Huîtres chaudes à la crème


Morgen gibt es das Festessen. Heute nur eine Kleinigkeit für mich. Aber da es trotzdem ein besonderer Tag ist wollte ich etwas Besonderes machen. Da boten sich die Austern an, die ich vorgestern im Laden sah. Ich hatte verschiedene Gedanken zur Zubereitung wollte aber keinen allzu grossen Aufwand treiben.

Im Larousse gastronomique (englische Erstausgabe 1961, 6. Auflage 1966) fand ich ein Rezept das einfach aber gut klang. Auch die Zutaten lasen sich übersichtlich.

Nachdem ich die 6 Austern geschuckt hatte, gab ich das Fleisch erst in eine kleine Schüssel. Die leeren Unterseiten der Auster setzte ich auf etwas vekrumpelte Alufolie die wiederum auf ein Ofenblech kam. Jede Austernschale bekam einen knappen El Sahne, dann eine Auster, dann ein paar Tropfen geschmolzene Butter und schliesslich ein bisschen Parmesan und Petersilie.

Ich gratinierte sie bei 250 C Oberhitze für 4 Minuten. Diejenigen, die sie nur gar mögen, müssen sich wahrscheinlich 8 Minuten gedulden – diese waren angegart, aber nicht durch 🙂

Sie waren sehr lecker und als Zusatz hatte ich ein kleines Glas Lachskaviar gekauft, das ich auf English Muffin Achteln anrichtete.

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Kalbshaxe Pappardelle Rosenkohl


Beim Metzger fragte ich nach Ossobuco, weil ich keine Scheiben sah. Erst verneinte der Metzger, dann kombinierte er und fragte “Kalbshaxe?”, was ich bejahte. Er wollte nur noch wissen wie dick die Scheiben sein sollten, schappte sich die Haxe im Ganzen und ging ins Hinterzimmer um die Bandsäge anzuwerfen. Er kam mit zwei wunderbaren Ossobuco Scheiben heraus. Damit war das heutige Abendessen gerettet 🙂

Allerdings wollte ich das klassische Rezept etwas abwandeln – kein Safranrisotto, sondern Pappardelle und dazu im Ofen geschmorten Rosenkohl. Dafür gab es aber das wirklich fein geschnittene Röstgemüse, das den Geschmack prägt, und dazu die Gremolata, mit Zitronen- statt Orangenabrieb.

Die Kalbsscheiben wurden gewürzt und mehliert und dann in Rapsöl scharf angebraten. Danach nahm ich sie heraus und gab die sorgfälig als Brunoise klein geschnittenen Gemüse ins Fett. Etwas später gab es etwas Tomatenmark dazu. Ich löschte sowohl mit Port als auch mit Sherry ab und ergänzte mit Weisswein (Rotwein war alle). Das roch so gut und sah schon so gut aus, dass ich komplett vergass, noch eine Dose Tomaten dazuzugeben. Später gab es noch 450 ml Kalbsfond dazu, den ich vorher um die Hälfte reduziert hatte. Noch später, kurz vor dem Servieren, nahm ich das Fleisch heraus und reduzierte die Gemüsesauce noch weiter.

Den Rosenkohl putzte ich, schnitt ihn der Länge nach in 2 Hälften und röstete ihn in einer beschichteten Pfanne mit Olivenöl und Salz, bis die äussere Haut geröstet war. Sehr lecker!

Die Pappardelle kochte ich mit viel Salz im Wasser auf die übliche Art.

Ein sehr leckeres Essen! Es ist ein bisschen viel auf dem Teller, deshalb sieht es nicht so elegant aus.

Ach ja, die Gremolata: Abrieb einer ganzen Bio Zitrone, zwei Knoblauchzehen, ganz klein gewürfelt, Petersilie zu gleichen Teilen.

Wird als Auflage für das Fleisch benutzt und verleiht ihm einen Frische- Kick.


Lamm Fregola sarda Kohlrabi Karotte


Ich fand eine Lammhüfte (die ich schon öfters gemacht habe) und überlegte, wie ich sie kombinieren sollte. Da ich vergessen hatte Kartoffeln einzukaufen, musste ich aus meiner Comfort Zone heraus und mir etwas anderes überlegen. Ich kam auf die Fregola sarda Pasta Kügelchen, weil andere Optionen für mich keinen Reiz hatten (das ändert sich von Tag zu Tag, aber heute war es eben so). Ich hatte mir vor 4-5 Tagen einen Kohlrabi gekauft, den wollte ich verwenden. Ich muss dazu anmerken, dass ich Kohlrabi und andere Winterrüben nicht wirklich mag, also überlegte ich, wie ich das “Erlebnis” verbessern könnte.

Die Fregola wurden in kochendes, gesalzenes Wasser eingestreut. Nach 15-20 Minuten sind sie knapp bissfest, da nahm ich sie heraus und stellte sie beiseite. Später teilte ich zwei Cocktailtomaten in jeweils 8 Stücke, gab sie mit einer zerhackten Zehe Knoblauch in eine heisse Pfanne und liess sie erst ein bisschen schmelzen, bevor ich Thymian, Rosmarin und Cayenne dazu gab. Dann kamen die Fregola dazu, um ihre überschüssige Flüssigkeit zu verlieren und an Geschmack zu gewinnen.

Kohlrabi und Karotten wurden geschält und in Würfel geschnitten, danach wurden sie in Salzwasser bissfest gegart. In einer Pfanne zerliess ich etwas Butter, mehlierte diese und löschte mit Wasser ab. Dazu kam etwas Muskat und dann ein wenig vom Garwasser des Gemüses. Danach salzte und pfefferte ich die Mischung. Old School, aber lecker!

Das Fleisch wurde pariert, dann gewürzt mit Salz und Pfeffer, die Parüren schwitzte ich in der Pfanne an, so brauchte ich kein zusätzliches Öl und hatte gleich den richtigen Geschmack in der Pfanne. Nachdem es von allen Seiten angebraten war schob ich einen Temperaturfühler in die Mitte des Fleischs und gab es bei etwa 140 C in die Röhre, wobei ich noch einen Thymianzweig, ein paar Rosmarinnadeln und ein Lorbeerblatt dazulegte. Insgesamt brauchte die Hüfte 25 Minuten, um die 60 C zu erreichen, während dessen ich den Rest vorbereiten konnte.

Die Sauce: Eine Schalotte und zwei Knoblauchzehen fein hacken, sanft in Butter anschwitzen, dann etwas Tomatenmark dazugeben und mit anschwitzen. 2 cl Port zum löschen nehmen, sobald der verdampft ist, ein Achtel Rotwein dazugeben. Nachdem der ebenfalls diffundiert ist, ein Glas Kalbsfond dazugeben und einkochen lassen. Wenn sie ein Drittel der Flüssigkeit erreicht hat, von der Hitzequelle entfernen und kalte Butterstücke mit dem Schneebesen unterheben.

Eine sehr leckere Angelegenheit! Das Gemüse mit der Mehlschwitze – der Hit. Ich hatte fast vergessen, dass es früher fast immer und mit jedem Gemüse gemacht wurde. Man kann da sehr viel kaschieren und geschmacksgerecht machen 🙂


Linguine Gamberi


Beim Kauf des Pulpo sah ich auch die tollen (und teuren) Gamberi, die im italienischen Fischgeschäft fast immer zu haben sind. Manchmal roh, oft auch schon gegart, und manchmal schon geschält. Heute nahm ich drei geschälte rohe Gamberi mit. Ich dachte zuerst ich kombiniere sie mit dem Pulpo Salat, dann aber dachte ich an zwei Gänge, zuerst den Salat, dann Pasta.

Eine gute Wahl 🙂  Während ich den Salat vertilgte, siedete das Wasser. Nachdem es anfing zu kochen, gab ich einen Rest Linguini dazu und fing an Olivenöl in einer Pfanne zu erhitzen. Dazu kam ein Strang Tomatenmark von 5 cm, der im Öl bruzzelte. Dazu gesellte sich eine klein gehackte Knoblauchzehe und ein Schluck Weisswein..

Die Gamberi hatte ich eine halbe Stunde vorher mit Knoblauch, Petersilie, Olivenöl, Thai-Chili, Salz und Pfeffer eingelegt.

Jetzt löschte ich die Knoblauch-Tomatenmischung mit der Marinade. Ich liess die Gamberi gerade gar werden und nahm sie heraus. Den Rest reduzierte ich jetzt. Nachdem die Linguini gar waren, gab ich sie in die Sauce und legte auch die Gamberi wieder dazu. Dann wurde serviert.

Lecker!


Pulpo Salat


Heute ging ich mal wieder zu meinem italienischen Fischhändler über die Kreuzung. Ich hatte noch keinen Plan, hätte aber gerne wieder einmal einen Wolfsbarsch oder eine Dorade gegessen. Es gab auch beide, aber es gab auch kleine Oktopi von vielleicht 300 g. Und einen Pulpo hatte ich schon lange nicht mehr. Also kaufte ich einen und ging nebenan zum Gemüsehändler um zu schauen, was ich dafür noch brauchen könnte. Ich nahm ein paar rote Zwiebeln mit, eine Selleriestaude? (Selleriestangen) und 2 Jalapeños. Den Rest hatte ich schon daheim.

Die Krake wurde erst geputzt, indem ich den oberen Teil abschnitt, wendete und putzte und dann den Schnabel aus der Mitte herausdrückte. Dann kam der Pulpo in Salzwasser mit 2 Lorbeerblättern, Zitronensaft, einem Schluck Weisswein und 10 Pfefferkörnern. Einmal aufgekocht drehte ich die Hitze auf die unterste Stufe und köchelte ihn eine Stunde. Die Probe, um festzustellen, ob er gar ist, besteht darin mit einem kleinen Messer in einen seiner Beine einzustechen, um zu sehen ob erschon weich ist. Dann nimmt man den Pulpo heraus, schneidet die Tentakel ab und zerteilt die Mitte und auch den Kopf in dünne Streifen.

Angemacht habe ich den abgeschreckten Oktopus mit einer Handvoll glatter Petersilie, einer halben Stange Sellerie in dünnen Scheiben, Saft einer halben Zitrone, 2-3 El Olivenöl, einer Jalapeño, Salz. Pfeffer, Knoblauch und einer roten Zwiebel.

Die Marinade war mit dem nach Hähnchenfleisch schmeckenden Pulpo sehr gut und würzig. Der Pulpo war butterzart, was eine reine Freude war!


Lammhüfte Bulgur Karotten Bohnen


Die Hüfte nahm ich Mittwoch bei Metzger Zorn mit. Daheim hatte ich frische Bohnen und Karotten. Dazu wollte ich Bulgur mit ein paar Einlagen kochen.

Für den Bulgur hackte ich eine Schalotte und eine halbe Knoblauchzehe, ausserdem 4 getrocknete Aprikosen in ganz kleine Würfel und für später ein paar Fetawürfel. Dann briet ich zuerst die Zwiebel und den Knoblauch, gab die Aprikosen dazu und dann Cranberries, den Bulgur und eine Tasse Wasser.

Einmal aufkochen und ich stellte die Hitze aus. Nach etwa 10 Minuten war der Bulgur gut, und der Feta kam mit hinein.

Karotten und Bohnen kamen beide ins gleiche Salzwasser und verblieben, bis sie gar waren. Danach hab ich sie warmgestellt.

Die Lammhüfte wurde mit Salz und Pfeffer gewürzt, dann von allen Seiten scharf angebraten, kurz herausgenommen, damit ich wieder Schalotte und Knoblauch anbraten könnte, dann mit wenig Port und später mit etwas mehr Rotwein abgelöscht, Thymian und Rosmarin dazu, das Lamm auch wieder und in den Ofen damit, mit einem Temperaturfühler (59 C)

Nach dem Klingeln das Lamm herausgenommen, warm gestellt, Sauce abgeschmeckt, Bulgur, Gemüse und das aufgeschnittene Lamm aufgetragen, die Sauce napiert und die gante Chose fotografiert 🙂

Anmerkung: Es ist natürlich keine vollwertige Sauce. Dafür aber ist sie ein Traum! Als die Sauce kurz vor dem idealen Einkochpunkt war, zog ich die Pfanne auf eine kalte Platte und rührte noch ein gutes Stück Butter hinein.

Jetzt war die Sauce gut! Zum Lamm passte sie perfekt-durch die Kräuter mediterran und lecker.

Der Bulgur soll hier nicht ohne Kritik bleiben. Ich mag Bulgur wegen seiner Anpassungsfähigkeit. Hier waren kleine Aprikosenstücke, Schalotten und Knoblauch, aber auch Feta mit dabei. Ich hatte 4 Aprikosenscheiben kleingeschnitten, aber die Süsse war erst nicht bemerkbar. Den Feta hab ich allerdings leicht herausgeschmeckt. Die Cranberries gab ich auch zu Anfang mit dazu und sorgte mich ein bisschen, weil sie pur eigentlich ziemlich sauer sind (Niemand isst ungesüsste Cranberries!), aber sie fanden Süsse beim Bulgur, oder bei den Aprikosen und die Mischung schmeckte süss-säuerlich mit sehr angenehmen fruchtigen Komponenten 🙂

Hähnchen Harissa Paprika Zwiebel Tomate Kartoffel


Auf dem Markt gab es ein freilaufendes Maishähnchen. Vom Pfälzer bekam ich wunderschöne Spitzpaprika, im eigenen Garten gezogen und sehr ungewöhnlich aussehend. Die Paprika changierten von Gelb über Orange ins Grüne und ins Rote, dabei schlängelten sie sich wie…na ja, Schlangen.

Ich nahm auch ein paar grosse Zwiebeln mit, Tomaten und Kartoffeln hatte ich noch Zuhause. Im Internet liess ich mich inspirieren und traf fast sofort auf ein Rezept von Jamie Oliver, aus seinem Buch “5 Ingredients” oder so ähnlich. In seiner unnachahmlichen Art riss er das Gemüse mit den Händen auseinander, würzte überschwänglich und tat im allgemeinen so, als müsste das jeder wissen, der älter als 8 Jahre ist.

Ich nahm trotzdem ein, zwei Inspirationen aus dem youtube Auftritt mit: Harissa. Ich hatte noch eine uralte Tube, die aber noch OK schien (und jetzt, eine Stunde später ist immer noch alles gut), die ich mit Olivenöl und Limettensaft mischte, um sie streichfähig zu machen.

Oliver knetet das Gemüse mit dem Harissa durch, teilt das Hähnchen dann der Länge nach in zwei Hälften und legt die, wieder mit Harissa beschmiert, aufs Gemüse.

Ich nahm nur beim Gemüse meine Hände, beim Fleisch, das ich auch zerteilt hatte, nahm ich einen Pinsel.

Statt Olivenöl und Essig zu nehmen, um das Gemüse zusätzlich zuwürzen, nahm ich stattdessen eine Zitrone mit dem Olivenöl, das aber auch zu diesem süss-sauren Effekt führte. Jamie Oliver sorgte bei seiner Version für den Aha Moment, indem er mit frischer Minze würzte. Der Markt war für mich da schon geschlossen – ich beliess es bei Petersilie.

Das Hähnchen drehte ich nach 25 Minuten und dann nach 50 Minuten um, dann bekam es noch 8 Minuten, um die Haut kross zu machen.

Fazit: Harissa ist eine nordafrikanische Paste aus Jalapeños, Cumin und wahrscheinlich Öl. Sie entwickelt einen schönen Geschmack, der eher würzig als scharf ist (nicht falsch verstehen – sie ist scharf, aber um so mehr ist sie aromatisch. Die Schärfe ist nicht ihr Hauptmerkmal). Ich hab sie noch nie für ein Hähnchen verwendet und würde es wieder tun. Auch das massierte Gemüse wurde dadurch sehr angenehm pikant.