Kaninchen Blumenkohl Kartoffelwaffel


Heute morgen war ich wieder auf dem Markt. Letzte Woche hatte ich keine Zeit, umso mehr freute ich mich heute. Das Wetter war super, und nachdem ich meine Runde gedreht hatte und am Käsestand anstand und auch dran war, sagte mir die nette Fachverkäuferin, ich müßte noch warten, der Chef wollte mich bedienen 🙂 Ein schöner Tag ist das! Herr Ruf hatte kurz darauf Zeit für mich und es folgte ein sehr nettes Hin und Her. Er zeigte mir 3 Neuzugänge, alles a la ferme Käse, die allesamt wunderbar schmeckten (weil ich da immer alles probieren darf). Insgesamt nahm ich 4 Käse mit nach Hause, und ein Stück gab es als Beigabe aufs Haus dazu. Sehr schön.
Daneben kaufte ich wieder meine Lieblingseier – Bio Freiland und besonders groß. Da der Stand auch Geflügel und Enten, Stallhasen und Lamm verkauft, schaute ich das Angebot durch und entschied mich für Kaninchenkeulen.
An einem anderen Stand fand ich (schon) Pfifferlinge, von denen ich 100 g mitnahm. Am gleichen Stand sah ich einen absolut frischen, nicht zu großen Blumenkohl. Ich wollte schon lange wieder einmal Blumenkohl im Ofen rösten, und heute war es soweit.

Die einzelnen Elemente:
Kaninchenkeulen wurden gesalzen und gepfeffert, in einer Pfanne auf beiden Seiten scharf angebraten und ins Rohr geschoben. Ich hab schon öfters erwähnt, dass mein Ofen viel heisser als die angegebene Temperatur ist – bei 160 C hat der Ofen geraucht, also hab ich ihn auf 120 C eingestellt 🙂 (das kann eigentlich nicht sein…)

Blumenkohl gab ich, in Röschen aufgebrochen, mit etwas Olivenöl in meine kleine Le Creuset Pfanne (die als einzige neben die andere Pfanne auf einer Ebene im Ofen passt). Gewürzt habe ich die Röschen mit Salz und Baharat Gewürz, das ich jetzt schon einige Male verwendet habe und dessen Aromatik mir gefällt, gerade bei Gemüse, das an sich starke Gewürze vertragen kann, wie Blumenkohl eben.

Kartoffeln, 3 Stück wurden auf der groben Reibe gerieben und mit Salz, Pfeffer und Petersilie gewürzt und mit einem Ei vermengt. Ich stellte mein Waffeleisen auf und gab, als es heiß genug war, die Masse in die Waffelflächen. Kartoffelwaffeln verhalten sich anders als Waffel- oder Pfannkuchenteige – man muß sie viel länger drin lassen, also etwa 5mal so lang. Das Gute ist, daß sie trotzdem nicht zu dunkel werden. Nachdem ich sie aus dem Eisen herausgenommen hatte, gab ich sie zur Sicherheit zum nachgaren in den Ofen.

Die Pfifferlinge briet ich ganz klassisch in Butter an, würzte sie dann mit Salz und Pfeffer und gab wieder etwas Petersilie dazu.

Die Sauce hatte ich schon im Kopf, als ich die Kaninchenkeulen kaufte: Eine Zitronensauce mit Kapern und Salbei.
Dazu schmolz ich ein gutes Stück Butter, gab etwas Mehl dazu, liess das ein paar Minuten vor sich hinschwitzen, löschte mit weissem Port (ein Schnapsglas) und direkt danach mit Riesling (ein Weinglas) ab, kochte es einen Moment ein und rührte wie der Teufel, um Klumpen zu vermeiden. Danach gab es ein Glas Hühnerfond dazu und ich kochte das alles ein. Jetzt gab ich einen Tl Zitronenabrieb und den Saft einer halben Zitrone dazu, ausserdem das älteste der Salbeiblätter 🙂 (Vor meiner Tür ist ein Topf, der vor 3 Jahren einen Salbeibusch beherbergte. Jedes Jahr sieht er im Spätjahr/Winter aus, als wäre er gestorben, jeden Sommer steht er wieder auf. Heute hab ich ihn dieses Jahr das erste Mal entdeckt – da hatte er sehr gesunde Triebe. Aber die untersten Blätter hatte er schon vorher ausgetrieben und die sind dunkler und intensiver). Die restlichen gepflückten Blätter schnitt ich in Streifen, um sie später dazu zu geben.
Die Sauce war ein (italienischer) Traum: keine Sahne, nur wenig Dickmittel, Abrieb und Saft der Zitrone, Kapern und Salbei-sehr lecker!

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Gefüllte Hähnchenbrust Fregola Sarde Spargel Tomate


Heute hatte ich Lust, eine Hähnchenbrust zu füllen. Ich hatte für den Rest eigentlich noch keinen Plan, ging also zuerst einkaufen. Dort fand ich auch Bacon, den ich auch mitnahm.
Später bei meinem Gemüsehändler kaufte ich Basilikum, Schnittlauch, eine Tomate und drei Stangen Spargel.

Die Reihenfolge:
Fregola Sarde gar kochen, mit Petersilie, Salz, Pfeffer und Olivenöl abschmecken
Spargel schälen, kochen mit einer Prise Zucker und Salz
Hähnchenbrust aufschneiden und zwar das obere Drittel. Nicht ganz durchschneiden, sondern jetzt 1/3 tieferschneiden und den Weg zurück. Dadurch wird die Fläche verdreifacht wie bei einer Roulade.
Aufklappen, mit Stiften mittelalten Comte und Basilikumblättern füllen, aufrollen und 5 Scheiben Bacon drüberdrapieren und auf der Rückseite zusammenfügen.
Auf der Naht anbraten, damit sie sich nicht mehr öffnet, umdrehen, auch anbraten, die Tomate halbieren, auf der Schnittfläche anbraten und beides in einer Pfanne in den Ofen schieben, bei 160 C.
Das dauert etwa 12 Minuten.
Jetzt den Spargel mit einem Stück Butter aufwärmen, anrichten, Tomate dazulegen, Fregola Sarde ausstreuen, die Hähnchenbrust aufschneiden und auf die Fregola legen.
Mit Petersilie und Schnittlauch bestreuen und geniessen 🙂

Rinderbrühe Maultaschen


Im Laden (REWE) sah ich eine neue Linie Maultaschen, die ich noch nicht kannte. Es ist schwer, gute Maultaschen selbst zu machen, wenn man keinen Metzger kennt, der einem Brät verkauft. Die schwäbischen Damen die ich kenne, halten sich alle ihren Metzger warm (funktioniert aber nur auf dem Land).

Deshalb kaufe ich ab und zu kommerzielle oder auch selbstgemachte vom Metzger. Da gibt es aber Unterschiede, die oft sehr stark sind. Zum Beispiel gibt es in Pforzheim fast nur gerollte bei Metzgern zu kaufen, die sind aber an den Seiten offen – was in Karlsruhe oder Stuttgart anders ist (Seiten geschlossen). Die normalen Kissen gibt es hier nicht und das Brät schmeckt nach Fleischkäs.

Jedenfalls waren die heute recht gut, mit einem Brät, das etwas grober als bei Bürger war, aber gut und authentisch geschmeckt hat. In anderen Worten, die waren nicht selbst gemacht 🙂

 

Die Brühe wollte ich allerdings selbst machen:

500 g Suppenfleisch vom Rind

3 große Karotten

5 Kirschtomaten

1 Stück Selleriewurzel (150 g)

15 cm dicker Lauch

eine kleine Handvoll Petersilie

1 Zweig Liebstöckel, Schnittlauch

5 Pfefferkörner, 2 Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer

 

Die Methode ist bei Heston Blumenthal abgeschaut: Erst wird das Rind in 2 l kaltem Wasser, den Lorbeerblättern und den Pfefferkörnern eine Stunde im Drucktopf gegart (bis zum Dampfpunkt erhitzen, Hitze soweit reduzieren, daß nur noch wenig Überdruck besteht). Dann soweit abkühlen lassen, den Topf aufmachen und das Gemüse etwas zerkleinert dazugeben und wieder eine Stunde bei leichtem Überdruck garen.

Etwas einkochen, 2 frische Karotten in Scheiben mitgaren, das Fleisch zerzupfen und dazugeben und salzen und pfeffern.

Maultaschen langsam in Butter anbraten, in Scheiben schneiden. Brühe darüber geben, mit Schnittlauch bestreuen. Fertig!

 

 

 

 

 

Hähnchenschlegel Bulgur Rotkrautsalat Aprikosenchutney


Der Schlegel stammt vom guten Hähnchen und musste nur noch im Ofen erwärmt werden.

Dazu gab es den Rotkrautsalat von vor zwei Tagen (der zum Pulled Beef).

Neu war das “Chutney”, kein ganz echtes Chutney, aber eine leckere Kombination aus Elementen, die teilweise auch im Chutney zu finden sind.

Chutney:

1 Aprikose, reif, in Würfeln

3 Frühlingszwiebel, nur das Weisse, in Stückchen

Petersilie

1 Jalapeño, in kleinen Stückchen

1 Schluck Rosé

 

Bulgur:

Bulgur 1/2 Tasse mit einer Tasse Wasser aufkochen, Hitze ausstellen, ziehen lassen,

Baharatgewürz dazugeben 1/2 Tl  (Baharat aus Libanon, Jordanien, Syrien, Israel besteht aus Koriander, Paprika, Kreuzkümmel, Chili, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss, Nelken, Kardamom und Zimt)

Gewürz gab ein orientalisches, leicht süßliches Aroma mit – sehr angenehm!

 

Insgesamt ein sehr stimmiges Gericht. Das Chutney hat auch sehr schön zum Bulgur gepasst, die Jalapeño hatte zwar eine gewisse Schärfe, aber nicht, wo sie gestört hätte.

Zum Verhältnis Huhn und Pfirsich brauch ich nichts zu sagen – Gerichte von Spanien über Frankreich über den Orient bis nach Indien sprechen eine klare Sprache 🙂

Der Rotkrautsalat gab den nötigen Crunch dazu, was will man mehr?

 

 

 

 

 

Hähnchenbrust Kiev grüner Spargel Drillinge


Ich hab eben nochmal nachgeschaut: Es gibt kein verbrieftes Recht, die gefüllte Brust in der Ukraine anzusiedeln, obwohl die Ukraine gerne darauf hinweist, dass sie die Erfinder waren. Das ist aber strittig.

Klassischerweise wird Dill genommen, um die Butter anzureichern, mit der die Hähnchenbrust (im Original eine Suprême, also eine Brust mit Flügel) gefüllt wird. Aber das wird wohl schon lange variiert.

Meine eigene Variante hatte Kerbel, glatte Petersilie und etwas Schnittlauch in der Butter. Ich schnitt ein kleines Loch in den Rand der Brust und formte aus der Kräuterbutter dünne Würste, die ich dann relativ einfach hineinschieben konnte. Dann wurde erst mit Mehl, dann 2x mit Ei und Panko paniert. Kein Wunder, dass die Brust später so riesig ausschaute! Anfangs hatte sie gerade mal 200 g.

Dazu gab es meinen ersten deutschen grünen Spargel (himmlisch! So viel besser als die ausländischen-weil viel frischer!) und noch ein paar Drillinge, kleine Kartoffeln in der Schale mit richtig viel Geschmack-zuerst gegart und dann in Olivenöl, Rosmarin und Thymian geschwenkt.

Für ein Freitagessen war es ziemlich genial 🙂

 

 

 

 

 

Cefüllte Cajun Champignons


Es ist schwierig manche Cajun Rezepte direkt zu übernehmen, weil die Zutaten hier nicht zu haben sind. Dazu gehört Tasso Schinken, der eigentlich kein Schinken ist, sondern aus fettigem Halsfleisch gemacht wird. Oder Andouille, die man als eine Art von Blutwurst aus Frankreich zu kennen glaubt, nur um festzustellen, daß sie in Louisiana ganz anders hergestellt wird.

Trotz dieser Schwierigkeiten, sind die Rezepturen der Cajun Küche deftig genug um davon ausgehen zu können, daß man relativ nah ans Original kommen kann.

Ich hab diese gefüllten Champignons früher schon ein paar Mal gemacht, und immer mit viel Applaus, denn sie eignen sich hervorragend als Amuse Bouche oder kleines Häppchen. Ausserdem sind sie sehr leicht herzustellen 🙂

250 g braune Champignons, größer ist besser

2 Scheiben gekochter Schinken, in kleinen Würfeln

1 Schalotte, 1 Knoblauch, beides fein gewiegt

4 El Brotkrumen

1/2 Tl Cayenne

die kleingehackten Stiele der Champignons

eine schöne Nuss Butter (40 g)

Petersilie, fein gewiegt

Salz, Pfeffer

Alles anbraten und danach in die Champignons füllen. Mit Parmesan bestreuen, 15 Minuten überbacken.

Mit Schnittlauch dekorieren.

Sehr zu empfehlen!

 

 

 

 

 

Fregola sarde Paprika Ananas Schweinelende


Im Stau überlegte Ich schon, nicht was, sondern wo ich einkaufen gehen könnte, ohne große Umwege zu fahren. Ich fand einen Edeka und kaufte eine Schweinelende. Später gab es beim Gemüsehändler eine wunderschöne Paprika und eine Ananas. Auch kaufte ich Petersilie und Minze.

Daheim gab es 2 gemörserte Chilis, eine Schalotte und eine Knoblauchzehe.

Von der Lende nahm ich 150 g und schnitt es in Stücke wie beim Gulasch. Sie wurden gepfeffert und gesalzen. Jetzt schnitt ich die Außenhaut von der Ananashälfte ab und dann diese Hälfte der Ananas.

Auf die andere Seite gedreht entfernte ich den Strunk und schnitt sie längs in 3 Stücke, um sie quer in bissgerechte Stücke zu teilen. Die schöne Paprika zerteilte ich auch in Stückchen.

In meinem Wok achtete ich erst auf eine heisse Temperatur, dann wurden erst Schalotte und Knoblauch, kurz danach der Paprika und dann der Ananas dazugegeben. Nachdem das Röststoffe entwickelt hatte, gab ich das Fleisch dazu, wobei ich auch die 2 gemörserten Chilischoten dazugab.

Davor hatte ich 70 g Fregola Sarde  in kochendes Wasser gegeben und kochte sie mit Salz, bis sie knapp bissfest waren. Dann schüttete ich sie ab und gab sie mit einem Spritzer Olivenöl in ein Behältnis, damit sie nicht aneinanderkleben.

Nachdem ich die Petersilie und die Minze, die ich vorher kleingehackt hatte, in die Paprika Ananas Schweinelenden Mischung gegeben hatte, schwenkte ich alles nochmal durch und parkte es auf einem Teller zwischen. Jetzt gab ich die Fregola nochmal ganz kurz in die Pfanne, um alles dann sogleich anzurichten.

Fazit: Sehr lecker! Es braucht keine Sauce, aber wer unbedingt etwas zum Dippen haben will, kann sich ein Tzatziki oder eine zitronige Joghurt oder Quarksauce zusammenrühren, das würde gut passen.

Auch würde Reis oder Bulgur statt den Fregola gehen, auch mit Curry oder kaukasischen Gewürzen. ich mochte es aber gut, genauso wie es war.