Schwertfischcarpaccio Oliven Kapern Amalfi Zitrone


Eigentlich vermutete ich meine sizilianische Fischgeschäftbetreiberfamilie auf ihrer Insel. Heute stellte ich fest, daß der Vater das Geschäft alleine führt, während Tochter und Schwiegersohn die Heimat besuchen dürfen. Sei es ihnen gegönnt.

Als ich sah, daß der Laden geöffnet war, bekam ich sofort Appetit auf ein Schwertfischcarpaccio. Also ging ich hinüber zum Papa und sagte ihm, was ich wollte. Er wiegelte zuerst ab, meinte, der Fisch müsse angefroren sein und eine Maschine zum Aufschneiden bräuchte man auch, aber schliesslich holte er sein schärfstes Messer heraus und fing an mir dünne Tranchen herunter zu schneiden. Wie es inzwischen seine Art ist, gab er mir 2 Scheiben zu den 5 gekauften gratis dazu. Ich hab manchmal den Eindruck, daß ihm gefällt, diesen Tedesco sich am italienischen Repertoire abarbeiten zu sehen. Was würde er sagen, wenn er wüßte, daß der Tedesco eigentlich ein Americano ist? 🙂

Jedenfalls ging ich sehr erfreut nach Hause, um das Carpaccio vorzubereiten. Eigentlich hatte ich vor, die Scheiben ein bisschen auseinander zu walzen, wie man das auch bei Rindercarpaccio machen kann. Bei Fisch funktioniert das nicht so gut, also ließ ich es.

Als Auflage auf die Scheiben gab es die kleinen, sehr guten Oliven (Name vergessen, sollen die besten sein), den Saft und kleine Achtel der Amalfi Zitrone, gutes Olivenöl und Kapern. Dekoriert wurde der Teller mit glatter Petersilie.

Fazit: Obwohl ganz feine Scheiben Schwertfisch im Mund schmelzen und einen größeren Genuss bieten, wenn es darum geht mit einer Gabel möglichst verschiedene Geschmacksrichtungen gleichzeitig aufzuspießen, waren diese etwas dickeren Scheiben auch sehr zart. Mit einer Prise Meersalz aus der Mühle und dem milden Saft der Amalfi Zitrone war es trotzdem sehr gut. Die Portion hätte auch für Zwei gereicht, aber man darf ja nichts verkommen lassen…

 

 

Cannellini Bohnen Suppengrün Schwarzwälder Speck


Gestern auf dem Markt sah ich, daß der Pfälzer Cannellini Bohnen aus eigenem Anbau dabei hatte. Die Bohnen waren schon getrocknet und ich erstand ein Schälchen.

Abends war ich eingeladen, aber ich dachte noch daran die Bohnen in kaltem Wasser einzuweichen.

Heute war es einfach, einen Suppenansatz herzustellen.

Vom Suppengrün nahm ich 2 Karotten, das Stück Sellerie, ein 15 cm langes Stück Lauch, etwas Petersilie, einen Zweig Rosmarin und 2 kleine Knoblauchzehen.

Alles wurde in kleine Stücke geschnitten und in etwas Olivenöl angeschwitzt. Daneben hab ich ein Stück Schwarzwälder Speck von 1 cm Dicke in Würfel geschnitten und mit angebraten.

Dann gab ich 2 Lorbeerblätter dazu, gab die Bohnen hinein und füllte den Topf mit Wasser auf, etwa 5 cm höher als die Bohnen.

Jetzt liess ich alles einmal aufkochen und stellte dann die Hitze klein. Knappe 2 Stunden köchelte die Suppe, danach waren die Bohnen weich.

Etwa die Hälfte der Bohnen und einen Teil der Flüssigkeit pürierte ich mit dem Handmixer und gab diese Masse zurück zur Suppe. Jetzt war sie viel sämiger. Ich mußte zum Würzen Unmengen von Salz dazugeben, aber Bohnen sind Salzfresser 🙂  Vor dem Servieren gab es Petersilie und etwas geriebenen Parmesan drüber.

Die Suppe schmeckt wunderbar, heute und morgen Mittag nochmal.

 

 

 

 

 

Pulpo Salat Auberginen


Es ist wieder Freitag, und obwohl ich nicht religiös bin, denke ich Freitags trotzdem an Fisch 🙂

So auch heute. Ich hatte eine sehr konkrete Vorstellung, was ich wollte, wurde aber auf ganzer Linie enttäuscht, zumindest anfangs.

Mein Fischhändler hatte heute Doraden, Wolfsbarsche, einen großen Seeteufel, einige Seezungen, Jakobsmuscheln und Gamberi. Dazu noch Sepien, Sepiette und Pulpo.

Thunfisch oder Schwertfisch hatte er leider nicht.

Ich nahm dann einen kleinen Tintenfisch mit. Daheim angekommen schaute ich ein paar Videos an, um zu sehen, wie ich ihn am besten sauber mache, nur um festzustellen, daß der Fischmann die Tintenfische wohl schon alle ausgenommen und ihre Kauwerkzeuge entfernt hatte 🙂

Ich hatte mich mit dem Papa im Laden kurz über Zubereitungsarten unterhalten und ihn gefragt, wie sie ihn denn zubereiten. Die Antwort: 25 Minuten leise köcheln, erkalten lassen, Zitrone und Olivenöl.

Im Netz gab es auch von prominenter Seite teilweise sehr verschiedene Aussagen: Teilweise sollte der Tintenfisch 2 Stunden gekocht, dann 1 Stunde gekühlt und dann wieder eine Stunde in Brühe geparkt werden.

Das Rezept des Papas hat gestimmt. Leicht köcheln, 25 Minuten bei einer Größe bis zu einem Kilo, etwas mehr, falls der Pulpo schwerer ist.

Lorbeerblatt und Salz in den Topf mit genug Wasser um den Pulpo schwimmen zu lassen, dann zum kochen bringen, Hitze reduzieren und Pulpo hineingeben, Uhr stellen. Ich hab ihn danach trocken gelegt und ein paar Minuten abkühlen lassen und dann gleich weiter verarbeitet. Die größten Stücke in der Nähe des Körpers hätten vielleicht noch 5 Minuten mehr vertragen, aber fast der ganze Pulpo war sehr zart und sehr lecker.

Dazu gab ich Petersilie, den Saft einer Amalfi-Zitrone und entsprechend Olivenöl, Salz, Pfeffer, Knoblauch, und später am Tisch, Chiliflocken.

Nebenbei richtete ich einen grünen Salat mit Tomaten und angebratenen Auberginenstreifen.

Für die schnitt ich eine Aubergine in Scheiben von 5 mm, salzte sie von beiden Seiten und liess sie ein paar Minuten ziehen. Dann wusch ich das Salz ab und gab die Scheiben ohne Fett in eine sehr heiße Grillpfanne. Nachdem ich sie ein paar Mal gewendet hatte war ein schönes Rautenmuster entstanden, aber ich gab einen Schwenk Olivenöl dazu, den die Auberginen gerne aufnahmen; danach schnitt ich sie in Streifen. Auf den Fotos sind sie nicht gut erkennbar. Auf dem dritten Foto sind sie die hellbraune Masse im grünen Salat.

Es war eine sehr leckere Angelegenheit! Ich hätte mir nur Gäste gewünscht, weil es so gut war und auch so ausgesehen hat.

 

 

 

 

 

Jägerhacksteak Karotten


Heute war es den gabzen Tag bewölkt und ich hatte die Qual der Wahl, was ich denn zum Abendessen machen sollte. Den Temperaturen geschuldet taute ich Rinderhack auf (100g).

Dann benutzte ich meinen Zerbröseler, um Semmelwürfel zu zerkleinern. Darunter mischte ich frische, aber schon angetrocknete Kräuter (Rosmarin, Thymian, Majoran) und zerbröselte sie gleich mit.

Dazu kamen noch gehackte Petersilie, feingewiegte Zwiebel und Knoblauch. Ein Ei gab ich auch noch dazu, außerdem Salz und Pfeffer. Die Masse ergab trotz der relativ schlanken 100 g Rindfleisch doch einen ansehnlichen Klops 🙂  Der wurde dann in meiner Lieblingspfanne, einer Le Creuset von vor 35 Jahren (selbst gekauft 🙂  ) langsam angebraten. Das dauerte schon seine Zeit, weil das Hacksteak doch schon ganz schön dick war.

Die Karotten hatte ich geschält und in Scheiben geschnitten und mit wenig Wasser gedünstet (Salz und Zucker dazu) nachdem sie fertig waren gab ich noch eine gute Prise Petersilie dazu.

Für den „Jäger“teil der Sauce nahm ich 250 g Steinchampignons und schnitt sie in dünnere Scheiben. Die wurden mit Zwiebeln und Knoblauch in Öl angebraten, dann mit 150 ml Rinderfond abgelöscht und dann einreduziert. Zusammen eine deftiges und sehr leckeres Kantinengericht, wobei ich nicht viele Kantinen mehr kenne, die alles frisch machen.

Fazit: Es ist Hausmannskost, aber gut gemachte Hausmannskost schmeckt sehr gut (Es muss ja einen Grund geben, warum solche Gerichte so populär sind).

 

 

 

Lammstelze Karotten


Ich hatte die Stelze schon letztes Wochenende gekauft, mußte sie aber einfrieren, weil ich an einem Abend auswärts war.

Heute liess ich sie wieder auftauen, schön langsam, den ganzen Tag über.

Für die Sauce schnitt ich Würfel von Sellerieknolle, Karotte und roter Zwiebel, dann gab ich noch Knoblauch und Petersilie dazu.

Zuerst briet ich die Stelze, gesalzen und gepfeffert, von allen Seiten an. Dann parkte ich sie zwischen und briet das Gemüse an, um etwas später etwas Tomatenmark dazuzugeben.

Es wurde erst mit Madeira abgelöscht, dann mit Rotweinresten aufgefüllt. Dann die Gemüse-Wein-Mischung als Grundlage in einen Bräter und die Haxe obenauf. Bei 190 C im Ofen dauerte es 50 Minuten, bis die Stelze butterzart war:-)

Dazu machte ich Karotten, die mit Butter, Salz und Zucker und einem Schluck Wasser in einem Topf mit geschlossenem Deckel gedämpft wurden. Nachdem sie fertig waren, verteilte ich großzügig Petersilie darüber.

Was ich vergaß zu fotografieren, war ein ganz altmodischer Gurkensalat mit saurer Sahne, Dill und Zitronensaft.

Die Sauce hab ich noch ein bisschen eingekocht und dann mit Kartoffelmehl abgebunden.

Es war nichts Neues, aber es war so wie es sein sollte. Sehr gut!

 

 

 

 

 

Schweinelende „Saltimbocca“ Gurken Tomaten Feta Salat


Von gestern war noch eine Hälfte der Schweinelende übrig und ich hatte in weiser Voraussicht einen luftgetrockneten Schinken gekauft.

Weil das Rezept kein Original-Saltimbocca ist, entschloss ich mich einen Serranoschinken zu nehmen statt des Parmaschinkens.

Auf dem Markt gestern nahm ich vom Pfälzer einen Bund Salbei mit, und damit hatte ich alle Zutaten für die kleinen Mundspringerle zusammen.

 

Das Fleisch der Lende hab ich in Scheiben von weniger als 1 cm geschnitten und dann plattiert. Dann gewürzt (Salz, Pfeffer) und mit dem Serrano und dem Salbei bedeckt und mit einem Zahnstocher fixiert.

 

Dann wurden die Zutaten für den Salat zurechtgeschnitten.

1/2 Gurke geschält

2 Kirschtomaten in Vierteln

ein paar Würfel Feta

1/2 Jalapeno in kleinen Würfeln

einige Zweige Petersilie

2 El Olivenöl

1 El Condimento Bianco

Salz, Pfeffer

 

Jetzt mußten die Saltimbocca nur noch schnell auf beiden Seiten angebraten werden. Das dauerte gerade 2 Minuten pro Seite. Nachdem ich sie aus der Pfanne auf einen anderen Teller legte, löschte ich die Pfanne mit einem Schluck Weisswein ab und löste die Röststoffe damit, die ich dann über das Fleisch gab.

 

Ein ganz schnelles Gericht, sehr lecker, und passt auch gut zu Kh, wie zum Beispiel zu einem Risotto 🙂

 

 

 

Schweinelende Mangosalsa Spargelbulgur


Es gab noch Lebensmittel von gestern, die verarbeitet werden wollten. Mango und Avocado hatte ich jeweils noch eine Hälfte da.

Eigentlich hatte ich Lust, zu grillen, aber es gab keine grillspezifischen Angebote und der Wetterbericht war auch zweifelhaft…

Also disponierte ich um. Beim Metzger bekam ich eine schöne Schweinelende.

Auf dem Markt fand ich beim Pfälzer tolle glatte Petersilie, bei einem anderen Stand gab es deutschen grünen Spargel, so schlank wie der italienischeund sehr frisch.

Später ging ich noch bei meinem Gemüsehändler vorbei, um mir einen Pfirsich, eine Limette und 2 Jalapenos zu holen.

Damit hatte ich alles zusammen.

 

Ich wollte eine Salsa auf Mangobasis machen und gab dazu noch ein paar andere Zutaten dazu.

1/2 Mango in kleinen Würfeln

1 Pfirsich in kleinen Würfeln

1/2 Avocado in kleinen Würfeln

1 Tomate in kleinen Würfeln

1 kleine rote Zwiebel in feinen Streifen

1 Jalapeno entkernt

Saft einer Limette

Petersilie

Salz

 

Sowohl Mango als auch Pfirsich waren reif und süß, daß der Kontrast zu der Säure der Limette und der Schärfe der Jalapeno ein schöner war.

 

Den Bulgur setzte ich an, indem ich auf eine Einheit Bulgur 1,5 Einheiten gesalzenes Wasser gab. Ich kochte beides im Topf mit Deckel auf und zog es dann vom Feuer.

Dazwischen nahm ich 5 Stangen des Spargels, schälte die Enden, schnitt ihn dann ihn bissgrosse Stücke und briet ihn in Öl mit etwas Salz an. Das dauerte nur wenige Minuten.

Dann zog ich ein paar Zesten von einer Bio-Zitrone, hackte die klein und gab sie, gehackte Petersilie und die Spargelstücke in den Bulgur. Dem gab ich auch noch zwei El Olivenöl dazu.

 

Jetzt schnitt ich 2 Stücke von der Lende, salzte und pfefferte sie und briet sie langsam von allen Seiten an.

Es hat sehr gut geschmeckt, wobei ich ursprünglich die Salsa fürs Fleisch angedacht hatte. Sie hat tatsächlich dann besser zum Bulgur gepasst, weil er dadurch einfach interessanter geschmeckt hat.