Pappardelle Steinpilze


Als Hauptgang gab es am Dienstag die schon öfters vorgestellten Steinpilze zur Pasta, wobei diese aus Pappardelle bestand (für meine Begriffe die perfekte Pasta für den Pilz, weil sie ein großes Mundgefühl vermittelt, und das wiederum passt zu dem mächtigen Pilz 🙂 ).

Pasta wird wohl jeder kochen können.

Für die Sauce (3 Personen)

Zuerst: Es geht immer besser. Wer seinen eigenen Kalbsfond herstellt, hat die besten Karten. Aber hier ist eine gute Variante, ohne sich in Schulden zu stürzen, und relativ schnell ist sie auch. Und sie schmeckt sehr gut

3/4 Glas Kalbsfond aus dem Glas

1 Schalotte feinst gewürfelt

1/4 Knoblauchzehe ebenso fein

In gutem Olivenöl sanft anbraten

3/4 der geputzten Pilze mit anbraten

mit 2 cl Porto fino ablöschen, reduzieren

2 cl Weisswein dazu, reduzieren

den Kalbsfond dazugeben, auf 1/4 reduzieren

erst dann salzen

Ich hab 3 kleine Pilze zurückgehalten und den Rest der Pilze jetzt zum Ragout gegeben. Die 3 Pilze hab ich getrennt in Olivenöl angebraten und als Krone auf die Pasta gesetzt.

Eine kleine Handvoll glatter Petersilie fein hacken.

Wenn die Pasta soweit ist, sie auf Tellern anrichten und über jede Portion eine Kelle Steinpilze mit Sud geben. Petersilie drüberstreuen,

Parmesan vorraspeln und auf den Tisch stellen.

Fertig.

 

 

 

 

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Fusili Lunghi Totentrompeten Speck


Am Samstag fand ich im Gemüseladen gegenüber Totentrompeten, ein Pilz, der mit dem Pfifferling verwandt ist. Er ist grau bis schwarz und er hat einen erdigeren, waldigeren Geschmack.

Ich hatte noch Speckwürfel im Haus und entschloss mich, die mit einer fein gehackten Schalotte und einer ebenfalls fein zerteilten Knobolauchzehe in Olivenöl anzubraten. Danach gab ich die geputzten Pilze dazu. Hier muß man ein wenig aufpassen: Wo ein Pfifferling einen Stiel hat, gibt es bei der Totentrompete eine Röhre, in der sich gerne kleine Insekten verstecken. Also hab ich alle Röhren längs aufgeschnitten, um zu sehen, ob sich etwas darin befindet.

Nach den Pilzen gab ich etwa 50 ml Kalbsfond dazu (aus dem Glas). Ich hab leider schon eine Weile keinen Kalbsfond mehr aufgesetzt, muß ich mir vor Weihnachten wieder vornehmen.

Insgesamt gab ich 150 ml Kalbsfond nach und nach dazu. Eine kleine Handvoll gehackter Petersilie kam auch noch dazu.

Nachdem es etwas eingekocht und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt worden war, konnte es mit den gar gekochten Fusili lunghi serviert werden. Dann gab es noch etwas Parmesan darüber.

Der Geschmack steht den Steinpilzen in nichts nach, lediglich die Richtung ist etwas anders. Wo die Steinpilze das volle Umami-Programm fahren, speziell, wenn auch getrocknete Steinpilze verwendet werden, sind die Totentrompeten die Pilze, die vom Herbst auf den Winter zeigen. Diese intensiven waldigen und dann auch erdigen Noten sind zutiefst befriedigend durch ihre Vielzahl an Geschmackstönen (Ich kann es leider nicht rationaler beschreiben). Wer also die Möglichkeit hat frische oder auch getrocknete Totentrompeten zu bekommen, und Pilze mag, sollte sie mal ausprobieren – es lohnt sich wirklich!

 

 

 

 

 

Spaghetti Steinpilze


Ich habe schon öfters probiert, an mein Vorbild für dieses Gericht heranzukommen: Stefano und Massimo, die beiden Köche im Pomodoro in Karlsruhe. Dort gibt es mit minimalem Aufwand unglaublich leckere Steinpilzpasta (ich glaub selbstgemachte Trofie), die ich schon mehrmals nachzumachen versuchte und immer daran scheiterte.

Heute allerdings kam ich in die Nähe des Rezepts.

Ich hatte 5 schöne kleine Steinpilze, wovon ich 4 in Würfel schnitt, und einen den ich viertelte.

1 Schalotte

1 kleine Knoblauchzehe

1/3 Glas Kalbsfond

Petersilie

Steinpilze zerkleinert

Steinpilzpulver

Parmesan

Spaghetti

 

Die Spaghetti kommen in gut gesalzenes Kochwasser. Die Schalotte und der Knoblauch werden in gut Olivenöl angeschwitzt, dann kommen die Steinpilze dazu, dann der Fond in kleinen Schlücken und danach ein 1/4 Tl Steinpilzpulver (selbstgemacht).

Dazwischen kommt ein Teil der Petersilie dazu. Der Fond wird eingekocht und mit mehr Fond aufgefrischt.

Wenn die Spaghetti fertig sind, in der Steinpilz/Fond Mischung schwenken, restliche Petersilie drüberstreuen, Foto machen und dann den Parmesan drübergeben.

Lecker!

 

 

 

 

 

Hähnchenbrust Fusilli Lunghi Paprikasauce


Nach einer Grillorgie gestern, von der es wohlweislich keine Fotodokumente gibt, war eine Schale mit zwei Hähnchenbrüsten elsässischer Provenienz übrig. Da mein Froster keinen Platz mehr hat, mußte ich die beiden Brüstchen heute verwenden. Ich hatte noch eine rote und eine halbe gelbe Paprika da, zusammen mit einem halben Dutzend Kirschtomaten. Die Paprika schnitt ich in Würfel und briet sie mit einer Jalapeno, einer Schalotte und 2 Zehen Knoblauch an. Nachdem die Stücke weicher geworden waren gab ich einen Schluck Weisswein dazu. Ein paar Minuten später gab ich das Gemüse in einen hohen Topf und pürierte alles nicht zu fein. Jetzt kam eine Handvoll Speckwürfel (30 g) in die Pfanne, die rösch gebraten wurden. Dazu gab es 5 cm Tomatenmark, das ich mit anbriet. Das wurde mit dem Paprikapüree abgelöscht und ein wenig reduziert. Danach gab ich ein paar zerzupfte Basilikumblatter und etwas Majoran dazu.

Die Hähnchenbrüste wurden in Olivenöl angebraten, wobei ich ein paar Zitronenscheiben und zwei Rosmarinzweige als Aromaten dazugab. Ich liess die Brüste langsam auf beiden Seiten garen und schob sie anschliessend noch 10 Minuten in den Ofen bei 180 C.

Daneben kochte ich die Fusilli Lunghi, eine Pastasorte, die ich sehr selten habe, die mir aber sehr gut beim Essen gefiel. Nachdem die Fusilli gar waren, schwenkte ich sie in einem Löffel Paprikasauce und gab nochmal Basilikum und Parmesan dazu.

Die Sauce ist eine Variante der „Amatriciana“, einer Sauce aus dem Latium in Italien. Im Original sind es nicht gewöhnliche Speckwürfel es ist Guanciale, der Speck aus der Schweinebacke. Die Peperoncini ersetzen die Jalapeno, und die Paprika gibt es im Original nicht. Trotzdem hat es eine Erinnerung daran und es war richtig lecker!

 

 

 

 

 

 

 

Karamellisierte Spare Ribs Spargel Reis


Ich hatte gestern beim Metzger auch eine Seite Spare Ribs mitgenommen und dachte eigentlich mit dem Hähnchen auf den Grill legen, was aber dann wegen der besonderen Grillanordnung doch nicht ging.

Also stöberte ich heute im Netz und fand eine vietnamesische Variante, die mir gefiel: Suon ram man oder karamellisierte Rippchenteile.

Ich mußte etwas improvisieren, weil nicht alles im Haus war, aber es wurde glaub ich ähnlich.

Zuerst muß man die Ribs vom Strang schneiden, dann in zwei Hälften hacken (zuerst die eine, dann die andere Seite anhacken, dann auseinanderbrechen), am besten mit einem Hackbeil oder einem großen Messer.

Dann werden sie 15 Minuten gewässert, um Unreinheiten zu beseitigen.

Jetzt wird gewürzt mit 1 Tl Salz, frischem Pfeffer, fein gehackter Frühlingszwiebel und Knoblauch. Ich hatte keine Frühlingszwiebel und nahm stattdessen eine Schalotte und Ingwer. Alles mit den abgetropften Ribs vermischen und 15 Minuten ziehen lassen.

In einer Sauteuse 2 El Öl (Raps) erhitzen lassen, einen El Zucker dazugeben und karamellisieren, dann das Fleisch dazugeben und anbraten, bis das Fleisch nicht mehr rosa ist.

Dann wird mit einer Tasse Wasser (oder Kokosmilch oder -wasser) auffüllen und mit Deckel 25 Minuten garen. Immer wieder mal nachschauen, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist.

Dann den Deckel abnehmen und weitere 25 Minuten langsam einkochen. Ganz am Schluß einen Tl Fischsauce dazugeben und verrühren. Wenn zur Hand, mit Frühlingszwiebelstreifen, Sesamsaat oder Koriander garnieren.

Ich hatte nichts davon da, lecker waren sie aber trotzdem 🙂

Bei mir gab es Basmatireis und grüne Spargel dazu. Die hatte ich zuerst kleiner geschnitten, dann 7 Minuten gedämpft, kalt geschwenkt wegen der Farbe und am Schluß kurz in Butter geschwenkt.

Gibt es mal wieder!

 

 

 

 

Schweinelende Toast Appenzeller Sauce Salat


Das hier ist eine „Herrentoast“ Variante, wobei mir beim Nachschauen auffiel, daß viele (Gastronomen) eine Sauce Bearnaise (und Käse) benutzen, um die Lendchen zu überbacken.

Ich begnügte mich mit einer Handvoll Appenzeller, dem letzten Rest vom Schützenfest 🙂

Bearnaise, Hollandaise etc. sind mir allgemein zu fett und werden nur ausnahmsweise hergestellt, zum Beispiel für einen Gast zur Spargelzeit. Und auf ein gutes Steak kommt mir nichts außer Salz, bestimmt aber keine Bearnaise (das ist echt eine Unsitte…!)

Aber selten kann man ja etwas gratinieren, und ich war dabei zu überlegen, was ich mit dem Rest Appenzeller anfange, den ich jetzt schon zweimal verwendet habe.

Früher gab es Varianten des Herrentoasts in Restaurants, in denen man auch kleinere Gerichte bestellen konnte, und das war so eines.

Eine Zutat, die fast zwingend dazugehört, aber die ich nicht im Haus hatte, sind Champignons. Sie machen aus dem Gericht ein „Jäger“ oder „Chasseur“ und ganz allgemein auch interessanter, weil es eine weitere Textur mit eigenem Geschmack hinzufügt.

Jedenfalls wurden die Mignons erst zugeschnitten, dann gesalzen, dann scharf angebraten. Ich hab sie dann aus der Pfanne auf einen Teller geräumt, während die Schalotte und der Knoblauch in der Pfanne angeschwitzt wurde. Dazu kam ein El Tomatenmark und dann (wie auch sonst?) ein Schluck Port und ein guter Schluck Weisswein. Das wurde gewürzt, die Lendchen kamen zurück in die Pfanne, um ein bißchen nachzuziehen. Danach gab ich die getoastete Scheibe auf einen Teller, platzierte 3 Lendchen darauf, gab den Käse drüber und steckte den Teller in den auf 200 C vorgeheizten Ofen, der auf der Grillstufe stand. Es brauchte vielleicht 5 Minuten, um den Käse zu schmelzen, danach konnte ich servieren. Die Sauce wurde in der Zeit, die der Teller im Ofen verbrachte, noch etwas eingedickt. Sehr intensiv, wurde sie danach dazugegeben.

Dazu gab es einen Romano Salat mit Tomaten mit meiner üblichen Senf-Knoblauchsauce.

Lecker!

 

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beilagensalat

Steinpilze Serviettenknödel


Nachdem der Serviettenknödel gestern so gut geklappt hat und ich 2 Portionen mit dem Wildschwein eingefroren habe, wollte ich heute den Rest, 3 mittlere Scheiben, verwerten.

Oli hat gestern schon erwähnt, daß sie angebraten sehr lecker sind, und genau das hab ich gemacht.

Ich hab allerdings vor 3 Tagen gesehen, daß der teure Russe sehr schöne Steinpilze hatte und ging heute kurz dort vorbei.

Die Damen dort sind alle nett, aber eine kümmert sich immer gerne um mich. Sie suchte erst von den Steinpilzen, die noch da waren die Besten aus, dann aber sagte sie, daß das alles nicht gut genug für mich sei und verschwand kurz. Als sie aus dem Keller zurückkam, hatte sie wunderschöne frische Steinpilze dabei, deren Lamellen kein bißchen grün waren. Ich weiß zwar nicht, womit ich das verdient habe, nahm trotzdem sehr gerne viel zu viel für mein Abendessen mit (insgesamt 5 mittlere Steinpilze von etwas mehr als 130 g).

Für mein Essen brauchte ich

Butter

1 Schalotte

1 Knoblauchzehe

2 El Petersilie

Steinpilze, 2 davon in kleine Stückchen geschnitten

20 g Speckwürfel

1/3 Becher Sahne

1/4 Tl Steinpilzpulver

ein kleiner Schluck Weisswein

 

In meiner beschichteten Pfanne briet ich die Serviettenknödelscheiben langsam an. In meiner kleinen Le Creuset Pfanne (die ich schon über 30 Jahre habe) wurden erst Schalotten und Knoblauch in Butter angedünstet, dann kamen die kleingehackten Steinpilze dazu, wie auch eine Prise Salz. Jetzt fand ich für die 3 übrigen Pilze ein Plätzchen mit direktem Kontakt zum Pfannenboden, goß den Schluck Wein dazu, ließ ihn etwas reduzieren und gab dann die Sahne dazu. Jetzt kam der Deckel drauf und die Temperatur wurde auf Stufe 2 von 6 langsam geschmort, damit die großen Pilze auch gar würden. Nach etwa 10 Minuten war es soweit – Pilze gar, Sahne schön eingedickt, intensiver Geschmack, nur noch die Petersilie dazu geben und servieren. Die Knödelscheiben waren schön rösch – knackig.

Es hat super geschmeckt! Mit den Milchprodukten wird es nie vegan, aber die Speckwürfel kann man gut weglassen, dann ist es eine superleckere vegetarische Mahlzeit, die auch gerne als Zwischengang für ein Festessen gemacht werden kann. Ich für meinen Teil vergesse bei Steinpilzen Fleisch.

Zum Ragout gab es einen Feldsalat (Vogerlsalat) mit Olivenöl und Balsamico.

 

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