Hähnchenbrust Fusilli Lunghi Paprikasauce


Nach einer Grillorgie gestern, von der es wohlweislich keine Fotodokumente gibt, war eine Schale mit zwei Hähnchenbrüsten elsässischer Provenienz übrig. Da mein Froster keinen Platz mehr hat, mußte ich die beiden Brüstchen heute verwenden. Ich hatte noch eine rote und eine halbe gelbe Paprika da, zusammen mit einem halben Dutzend Kirschtomaten. Die Paprika schnitt ich in Würfel und briet sie mit einer Jalapeno, einer Schalotte und 2 Zehen Knoblauch an. Nachdem die Stücke weicher geworden waren gab ich einen Schluck Weisswein dazu. Ein paar Minuten später gab ich das Gemüse in einen hohen Topf und pürierte alles nicht zu fein. Jetzt kam eine Handvoll Speckwürfel (30 g) in die Pfanne, die rösch gebraten wurden. Dazu gab es 5 cm Tomatenmark, das ich mit anbriet. Das wurde mit dem Paprikapüree abgelöscht und ein wenig reduziert. Danach gab ich ein paar zerzupfte Basilikumblatter und etwas Majoran dazu.

Die Hähnchenbrüste wurden in Olivenöl angebraten, wobei ich ein paar Zitronenscheiben und zwei Rosmarinzweige als Aromaten dazugab. Ich liess die Brüste langsam auf beiden Seiten garen und schob sie anschliessend noch 10 Minuten in den Ofen bei 180 C.

Daneben kochte ich die Fusilli Lunghi, eine Pastasorte, die ich sehr selten habe, die mir aber sehr gut beim Essen gefiel. Nachdem die Fusilli gar waren, schwenkte ich sie in einem Löffel Paprikasauce und gab nochmal Basilikum und Parmesan dazu.

Die Sauce ist eine Variante der „Amatriciana“, einer Sauce aus dem Latium in Italien. Im Original sind es nicht gewöhnliche Speckwürfel es ist Guanciale, der Speck aus der Schweinebacke. Die Peperoncini ersetzen die Jalapeno, und die Paprika gibt es im Original nicht. Trotzdem hat es eine Erinnerung daran und es war richtig lecker!

 

 

 

 

 

 

 

Stubenküken Kartoffeln Karotten Chicoree Pfifferlinge


Ich hab ein paar Tage Urlaub und konnte deshalb auf den Mittwochsmarkt. Ja, Pforzheim hat am Turnplatz an 2 Tagen Markt. Dazu kommen der Freitagmarkt am Pfälzer Platz in der Nordstadt, und mindestens noch der biolastige Markt am Rathaus, den man an verschiedenen Tagen sehen kann. Dieser Markt ist speziell, weil die Händler grösstenteils nur hier ihre Waren anbieten. Die anderen Märkte werden von den Händlern und Bauern vom Turnplatz abgedeckt.

Jedenfalls wollte ich mich wieder mit meinen XL-Bio Eiern eindecken, aber die Furcht vor dem Gift trieb wohl die ganze Stadt auf den Markt – alles ausverkauft. Ironischerweise war ich später am Tag in einem Aldi (wegen eines Weines) und sah Bio Eier noch und nöcher. Die waren vor ein paar Tagen noch leergefegt gewesen (Ich überhörte ein Gespräch des Personals, das erklärte, daß die Eier weggeräumt worden waren).

Stattdessen sah ich ein einzelnes Stubenküken da liegen. Zuerst hätte ich fast ein Perlhuhn genommen, aber das ist zu groß, um an einem Tag gegessen zu werden und ich komme diese Woche nicht mehr dazu und Platz hab ich im Gefrierschrank auch keinen mehr.

Zum mise en place gehört das Suppengrün, um eine Sauce anzusetzen. Das schnitt ich in kleine Würfel. Karotten wurden geschält und der Länge nach geviertelt, der Chicoree wurde auch geviertelt, entstrunkt (geiles Wort!) und in breite Streifen geteilt. Die Pfifferlinge putzte ich und stellte auch sie auf die Seite.

Zuerst briet ich eine Handvoll Speckwürfelchen an, um danach den Chicoree dazuzugeben. Nachdem der soweit weich war gab es einen Schluck Weisswein und dann einen 1/3 Becher Sahne dazu, außerdem eine Prise Muskat, Salz und Pfeffer.

Die Karotten garte ich mit Salz und Zucker in kochendem Wasser. Später gab ich sie zum Chicoree.

Jetzt briet ich das Suppengrün mit etwas Tomatenmark scharf an undlöschte es später mit Rotwein ab, um es als Unterlage in einen Bräter zu geben. Dazu gesellten sich ein paar halbierte, geschälte Kartoffeln und das gesalzene und gepfefferte Stubenküken. Das alles kam bei 200 C in die Bratröhre. Nach einer guten Stunde war es dann soweit (ich hatte es dazwischen zweimal gewendet).

Ich konnte servieren. An der Sauce hab ich nichts mehr gemacht, sie sah zwar dünn und ungebunden aus, hatte aber Geschmack und erfüllte ihren Zweck.

Es hat ziemlich gut geschmeckt, auch die etwas eigene Gemüsekombi konnte (mich) überzeugen 🙂  Und das Stubenküken war wunderbar zart und saftig!

 

 

 

 

Hähnchenbrust Polentataler


Zum Wochenende fuhr ich bei Metzger Zorn vorbei, um zu sehen, was da geboten war, aber am Ende hatte ich Lust auf eine Hähnchenbrust. Die war eine von Bruno Siebert. die ich gleich mitnahm. Anderswo hatte ich ein kg Polenta gekauft, um wieder einmal Polentaschnitten zu machen.

Ich nahm das Polentamachen wohl nicht ernst genug, weil ich nicht ganz genug Griess ins Wasser verrührt hatte. Aber Salz, angebratene Baconstückchen und eine gute Handvoll Parmesan hatte ich dazugegeben.

Nach einer Weile sah ich, daß die Masse nicht weiter anziehen würde, und entschloss mich zu versuchen die Fladen auszubraten.

Man muss schon Geduld haben. Es dauerte bestimmt 10 Minuten pro Seite, um die Masse fest genug zu braten, damit sie nicht beim wenden auseinanderfällt. Dann aber ging es.

Die Hähnchenbrust hab ich in einer Pfanne gebraten, in der zuerst eine Schalotte und 2 Knoblauchzehen angebraten wurden. Die wurden dann mit Port und Cognac abgelöscht, dann mit klein geschnittenen Jalapenohälften aufgefüllt. Dazu gab ich den Saft einer Grapefruit, deren Filets ich vorher entfernt hatte. Diese Filets kamen am Schluss nochmal dazu und zerfielen sehr schnell. Ich legte die Hähnchenbrust zurück und gab einen Deckel drauf, um den Garvorgang zu intensivieren..

In diese Mischung gab ich nochmal die Brust und garte sie mit Deckel fertig.

Die Sauce war dann auch soweit, wie auch die Polentataler. Sie waren zwar anfangs zu weich gewesen, bekamen aber durch diesen Umstand eine Kruste, besser als sonst. Vor allem der Parmesan half sehr dabei. Am Ende waren sie richtig lecker, nicht wie so viele Leute Polenta erleben (eine Alternative zu Kartoffelpüree, aber viel langweiliger).

Fazit: Lecker, etwas Schärfe, aber nicht soviel wie erwartet. Dafür auch leichte Bitterelemente von der Grapefruit. Ansonsten eine schöne Fruchtigkeit. Die Polentascheiben waren sehr gut. Dazu gab es einen Frisee-Tomatensalat.

 

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Pollo fino Tomate Mozzarella Aubergine Zucchini Pasta


Auf dem Nachhauseweg hielt ich bei Metzger Zorn an, einfach nur um zu sehen, ob es etwas gäbe auf was ich Lust hätte.

Es gab vieles zum Grillen, aber das Wetter sah nach Regen aus. Aber sie hatten Pollo fino, ausgebeinte Hähnchenoberkeulen. Dieses Hähnchenfleisch esse ich am liebsten, weil es immer saftig ist und bleibt.

Daheim besuchte ich meinen Gemüsehändler und nahm von dort eine kleine Zucchini und eine hell-lila gestreifte Aubergine mit. Etwas Thymian wollte auch mit, den Oregano bekam ich umsonst, weil der schon drüber war (aber noch genügend gut). Außerdem leistete ich mir eine teure Büffelmozzarellakugel aus Italien, die ich zum Überbacken nutzen wollte. Zuhause hatte ich frischen Rosmarin und Basilikum, ich war also bestens gerüstet.

Zuerst schnitt ich Aubergine und Zucchini in Streifen und salzte beide, damit sie ihr Wasser verlören. Nach etwa 15 Minuten brauste ich das Gemüse ab und gab es ohne Öl in eine sehr heisse beschichtete Pfanne. Nachdem beide Gemüsesorten Farbe genommen hatten und weicher geworden waren, nahm ich sie heraus und parkte sie, gab etwas Öl in die Pfanne und etwas der gehackten Kräutermischung in die Pollo fino und briet sie dann von allen Seiten an.

Dann nahm ich 2 Dosen Datterini (von Mutti), pürierte sie schnell durch, salzte und kräuterte die Mischung und gab ein paar El in meine ovale Form. Darauf dann eine Schicht des Gemüses, wieder von der Tomatensauce, den Rest des Gemüses, dann die Pollo fino, darauf dann den Rest der Tomatensauce, eine Handvoll Basilikum und zum Schluß der geile Mozzarella für die Oberschicht. Der Ofen war vorgeheizt auf 180 C. Ich ließ alles 35 Minuten im Ofen, die letzten 10 Minuten hab ich auf fast 200 C erköht, damit der Mozzarella ein paar Röststoffe bekommt.

Dazu machte ich ein paar Tripolini-Nester von De Cecci um endlich mal wieder die Pasta-Erfahrung zu machen (ich hab jetzt seit ein paar Monaten keine Pasta mehr gegessen, was für ein Jammer!).

Fazit: Hat richtig gut geschmeckt, morgen geb ich einem Mitarbeiter, der gerne meine Sachen versucht, eine der 2 übriggebliebenen Portionen, die andere nehme ich für mich mit. Es war ganz einfach zu machen, andere hätten es verfeinert mit Olivenöl oder Kapern oder sonstwas. Für heute war es pur genau so, wie ich es haben wollte.

 

 

 

 

Hähnchen Mais Spargel


Das Wetter heute war hier toll, nicht zu warm, aber schön sonnig und sogar mit leichter Brise!  Für mich optimal. Was auch bedeutete, daß ich grillen wollte.

Hähnchenschlegel hatte ich gestern schon zusammen mit der Brust gekauft, ich wollte sie aber vorher schon einlegen. Ich fand auf einer amerikanischen Seite ein leichtes Rezept und setzte das in die Tat um:

2 El brauner Zucker, Prise Salz, 1 El Sojasauce, 1El grober Senf, 1 El Weissweinessig und eine fein gehackte Knoblauchzehe vermischen. Die Hähnchenteile in einen Plastikbeutel geben, die Marinade dazu, den Verschluss schliessen und dabei die ganze Luft herauspressen. Marinade verteilen und den Beutel kalt stellen.

Ein paar Stunden später werden die Hähnchenteile auf ein Alublech gegeben und zwischen die Holzbrikettkörbe gestellt. Zuerst liess ich sie eine halbe Stunde drin, dann wurden sie gewendet.

Jetzt kamen auch Spargel (in der Alufolie) und der Mais dazu, auch diese beiden nicht über direkter Hitze.

Ich machte aus Aprikosenmarmelade (2 El), Sojasauce (1 Tl), Senf und Salz eine BBQ-Einpinselflüssigkeit (nur ein paar Minuten köcheln und rühren-fertig. Die Idee fand ich bei einem Rezept, das auf der Seite About: Southern Cooking ganz unten stand. Es klang gut, ich mußte einiges ersetzen, aber es hat trotzdem gut geklappt. Es ist gar nicht so süß und passt super zum Hähnchenschlegel.

Diese Mischung benutzte ich, um die Schlegel einzupinseln. Jetzt gab ich die Teile in der Schale direkt über die Kohlen. 10 Minuten später wurde gewendet und es gab weitere 10 Minuten auf der anderen Seite.

Auch der Mais wurde direkt über die Kohlen gelegt, ohne Schale. Alle 5 Minuten wurde der weitergedreht und bekam seine schöne BBQ-Farbe.

Nach ein paar Minuten war alles soweit, und ich nahm es mit hinein um es anzurichten. Beim auspacken sah ich, daß der Spargel besser ohne Dampfverpackung geblieben wäre, der war leider zu weich und das olivgrün war nicht besonders sexy. Ich hab trotzdem einiges davon gegessen, aber der Mais hat mir besser geschmeckt. Das Hähnchen war ein bisschen zu lange indirekt bestrahlt worden, aber es war durchaus noch saftig 🙂

Die Flüssigkeit zum Einpinseln war weniger süß als anfänglich vermutet, wahrscheinlich hat die dunkle Sojasauce alles Richtung Umami gedreht.

Dazu hab ich noch einen Pfirsich auf den Grill gelegt und den auch noch eingepinselt, der gab eine schöne Fruchtnote zum Essen.

Ein gutes Essen vom Grill, kaum Sauerei in der Küche – was will man mehr?

 

 

 

 

 

 

Hähnchenbrust Erbsen Spargel Pfifferlinge


Bei meinem Gemüsehändler gab es heute kleine Erbsenschoten – es sind die ersten dieses Jahr, die es verdient haben junge Erbsen genannt zu werden. Und dazu mußte ich wieder Spargel machen, wie auch sehr schöne Pfifferlinge, die ja wesentlich früher auf dem Markt sind als die klassischen Herbstpilze. Wer es sich leisten kann, macht stattdessen den Pilz, der im Moment Saison hat, nämlich die Morchel. Aber da befindet man sich mit dem Rest der Zutaten schnell wieder beim klassischen „Leipziger Allerlei“, ein großartiger Gemüsetraum, der an sich mit Flusskrebsen serviert wird 🙂

Ich war aber ziemlich zufrieden mit meiner Auswahl, vor allem, weil ich schon im Laden sah, daß die Gemüse eine Qualität hatten, die auf den Punkt war.

Vorher hatte ich bei Metzger Zorn eine Hähnchenbrust „Label rouge“ erstanden und wollte die mit den Gemüsen kombinieren. Zuhause gab es noch Rohschinken aus dem Schwarzwald, der sollte auch noch zum Einsatz kommen.

Zuerst hackte ich einen halben Stängel Rosmarin und ein Zweigchen Thymian und gab die frischen Kräuter in das Innere der Brust und würzte die auch noch mit Meersalz.

Die Brust klappte ich zu und wickelte eine Scheibe Schwarzwälder Rohschinken um die Brust. Ich briet sie in einem Butter-Olivenölgemisch an und gab sie anschliessend für etwa 10 Minuten bei 180 C in den Ofen.

Die Erbsen wurden gepalt, es waren wirklich ganz junge, zarte Erbschen 🙂 , und die köchelte ich ganz vorsichtig einige Minuten (etwa 8 Minuten), wobei ich jede Minute probiert habe, um zu sehen, ob sie schon soweit waren.

Davor wurden die Spargel wie in letzter Zeit üblich, zuerst geschält, dann abgelängt und in der Pfanne mit Deckel mit wenig Wasser bissfest gegart. Jetzt nahm ich die geputzten Pfifferlinge, briet sie in Butter an und gab dann die fertigen Spargel dazu, um ihn wieder aufzuwärmen.

Das Hähnchen nahm ich nach etwa7 Minuten heraus, schnitt es in der Mitte auseinander und sah, daß es noch nicht gar war. Also kam es noch ein paar Minuten hinein.

Danach konnte ich anrichten.

Es hat toll geschmeckt! Morgen schau ich auf dem Markt, ob die Saubohnen haben, weil es die auch in einer tollen Qualität bei meinem Händler gab, allerdings für €5.00/kg. Die müsste man auch preiswerter bekommen…

 

 

Das Gericht lebt von den guten Zutaten und der Butter, in der die Zutaten ausser den Erbsen gebadet haben. Alles ist auf den Punkt, alles ist zart und sehr aromatisch. Der Rohschinken gab eine würzige Note dazu, die sehr gut gepasst hat.

Pollo fino Mais Rettich


Diese Woche gibt es nur abgespeckte Abendkost. Ein Stück Fleisch ohne Sauce, Mais oder Paprika und Rohkost. Sei’s drum – mir hat es geschmeckt und die Lebensmittel waren hier und mussten verbraucht werden. Was mir an dieser Küche gefällt, ist daß ich alles aus der Lameng mache, alles aus dem Gefühl, keine Bücher, kein Internet, nur der Geschmack, der im Kopf stattfindet.

Das Pollo fino war von Bruno Siebert, dem elsässischen Hühnerhof. Sie waren vom Maishähnchen, also keine Bio-Qualität, aber trotzdem ziemlich gut.

Ich hab sie auf einen Spiess aufgezogen nachdem ich sie aufgeklappt gewürzt und mit frischem Thymian und Oregano bestreut hatte. In meiner Grillpfanne hab ich sie angebraten und später noch kurz im Ofen fertiggegart. Bevor sie fertig waren wurden sie noch mit einer Honig- Condimento Bianco Mischung eingepinselt.

Der Mais kam wie üblich in ungesalzenes Wasser und wurde 20 Minuten mit Deckel geköchelt, danach gesalzen und gebuttert.

Dazu machte ich wieder einen (letzten) Rettichsalat. Bei dem raspelte ich den Rest Rettich, den ich noch hatte, dann kam ein bisschen Essig, Olivenöl, Salz und Zitronensaft dazu. Die Mischung war gut und der Salat schmeckte, nachdem er eine knappe halbe Stunde durchgezogen war.

Es hat gut geschmeckt, vor allem hab ich einen Kick dazugegeben, indem ich eine Habanero Hot Sauce nutzte, um das Pollo etwas schärfer zu machen 🙂