Huhn Spargel Paprika Shitake Cilantro


Im Stau heute auf der Autobahn traf mich der (Geistes)Blitz. Ich überlegte schon eine Weile, was ich zum Abendessen machen könnte. Ich fuhr bei Zorn vorbei und nahm eine Packung gute Hähnchenbrust aus dem Elsass (Siebert) mit. Und auf den letzten Metern fiel mir ein, dass mein Gemüsehändler auch diese kleinen grünen Spargelstangen hat. Danach baute sich das Gericht von selbst vor meinem inneren Auge auf.

Dazu brauchte ich, vom Spargel einmal abgesehen, etwas Ingwer, Shitake Pilze, eine rote Spitzpaprika, eine rote Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Koriandergrün und eine Thai Chili. Und natürlich die Hähnchenbrust, die ich in nicht zu dicke Streifen schnitt.

Das Gemüse wurde auch in diverse Formen zerlegt und in einem Wok nacheinander angebraten. Aber zuerst blanchierte ich den Spargel, auch im Wok, und für etwa eine Minute, um ihn dann unter kaltem Wasser abzukühlen. Dann gab ich etwas Rapsöl und etwas Sesamöl in den Wok (je 1 El) und gab das Huhn gerade so lange hinein, bis es aussen angegart war ohne Farbe zu nehmen, und holte anschliessend wieder heraus und parkte es in der Nähe.

Jetzt gab ich Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Chili in den Wok, dann fast sofort die Paprikastreifen und die Shitake Pilze. Nach ein paar Minuten hatten die Pilze etwas Wasser gelassen und ich gab die Spargel wieder für ein paar Minuten hinein. Jetzt kam das Huhn auch hinein, um es fertig zu garen und ich gab ein paar El Woksauce und den Saft einer halben Limette dazu. Das Ganze hat nicht mehr als 7-8 Minuten gedaurt (natürlich ohne das Schnippeln. Nachdem ich es auf einem Teller verteilt hatte, gab ich noch das Koriandergrün dazu und fertig.

Heute entschied ich mich gegen eine Kh Beilage und war auch ohne Reis oder Nudeln sehr zufrieden mit Geschmack und Gargrad. Der Spargel, der ja nicht breiter als 3 mm ist, hatte noch Knack und auch die Paprika waren noch deutlich zu spüren und nicht verkocht. Sehr lecker!

Advertisements

Landgockel Spargel Kartoffeln


Heute morgen war ich schon früh auf dem kleinen Markt in der Nordstadt (Pfälzerplatz). Dort gibt es schon seit einigen Wochen auch meinen Lieblingskäseladen, aber auch einen der beiden Hühner-, Enten- und Kaninchenanbietern vom grossen Markt, die auch schöne Bio-Eier anbieten. Dort bekam ich 10 grosse Bio Eier, aber ich schaute mich noch um und wurde vom Verkäufer auf den Landgockel aufmerksam gemacht. Nach seiner Darstellung ist es ein Hahn (an sich schon ungewöhnlich), der zwar in Stallhaltung lebt, aber einen offenen Stallteil hat, der ihm Verbindung zum Wetter gewährt, und ein natürliches Futter bekommt. Auch lebt er etwas mehr als doppelt so lang wie die Standard Hühner, also etwa 70 Tage gegenüber etwa 30 Tagen für die Hühner. Dazu muss noch erwähnt werden, daß Gockel eigentlich keine Lebenserwartung haben, weil sie als nicht vorteilhaft zur Aufzucht betrachtet werden. Dieser Gockel war einer der neuen Generation, die aufgezogen werden, und auch länger, weil sie langsamer wachsen. Das Fleisch war fester als bei Hennen, und mehr wie es bei guten Sorten (Label Rouge in Frankreich) ist. Der Preis war immer noch OK – ich bezahlte etwa €11.70 für 1,5 kg, ein Preis von fast €8/kg.

Ich entschied mich den Gockel zu schmoren und verpasste ihm erst zwei Zitronen, die ich in seine Bauchhöhle steckte. Dazu gesellten sich in der Kasserole zwei Zwiebeln, vier Knoblauchzehen, ein Glas Hühnerfond und ein Schluck Port. Der Hahn blieb etwas mehr als eine Stunde im Ofen, wobei ich die letzten 20 Minuten die Temperatur auf 190 C erhöhte.

Dazu gab es Kartoffeln, die beim Hahn mitgarten, und Spargel, die ich wieder in einer Pfanne mit Wasser machte, wobei man die Hitze abstellt, sobald das Wasser kocht.

Dazu machte ich eine Sauce aus der Brühe um den Gockel, Butter, Mehl, Knoblauch, nochmal Port und etwa 30 g Gruyere. Die Sauce liess ich unter viel Rühren gut einkochen und konnte sie dann sämig zum Gericht servieren.

War sehr lecker!

Perlhuhn Polenta Spargel


Am Sonntag gab es in einem italienischen Restaurant, wo wir ein sehr leckeres Osso buco zum Osterlunch hatten, eine noch bessere Polenta. Sie war ganz anders als die üblichen Polentaschnitten – stattdessen aßen wir eine Creme, zarter als Kartoffelbrei, das aber seine zylindrische Form behielt, wie ein Pudding. Der Anschnitt war aber zarter als bei einem Pudding und ausserdem war es zurückhaltend aber ganz ausgezeichnet gewürzt.

Heute versuchte ich zumindestens der Konsistenz etwas näher zu kommen. Im Silberlöffel wird über die verschiedenen Polentaarten geschrieben: Die Variante mit der feinen Polenta wird in einem bestimmten Verhältnis gemischt und geköchelt und immer wieder mit kochendem Wasser aufgefüllt. Es war ziemlich viel zusätzliches Wasser, bis die Polenta nicht mehr nachzog. Ich liess sie dann 45 Minuten bei geschlossenem Deckel im Ofen. Nur diese leichte Festigkeit hab ich (noch) nicht hinbekommen. Ich frage mich, ob er mit Speisestärke gearbeitet hat.

Jedenfalls schmeckte sie fürs erste Mal ziemlich lecker. Ich habe dazu noch Champignons, Parmesan und Knoblauch angeschwitzt und untergemischt, das auch noch den Geschmack verbessert hat.

Dazu gab es grünen Spargel, den ich erst pochierte und später noch kurz in die Pfanne mit dem Perlhuhnschenkel gab.

Serviert wurde alles auf einer Sauce aus Passata mit Basilikum und Knoblauch. Hat sich gelohnt!

Hähnchen Fricassee Variante


Hähnchen Fricassee ist ein Gericht, das aus einer anderen Zeit kommt. Wenn man es heute im professionellen Umfeld erspäht, kann man sicher sein, dass das Restaurant noch andere “Klassiker” auf der Karte hat (Toast Hawaii, Tellersülze, etc.), oder eine Lücke entdeckt hat für Retro Gerichte.

Im Privathaushalt hab ich es auch schon lange nicht mehr gesehen, kann mir aber vorstellen, dass ab und zu etwas Hähnchen übrig bleibt, das man damit schön weiterverwenden kann.

In den 60ern gab es in Weinheim ein Lokal, in das wir regelmässig eingekehrt sind, da gab es dieses Gericht ganz klassisch mit einer hellen Sahnesauce mit Champignons und Erbsen auf Reis mit feiner heller Hähnchenbrust in kleinen Würfeln. Ich liebte es!

Für meine Variante heute nahm ich zwei Oberschenkel (Pollo fino), denen ich die Haut abzog. Die gab ich mit Öl in eine heisse Pfanne, um den Geschmack zu bekommen (und nahm sie später wieder heraus). Später kam eine halbe feingewiegte Zwiebel hinein, kurz darauf gab es einen Schluck Noilly Prat und später ein 1/4 Gemüsebrühe. Alles einkochen, Sahne dazu (50ml), wieder reduzieren.

In der Zwischenzeit Spargel und Saubohnen vorbereiten. Das ist der Punkt, wo ich vom Original abweiche – da gehören normalerweise Champignons und Erbsen hinein. Gegen Champignons ist nichts einzuwenden, die sind eine Bereicherung für die Sauce. Und wer frische Erbsen hat kann die natürlich auch gerne nehmen. Aber bei mir waren frische Erbsen aus, und der Laden gegenüber war schon zu, als mir die Champignons einfielen. Dafür hatte ich aber noch weissen Spargel und Saubohnen, die nicht minder qualifiziert sind dieses Gericht zu etwas Besonderem zu machen.

Die machte ich gesondert vom Fricassee, um bei ihnen einen perfekten Garpunkt zu erreichen.

Ich hab etwa 2 El Mehlbutter dazugefügt, um die Sauce etwas zu binden. Wichtig war auch, ordentlich zu salzen, damit die feinen Aromen deutlicher werden.

Ach ja: Im Original wird Estragon dazugegeben. Ich bin der Meinung, dass getrockneter Estragon ein schlechter Ersatz für frischen Estragon ist. Auch hatte ich keinen im Haus. Dafür aber noch Dill vom Markt. Und weil diese Kräuter gewisse Eigenschaften teilen (dazu gehört auch Kerbel), kann man getrost das Eine gegen das Andere tauschen.

Üblicherweise wird ein Langkornreis mit festem trockenen Korn genommen. Ich hatte Basmati im Haus, der aber schonend gegart auch schön körnig und gar nicht pappig war. Sein Vorteil ist sein Geschmack 🙂

Dieses Gericht verdient es, aus der Retro-Ecke geholt zu werden. Früher war es einmal ein Sonntagsessen. Es könnte wieder eins werden.

Pollo fino Spinat Kartoffeln


Heute war ich nach einiger Zeit wieder auf dem Samstagsmarkt. Es war schön warm und ich freute mich, die verschiedenen Händler wieder zu sehen und das eine oder andere Wort zu wechseln.

Ich konnte natürlich nicht an meinem Käse Affineur vorbeigehen, ohne etwas zu kaufen, und so nahm ich etwas Bleu d’Auvergne mit, den ich heute einsetzte, und ein paar andere Leckereien mehr.

An einem Gemüsestand gab es ganz frischen Spinat, bei ihm konnte ich nicht widerstehen, auch gab es Spargel. Ich weiss, es hat noch 3 Wochen Zeit, aber die Preise für Ware um die Ecke sind jetzt schon bei €7.50/kg.

Soviel hat er auch schon innerhalb der Saison gekostet, wenn es wenig geregnet hatte. Ich war aber sparsam und nahm nur 5 Stangen mit (nicht für heute).

Die Pollo fino wickelte ich erst auseinander, füllte sie mit ein wenig des Blauschimmelkäses und band sie dann zusammen. Danach briet ich sie auf allen Seiten scharf an, gab Zwiebel und Knoblauch eund einen Schluck Weisswein dazu. Dann stellte ich die Pfanne ins Backrohr.

Als nächstes kochte ich geschälte Kartoffeln, die danach in Olivenöl etwas Bräune mitbekamen.

Den Spinat entfernte ich erst von seinen Strünken, dann wurde er schön gewaschen und mit Knoblauch und Schalotte langsam in einer Pfanne angebraten. Naja, er briet nicht, sondern fiel ein und verlor Wasser. Ich würzte mit Salz und Muskat und liess soviel Wasser wie möglich verdampfen.

Zum Anrichten gab ich alles auf den Teller und gab noch von der Wein/Zwiebel/Knoblauch Mischung über das Pollo fino. Man schmeckte den Blauschimmelkäse, aber er war nicht sehr intensiv, eher eine Art von Nachgedanke zum Fleisch… lag wahrscheinlich daran, dass er leicht schmilzt und sich dann “verdünnisiert” 🙂

Es hat gut geschmeckt, auch wenn es vielleicht eine ungewöhnliche Kombination war.

Pollo fino Gnocchi Erbsen


Heute wollte ich die Gnocchi herstellen, die zu machen gestern unmöglich geworden war. Ich machte sie nach einem Rezept, das ich schon mehrfach erfolgreich benutzt habe. Aber heute war der Wurm drin. Sie waren zwar sehr fluffig, aber fast schon zu sehr. Ich hab sie anschliessend angebraten, um ihnen etwas zusätzliche Festigkeit zu verleihen, aber es war ein schwieriges Geschäft mit grossen Ausfällen 🙂

Dazu gab es ein Pollo fino, also ausgelöstes Unterschenkelfleisch vom Huhn, und Erbsen. Ausserdem kam wieder ein bisschen des gestrigen Bärlauchpestos zur Anwendung. Für die Erbsen hatte ich Kerbel mitgebracht.

Zusammen schmeckte das alles ziemlich gut, sogar die Fotos finde ich gar nicht so schlecht… Gottseidank kann man die Gnocchi nicht so genau sehen.

Coq au vin


Metzger Zorn hatte heute label Rouge Hähnchen: Poulet jaune Sud-Ouest Fermier. Sie kommen, wenn ich mich nicht verguckt habe aus der Gegend südlich von Toulouse. Sie haben das Label, sind aber nicht so streng kontrolliert wie die berühmten Bresse Hühner. Sie leben mindestens 81 Tage im Gegensatz zu 100 Tagen für die Bresse Hühner, bekommen 100% Mineralien und natürliches Futter im freien Auslauf und dazu noch 80% Getreide als Zufütterung. Das machen die Bresse Züchter anders. Sie lassen die Hühner ganz auf sich gestellt nach Futter schauen, bieten ihnen aber sehr viel Auslauf. Bresse Hühner sind Schwarzfederhühner, das sind diese nicht (kann man an den Beinen erkennen).

Trotzdem war das ein sehr leckeres Huhn! Ich hatte schon eine Weile kein echtes Coq au vin gemacht und freute mich darauf. Mein Huhn, bzw. meine Poularde wog 1508 g, war also ein schweres junges Huhn 🙂

Ich brauchte für mein Gericht nur die Hälfte des Huhns, das ich in 4 Stücke zerteilte. Danch briet ich es an, gab 2 Hände Suppengrün in kleinen Stücken dazu, und löschte es erst mit Cognac und dann mit Rotwein (Merlot) ab – vom Rotwein gab es mehr als einen halben Liter.

Ich liess das Huhn bei kleinster Hitze eine Stunde mit Deckel schmoren. Anschliessend seihte ich die Sauce ab und warf das Suppengrün weg. Dazwischen schälte ich zwei Händevoll Steckzwiebeln und ebensoviele braune Champignons wurden geputzt.

Während ich Wasser für die Tagliatelle aufstellte, briet ich Speckstreifen an, gab die Zwiebeln und die Champignons dazu. Etwas Mehl darüber und dann 2 Kellen der etwas reduzierten Rotweinsauce. Sie wurde langsam sämig und schmeckte schon sehr gut. Jetzt justierte ich die Gewürze und Salz und wartet noch ein paar Minuten.

Die Tagliatelle waren gar, die Hähnchenteile wieder warm und die Sauce perfekt. Zeit zu essen.

Eine ganz leckere Angelegenheit!