Hähnchen Fricassee Variante


Hähnchen Fricassee ist ein Gericht, das aus einer anderen Zeit kommt. Wenn man es heute im professionellen Umfeld erspäht, kann man sicher sein, dass das Restaurant noch andere “Klassiker” auf der Karte hat (Toast Hawaii, Tellersülze, etc.), oder eine Lücke entdeckt hat für Retro Gerichte.

Im Privathaushalt hab ich es auch schon lange nicht mehr gesehen, kann mir aber vorstellen, dass ab und zu etwas Hähnchen übrig bleibt, das man damit schön weiterverwenden kann.

In den 60ern gab es in Weinheim ein Lokal, in das wir regelmässig eingekehrt sind, da gab es dieses Gericht ganz klassisch mit einer hellen Sahnesauce mit Champignons und Erbsen auf Reis mit feiner heller Hähnchenbrust in kleinen Würfeln. Ich liebte es!

Für meine Variante heute nahm ich zwei Oberschenkel (Pollo fino), denen ich die Haut abzog. Die gab ich mit Öl in eine heisse Pfanne, um den Geschmack zu bekommen (und nahm sie später wieder heraus). Später kam eine halbe feingewiegte Zwiebel hinein, kurz darauf gab es einen Schluck Noilly Prat und später ein 1/4 Gemüsebrühe. Alles einkochen, Sahne dazu (50ml), wieder reduzieren.

In der Zwischenzeit Spargel und Saubohnen vorbereiten. Das ist der Punkt, wo ich vom Original abweiche – da gehören normalerweise Champignons und Erbsen hinein. Gegen Champignons ist nichts einzuwenden, die sind eine Bereicherung für die Sauce. Und wer frische Erbsen hat kann die natürlich auch gerne nehmen. Aber bei mir waren frische Erbsen aus, und der Laden gegenüber war schon zu, als mir die Champignons einfielen. Dafür hatte ich aber noch weissen Spargel und Saubohnen, die nicht minder qualifiziert sind dieses Gericht zu etwas Besonderem zu machen.

Die machte ich gesondert vom Fricassee, um bei ihnen einen perfekten Garpunkt zu erreichen.

Ich hab etwa 2 El Mehlbutter dazugefügt, um die Sauce etwas zu binden. Wichtig war auch, ordentlich zu salzen, damit die feinen Aromen deutlicher werden.

Ach ja: Im Original wird Estragon dazugegeben. Ich bin der Meinung, dass getrockneter Estragon ein schlechter Ersatz für frischen Estragon ist. Auch hatte ich keinen im Haus. Dafür aber noch Dill vom Markt. Und weil diese Kräuter gewisse Eigenschaften teilen (dazu gehört auch Kerbel), kann man getrost das Eine gegen das Andere tauschen.

Üblicherweise wird ein Langkornreis mit festem trockenen Korn genommen. Ich hatte Basmati im Haus, der aber schonend gegart auch schön körnig und gar nicht pappig war. Sein Vorteil ist sein Geschmack 🙂

Dieses Gericht verdient es, aus der Retro-Ecke geholt zu werden. Früher war es einmal ein Sonntagsessen. Es könnte wieder eins werden.

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Geschnetzeltes Reis


Nach dem gestrigen Essen hatte ich noch eine Hälfte der Schweinelende übrig. Da ich nicht gerne hintereinander das Gleiche esse, fror ich die Ananas-Paprika-Mischung ein. Den Reis wollte ich aber doch noch einmal einsetzen.

Das Fleisch schnitt ich erst in Scheiben, dann in Streifen. Für die Sauce zerkleinerte ich zuerst Zwiebel und Knoblauch und briet sie mit etwas Tomatenmark an. Dann gab es einen Schluck Sherry und ein halbes Glas Kalbsfond. Das kochte ich langsam ein.

Während ich den Reis langsam erwärmte, briet ich eine kleine Handvoll Speckstücke an, um direkt anschliessend die Fleischstreifen mit anzubraten. Gewürzt hab ich die Streifen mit Salz und Pfeffer.

Nachdem die Streifen fast gar waren, gab ich den konzentrierten Fond dazu und ein Stückchen Mehlbutter, um eine Bindung herzustellen.

Und dann konnte ich schon essen! Ich hätte gerne etwas Sahne oder Creme fraiche gehabt, aber meine Erinnerung war fehlerhaft 🙂

Trotzdem war es lecker. Dazu machte ich einen Romanosalat mit Senf-Vinaigrette. Auch lecker.

Schweinelende Paprika Ananas Reis


Nachdem eine Ananas meinte, sie wollte gerne dabei sein beim heutigen Schlemmen, musste ich nur kurz überlegen was dazu passt. Auf die Gefahr hin, dass mir nichts Neues einfällt, nahm ich eine Schweinelende und eine rote Paprika mit, beides Zutaten, die ich schon mehrmals kombiniert habe. Interessant dabei ist, dass diese Kombination eigentlich nach asiatischem Geschmack schreit, aber sonst auch gut schmeckt. Tatsache bleibt, süss-saure Komponenten machen Appetit, egal ob Koriander, Ingwer oder Sajasauce eine Rolle spielen.

Deshalb hab ich sie heute auch weggelassen. Ich habe stattdessen zuerst die Paprika in Stücken angebraten, dann die frische Ananas erst in Stücke geschnitten und mit angebraten und zum Schluss 3 rote Zwiebeln in Streifen und 2 Knoblauchzehen in Stückchen dazugegeben.

Davor hatte ich den Reis, eine Mischung aus Basmati- und Wildreis angesetzt. Der hatte eine kurze Garzeit von 20 Minuten, nach der ich ihn abgoss und warmhielt.

Zum Schluss schnitt ich einen Teil der Lende in relativ dünne Scheiben, würzte sie und briet sie anschliessend scharf an.

Dann war auch schon Zeit, anzurichten. Ich hatte mir vorher überlegt, ob ich eine Sauce dazu machen sollte, aber das Naschen einiger Stücke angebratener Ananas änderte meine Meinung. Es war mehr als saftig genug.

Ein gutes Gericht, sehr dankbar in der Menge – soll heissen, dass ich gut und gerne 4 Leute hätte einladen können und sie wären alle pappsatt wieder gegangen. Jetzt habe ich die Reste!

Schweinebauch Reis Gemüse


Schon wieder Lust auf asiatisch angehauchtes Essen! Spontan dachte ich daran, als ich einen Schweinebauch kaufte. Den Bauch legte ich in eine ofenfeste Form, mit der Haut nach unten und gab 1 cm Wasser dazu. Bei 150 C drehte ich den Bauch nach einer halben Stunde um und schnitt die Haut in Karos. Die strich ich dann mit einer Mischung aus Honig, Sojasauce und Sriracha ein. Nach weiteren 1 1/2 Stunden war er soweit.

Für das Gemüse benutzte ich den Wok. Zuerst wurden Karotten und Kaiserschoten blanchiert, die Paprika beliess ich wie sie war. Dann wurden die Gemüse erst in heissem Rapsöl geschwenkt und zum Schluss mit Sojasauce und Fischsauce abgeschmeckt.

Danach schnitt ich den Bauch in Scheiben und legte sie auch noch in den Wok, um ihnen etwas mehr Farbe zu geben. Die Flüssigkeit aus der Ofenform und auch noch ein bisschen Sriracha gab ich am Schluss über das Fleisch.

Dazu gab es Reis. Hat sehr gut geschmeckt und ich habe etwas für’s Mittagessen morgen 🙂

Cevapcici Paprika Zucchini Tomatenreis Ajvar Tzatziki


Heute hab ich gegen besseres Wissen schon von der Metzgerei vorgefertigte Rinds Cevapcicis gekauft. Ich sage wider besseres Wissen, weil ich schon einmal welche gekauft hatte und so unzufrieden war, daß ich sie danach nur noch selbst machte und eigentlich nicht rückfällig werden wollte. Diese sahen gut aus. Aber am Ende des Tages waren sie nur mittelmässig. Wenigstens hab ich sie nicht totgebraten, weil sie sich dann in Gummiteile verwandeln.

Dazu gab es Scheiben von der Zucchini und der Spitzpaprika, ganz einfach in der Pfanne angebraten und gewürzt.
Der Reis heisst Tomatenreis, weil es kein Djuvecreis war, aber in die Richtung ging. Ich hatte nur Basmatireis im Haus, der ganz offenslichtlich der falsche Reis für dieses Gericht ist. Ich nahm eine fein gewiegte Schalotte, den Reis und etwas Tomatenpaste und Salz und briet das alles in Rapsöl an, bevor ich die zweifache Menge des Reises als Wasser dazugab. Ich kochte den Reis auf, stellte den Herd ab und liess den Reis 20 Minuten garen. Danach schmeckte ich ab, aber es war sogar nach dem nachsalzen noch lasch, also gab ich 2 El scharfes Ajvar zum Reis. Das war schon besser.

Das beste heute Abend war das selbstgemachte Tzatziki: Ich kenne viele Rezepte, die mit Quark oder Schmand oder irgendwelchen Kombinationen arbeiten, aber für mich ist die beste Variante eine, die mit 10% igem griechischen Joghurt beginnt. Dazu kommen 1-2 feingehackte Knoblauchzehen, die ich mit Salz verreibe. Jetzt gebe ich ein Viertel geschälte Salatgurke dazu, die ich hauchfein auf einem Trüffelhobel hoble. Etwas Salz und ein guter Spritzer Zitrone rundet den Geschmack ab. Ich lasse es eine knappe Stunde im Kühlschrank ziehen.

Das Ajvar war auch gekauft (hatte ich noch übrig), es war allerdings ein Edel Ajvar in Scharf und war die zweitbeste Komponente.

Aber ganz ehrlich: Das nächste Mal mach ich wieder alles selbst, das schmeckt einfach viel besser!

Schweinebauch karamellisiert Reis


Nachdem Hang mir sagte, daß es verschiedene Varianten der karamellisierten Ribs gibt, schaute ich auch noch einmal nach und entschied mich dieses Mal für die Variante mit dem Schweinebauch und den Ananasstücken (Thit kho thom?). Die Vorgehensweise ist an sich ähnlich, wobei ich beim fleissigen Videoschauen doch auf verschiedene Unterschiede aufmerksam geworden bin. So gab es in jedem Video eine andere Schnittdicke des Bauchs, obwohl sich nirgendwo die Garzeit änderte. Das kann nicht sein, dachte ich mir und schnitt den Bauch vorsichtshalber in Scheiben von etwa 5 mm Dicke, was sich später als die richtige Entscheidung herausstellte.

Zu Anfang aber marinierte ich den geschnittenen Bauch mit Zucker, Salz, Pfeffer, einer Frühlingszwiebel, 2 Thai-Chilis und Knoblauch. Dazu kamen noch 2 El Sojasauce. Die Mischung war eine halbe Stunde im Kühlschrank.

In einer Pfanne karamellisierte ich 2 El braunen Zucker, dann gab ich die Fleischmischung hinein und liess alles schön anrösten. Dann wurde eine Tasse Wasser dazugegeben und der Deckel aufgelegt. Gleichzeitig drehte ich die Hitze um 2 Grade herunter. Das Fleisch schmorte eine 3/4 Stunde, danach nahm ich den Deckel ab, versuchte ein Stück (es war fast weich) und liess den Topf offen, damit die Flüssigkeit verdampfen konnte. Jetzt gab ich ein Drittel der Ananasstücke dazu, damit sie verkochen und zum süßen Geschmack beitragen konnten.

Nach weiteren 15 Minuten war die Flüssigkeit weitgehend eingekocht und ich gab 3 Tl Fischsauce dazu und liess sie auch ein paar Minuten einwirken. Jetzt noch den Rest der Ananas dazugeben und zum garnieren eine weitere Frühlingszwiebel in Streifen schneiden. Als Gemüse hatte ich Kaiserschoten gedämpft, was sehr gut dazu passte.

Der Reis ist ein Basmati. Ich hab so lange nicht regelmässig Reis gegessen, daß ich vergessen hatte, wie leicht er zuzubereiten ist.

1 Liter Wasser zum kochen bringen, 1 Tasse Reis hineingeben, Prise Salz dazu und Deckel drauf für nur 10-12 Minuten (probieren) und dann in ein Sieb abgiessen, zurück in den Topf und warmhalten. Wunderbar körniger Reis, jedes Mal!

Fazit: Dieses Mal ist es mir besser gelungen, das Fleisch war zart und so aromatisch wie das letzte Mal. Die Ananas war eine echte Bereicherung. Ich hatte zwar Bedenken wegen der Chilis, und eine gewisse Schärfe war auch vorhanden, aber sie war nicht übermässig und liess sich mit dem Reis auch etwas regulieren.

 

Dorade Risotto Pfifferlinge Erbsen Zitronenzeste


Heute hatte ich Lust auf Fisch, also hinüber zu meinem italienischen Fischhändler, um zu sehen was er da hat. Es gab ein paar Wolfsbarsche, Tintenfisch und auch schon geschnittene Ringe, Schwertfisch, ein bißchen Thun, ein großer Seeteufel, eine einsame Jakobsmuschel in der Schale und etwa acht Doraden. Der gehört zu meinen Lieblingsspeisefischen.

Also ließ ich den Vater meinen Fisch schuppen und ausnehmen, damit ich weniger Gestank daheim habe. Wieder zuhause überlegte ich kurz, ob ich für den Fisch den Grill anwerfe, aber das war mir heute dann doch zuviel Aufwand.

Stattdessen schlug ich die Dorade in Alufolie ein, nachdem ich Rosmarin, Salbei und Basilikum in die Bauchhöhle gedrückt hatte. Bevor ich die Folie an den Rändern versiegelte, gab es je einen Schluck Olivenöl und Weißwein dazu. In einem Ofen von etwa 190 C brauchte die Dorade 20 Minuten. Sie nahm natürlich in der Folie keine Farbe, war dafür aber zart und aromatisch!

Dazu machte ich ein Risotto mit Pfifferlingen, Erbsen und Zitronenzeste.

Eine Brühe für das Risotto kochte ich mir schnell aus 4 Rindsfleischknochen und einem Bund Suppengrün im Drucktopf in einer Stunde.

Jetzt hackte ich eine Schalotte, garte die mit der Portion Arborio, ohne Farbe zu nehmen, bis der Reis glasig wird. Dann wurde mit einem Schluck Weisswein abgelöscht.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung soll Risotto nicht laufend gerührt werden, weil sonst zuviel Stärke aus dem Reiskorn gelöst wird und der reis pampig wird. Das Gerücht ist wahrscheinlich deshalb entstanden, weil ungeduldige Köche die Gartemperatur zu hoch wählen und der Reis zu schnell ansetzt.

Es braucht 20 – 25 Minuten, bis der Reis bissfest aber gar ist. Erbsen und Pfifferlinge habe ich schon einzeln vorgegart, die Zeste auch schon gerissen. Das gab ich jetzt zum Risotto, um die Gemüse aufzuwärmen. Dann kam ein Stück Butter dazu, etwa 25 g, und die gleiche Menge Parmesan. Jetzt wurde das Risotto schlonzig. Ich schmeckte nochmal ab, salzte ein bißchen nach, und servierte.

Mich frustriert, daß ich Dorade schon mehrfach gekocht und fotografiert habe, die Fotos aber immer sehr bescheiden werden, als könnte ich dem Fisch nicht genug der Ehre erweisen.

So auch heute. Obwohl es ein ziemlich leckeres Essen war, sieht es auf dem Teller lieblos und Larifari aus. Schade, die Dorade war super und auch das Risotto hat sehr gut geschmeckt.

 

Dorade Risotto Pfifferlinge Erbsen Zitronenzeste 3

 

Dorade Risotto Pfifferlinge Erbsen Zitronenzeste 2