Schweinelende Bulgur Pfirsichsalsa


Heute hatte ich wieder einmal Lust, etwas mit „South of the border“ Einschlag zu machen, aber ohne Tortilla und auch ohne Rind oder Hack.

Da war es gerade recht, daß ich im Gemüseladen gegenüber alles fand, das dazugehört: Limetten, Koriandergrün, aber auch glatte Petersilie und Jalapeños.

Den Rest fand ich in einem anderen Laden. Da gab es Pfirsiche, Ochsenherztomaten und auch eine schöne Schweinelende. Bulgur hatte ich noch daheim.

Zuerst machte ich die Salsa: den Pfirsich in kleine Stücke schneiden, rote Zwiebel dazu, eine halbe Knoblauchzehe, eine mittlere Tomate, Saft einer Limette, 1/2 Jalapeño ohne Kerne,1 El Muscovadozucker, 1 El Weissweinessig, glatte Petersilie, gehackt, Koriandergrün, gehackt. Die zieht eine Weile durch und bildet Saft. Der muss nicht unbedingt mit auf den Teller.

Für den Bulgur höhlte ich die Ochsenherztomate aus. Den Bulgur machte ich auf die übliche Art: Bulgur/Wasser 1:2, aufkochen, Deckel drauf, Temperatur aus, stehen lassen, nach einer Weile ein Stück Butter und ein kleiner Schluck Olivenöl dazu. Danach Petersilie und etwas Cheddar untermischen, in die Tomate einfüllen und im Ofen backen.

Die Lende von der Sehne befreien und auch sonst parieren, mit einer Mischung aus Paprika, Salz, Pfeffer,JalapeñoAnchoMischung bestäubt und langsam in Rapsöl anbraten.

Zusammen hat alles super gepasst. Die Jalapeños waren leider nicht besonders scharf, da hätte ich vielleicht aufstocken sollen, mir war es nicht ganz pfiffig genug. Aber die Fruchtigkeit und die Würze durch Fleisch und Käse war schon sehr lecker.

Pfirsich Zitronen Tomaten Mais Salat Kalbsleber


Der hier hergestellte Salat wurde von einer Culinary Arts Absolventin (Köchin) aus Puerto Rico vor einiger Zeit ins Netz gestellt. Ich fand Gefallen daran, weil Meseidy von The Noshery meint normale Salate langweilten sie. Ihr Credo sei, was zeitlich zusammen wachse, passe auch zusammen.
So kombiniert sie kandierte Zitronen, Tomaten, Pfirsiche, rohen Mais, Minze und Rucola. Eine wilde Mischung, aber sehr lecker, wie ich meine.

Aber der Reihe nach.
Die Biozitronen werden abgewaschen, dann in 3 mm Scheiben geschnitten und 2 Minuten in kochendem Wasser gegart. Dann werden die Zitronen in eine Schüssel gegeben, mit etwas Zucker bestreut und in Olivenöl gewendet. Jetzt die Zitronenscheiben bei 160 C im Ofen trocknen und leicht anbräunen. Dann beiseite stellen.
Für die Marinade kommen zusammen: 3 El Apfelessig (bei mir Weissweinessig), 3 El Olivenöl, 2 El Honig, 1 1/2 Tl Tabasco, 1 Tl Salz, 1 Tl Schnittlauch, 1 fein gewiegte Schalotte, 1 Knoblauchzehe, ebenfalls feingewiegt, 4 El gehackte Minze. Alles schön vermischen, dann über die restlichen Zutaten geben.
Die restlichen Zutaten sind 1-2 frische reife Pfirsiche, gemischte kleine Tomaten, Rucola und rote Zwiebeln in Spalten (hab ich vergessen). Ausserdem kommt Mais direkt vom Kolben geschnitten und noch roh dazu. Ich hätte das fast nicht gemacht, weil ich Mais normalerweise nur am Kolben mag. Aber Meseidy meint, daß die natürliche Süße und der Crunch eine schöne Ergänzung zum restlichen Salat ist.
Die Marinade hat Süße, Säure und auch etwas Schärfe und schmeckt lecker zu den sehr frischen Zutaten.

Ursprünglich wollte ich eine Hähnchenbrust dazu anbraten und aufschneiden. Aber dann sah ich im REWE, wo ich mich befand, eine Kalbsleber. Ich liebe Kalbsleber, hatte aber schon eine Weile keine mehr. Bei dieser holte ich noch einen Beutel Panko und panierte die Leberstücke. Zusammen mit dem fruchtigen Salat war das eine Delikatesse, die durch die Pankopanade besonders crunchy wurde. Im Inneren dagegen war sie zart und rosa. Wirklich gut.

Hähnchen Mais Spargel


Das Wetter heute war hier toll, nicht zu warm, aber schön sonnig und sogar mit leichter Brise!  Für mich optimal. Was auch bedeutete, daß ich grillen wollte.

Hähnchenschlegel hatte ich gestern schon zusammen mit der Brust gekauft, ich wollte sie aber vorher schon einlegen. Ich fand auf einer amerikanischen Seite ein leichtes Rezept und setzte das in die Tat um:

2 El brauner Zucker, Prise Salz, 1 El Sojasauce, 1El grober Senf, 1 El Weissweinessig und eine fein gehackte Knoblauchzehe vermischen. Die Hähnchenteile in einen Plastikbeutel geben, die Marinade dazu, den Verschluss schliessen und dabei die ganze Luft herauspressen. Marinade verteilen und den Beutel kalt stellen.

Ein paar Stunden später werden die Hähnchenteile auf ein Alublech gegeben und zwischen die Holzbrikettkörbe gestellt. Zuerst liess ich sie eine halbe Stunde drin, dann wurden sie gewendet.

Jetzt kamen auch Spargel (in der Alufolie) und der Mais dazu, auch diese beiden nicht über direkter Hitze.

Ich machte aus Aprikosenmarmelade (2 El), Sojasauce (1 Tl), Senf und Salz eine BBQ-Einpinselflüssigkeit (nur ein paar Minuten köcheln und rühren-fertig. Die Idee fand ich bei einem Rezept, das auf der Seite About: Southern Cooking ganz unten stand. Es klang gut, ich mußte einiges ersetzen, aber es hat trotzdem gut geklappt. Es ist gar nicht so süß und passt super zum Hähnchenschlegel.

Diese Mischung benutzte ich, um die Schlegel einzupinseln. Jetzt gab ich die Teile in der Schale direkt über die Kohlen. 10 Minuten später wurde gewendet und es gab weitere 10 Minuten auf der anderen Seite.

Auch der Mais wurde direkt über die Kohlen gelegt, ohne Schale. Alle 5 Minuten wurde der weitergedreht und bekam seine schöne BBQ-Farbe.

Nach ein paar Minuten war alles soweit, und ich nahm es mit hinein um es anzurichten. Beim auspacken sah ich, daß der Spargel besser ohne Dampfverpackung geblieben wäre, der war leider zu weich und das olivgrün war nicht besonders sexy. Ich hab trotzdem einiges davon gegessen, aber der Mais hat mir besser geschmeckt. Das Hähnchen war ein bisschen zu lange indirekt bestrahlt worden, aber es war durchaus noch saftig 🙂

Die Flüssigkeit zum Einpinseln war weniger süß als anfänglich vermutet, wahrscheinlich hat die dunkle Sojasauce alles Richtung Umami gedreht.

Dazu hab ich noch einen Pfirsich auf den Grill gelegt und den auch noch eingepinselt, der gab eine schöne Fruchtnote zum Essen.

Ein gutes Essen vom Grill, kaum Sauerei in der Küche – was will man mehr?

 

 

 

 

 

 

Dry aged Tomahawk Chimichurri Paprika Mais Pfirsich


Heute bin ich mal wieder bei Metzger Zorn vorbeigefahren. Ich war mir unschlüssig, da erwähnte die Fleischfachverkäuferin den „Giftschrank“, die Kammer, in der die Fleischstücke liegen, die den dry aging Prozess durchlaufen. Dort gab es einen Strang Schweinekoteletts mit herausragendem Knochen – Tomahawks – vom Schwäbisch-Hälleschem Landschwein. Der Preis war nicht gerade gering (€2.79/100 g), aber im Vergleich zu Rind und den anderen dunklen Fleischsorten immer noch leistbar.

Das Ende vom Lied war, daß das Tomahawk €10,40 kostete, aber man lebt nur einmal…

Dazu wollte ich eine Chimichurri machen, eine argentinische Sauce auf Petersilienbasis. Hie fingen die Schwierigkeiten an. Im Netz waren viele Rezepte unterwegs, viel zu viele.

Es gab mehr Unterschiede als es Argentinier gibt, oder so kam es mir vor. Also schaute ich meine Kochbücher durch, aber in 100 Büchern fand ich nur ein einziges, und es klang nicht authentisch. Ich habe dann aus der Erinnerung und ein paar Inspirationen eine Sauce gemacht, die ziemlich gut schmeckte.

Chimichurri:

2 Hände Petersilie kleingehackt

frischer Thymian 2 Tl

frischer Oregano 3 Tl

Prise Salz

1/2 Paprika

2 kleine rote Zwiebeln

2 Thai-Chilis

2 Knoblauchzehen

100 ml Weissweinessig

200 ml Olivenöl

Alles kleinhacken, dann kurz im Standmixer mixen. Die Paprika sorgt für die rote Farbe. Wer es stückiger will muß weniger lang mixen 🙂

 

Dazu sollte es Mais und Paprika geben, außerdem einem Grillpfirsich.

Der Mais kam ins kochende Wasser, etwa 20 Minuten lang, den Paprika hab ich angebraten.

Für Tomahawk und Pfirsich stellte ich die gute Grillpfanne auf den Herd.

Beim trennen des Koteletts vom restlichen Strang hatte die Fachverkäuferin Schwierigkeiten, das Fleisch gerade zu halten, weil schon der vorherige Schnitt schräg zum Knochen verlief.

Insgesamt war das Fleisch nicht überall gleich dick. Das Problem war aber, daß auf der einen Seite der Strangknochen über dem Kotelett herausragte und es schwierig war, das Fleisch auf die Hitze zu bekommen. Das führte dazu, daß eine Stelle nicht so gar wie der Rest waren. Es war hauptsächlich ein ästhetisches Problem, weil die Verkäuferin auf Anfrage bestätigte, daß das Fleisch rosa (trotz Schwein) gebraten werden sollte.

Zum Abschluss richtete ich den Teller an, gab noch etwas Butter auf den Mais, etwas Chimichurri auf das Tomahawk und machte meine Fotos.

 

Fazit: Obwohl das dry aged Tomahawk vom Schwäbisch-Hälleschen Landschwein super aussah und ich sowieso eine Schwäche für Schweinefleisch habe, fand ich es nicht sooo viel besser. Ich hatte unter anderem bei den Grillsportfreunden nachgeschaut, und bei denen war die Begeisterung groß. Sie hatten verschiedene Schweinesorten, auch Duroc war dabei. Ich denke, daß das Landschwein sich nicht verstecken braucht, aber die Unterschiede zu Landschwein ohne des zusätzlichen Abhängens konnte ich nicht erschmecken.

Die Grillsportjungs und -mädels haben es allerdings auf dem Grill gemacht, und ein Gewürz war auch noch dabei. Meine zwei ersten Bissen waren ohne Sauce, nur mit Salz.

Ich werde nochmal investieren, vielleicht an einem Wochenende mit Grillaktion, aber heute hat es mich nicht geflasht.

Der ganze Rest hat aber super geschmeckt. Jetzt muß ich nur noch ein Glas finden, um die Chimichurri kalt zu lagern.

 

 

 

Schweinelende Mangosalsa Spargelbulgur


Es gab noch Lebensmittel von gestern, die verarbeitet werden wollten. Mango und Avocado hatte ich jeweils noch eine Hälfte da.

Eigentlich hatte ich Lust, zu grillen, aber es gab keine grillspezifischen Angebote und der Wetterbericht war auch zweifelhaft…

Also disponierte ich um. Beim Metzger bekam ich eine schöne Schweinelende.

Auf dem Markt fand ich beim Pfälzer tolle glatte Petersilie, bei einem anderen Stand gab es deutschen grünen Spargel, so schlank wie der italienischeund sehr frisch.

Später ging ich noch bei meinem Gemüsehändler vorbei, um mir einen Pfirsich, eine Limette und 2 Jalapenos zu holen.

Damit hatte ich alles zusammen.

 

Ich wollte eine Salsa auf Mangobasis machen und gab dazu noch ein paar andere Zutaten dazu.

1/2 Mango in kleinen Würfeln

1 Pfirsich in kleinen Würfeln

1/2 Avocado in kleinen Würfeln

1 Tomate in kleinen Würfeln

1 kleine rote Zwiebel in feinen Streifen

1 Jalapeno entkernt

Saft einer Limette

Petersilie

Salz

 

Sowohl Mango als auch Pfirsich waren reif und süß, daß der Kontrast zu der Säure der Limette und der Schärfe der Jalapeno ein schöner war.

 

Den Bulgur setzte ich an, indem ich auf eine Einheit Bulgur 1,5 Einheiten gesalzenes Wasser gab. Ich kochte beides im Topf mit Deckel auf und zog es dann vom Feuer.

Dazwischen nahm ich 5 Stangen des Spargels, schälte die Enden, schnitt ihn dann ihn bissgrosse Stücke und briet ihn in Öl mit etwas Salz an. Das dauerte nur wenige Minuten.

Dann zog ich ein paar Zesten von einer Bio-Zitrone, hackte die klein und gab sie, gehackte Petersilie und die Spargelstücke in den Bulgur. Dem gab ich auch noch zwei El Olivenöl dazu.

 

Jetzt schnitt ich 2 Stücke von der Lende, salzte und pfefferte sie und briet sie langsam von allen Seiten an.

Es hat sehr gut geschmeckt, wobei ich ursprünglich die Salsa fürs Fleisch angedacht hatte. Sie hat tatsächlich dann besser zum Bulgur gepasst, weil er dadurch einfach interessanter geschmeckt hat.

 

 

 

 

Secreto La Ratte Pfirsich Steinpilze


Das Secreto ist ein grobfaseriger, fächerförmiger Muskel, der sich zwischen Rücken und Rückenspeck versteckt. Schneidet man den Muskel quer durch, ist der Muskelbereich zwischen der Fettschicht kaum zu erkennen. Setzt man den Schnitt aber längs an, ist der Muskel sofort zu sehen. Daher auch die Bezeichnung geheimes Filet. (kopiert von Otto-Gourmet)

Das fand ich heute beim Metzger Zorn, in dessen Laden ich immer wieder grne gehe. Hier wurde das Fleisch angeboten, und zwar wieder von der Hällisch-Schwäbischen Erzeugergemeinschaft. Ein guter Grund es zu kaufen, zumal es nicht die Phantasiepreise kostet wie im Internet (Otto-Gourmet – €54/kg, ein Schweizer Anbieter über €60/kg), sondern ganz anständig €15,50/kg.

Wäre das Schwein deutsch aufgeteilt worden, wäre es als Teil eines Nackenstücks sicher für nicht mehr als €8-9/kg verkauft worden (als gutes Fleisch).

Jedenfalls bekam ich ein Stück von 180 g und bezahlte dafür weniger als €3 🙂

Beim teuren Russen gab es Steinpilze (rumänisch, €3,50/100g) von denen ich zwei kleinere mitnahm, außerdem einen perfekten Pfirsich, der duftete, und fünf La Ratte Kartoffeln.

Die Kartoffeln kamen ins stark gesalzene Wasser, und blieben drin, bis sie weich und von Salz überzogen waren. Ich hab sie fürs Foto so belassen, mußte sie aber zum Verzehr abspülen, weil es viel zu viel Salz war.

Das Secreto hab ich nur gesalzen und gepfeffert, um mich von seinem guten Geschmack zu überzeugen. Es hat auch sehr gut geschmeckt.

Dazu kamen am Schluß der Garzeit des Secretos die fächrig geschnittenen Steinpilze mit in die Pfanne, eine kleingehackte Knoblauchzehe dazu, und in einer weiteren Pfanne briet ich den Pfirsich mit Rosmarin an (ärgerlich dabei war, daß ich beim auseinanderschneiden den Kern geteilt habe und die Hälften nicht gut entfernen konnte. Der Pfirsich war so reif, daß er Quetschverletzungen erlitt, und letztendlich in kleinere Stücke geschnitten werden mußte, um den Schaden zu übertünchen. Geschmeckt hat er trotzdem super.

Ich fand, Steinpilze und Pfirsich haben sich wunderbar ergänzt, würziges und fruchtig-süßes, und hat wunderbar zum geschmackvollen Schwein gepasst.

Die La Ratte sind so klein (und neue Kartoffeln), daß sie auch ohne Butter fast eine sahnige Qualität haben. Mit ihnen hab ich den Fleischsaft aufgestippt.

Da braucht man keine extra Sauce 🙂

 

Secreto Drillinge Steinpilze Pfirsich 1

 

Secreto Drillinge Steinpilze Pfirsich 2

Grillen: Mangalitza Schwein Spargel Pfirsich


Es gibt einen Edeka-Supermarkt in der Stadtmitte, der früher wohl ein Warenhaus mit Lebensmittel im UG war: Auf der EG-Ebene dümpelt er als Mischwaren-Billigkleideranbieter so vor sich hin, unten ist Pischzan Herr oder Frau im Haus. Wie der Name schon vermuten läßt, gibt es ungarische Wurzeln. Welcher Art genau, weiß ich nicht, aber es gibt eine ungarische Ecke mit Spezialitäten, die ich sonst nirgendwo kaufen kann, und alle paar Wochen gibt es ein handgemaltes Schild an der Rolltreppe: Mangalitza wieder frisch eingetroffen!

Ich hab es schon ein-zweimal gekauft, und nicht immer erfolgreich verarbeitet, weil es von einer massiven Fettschicht umhüllt ist. Als ich heute auf der Suche nach etwas Essbarem seit einiger Zeit einmal wieder in diesen Supermarkt ging, gab es ebendieses Schild. Heute haben mir die Handwerker alles ausgeräumt. Ich habe nicht einmal mehr die Kochplatte, und ich wollte nicht schon wieder essen gehen. Der Grill blieb bis jetzt unberührt. Die nette Dame an der Fleischtheke ist extra ins Kühlhaus gegangen, um etwas Grillbares zu holen und kam mit einem Stück Nacken zurück. Ich ließ mir zwei dickere Scheiben geben und bemerkte, daß sie noch durchwachsener als sonst waren. Das aber ist beim indirekten Grillen ein Vorteil.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen – ich hab zwar erst gegen 21 Uhr gegessen, aber einen solchen Nacken hatte ich noch nie! Total saftig, das meiste Fett war schon ausgetreten, nur am Rand gab es noch eine Schwarte, die ich weggeschnitten habe. Der Geschmack ist viel intensiver als reguläres Schweinefleisch. Ich hab das Hällisch-Schwäbische zum Vergleich noch nicht auf dem Grill gehabt, muß das aber nachholen. Wer in seiner Gegend Mangalitza Fleisch bekommen kann, sollte es einmal ausprobieren.

Die Spargel hatten noch einen kleinen Biss, was mich aber nicht störte. Der Pfirsich, natürlich auch gegrillt, offenbarte seine natürliche Süße und passte hervorragend zu beiden Elementen.

Und das Beste ist – es gibt noch ein Stück Nacken und ich kann mir aussuchen, ob ich es bei der Arbeit oder im Renovierungschaos geniesse 🙂

 

Mangalica Schwein Spargel Pfirsisch 1

 

Mangalitza Schwein Spargel Pfirsisch 2

 

Mangalitza Schwein Spargel Pfirsisch 3

Chicken Wings Spargel Pfirsich Jalapeno


Das Wetter war heute besser, und weil ich hier in der Wohnung nichts tun kann, als zu meinem Platz vorm Computer zu robben und dort zu bleiben, bis ich ins Bett gehe, war Grillen eine echte Alternative. Beim guten Metzger Zorn erkundigte ich mich nach Beef Ribs, die es hier fast nie gibt. Aber mit 4-7 Tagen Vorbestellung bekomm ich sie dort. Das sind gute Nachrichten, weil die nochmal anders als die üblichen (und leckeren) Babybacks (Schwein) sind. Dann hatten sie ein ganz dickes Stück stark marmoriertes Fleisch in der Theke. Auf meine Frage, was das sei, meinte sie in ehrfürchtigem Ton: Das ist Entrecote vom dry-aged beef! Also Fleisch, das bei fast €50 das Kilo liegt. Ich würde es gerne mal probieren, kann mir jetzt schon ausmalen, daß ich enttäuscht sein werde, weil es wahrscheinlich nicht proportional zum Preis besser ist, sondern sich eher geometrisch dazu verhält. Das heisst, jedes Grad besser (als Beispiel) wird im Quadrat teurer. Man sieht das bei Wein, bei seltenen Sachen wie Trüffel oder auch bei guter Bekleidung. Man kann sich einen Anzug kaufen bei C&A für  wenig Geld, einer von Boss kostet das 4-8 fache, einen aus Hong Kong kann man vielleicht noch knapp bezahlen, den aus der Saville Row in London nur, wenn man Banker oder sonst reich ist. Die Unterschiede zwischen dem individuell geschneiderten Massanzug aus London und einem aus Mailand sind wahrscheinlich ziemlich gering, der Preis ist es nicht.

Soviel dazu 🙂 (Ich trage Anzüge nur, wenn ich muß – zu Hochzeiten und Begräbnissen).

Jedenfalls nahm ich bei Zorn dann ein paar Chicken Wings mit, die waren mild eingelegt, und ich hab sie das letzte Mal vor etwa 100 Jahren gegrillt.

Dazu nahm ich eine BBQ Sauce (eine gekaufte mit leichtem Raucharoma) und gab Löwensenf und Zitronensaft dazu und marinierte die Wings nochmal eine halbe Stunde.

Den Grill warf ich jetzt an, wobei ich eine bessere Art finden muß die Kohlen zu befeuern, weil das immer ein kleines Drama ist. Nach 30 Minuten war genug Hitze, um die Wings auf den Rost zu werfen. Dieses Mal hatte ich glühende Kohlen in beiden Körben und in der nördlichen Ecke aufgeschichtet, um etwas mehr Temperatur zu bekommen.

Nach etwa 20 Minuten wurden die Wings gewendet. In der Zwischenzeit war ich beim teuren Russen gewesen, hab dort ganz dünne grüne Spargel, einen Pfirsich und eine Jalapeno gekauft, und die Spargel in einer Pfanne mit etwas Wasser etwa 5 Minuten gekocht, bis er noch Biss hatte. Dann hab ich ihn kalt abgeschreckt ( die Farbe war super!) und beiseite gestellt.

Der Pfirsich wurde in kleine Würfel geschnitten, der Jalapeno, der ziemlich scharf war, in noch kleinere, dann gab es einen Tl Zucker, eine Prise Salz und etwas frischen Zitronensaft dazu. Dann hab ich noch etwa 1 El Weissweinessig dazugegeben und nochmal einen flachen Tl Zucker. Dazu kamen einige Blätter Cilantro (Koriandergrün).

Die erkalteten Spargel kamen auf ein Alublech und wurden mit Stücken Parmaschinken drapiert. Darauf folgte geraspelter Parmesan.

Ich nahm eine zweite Aluschale mit zum Grill und gab die Wings in die leere Schale und strich die nochmal mit der Marinade ein. Jetzt kam die Schale mit den Wings direkt über die Kohlen, die Schale mit den Spargeln auf die andere Seite. Ein paar Minuten späte hab ich den Deckel wieder entfernt und den Inhalt beider Schalen gewendet.

Die Wings ließ ich ein paar Minuten auf der anderen Seite Farbe mehmen, die Spargel brauchten nichts mehr.

Dann wurde angerichtet. Die Pfirsichmischung wäre eine Salsa, wenn sie noch eine oder zwei Zutaten dabeigehabt hätte, aber ich komme an nichts ran. Es hat trotzdem gut geschmeckt und verlieh den Wings den feurigen Kick!

 

Chicken Wings Spargel Parmaschinken Parmesan Aprikose Jalapeno Koriander 1

 

Chicken Wings Spargel Parmaschinken Parmesan Aprikose Jalapeno Koriander 2

 

Chicken Wings Spargel Parmaschinken Parmesan Aprikose Jalapeno Koriander 3

 

 

Enchilada Pulled Chicken Refried Black Beans Peach Salsa


Heut hab ich mir einen Grill gekauft. Den Kugelgrill von Aldi für 69 Euro. ich bin nochmal in mich gegangen und mich gefragt, wie oft ich für mich selbst grillen werde. Danach war die Entscheidung ganz einfach 🙂 . Ich hab die Seitenschälchen für indirektes Grillen benutzt, wobei ich eher ein Problem damit hatte, genug Hitze herzustellen, als daß ich zuviel davon gehabt hätte.

Wie dem auch sei, die Hähnchenoberkeulen wurden mit dem gleichen Rub von vor ein paar Tagen eingerieben und nochmal kalt gestellt. Von der BBQ Sauce hatte ich auch noch, aber dazu später.

Als ich den Grill dann endlich zusammengebaut hatte, machte ich zuerst Feuer in den Seitenschälchen und wartete ab, bis die Brennhilfe weggebrannt war. Danach kamen die Hähnchenteile in eine Aluschale mit Löchern und zwischen die Hitzequellen. Jetzt kam der Deckel drauf. Ich ließ das obere Loch erst zur Hälfte auf, aber es wurde nie wärmer als 130 C. Später versuchte ich es mit geschlossenen Abzugslöchern, aber mehr als 150 C unter der Haube war nicht drin. Ich nehme an, daß das Brenngut nicht lichterloh gebrannt hat und etwas mehr zündende Motivation braucht 🙂

Aber egal, bei dieser Temperatur werden die Dinger ja auch gar. Nach fast 2 Stunden auf dem Grill hab ich die Teile dann ein paar Minuten direkt über die Hitzequelle gegeben, damit sie noch ein wenig Farbe nehmen.

gegrillte HähnchenoberkeulenWährend die Hähnchenteile auf dem Grill waren, hab ich eine Salsa hergestellt aus den üblichen Zutaten: Frühlingszwiebel, Avocado, Tomate, Knoblauch, Limettensaft, etwas Cumin, Cilantro, und einer Jalapenoschote. Da gab es noch eine dunkelrote kleine Schote, die sah schon fies aus, die probierte ich und bekam gleich Schnappatmung. Von der wurde nur ein Viertel in ganz kleinen Würfeln dazugegeben. Der Clou dieser Salsa war aber der Pfirsich, der zwar noch nicht prall süß war, aber doch schon sehr starke Pfirsicharomen vorzuweisen hatte und auch zum Rest sehr gut passte. Überhaupt war die fruchtige Note sehr passend zum Huhn.

Salsa Pfirsich 2

Nachdem die Hähnchenschenkel fertig waren, hab ich sie mit 2 Gabeln auseinandergezupft und mit dem Rest der BBQ Sauce vermischt. Jetzt hab ich die schwarzen Bohnen, die ich noch im Froster hatte, erwärmt und mit etwas gestreckt, dann mit einem Kartoffelstampfer zerdrückt. Dazu gab ich Cumin und mexikanischen Oregano, die Mischung aus der Chilipulver besteht.

Aber nicht soviel, die Bohnen schmecken auch für sich gut und werden durch das Stampfen sehr cremig.

Ich machte die Enchiladas fertig, ein Teil Fleisch, ein Teil Bohnen, ein Teil Salsa, eingewickelt, mit BBQ Sauce und Cheddar.

2 Burritos vor dem Ofen

nach dem Ofengang sahen sie dann so aus:

2 Burritos nach dem Ofen

Dann hab ich sie noch mit den Bohnen, der Salsa, Cilantro und einem Klacks Creme Fraiche angerichtet.

Enchilada Refried black beans Salsa Creme Fraiche 2

 

Enchilada Refried black beans Salsa Creme Fraiche 3

Die Dinger waren saulecker! Und der Pfirsich ist super. Mach ich nochmal, wenn sie vollreif sind.

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln


Beim Lesen verschiedener schon lange abonnierter Blogs wurde ich auf ein Rezept mit Pfirsichen und Steinpilzen gestoßen, das nach Bolli aus dem Piemont stammt, nur kurz Saison hat und normalerweise mit Kaiserlingen gemacht wird (Kaiserlinge = Ovoli), die ich noch nie hier gesehen habe. Allerdings machte es beim Namen Kaiserlinge ‚klick‘ und ich erinnerte mich an einen Blog-Eintrag bei Robert von lamiacucina, der wahrscheinlich am besten über diese Art von Genüssen Bescheid weiss. Und tatsächlich hatte er sogar ein ausgearbeitetes Rezept für Pfirsiche mit Kaiserlingen et al. Es unterscheidet sich von Bolli’s dadurch, daß es komplexer ist, aber ich hatte mich schon auf Bolli’s Version gestützt ehe ich Robert’s fand.

Erst fand ich keine Steinpilze, weil mein teurer russischer Händler von seinen handverlesenen Sammlern versetzt wurde – sie bräuchten auch 2 Tage frei, um zu regenerieren 🙂

Er erzählte mir das genervt und meinte noch, er hätte die Geschichte heute schon hundert Mal erzählt und 10 kg Pilze hätte er auch schon verkaufen können.

Ich machte mir eine geistige Notiz, das Ganze nochmal mit Steinpilzen auszuprobieren und nahm stattdessen Steinchampignons mit.

Also das Ragout nach Bolli: Eigentlich hab ich nur die Pilze geputzt, halbiert und scharf in Olivenöl angebraten. Der Pfisich wurde auch gewaschen, dann halbiert und die eine Hälfte in Segmente geschnitten und mit den Pilzen angebraten und gewendet. Das dauert 3-4 Minuten, wenn die Pfanne richtig heiß ist. Es wird mäßig gesalzen (die Pilze), etwas gezuckert (die Pfirsichschnitze) und mit einem herzhaften Schluck Weißwein abgelöscht. Der muß nicht verdampfen, sondern bildet die Ragoutsauce. Die Pilze waren gut mit den Pfirsichen, aber nichts besonderes.

Der Rest ist schnell erzählt: Kartoffeln schälen, kochen, Bohnen ablängen, kochen (mit Bohnenkraut), auf den Garpunkt achten, kalt wässern wegen der Farbe, beiseite stellen.

Schweinelenden portionieren, salzen, pfeffern, anbraten, wenden, warm stellen, in diese Pfanne Bohnen, Kraut und Kartoffeln geben, aufwärmen, Pfanne mit einem Schluck Weißwein deglacieren, schwenken.

Ragout als Basis anrichten, Lende obenauf, Bohnen und Kartoffeln als Beilage.

Ich hatte aus Gründen außerhalb meiner Kontrolle heute weder Frühstück noch Mittagessen…

Man kann sich vielleicht Vorfreude UND Heisshunger vorstellen, als dieses Gericht auf einem Teller zusammenkam!

Noch ein Wort zu den Pfirsichen. Die sind im Moment sowas von reif, super!

Ich weiß, es gibt auch Menschen, die Frucht nicht gerne mit Fleisch kombinieren, aber die, die es vielleicht noch nie probiert haben oder sich unsicher sind… Pfirsiche sind geboren für Schweinefleisch, aber ich kann sie mir auch sehr gut zu Huhn oder Ente vorstellen.

Also ausprobieren!

 

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln 1

 

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln 2