Vorgang hat für mich etwas respektvolles, weil der Wunsch dahintersteht, des Menschen Anlitz nicht zu vergessen, weil das Gesicht irgendwie auch ein Fenster in die Seele ist.

 

 

Die Arbeit ist 21,5x 31 cm groß, ist aber weder signiert noch datiert. Es ist aber schon eine Weile her 🙂

Flammkuchen spanisch


Vor ein paar Tagen hatte ich mir einen Flammkuchenteig gekauft. Ich weiß, er ist ganz leicht selbst zu machen, aber so ist es noch leichter – nur ausrollen und belegen.

Was ich sonst noch so im Haus hatte, ergab einen Flammkuchen nach spanischer Art.

Dafür mischte ich die üblichen Speckwürfel mit einer scharfen Chorizo. Ein paar Oliven hatte ich auch noch, und statt weißer Zwiebel gab es rote.

Ansonsten gab es Schmand auf den Teig, dann die Zwiebeln und dann die Würfel und Oliven.

Sehr einfach, aber sehr gut!

 

 

 

 

 

Französische Landschaft


Ich war schon relativ oft in Frankreich. Es ist vielleicht das Land, das ich am meisten mag, außer dem, in dem ich lebe (Schleimwarnung). Da ich es nicht gerne zu heiß mag, bin ich meistens nicht zu weit im Süden zu finden, obwohl es dort natürlich auch schön ist, sondern mehr im Rest. Gegenden, die es mir besonders angetan haben sind das Burgund, das Perigord, die Bretagne, die Normandie und natürlich Paris und die nähere Umgebung. Nicht unerwähnt soll das Elsaß sein, das wird oft vergessen, weil wir direkt vis-a-vis wohnen.

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau daran erinnern, wo diese Landschaft lag, aber ich glaube es war die Strecke vom Jura in Richtung Besançon und weiter ins Burgund.

Es ist ein Bild, das die Abendstimmung versucht, wiederzugeben, die 15 Minuten, in denen das Licht schwächer wird und die Farben verschwinden. Es sind die Minuten in denen unsere Augen von Farbe auf Schwarz-Weiss umstellen.

Manchmal gibt es ein ungewöhnliches Licht, wie die grünen Töne hier. Die Landschaft hier ist nicht ungewöhnlich. Die Strecke ist leicht abschüssig, man sieht die Begrenzungen am Strassenrand und auch den Mittelstreifen. Die Strasse ist leer, es gibt keinen Verkehr, die Ebene deutet sich im Hintergrund an.

 

 

Das Bild wurde auf einen Ölkarton gemalt, den man für schnelle Ölskizzen benutzt. Ich hatte eine Vorskizze in blau gemacht und relativ fettig (mit viel Leinöl verdünnten Ölfarben) nass in nass gemalt.

Die Technik nennt sich alla prima und bedeutet „auf ein Mal“ statt in Schichten zu malen, was die andere wichtige Technik in der Ölmalerei ist.

Die Arbeit hat eine Größe von 34×27,5 cm und stammt aus dem Jahr 1985.

Toto/Not Kansas


Heute will ich ein Bild zeigen, daß die Wichtigkeit des Titels betont. Das ist nicht das erste Mal, daß ich darüber schreibe.

Paul Klee, einer der Künstler, die ich am meisten schätze, ließ sich unter anderem sehr lange Zeit einen Titel zu finden. Dabei sind dann aber geniale Wortschöpfungen entstanden wie „die Zwitschermaschine“, eine kolorierte Zeichnung, die Vögel zeigt, die auf einer Art von Welle sitzen, an deren Ende sich eine Kurbel befindet 🙂

Soweit die klassische Moderne. Es zeigt sich, daß eine gewisse Poetik den Geist animiert, Assoziationen zu bilden, auf die man nicht ohne Anregung gekommen wäre.

Bei meinem Bild ging es zuerst um die Maltechnik. Es ist ein Bild, das aus mehreren Farbschichten besteht. Es sind wieder einmal Acrylfarben, die zum Einsatz kamen, die immer wieder verdünnt über tiefere Schichten aufgetragen wurden und so den Grund veränderten. Dadurch, daß die Farben dünn aufgetragen wurden, sieht man den Hintergrund recht gut durchscheinen. Man kann das besonders gut am Bildrand sehen. Besonders interessant finde ich den irisierenden Effekt, der beim Hintergrund entsteht, weil die Farben sparsam aufgetragen werden und erlauben, durch die Farben durchzuschauen, was eine Räumlichkeit herstellt.

Ganz anders das Gebilde im Mittelgrund. Hier ist es eine pastose Malerei, die aufgetragen wird. Das konnte erst passieren, nachdem der Hintergrund ganz trocken war, damit da keine unbeabsichtigte Vermischungen passieren. Ich habe zuerst dunkle Farbe genommen und sie zur Mitte hin mit hellerer Farbe aufzuhellen. Durch die Strichführung erkennt man auch die unterliegende runde Struktur der Form.

Diese Form stellt einen Tornado dar. Darüber gibt es eine Form aus Dreiecken, die Dreidimensionalität auch ein bißchen nachzeichnet. Ideengeber dafür sind die geodesischen Konstrukte von Buckminster Fuller, ein Architekt, Städteplaner und Visionär, der Mitte der 60er Jahre eine Kugel aus Sechsecken formte, die beliebig miteinander verbunden werden konnten, um Wohneinheiten zu bilden.

Sie gelten als eine Weiterentwicklung der modularen Architekturansätze des Bauhaus und beinhalten auch starke Recycling Ansätze. Die Verbindung zwischen seinen Sechsecken und meinen Dreiecken ist der dreidimensionale Ansatz.

 

Jetzt kommen wir zum Titel. Die Musikredakteure unter meinen Blog-Lesern schmunzeln entweder oder fassen sich an den Kopf 🙂

Zuerst einmal ist der Titel eine Verbeugung in Richtung L. Frank Baum, dem Autor des „Wizard of Oz“, allseits bekannt als komplexes Kinderbuch oder auch als Musical, wahlweise mit Judy Garland oder auch Diana Ross in der Hauptrolle. Hier ist Toto der Name des Hundes, der von Dorothy gesucht wird. Kansas bezieht sich auf den Satz den Dorothy äussert, nachdem sie nach der Landung des Hauses nach dem Flug im Tornado merkt, daß sie sich anderswo befinden „We’re not in Kansas anymore“

Die zweite Bedeutung ist etwas für Artrocker aus den späten 70er Jahren. Beide Namen, Toto und Kansas sind Namen von sehr bekannten Bands der Siebziger und Achziger Jahre (wobei Toto die jüngere Band ist und auch noch in den Neunzigern aktiv war. Wer die Bands kennt, weiss auch um deren Unterschiede. Kansas war eine sehr erfolgreiche Band, die dem Art- oder Prog- Flügel des Rock zugeordnet wird, Toto hingegen war eine Hitmaschine aus Kalifornien, die mit hochkarätigen Musikern bestückt war, die auch viel bei anderen Musikern im Studio mitgeholfen haben. Sie spielten sehr radiotaugliche Musik, aber mit viel Druck, die mit Rock identifiziert wurde.

Dieser Hinweis hat eigentlich mit dem Bild an sich wenig zu tun, die Doppeldeutigkeit fügt aber eine gewisse „whimsy“ (Laune, Grille, Schrulle) zum gesamten Werk.

Die Arbeit ist 21×32 cm groß und mit Acrylfarben auf einen Karton gemalt worden. Es wurde 2014 fertiggestellt.

 

Kartoffelsalat Thun


Malou hat vor ein paar Wochen ein für meine Begriffe beeindruckendes Rezept für einen mediterranen Kartoffelsalat bei „Liebe mit Biss“ eingestellt.

Vor ein paar Tagen kaufte ich ein kg Drillinge und dachte gleich wieder an den Salat.

Was mir daran gefiel, war die Kombi von Kartoffeln und den mediterranen Zutaten. Es klingt zwar einfach, aber ich bin nicht drauf gekommen- ich denke nicht automatisch an Kartoffeln, wenn es mediterrane Salate gibt.

Jedenfalls fand ich die Wahl der Zutaten schön, speziell die sehr fruchtige Salatsauce. Ein paar Sachen hab ich anders gemacht, aber hauptsächlich, weil sich manche Sachen angeboten haben, und andere Dinge nicht verfügbar waren.

Außerdem hatte ich Lust, die Kartoffeln etwas anders zu machen 🙂

Zutaten:

7 Drillinge mit Schale

3 Wachteleier

3 Sardellenfilets in Öl

1 El Kapern Nonpareilles

1 rote Paprika (Haut abgezogen)

3 El Oliven

1 Thunfischfilet

2 Lange Pfeffer

2 Scheiben Zitronen (die Filets ausgelöst und zerteilt)

2 El Olivenöl

1 El Weissweinessig

1 El Balsamico

1 El Zitronensaft

1 Handvoll Mesclun (Mischsalat)

 

Die Drillinge wurden in der Schale gekocht, danach halbiert und in Olivenöl mit einer Knoblauchzehe ungeschält angebraten und mit Meersalz überstreut in den Ofen geschoben bei 180 C.

Wachteleier 5 Minuten gekocht. Paprika im Ofen unterm Grill Blasen werfen lassen, stehen lassen, dann abgezogen. Sardellenfilets in Stückchen geschnitten. Kapern abgemessen. Zitrone erst in 2 Scheiben, dann in Filetstückchen zerteilt. Olivenöl, Weißweinessig und Balsamico abgemessen und mit dem Zitronensaft, den Stückchen und den Sardellen gemischt. Knoblauchzehe von den Kartoffeln zerquetschen und zur Salatsauce geben. Alles außer den Eiern, den Oliven und dem Pfeffer mischen und etwas ziehen lassen. Eier pellen, anrichten, Pfeffer mörsern und Oliven zerteilen.

Thunfisch scharf von beiden Seiten anbraten, aufschneiden, anrichten. Am Schluss mit Schnittlauch garnieren.

Der Salat war wunderbar fruchtig! Ich hätte fast einen guten Thunfisch aus der Dose genommen, aber im letzten Moment entschloss ich mich, beim Fischhändler vorbeizuschauen – und der hatte ein Stück Thun da.

Fazit: Es ist am Ende ein etwas anderer Salat geworden, aber so läuft das mit der Inspiration.

Ich werde trotzdem (vielleicht noch dieses Jahr) ihren Salat nachkochen, weil der so wie er ist, toll klingt (und vor allem aussieht).

 

 

 

 

Die Wachteleier waren übrigens von einer Frau, die eigene Wachteln hält, und diese Frau B. zum Geschenk machte. Die Eier waren super und die Schälerei viel unkomplizierter, als ich immer gehört hatte.

 

 

 

 

 

 

Acrylstillleben


Der Titel des heutigen Bildes ist doppeldeutig: Einerseits ist es ein Bild, das mit Acrylfarben gemalt wurde, andererseits handelt das Bild von den Tuben, in denen Acrylfarben aufbewahrt werden.

Es ist ein Stillleben, wie ich sie schon oft gezeichnet oder gemalt habe, einfach ein schnelles Abbild einer Anordnung auf dem Ateliertisch.

 

 

Die Flaschen sind in Blau-Grün-Weiss gehalten. Es gibt eine einzelne Flasche, eine Gruppe von Flaschen und auch eine liegende Flasche. Dazu gibt es eine Dose und ein kleines Fläschchen.

Der farbige Hintergrund besteht aus drei Flächen, alle in Grün in Varianten gehalten. Er bildet eine dreidimensionale Geometrie, die trotz farblicher Ähnlichkeit einen Kontrast zu dem Rund der Flaschen bildet.

Hinter dieser Ebene befindet sich noch eine andere Ebene: die der Umzeichnung des Kopfteils der Flaschen. Sie besteht aus einer Straffur, die ich mit Kugelschreiber ausführte.

 

Die Arbeit hat eine Größe von 21×32 cm. Sie wurde mit Acrylfarben ausgeführt und mit einem Kugelschreiber vollendet. Sie stammt von 2013.