Matjessalat Pimientos de Padron


Leider gibt es hier keine Möglichkeit frischen Matjes zu bekommen. Das höchste der Gefühle ist tatsächlich die Nordsee oder das Kaufland, und die bekommen die Matjes höchstens in grösseren Kübeln…
5 Matjeshälften gedrittelt
1 Joghurt 150 g
1 gehäufter Löffel Creme Fraiche
1 rote Zwiebel in Streifen
1/2 Apfel Granny Smith
1 Gewürzgurke
dünne Streifen Fenchel
Saft einer halben Zitrone
Salz
Das Grün einer Frühlingszwiebel
Alles mischen und eine Stunde kalt stellen.

Dazu machte ich ein paar Pimientos de Padron. Die hab ich in Olivenöl angebraten und mit Knoblauch und grobem Salz gewürzt.
Früher hab ich die gerne zubereitet. Da waren sie noch nicht so bekannt und es gab sie auf dem Markt in Karlsruhe. Es war unter all den milden Schoten garantiert auch immer eine sehr scharfe dabei, was man allerdings immer erst gemerkt hat, wenn man schon hineingebissen hatte. Ein schönes Gesellschaftsspiel für die grössere Runde 🙂
Leider hab ich schon lange keine scharfe Schote mehr darunter gefunden. Die Pimientos haben trotzdem gut geschmeckt.

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Thunfisch Carpaccio Austern


Heute war ich im Fischladen gegenüber, unsicher was ich kaufen sollte. Es gab Seeteufel (den ich langweilig finde), Schwertfisch, Pulpo, Seezungen, Kabeljau Loins, Thunfisch und Austern. Ausserdem Muscheln. Ich glaub ich hab noch ein paar Fische vergessen, aber ich hatte Lust auf Thunfisch, und der war Sushi Qualität. Dann sah ich den Austernkorb und musste 2 mitnehmen.

Ich hab mir letzten Geburtstag ein Lachsmesser gewünscht und bekommen. Damit schnitt ich die Scheibe Thunfisch so schmal wie möglich zu und legte die Scheiben auf einen Teller.
Ich gab Limettenabrieb auf den Thun, schnitt einen Teil des übriggebliebenen Fenchels in ganz dünne Scheiben und gab groben Pfeffer, Meersalz, Olivenöl und Limettensaft auf den Fisch.
Dann öffnete ich die Austern und gab sie mit auf den Teller.

Sehr lecker! Nicht abgebildet ist die geröstete Toastscheibe, die ich dazu servierte.
Ich muss allerdings zugeben, dass es mir heute Spass gemacht hätte, einen Gast bewirten zu können, denn dann hätte ich auch noch einen Champagner oder mindestens einen guten Sekt aufmachen können.
Naja, man kann nicht alles haben 🙂

Linguini Tomaten Basilikum


Ganz so puristisch sind die Linguini dann doch nicht:

Ich brauchte
2 normalgrosse Tomaten in Würfeln
1 fein gehackte Schalotte
1 fein gehackte Knoblauchzehe
2 Sardellen
1 El Kapern
1 guter El Tomatenmark
1 Thai Chili in feinen Röllchen
Prise Salz
Parmesan
Basilikum

Linguini

Linguini mit gut Salz aufsetzen, alles andere vorschneiden.
Zuerst Schalotte und Knoblauch anschwitzen, dann Sardellen und Kapern dazugeben und die Sardellen mit einem Holzlöffel zerkleinern.
Die Tomatenwürfel und das Mark dazugeben, etwas ziehen lassen (die Würfel sollen nicht zerfallen, nur etwas Wasser ziehen).
Dann die Chili, das Salz und ein wenig vom Basilikum dazugeben.
Topf vom Feuer ziehen und mit Deckel warm halten.
Wenn die Linguini al dente sind, mit der Tomatensauce mischen, Parmesan drüber reiben und mehr Basilikum dazu geben. Fertig.
Ohne die Sardellen ist das Gericht vegetarisch, ohne den Parmesan vegan.

Lachs Ceviche


Heute besuchte ich meinen Fischhändler, weil ich schon wieder Lust auf Fisch hatte.
Das letzte Ceviche war eines vom Wolfsbarsch und total lecker, weil die Limette dem Fleisch eine tolle Festigkeit und besondere Aromatik mitgegeben hatte.

Da ich ungern nacheinander das Gleiche mache, nahm ich heute ein Stück Lachs mit. Im Gemüseladen nebenan kaufte ich eine rote Zwiebel, drei Shitake Pilze und eine Limette. Zuhause hatte ich eine gelbe Paprika, Bio Tomaten und frischen Koriander.

Für das frisch angemachte Ceviche musste ich nur die Tranche Lachs von der Haut befreien, in kleine Würfel schneiden und etwa 15 Minuten mit dem Saft einer Limette marinieren.
Dazwischen schnitt ich die Zwiebel in dünne Halbringe, die Paprika in kleine Würfel, die Shitake Pilze und die Tomate ebenso, um dann den Koriander zu hacken.
Ich mischte alles ausser dem Koriander und schmeckte die Mischung mit Salz und Pfeffer ab.
Was ich vergass zu fotografieren war die Beigabe der Jalapeño, weil ein Ceviche scharf (mehr oder weniger) sein muss 🙂

Danach richtete ich es in einem Suppenteller an und gab den Koriander dazu.

Sehr lecker!

Eyachtal Forelle Drillinge Tomate Gurke


Ich war ein paar Tage weg/offline/incommunicado aber doch in der Nähe. Am Ende meines Exils bekam ich Informationen über einen Fischbetrieb im Eyachtal, einem Zufluss zur Enz im Schwarzwald.
Dort fuhr ich heute morgen vorbei, um eine Forelle fangfrisch einzukaufen. Die bekam ich auch. Danach schlenderte ich zwischen den verschiedenen Teichen, um zu sehen, was da noch geboten war. Ich erkannte Hechte und war irritiert ob der Fische, die aussahen wie kleine Katzenhaie. Auch gab es andere Fische, die etwas 1 m lang waren, aber keine Barsche und auch keine Welse waren. Es gab noch vier andere Becken, deren Inhalt ich nicht erkunden konnte. Dann gab es natürlich die Forellen und ein separates Becken für Goldforellen, einer Abart von Regenbogenforellen.
Der Betrieb hat nicht nur den Verkauf der Fische, sondern auch eine Räucherei, eine Restauration und ein Angebot für Kinder.
Ich war etwa um 9:00 morgens dort, um einen Fisch zu kaufen. Ein netter Mensch zeigte mir den Weg zum Fenster, wo man frisch geschlachtete Fische kaufen konnte. Dort konnte ich angeben, wie schwer mein Fisch sein sollte, danach wurde er schön verpackt. Übrigens: 500 g/ 5 € ein sehr korrekter Preis, wie ich finde.
Ich wollte die Forelle klassisch zubereiten, so wie ich sie in den 60ern mit meiner Mutter in deutschen Wirtshäusern und Gaststätten bekam, und zwar als Forelle blau. Dazu genügt Wasser und etwa ein 1/4 l Weissweinessig, besser ist aber ein Suppengrün, das die Gelegenheit hat, seinen Geschmack zu entfalten.
Dazu nahm ich Teile eines Suppengrüns, schnitt es in mundgerechte Stücke und briet es in etwas Rapsöl an. Dann löschte ich es mit einem 1/4 l Weisswein ab. Dazu gab ich einen Liter Wasser und einen weiteren 1/4 l Weissweinesig, dazu ein paar Lorbeerblätter.
Das Ganze köchelte etwa 10 Minuten, dann gab ich die gesäuberte Forelle in den Sud, gab den Deckel darauf und reduzierte die Hitze auf das Minimum.
Nach 5 Minuten wendete ich den Fisch und gab ihm weitere 5 Minuten.
Die Kartoffeln hatte ich schon vorher in Salzwasser gegeben (die brauchte gerade mal 17 Minuten).
Dazu machte ich eine kleine Salatvariante aus Tomaten und Gurken.
Alles ganz klassisch 🙂

Zum Geschmack:
Ich hab in den letzten Jahren selten Forellen gegessen, obwohl ich síe sehr liebe, und es bei uns zuhause auch eine Tradition dazu gab.
Diese Forelle erinnerte mich an eine Forelle, die wir (meine Familie) in den 60ern im Schwarzwald genossen, in einer Gastwirtschaft am Bach, die die Forellen frisch aus dem Bach holten, nach Bedarf. Meine Forelle heute konnte ich ausklappen und hatte kaum Gräten. Der Geschmack war superfrisch, selten so gut gegessen.

Es gibt Menschen, die kritisch gegenüber Fischzuchten sind, und das hat auch seine Berechtigung. Ich bin zwar kein Experte, aber ich habe schon Teiche gesehen, in denen die Fische sich kaum bewegen konnten. Das war hier ganz anders: Viel Platz, vielleicht 7-8 Fische pro qm3, also sehr wenige. Ich fand das sehr gut.

Die Zeit davor war ich leider nicht Herr über meine Nahrung, umso mehr war ich froh, mit der Forelle einen Schlusspunkt zu setzen 🙂

Ceviche Variation


Ich holte heute die Konzertkarten zu Mother’s Finest aus dem Reisebüro ab, das auch als Aussenstelle für den Veranstalter fungiert.
Es ist nicht weit von mir, aber bergauf, also nahm ich mein e-bike. Auf dem Rückweg machte ich einen kleinen Schlenker durch ein paar Strassen, wo der Verkehr sich verläuft und man als Radfahrer keine Todesängste aushalten muss. Diese Strasse brachte mich von hinten an meine zwei Lieblingsläden; der italienische Fischladen und der tolle Gemüseladen direkt nebenan.
Weil es schön warm war, dachte ich daran ein Ceviche zu machen und hoffte darauf, daß der Papa die richtigen Fische da hatte.
Es gab Scholle, Steinbeisser, schwarzen Heilbutt und Schwert- und Thunfisch, aber ich wollte einen aromatischen Weissfisch. Hinter den Doraden (der auch sehr aromatisch ist und gut schmeckt, der aber viele Gräten hat) versteckte der Papa noch ein paar Wolfsbarsche. Das war genau das, was ich wollte. Er schuppte mir den Barsch und nahm ihn für mich aus. Ich nahm dann noch 2 Riesengambas dazu und machte mich auf zum Gemüseladen.
Dort kaufte ich 2 Limetten, eine kleine Menge Queller, Petersilie, eine rote Spitzpaprika und zwei Jalapeños.
Zuhause angekommen schaute ich bei einem authentischen Rezept nach, nur um festzustellen, dass ich den Koriander vergessen hatte (wie konnte das ausgerechnet mir passieren?), und das als beliebte Beigabe gekochte Süßkartoffelscheiben gereicht werden. Die mag ich gar nicht.
Queller wird andererseits nicht dazugegeben. Aber die Meeresalgen sind schön salzig und so verzichtete ich darauf das marinierende Ceviche zu salzen.

Also erst schnitt ich die Filets von den Gräten herunter, dan drehte ich jedes Filet und schnitt die Haut weg. Obwohl ich mein fast unbenutztes Lachsmesser dafür verwendete, bleibt immer ein Rest an der Karkasse, und es war relativ wenig Fleisch, das übrig blieb.
Aber ich hatte ja noch die beiden rohen Riesengambas, die ich sogleich schälte und entdarmte und in Stücke von etwa 1 cm Länge schnitt. Den Fisch hatte ich auch in Quadrate von etwa 1-2 cm geschnitten.
Fisch und Meeresfrüchte kamen in eine kleine Keramikschüssel und bekamen den Saft eine Limette dazu.
Dazu gesellte sich ein Teil der Paprika in ganz feinen Streifen, einige der Queller, 1 Knoblauchzehe und ein Drittel einer sehr großen roten Zwiebel. Auch hackte ich eine Jalapeño und die Petersilie und legte einen Teil als Bett für die Ceviche aus.
Jetzt stellte ich die Ceviche eine halbe Stunde kalt und richtete dann an.
Interessant ist, dass man die Säure der Limette nicht wahrnimmt. Mir fiel auf, dass das Fleisch der Gambas in denaturiertem Zustand richtig süss schmeckt, und der Wolfbarsch eine tolle feste Konsistenz und einen überaus angenehmen Geschmack entwickelt. Insgesamt war es ein sehr harmonisches Essen, nur befürchte ich, dass es eine relativ teure Vor- oder auch Hauptspeise wird, wenn man für mehr als ein paar Leute einkauft. Ich habe im Fischladen etwa 5.50 für den Wolfsbarsch und etwa 2.50 für die beiden Gambas ausgegeben, im Gemüseladen lag ich nochmal bei 5.50. Queller, Paprika und Petersilie hab ich noch, aber der Fisch ist weg. Ich nehme an, man kann mit Filets etwas Geld sparen, aber diese Fische (Wolfsbarsch, Dorade) werden eher seltener filetiert angeboten, oder wenn, dann zu saftigen Preisen.

Tintenfischringe Kartoffeln Tzatziki


Das Strassenchaos geht weiter: Heute mußte ich nach Karlsruhe. Ich hab es zwar rechtzeitig geschafft, aber nur knapp, wobei ich für eine Strecke von fast 80 km 2 Stunden Zeit hatte. Einen guten Teil hab ich bei Heimsheim auf der Autobahn verbracht.
Auf dem Weg zurück wollte ich in der Nähe des Autobahnzubringers noch einkaufen. Als ich damit fertig war, brauchte ich nochmal 90 Minuten, um die 27 km nach Pforzheim zu bewältigen. Die Mehrzahl dieser Minuten verschwendete ich vom Real bis zur Abzweige A8, der Rest ging zügig. Ich war um 19:45 da und machte mich gleich ans Werk, weil es ja auch so schon spät genug war.

Im Real gibt es eine Fischtheke, von der ich zwei Tintenfischtuben (zusammen 250 g) kaufte.
Aus der Milchabteilung nahm ich griechischen Joghurt mit, aus der Gemüseabteilung eine Gurke.

Tzatziki:
1 griechischer Joghurt 10%
2 kleine Knoblauchzehen, mit Salz zerrieben
2 Spritzer Zitrone
1/4 Gurke, geraspelt
Salz, Pfeffer
Dill

Die Tuben schnitt ich in gleichmässige Ringe und salzte und mehlierte sie. Dann frittierte ich sie in etwa 5cm Rapsöl in einem etwas kleineren Topf (damit ich nicht soviel Öl brauche).

Die Kartoffeln sind eine kleine mehlige Sorte, die kochte ich im Ganzen mit der Schale und schnitt sie später in der Mitte auseinander, um sie dann noch anzubraten.

Die Tintenfischringe waren aussen knackig, aber innen schön zart. Das selbstgemachte Tzatziki mit Dillbeigabe war superlecker und hat sowohl zu den Ringen wie auch zu den Kartoffeln gepasst. Ich habe die Ringe nach dem frittieren mit Zitronensaft beträufelt, das die Frische betont hat.
Das Rezept kommt in meine “PFF Datei”, das steht für Personal Fast Food 🙂 .