Jerk Chicken Mango Salsa Red Beans and Rice


Gestern las ich einen Blog Beitrag von Ira Moritz, der Frau hinter dem Blog “ Frankfurter Kochbuchrezensentin“. Es ging um Jim’s Jamaican Jerk Chicken, einem authentischen Rezept, das Jim von seiner Mutter hatte.

Ich selbst habe mich einmal zuvor an ein Jerk Chicken herangetraut, das diesem neuen Rezept durchaus ähnlich war. Der Grund, warum es mich nochmal reizte, war, daß als Salsa eine Mango Salsa beschrieben wurde, die ich mir gleich sehr gut vorstellen konnte.

Nebenbei: In einer Zeile singt Corinne Bailey Rae im Lied „I’d like to“:

Growing up we didn’t have a lot of money
Used to spend my summer having parties on the drive
Plastic cups for rum and punch
Eating chicken that’s hot and sweet . .

Hier geht es wohl auch um Jerk Chicken 🙂

Das Rezept ist für 6-8 Hähnchenkeulen, ich hatte 5 und danach noch ein wenig der Jerk Mischung übrig.

Ich habe das Rezept übrigens unverändert gelassen, nur bei der Salsa gab ich zusätzlich Frühlingszwiebel dazu, weil ich das so gewöhnt bin.

Für die Jerk Sauce:

3 kleine rote Chili Schoten (Piri Piri) andere nehmen Scotch Bonnet, dafür aber nur eine.

3 Frühlingszwiebel

3 Knoblauchzehen

daumengroßes Stück Ingwer

2 EL brauner Zucker

Saft von 2 Limetten

3 EL Sojasauce

Blätter von 4 Thymianzweigen

1/2 Tl gemahlener Zimt

1/2 Tl gemahlener Piment

1/2 Tl gemahlene Muskatnuss

1/2 Tl schwarzer Pfeffer

Alle Zutaten werden zerkleinert bzw. gemahlen (die Gewürze) und in ein hohes Gefäß gegeben und mit einem Zauberstab zu einer glatten Paste püriert.

Damit werden die Hähnchenschenkel eingepinselt und 3 Stunden mariniert. Die Hähnchenteile kommen eine knappe halbe Stunde in den Ofen, werden dann gewendet, noch einmal eingepinselt, noch einmal gedreht und bei höherer Temperatur kross fertig gebraten.

Dazu gab es eine Mango Salsa:

Eine Mango in Stücken

Chili

Limettensaft von einer Limette

Knoblauch

Frühlingszwiebel

Koriander

Die Salsa war wie das Jerk Chicken scharf, aber nicht unangenehm. Die Süße vertrug sich ausgezeichnet mit dem Chicken, dessen Gewürzprofil durch das fruchtig-süße Element deutlich dazugewann.

In der Keramikschale daneben befand sich Red Beans and Rice, eine Südstaaten Spezialität, die mir ein Kollege überraschend mitbrachte. Wir hatten uns letzte Woche darüber unterhalten. Er macht sie „from scratch“, also ohne Abkürzungen. So wässerte er die Kidneybohnen über Nacht, bevor er sie langsam gar köchelte. Die Sauce bildete sich so von ganz allein, ohne andere Zutaten außer Salz und Pfeffer (und später natürlich dem Reis).

Hat sehr gut gescheckt und auch sehr gut zu den zwei anderen scharfen Komponenten gepasst, weil es die Schärfe immer wieder herausnahm.

Rind grüne Bohnen Paprika Kartoffeln


Heute war ich bei Zorn und kaufte ein halbes Bürgermeisterstück (530 g). Der Plan war grüne Bohnen, die ich letzte Woche auf dem Markt kaufte, zusammen mit einer roten Paprika, einigen Champignonvierteln und Kartoffeln zu einem Eintopf zusammenzufügen.

Nachdem ich alles Gemüse zuerst geputzt und portioniert hatte, briet ich das in Stücke von 2 cm Kantenlänge zerteilte Bürgermeisterstück an, wobei ich vorher 2 kleingeschnittene Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen zuerst angehen liess.

Nachdem das Fleisch etwas Farbe genommen hatte, gab ich etwa 5 cm Tomatenmark hinein und liess es ein paar Minuten mit anschwitzen. Etwas Port löste die Röststoffe, einen kleinen Schluck Rotwein hatte ich auch noch, aber dann füllte ich mit Rinderfond auf. Ich gab 3 Zweige frischen Thymian und einen frischen jungen Zweig Rosmarin und ein Lorbeerblatt dazu und köchelte das Gulasch? 90 Minuten. Dann gab ich alle Gemüse für 25 Minuten dazu.

Dazwischen hatte ich etwas Mehlbutter hergestellt, die ich jetzt dem Eintopf unterrührte, um eine Bindung zu bekommen. Natürlich schmeckt mit Butter auch alles besser 🙂

Nachdem die Mehlbutter für eine bessere Bindung gesorgt hatte, war es soweit.

Ich servierte in einem tiefen Teller, angemessen für einen Eintopf. Ganz zum Schluss gab ich noch ein paar Zitronenzesten dazu, die für Frische sorgten. Sehr lecker!

Dorade Bulgur Spargel


Heute auf dem Markt gab es Paprika, grüne Bohnen, Feta und Oliven vom Händler, der seine Waren aus Frankreich bekommt, außerdem eine Dorade von meinem Fischhändler. Dazu gab es Petersilie und Dill.

Ich filetierte die Dorade, wobei ich mich bei Seite 1 erst schwer tat, aber dann aus meinen Fehlern lernte 🙂

Danach würfelte ich eine halbe rote Paprika, schnitt etwa 10 grüne Bohnen in Stücke von 2 cm, portionierte auch eine Lauchzwiebel und hackte eine Knoblauchzehe. Diese Gemüsestücke wurden erst in Olivenöl angebraten, dann gab ich 4 cm Tomatenmark dazu und briet es mit an und löschte mit einer halben Tasse Wasser, um es weich zu köcheln.

Dazwischen setzte ich den Bulgur auf, eine halbe Tasse. Dazu eine ganze Tasse Hühnerbrühe. Aufkochen, Hitze aus, 7 Minuten, so die Theorie – ich hab dann den Deckel heruntergenommen, die Hitze wieder angestellt und weitere paar Minuten angelassen, bis die Restflüssigkeit aufgenommen war.

Danach vermischte ich die Gemüsemischung mit dem Bulgur. Jetzt kamen noch ein paar Fetawürfel dazu. Ich hab vor kurzem eine grüne Chilimischung aus dem Aldi gekauft, die ist in einem Mahlwerk untergebracht und hat ordentlich Bums. Davon machte ich ein paar Umdrehungen hinein. Auch ein paar Prisen Salz und etwas Pfeffer aus der Mühle. Und wieder den Deckel drauf, damit alles warm bleibt.

Jetzt schälte ich 2 Spargelstangen, kochte sie in Wasser, würzte mit Salz und Zucker und stellte sie beiseite nachdem sie bissfest gekocht waren.

Jetzt war ich soweit und briet die Doradenfilets erst auf der Hautseite an, dann auf der Rückseite.

Danach wurde angerichtet und mit Oliven, Dill und Petersilie verziert. Lecker!

Pollo fino Ofenkartoffel Broccolini


Heute war ich wieder einmal beim Gemüsehändler über die Strasse. Er hatte wie immer viele leckere Sachen, die es nirgendwo sonst um diese Zeit gibt, aber heute wollte ich Erbsen, die ich auch bekam. Dann sah ich die Broccolini, eine Kreuzung aus Broccoli und Chinakohl, der irgendwie auch an Spargel erinnert, aber nichts mit ihm zu tun hat.

Auch fand ich da etwas Neues, nämlich richtig grosse Kartoffeln. Davon nahm ich 2 Stück mit.

Ich hatte 3 Pollos finos (ich hoffe, daß der Plural stimmt 🙂 ), die ich schon gestern bei Zorn gekauft hatte. Beim googeln sah ich ein Rezept, in dem die Oberschenkel in einer gewürzten Joghurtmarinade eine Zeit verbrachten. Ich nahm diese Inspiration und machte meine eigene Variante.

Zum griechischen Joghurt gesellten sich ein Tl Honig. ein El scharfer Senf und etwa einem El Harissa aus der Gewürzmühle. Ich gab die Pollos in den gewürzten Joghurt, spannte eine Folie über das Gefäß und gab es für 3 Stunden in den Kühlschrank.

Zeit zu kochen: Zuerst wurde die Kartoffel mit einem Messer überall eingestochen und dann in Alufolie eingewickelt und in meinen Höllenofen gegeben.

Dann kochte ich Salzwasser auf und blanchierte die Broccolini für eine Minute. Danach gab ich sie in ein Sieb und brauste sie kalt ab und stellte sie beiseite.

Die Pollos gab ich in eine meiner Ofenbehältnisse, gab noch etwas mehr der Joghurtmischung drüber und schob sie 20 Minuten nach der Kartoffel in den Ofen. Sie wurden mehrmals gewendet und auch immer wieder bepinselt.

Nachdem die Kartoffel durch war, gab ich noch 2 kleingeschnittene Baconstreifen in eine Pfanne, briet sie an, bis sie knackig waren, tropfte sie ab und zerbröselte sie. Zusammen mit Butter und Petersilie war das mein Baked Potato Topping.

Jetzt musste ich nur noch den Broccolino etwa 4 Minuten in Olivenöl schwenken und ein paar Mal drehen. Dazu gab ich etwas Knoblauch (1/2 Tl), den ich zu einer Paste in Olivenöl verarbeitet hatte.

Danach konnte ich anrichten. Ich war ziemlich angetan vom Geschmack der Oberkeulen – sie hatten eine leichte Schärfe, aber auch ein gewisses Geheimnis wegen der ungewöhnlichen Gewürze, die aber nicht im Vordergrund standen. Die Kartoffel war natürlich ein amerikanischer Klassiker 🙂 , und die Brokkolini haben sehr gut dazu gepasst und waren für mein Dafürhalten einiges besser als normaler Broccoli.

Sepia Fondantkartoffeln Tzatziki Tomatensalat Dill


Auf dem Markt heute morgen ging ich beim Fischhändler vorbei, der auch hier mit einem Wagen vertreten ist. Spontan entschied ich mich für Sepia, weil er einige da hatte. Später kaufte ich anderswo griechischen Joghurt für ein Tzatziki, ein paar Kirschtomaten und Dill.

Nachmittags erinnerte ich mich an ein Video mit Fondantkartoffeln, die ich weder jemals gemacht, noch jemals probiert habe. Ich dachte zurück an ein griechisches Lokal in Neureut (Karlsruhe), wo man gut essen konnte. Die hatten zwar keine Fondant Kartoffeln, aber deren Ofenkartoffeln waren auch sehr gut.

Auf dem Markt hatte ich auch schon den Dill besorgt, weil ich den manchmal sehr gern habe (heute sowohl im Tzatziki als auch im Tomatensalat).

Die Sepia war schon küchenfertig vorbereitet, ich musste mich nur noch um Kauwerkzeug und Augen kümmern, aber die verschiedenen Häute waren schon abgezogen. Nachdem ich einen koreanischen Video dazu geschaut hatte schnitt ich die grossen Stücke des Außenkörpers in einem Rautenmuster ein und den Rest in bissgrosse Stücke. Diese Stücke wurden mehliert.

Die Fondantkartoffeln wurden erst nach ihrer Eignung ausgesucht, dann wurden die Enden abgeschnitten und der Korpus tourniert 🙂 (eigentlich hab ich sie nur nach unten geschält – normalerweise müssen es wohl kleine Tonnen sein). Dann gab ich etwas Rapsöl in eine Pfanne und dann die Kartoffel mit ihrem Ende nach unten hinein, Nach etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze werden die Kartoffeln aufs andere Ende gedreht, für etwa die gleiche Zeit. Danach wird ein Hühnerfond bis etwa der Höhe der Hälfte der Kartoffeln angegossen, Knoblauch und Thymianzweige dazugegeben und für 30 Minuten im Ofen gegart. Sollten die Kartoffeln nach 30 Minuten noch nicht soweit sein, am besten noch 10-15 Minuten länger im Ofen lassen.

Für das Tzatziki kaufte ich einen griechischen Joghurt von nahezu 10% Fett. 2 Knoblauchzehen fein gehackt, etwas Zitronensaft, Salz und Dill dazu und er war bereit.

Der Tomatensalat bestand nur aus ein paar Kirschtomaten, etwas Olivenöl und Sherryessig (und wieder Dill!)

Die kleingeschittenen Sepiateile briet ich bei mittelgrosser Hitze in einer Pfanne mit nur 2 El Rapsöl an, nachdem ich sie kurz zuvor gewürzt und mehliert hatte. Daher hatten die Teile einen leichten Crunch.

Dazu gab es Zitronenschnitte zum würzen. Ausserdem hatte ich eine Peperoni in kleine Scheibchen geschnitten und sie über die Sepia gegeben, aber sie war leider nicht so scharf wie erwartet.

Geschmeckt hat es sehr gut, für mich allein war die Portion Sepia auch etwas zu groß. Die Fondantkartoffeln sind fancy – sehen gut aus, schmecken auch gut, aber nicht so gut, wie ich dachte. Das Tzatziki war super wie immer, es gibt ein echt griechisches Flair, und der Tomatensalat ist immer wiedr gut – wenn man Dill mag 🙂

Hähnchen Paprika Blumenkohl Pilze Frühlingszwiebel Knoblauch Ingwer Reis


Ein Gericht aus dem Wok –

Ich hatte eine freilaufende Bio-Hähnchenbrust, Paprika, Blumenkohl, braune Champignons, Frühlingszwiebel, Knoblauch, Ingwer, Karotten, Cayenne, Reis, Zitronensaft und Sojasauce.

Eine leckere Angelegenheit! Und man kann wirklich alles nehmen.

Nachdem alles kleingeschnitten war, gab ich dem Wok Hitze und Rapsöl. Ich bin, wie schon öfters erwähnt, asiatischenGerichten eigentlich hilflos gegenüber. Ich kenne die Traditionen nicht, und auch nicht die Gewürzstandards von Land zu Land.

Deswegen würde ich mich freuen, wenn man mir meine Unklarheiten verzeiht, oder sich vielleicht auf meine Geschmackssensorik einlässt. Essbar ist es auf alle Fälle 😉

Jedenfalls schnitt ich alles so, daß es leicht zu essen ist. Speziell der Blumenkohl muss in Scheiben von etwa 5 mm geschnitten werden, damit er schnell genug gart.

Den Anfang machte für vier Minuten das Hähnchenfleisch, danach gab ich die Blumenkohlscheiben hinein, etwa 2 Minuten. Jetzt kam der Rest des Gemüses in die Mitte, der Rest wurde am Wok hochgeschoben. Weitere 2 Minuten, und alles war soweit fertig. Jetzt kamen 75 ml helle Sojasauce, 25 ml Zitronensaft, etwa einen Tl Ingwer und ein paar Spritzer Fischsauce dazu. Außerdem gab ich einen Tl Speisestärke mit etwas Wasser dazu, damit die Sauce etwas sämiger wird. Nachdem die Sauce angezogen hatte, gab ich alle Komponenten über den Reis.

Apropos Reis: Basmati – muss gewaschen werden. Ich messe die Menge ab, etwa 125 ml für 2 Mahlzeiten. Dann gebe ich den Reis in ein Sieb und wasche ihn mit fliessendem Wasser. Ich stelle ein Gefäß darunter und schüttle das Sieb mit dem Reis im kalten Wasser. Das Wasser wird 3-4 mal ersetzt, bis keine Stärke mehr austritt. Danach erhitze ich den Reis ohne Deckel, 250 ml Wasser dazu, bis er kocht, gebe dann den Deckel drauf und stelle die Hitze auf die kleinste Einstellung und gare den Reis genau 20 Minuten.
Am Ende mus ich nur noch alles auf dem Reis verteilen und den obligatorischen Cilantro darüber verteilen – lecker!

Entenschlegel Wirsing Kartoffelgratin


Bei Zorn gab es heute Entenkeulen von männlichen Barbarie Enten in Label Rouge Qualität. Trotz der Größe und der Qualität kostete der Schlegel nur wenig mehr als €5. Anderswo stockte ich meinen Vorrat an Bio Kartoffeln auf, und einen halben kleineren Wirsing hatte ich noch zuhause. Der wollte auch verarbeitet werden.

Zuerst briet ich eine Zwiebel und 2 Knoblauchzehen an, bevor ich den Schlegel dazugab. Nach ein paar Minuten kam noch ein Löffel Tomatenmark auf die Zwiebel, die ich nach ein paar Minuten mit etwas Port ablöschte. Nachdem der eingekocht war gab ich einen Rest Rotwein und dann ein halbes Glas Entenfond dazu. Später gab es noch den Saft von 4 Blutorangen dazu, was am Ende sehr präsent und lecker war.

Den Herd hatte ich vorgeheizt und gab jetzt die Pfanne mit dem Schlegel dazu. Er blieb fast 90 Minuten drin, und ich musste alle 15 Minuten nachschauen und den Schenkel umdrehen. Auch Flüssigkeit musste ich ein paar Mal nachgiessen. Am Ende goß ich die Brühe in ein hohes Gefäß und mixte sie mit dem Pürierstab durch. Dann wurde der Salz- und Pfeffergehalt angepasst und die Brühe zu einer Jus eingekocht.

Dazwischen hatte ich 4 kleine Kartoffeln geschält und in einem kleinen Emailförmchen kreisförmig angerichtet. Darüber gab ich eine kleine Menge des Fonds, etwas Sahne, Salz, Pfeffer, ein bißchen Comte und eine Prise Muskat. Das brauchte etwa eine Stunde um gar zu werden und eine schöne Farbe zu bekommen.

Den Wirsing schnitt ich in Streifen und briet ihn erst mit Zwiebel an. Dann löschte ich ihn mit Wasser ab und kochte ihn eine Weile. Dann gab ich auch hier etwas Sahne und Muskat dazu. Die Farbe geht leider ins oliv, weil ich den Wirsing nicht abgeschreckt habe, aber er war mir noch nicht weich genug.

Nachdem die Jus genügend eingedickt war (ohne Hilfsmittel) konnte ich servieren.

Es ist ein Winteressen, und eigentlich hätte ich gern etwas Frischeres gekocht. Allerdings hatten wir letzte Woche Richtung Böblingen und Stuttgart jede Menge Schnee, auch auf der Autobahn. Und es soll auch so weitergehen. Dann eben etwas Winterliches!

Silvester 2020


Lockdown – ist mir egal. In Abwandlung eines berühmten Spruchs (Living well is the best revenge) postuliere ich heute „Eating well is the best revenge“.

Natürlich wäre es schöner eine Mahlzeit mit Freunden zu teilen, aber ich habe viel Übung 🙂

Beim italienischen Fischhändler gegenüber bekam ich heute früh überraschenderweise 3 große Garnelen und 3 schöne Jakobsmuscheln. Die kombinierte ich mit Schwarzwaldlinsen, eine Variante dessen, was Freunde und ich an Heiligabend hatten.

Das einzige Geheimnis bei diesem Gang war, daß ich Schalotte und Knoblauch anschwitzte, die Linsen dazugab und erst mit Port, dann mit Weisswein ablöschte und schliesslich mit Hühnerbrühe verlängerte, bis die Linsen gar waren (30 min). Das ergab einen vollen, runden Geschmack.

Die Garnelen wurden geputzt, Schale und Darm entfernt und kurz wie auch die Jakobsmuscheln in Olivenöl angebraten. Dazu gab ich noch einmal Schalotte und Knoblauch, aber erst, nachdem die Meeresfrüchte fertig waren. Nach ein paar Sekunden gab es auch hier einen kleinen Schluck Wein, um die Röststoffe der Meeresbewohner mitzunehmen.

Garnelen wie Jakobsmuscheln waren innen noch nicht durchgegart und dadurch zart und saftig, die Linsen ein Traum. Übrigens stehen die Schwarzwaldlinsen, die von einem kleinen Hof im eben erwähnten Schwarzwald angebaut werden, den berühmten Puy Linsen aus der Auvergne noch allen anderen bekannten Linsen aus sonstwo in nichts nach.

Zur Hauptspeise hatte ich ein Blade Steak vom Metzger Zorn in üblich hervorragender Qualität (und Preis) bekommen.

Das Steak wurde am Ende der Vorbereitungen der anderen Beilagen kurz scharf in der Pfanne angebraten und dann 10 Minuten in den heissen Ofen gegeben, wo die Ofenkartoffeln auf ihre Ablösung warteten.

Dazu machte ich eine Kräuterbutter aus Kerbel, Petersilie, getrockneten und gewässerten Steinpilzen und Knoblauch. Die benutzte ich sowohl für das Fleisch als auch für die Kartoffel.

Als Gemüse machte ich breite Bohnen, die ich am 24. das erste Mal gekostet hatte, und die mir sehr gut schmeckten. Wie sie im Original gemacht wurden, weiss ich nicht ganz genau, aber ich hab mich dem Rezept angenähert: Nachden die Bohnen fast bissfest waren spülte ich sie mit kaltem Wasser ab, um die schöne Farbe zu erhalten, und stellte sie beiseite. Jetzt gab ich etwas Olivenöl in den Topf, dazu erst Schalotte und Knoblauch, dann kleine Oliventomaten (ganz kleine in Bio-Qualität). Die liess ich langsam verkochen, gab dann etwas Tomatenmark dazu und löschte mit einem Schluck Weisswein ab. Jetzt kam etwas Currypulver hinein – ich war vorsichtig, weil ich eins habe, das scharf wie der Teufel ist. Dann kamen die Bohnen wieder dazu und machten es sich bei ganz kleiner Hitze eine Weile gemütlich, damit sie den Geschmack der Tunke annehmen konnten. Am Ende war es sehr lecker – das Fleisch sehr zart und geschmackvoll, die Bohnen curry-tomatig und ziemlich scharf. Die Haut der Kartoffeln war schon ledrig, aber ich mag sie so; das Innere auch ohne Zugabe buttrig-aromatisch. Mit der Butter war es ein aromatischer, fluffiger Traum…

Ossobucco Risotto Milanese


Beim Einkauf war ich offen für Ideen und Inspiration, aber ich hatte auch ein Handicap – seit zwei, drei Jahren bin ich einer derer, die Gichtanfälle bekommt. Man kann leicht sagen, daß es eine Krankheit des Überflusses ist (zuviel Fleisch, Alkohol, etc.), aber das ist nur die halbe Wahrheit. Nur ein Teil der Bevölkerung ist anfällig für Gichtattacken, weil es eigentlich eine genetische Aberration ist. Das Drittel, das darauf achten muss, was es ist, erfährt schmerzhaft die Konsequenzen bestimmten Genusses. Bei mir war das letzte Woche ein Schweinebauch, den ich erst abends, und dann am nächsten Tag als Mittagessen genoss. Am nächsten Morgen wachte ich auf und konnte nicht auftreten. Nach einem Krankentag und viel Ibuflam 600 konnte ich wieder gehen…

Jedenfalls war die Entscheidung, das Ossobucco zu machen, wohlüberlegt. Die zwei letzten Tage habe ich Spaghetti vegetarisch und käsige Sachen gegessen und alles fleischige weit von mir gewiesen. Auch morgen gibt es statt Fleisch Fisch. Wenn das etwas wird, poste ich es vielleicht auch 🙂

Die Kalbsbeinscheiben salzte und pfefferte ich, bevor ich sie in etwas Mehl wälzte und dann abklopfte, damit sie nicht zuviel Mehl hatten.

Sie wurden dann in Olivenöl angebraten, um etwas Kruste zu bekommen. Danach nahm ich sie aus der Pfanne und gab Gemüse, das ich Brunoise geschnitten hatte, hinein. Es handelte sich um Karotten, Selleriewurzel, Knoblauch und Lauch. Das Gemüse briet ich, bis es etwas Farbe nahm, gab dann 5 cm Tomatenmark dazu, mischte es und löschte es mit einem kleinen Schluck Sherry fino ab. Das liess ich einkochen und gab etwa Weisswein dazu. Auch das reduzierte, wonach ich eine Kalbsbrühe dazu gab (etwa 1/4). Danach garte ich die Kalbsbeinscheiben in der Pfanne mit dem Deckel, wobei ich den Deckel immer wieder auf die Seite zog. Sie, die Beinscheiben, brauchten fast genau 90 Minuten.

Die Gremolata, eine würzige Beigabe, konnte ich schon vorher zubereiten, aus Knoblauch, Petersilie und Zitronenabrieb. Ich hatte nochmal bei Google nachgeschaut. Früher hab ich das auch schon einmal gemacht, da war die Gremolata mit Orangenschale parfümiert, was auch besser schmeckte. Aber egal, mit Zitrone war es auch OK.

Für das Risotto schnitt ich erst eine Schalotte ganz klein, briet sie langsam in Olivenöl an, gab dann den Arborio Reis dazu und anschliessend den Schuss Weisswein und den Safran. Danach gab ich immer wieder Hühnerbrühe dazu. Nachdem der Reis zwar noch Biss hatte, aber sonst weich war, gab ich etwa 40 g Butter und die gleiche Menge geraspelten Parmesan dazu. Danach musste ich schnell servieren, weil Risotto keinen Aufschub duldet… Übrigens, sollte das Risotto nicht fliessen, hat es nicht die richtige Konsistenz (man sieht es auf dem Foto ganz gut 🙂 )

Dazu machte ich einen Feldsalat mit einer Kartoffel Essig Vinaigrette mit Senf und Speckwürfeln. Die Kartoffel wird zerdrückt und als Dickmacher für die Sauce benutzt.

Insgesamt sehr sehr lecker, ein Klassiker!

Hähnchen Paprika Mango Basmati


In dieser Woche dachte ich immer wieder an ein Hähnchengericht das ich machen wollte. Es sollte mit Mango kombiniert werden. Beim Einkauf nahm ich ausser einer Hähnchenbrust noch Frühlingszwiebel und eine rote Paprika mit. Basmatireis und die üblichen asiatischen Saucen hatte ich alle daheim, auch eine ziemlich scharfe Peperoni war da.

Ich habe erst spät gelernt, daß speziell Basmatireis gewaschen werden muss, bis das Wasser klar bleibt, damit er fluffig wird und nicht klebt. Dafür gab ich die Menge Reis, die ich kochen wollte, zuerst in ein Sieb über einen kleinen Topf, füllte diesen mit kaltem Wasser und schüttelte das Sieb im Wasser hin und her. Sobald sich das Wasser trübte, erneuerte ich es und brauchte so einige Minuten, bis das Wasser klar blieb. Danach ging es standardmäßig weiter – Reis mit der doppelten Menge gesalzenem Wasser aufkochen, 1 Minute kochen lassen, Temperatur auf das Minimum stellen, Deckel drauf und 20 Minuten ziehen lassen. Perfekt!

Die Hähnchenbrust schnitt ich in bissgerechte Stücke und marinierte sie in Oystersauce, heller Sojasauce, Ponzu und einem Schluck Tawny Port für eine halbe Stunde.

Nachdem ich Frühlingszwiebel, Paprika, Knoblauch, Mango und Peperoni vorbereitet hatte und der Reis fast fertig war, erhitzte ich den Wok mit Rapsöl und einem El Sesamöl. Nachdem er krachend heiss war, gab ich das Gemüse hinein, als es fast gar war, gab ich das Fleisch dazu. Zum Schluss kamen auch die Mangoscheiben dazu. Ich hatte noch frischen Basilikum, das passte sehr gut dazu.

Dann wurde angerichtet und genossen – hat sehr lecker/fruchtig geschmeckt 🙂