Loup de mer choucroute


Ich hatte Lust auf Fisch und ging zu meinem Händler über die Strasse. Dort gab es alles Mögliche, aber ich habe ein Herz für Wolfsbarsch und Dorade. Wolfsbarsch oder Loup der mer sollte es heute sein. Dazu wollte ich einmal das Sauerkraut nachempfinden, das ich vor Jahren in der Bretagne genossen hatte, nämlich mild und mit Sahne und zu Fisch(filets).

Das Sauerkraut bekam ich heute frisch vom kleinen Markt, das ich dann mit 2 Lorbeerblättern, 5 Wacholderbeeren und einem Achtel Weisswein ansetzte. Kurz danach kam ein Schluck Sahne dazu, ca. 100 ml. Nach einigem Abschmecken fing ich an Kalbsfond dazuzugeben. Ich liess die Flüssigkeit immer wieder einkochen. Nach 300 ml Fond und einer knappen halben Stunde war das Sauerkraut zart und der milchige Geschmack weg.

Mein Fischhändler hatte mir den Loup vorbereitet, also geschuppt und ausgenommen 🙂 Ich gab ihm ein paar tiefe schräge Schnitte und ein paar Kräuter in die Bauchhöhle (Thymian, Rosmarin). Dann gab ich ihn bei 180 C in den Ofen – etwa 25 Minuten. Dazu machte ich sehr traditionelle Salzkartoffeln.

Fisch und mildes Kraut passen wirklich gut zusammen, auch wenn man vielleicht genau abschmecken muss, um seinen Lieblingsgeschmack zu finden. Auf alle Fälle ist es ein Vorurteil zu glauben, dass Kraut nicht zu Fisch passt.

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Entenbrust Sauerkraut Kartoffelpüree


Gestern auf dem Markt, ich hatte es schon erwähnt, kaufte ich eine Entenbrust und auch die Leber. Die gab es ja gestern, heute war die Entenbrust dran.

Es hat hier schon öfters Entenbrust gegeben und ich gestehe, dass ich sie immer gleich mache, weil meine Methode funktioniert. Dazu schneide ich die Haut kreuzförmig ein, lege die Brust in eine kalte Pfanne und lasse die Hautseite rösch werden. Dann drehe ich die Brust um und stelle die Pfanne bei 140 C in den Ofen für etwa 8-10 Minuten. Nach dem Ofengang wickle ich die Ente 10 Minuten in Folie, bevor ich sie aufschneide. Der austretende Fleischsaft kommt mit in die Sauce.

Das Sauerkraut war frisch und auch vom Markt und kam aus Perouse, einer Waldensergemeinde in der Nähe. Um das Sauerkraut zuzubereiten nahm ich zuerst ein paar Speckwürfel und auch eine Scheibe Pancetta und briet die an bevor ich das Sauerkraut dazu gab. Abgelöscht wurde mit einem Schluck Weisswein, Wasser und einem Tl Zucker. Ausserdem gab ich zwei Lorbeerblätter und fünf Wacholderbeeren mit dazu. Späterdann noch ich noch 100 ml Entenfond, der das Kraut nochmal milderte und abrundete.

Das Püree war ganz einfach gemacht – 2 Kartoffeln in kleine Würfel geschnitten, in kaltem salzigen Wasser gegart, abgegossen und mit einem Stampfer mit Milch und Muskat verdrückt.

Für die Sauce gab ich eine kleingeschnittene Zwiebel und eine Knoblauchzehe und liess sie angehen. Jetzt gab ich einen Schluck Port dazu und dann 300 ml Entenfond. Das liess ich etwas einkochen und nach dem Abschmecken kam noch der Saft einer halben Orange dazu. Die Sauce wurde mit Beurre manie abgebunden und war fruchtig-rund. Damit die Zwiebeln nicht störten wurde die Sauce vor dem servieren mit dem Zauberstab püriert.

Ein sehr leckeres Essen!

Leberknödel Sauerkraut


Ich war heute Nachmittag in der Stadt bei Pischzan einkaufen, das ist der Stadt-Edeka dessen Leiter wohl aus Ungarn kommt. Er hat manchmal Mangalica Schwein, das er aus Ungarn hierher bringt.

Aber die Fleischtheke wird auch durch eine Fleischerei/Wurstküche unterstützt. Und heute hatten sie Pfälzer Leberknödel. So konnte ich sie zwar nicht selbst machen, aber ich konnte nicht daran vorbeigehen 🙂

Ein Grundsauerkraut hatte ich zuhause, so konnte ich wenigstens hier ein wenig in die Geschmacksbildung eingreifen.

Für mein Sauerkraut gab es 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren und ein gehäufter Tl ganzer Kümmel, den ich vorher im Mörser angestossen habe. Dazu am Anfang eine kleine Handvoll Speck, den ich vorher mit etwas Schweineschmalz anröstete.

Die Tennisbälle hab ich erst in heissem Wasser und kurz danach auf dem Sauerkraut fertig durcherhitzt.

Eine Sauce gab es heute nicht, dafür war ein scharfer Senf angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Szegediner Gulasch II


Vor fast genau einem Jahr postete ich das Gulasch zum ersten Mal. Es war ein bißchen aufwendiger als das heutige, aber im Prinzip gleich.

Das Szegediner heute verzichtete auf Majoran und auch auf Creme fraiche, allerdings ohne Absicht. Ich dachte, ich hätte noch einen Topf, aber der war schon weg 🙂

Dieses Jahr hatte ich:

500 g Schweinefleisch

50 g Speck

300 g Sauerkraut

1 El Kümmel

1 große Zwiebel

1 Knoblauchzehe

5 cm Tomatenmark

1/8 l Weißwein

1/2 l Wasser

1 Lorbeerblatt

Kartoffeln

 

Das Schweinsgulasch anbraten, dann Zwiebeln dazugeben, ebenfalls anbraten und Tomatenmark dazugeben. Wenn auch das Mark angeröstet ist, den Wein angiessen, herunterkochen lassen, dann Wasser angiessen und bei geringer Hitze mit angelehntem Deckel gar ziehen lassen. Kümmel anrösten und mörsern. Nach 20 Minuten das Sauerkraut, Lorbeerblatt, Kümmel und den Speck dazugeben. Kartoffeln aufsetzen. Nach etwa 20 Minuten sind die Kartoffeln gar. Jetzt abschmecken, salzen und nochmal etwas Kümmel dazugeben.

Schmeckt nicht ganz so schlonzig wie mit Creme fraiche, hat aber ein paar Kalorien weniger 🙂

Mein Gast, der mir sagte, daß er sich sonst nicht so viel aus Sauerkrautgerichten macht, war trotzdem ganz angetan und meinte es schmecke sehr gut!

 

 

 

 

 

 

Pollo fino Rösti Sauerkraut


Auf dem Heimweg heute bog ich schon bei Pf-Süd ab, weil ein großer Stau Richtung Pforzheim gemeldet war. Da war es nur logisch, bei dem Edeka in Haidach nachzuschauen, was denn angeboten wird.

Hier gibt es öfters Schweinsbäckchen vom Metzger, und auf die hatte ich gehofft – der Plan war, sie mal anders, und zwar mit einer Senfsauce zu machen.

Es sollte anders kommen. Sie hatten keine Bäckchen, dafür aber gute Pollo fino aus dem Osten (Frankreichs- also dem Elsaß), die auch Freilandgeflügel anbieten. Ich nahm ein Päckchen mit, und dachte ich hätte 2 saftige Oberschenkel, stattdessen waren es 4 kleinere. Ich hab sie auseinandergeklappt, gesalzen, gepfeffert, mit Rosmarin und Thymian und mit Zitronenzeste gewürzt und wieder zugeklappt und in eine feuerfeste Form gegeben. In die gleiche Form gab ich ein Achtel Weißwein, ein Viertel Hühnerbrühe, 100 ml Sahne, etwas Zitronenzeste und 3 Zitronenscheiben. Alles kam bei 180 C für 40 Minuten in den Ofen.

Für die Rösti nahm ich 3 Kartoffeln, raspelte sie und gab Muskat, Majoran, Petersilie, Salz und Pfeffer dazu, außerdem ausgelassenen Speck, ein El Kartoffelmehl und ein großes Ei. Die Masse wurde dann in Ringe gegeben und erst auf dem Herd in Ringen angebraten und später in den Ofen gegeben um nachzugaren.

Das Sauerkraut hab ich gekauft als Fertigware und einfach nur warm gemacht. Dazugegeben hab ich trotzdem ein Lorbeerblatt und ein paar Wacholderbeeren.

Nachdem die Hähnchenteile fertig waren hab ich die Flüssigkeit in einen Topf umgegossen und eingekocht. Ich gab noch ein bißchen extra Hühnerbrühe dazugegeben, dann ein wenig Kartoffelmehl mit kaltem Wasser und dickte damit die Sauce ein wenig nach.

Fazit: Ein schnell gemachtes Essen, das aber viel besser als erwartet war: Die Zeste erhöhte den Geschmack, die Zitronenscheiben waren eine Bereicherung.

 

 

 

 

Szegediner Gulasch


An der Fleischtheke des örtlichen REWE lagen ein Gulaschfleisch vom Schwein neben frischem Sauerkraut. Das verursachte sofort wehmütige Erinnerungen an vergangene Zeiten in meiner Lieblingskantine. Mein guter Freund R. war Koch dort und machte ab und zu ein Szegediner Gulasch, ein Gulasch nur aus Schweinefleisch, abgeschmeckt mit Kümmel und Creme Fraiche, gemischt mit frischem Sauerkraut. Ich finde daß die Kombination aus Deftigem und Feinem bei diesem Gericht gegeben ist und Herz und Magen öffnet.

500 g Schweinegulasch

2 Zwiebeln

1 Zehe Knoblauch

7 cm Tomatenmark

1 Schluck Port

1 Tl Kümmel geröstet und gemörsert

1 El Paprika edelsüß

1 Tl getrockneten Majoran

1 Lorbeerblatt

1 geriebene Kartoffel

2 El Creme Fraiche

 

Sauerkraut

250 g Sauerkraut

2 El Speckwürfel

1 El Öl

1 Zwiebel

5 Wacholderbeeren angequetscht

1 Lorbeerblatt

 

Zwiebel und Knoblauch anbraten, Fleisch dazu, anbraten, Tomatenmark dazu, angehen lassen, mit Port ablöschen (kann auch etwas anderes oder Wasser sein), mit Wasser auffüllen, Kümmel anrösten, mörsern und dazugeben, Lorbeerblatt, Paprika und Majoran auch. Geriebene Kartoffel dazu, eine Stunde ganz zart köcheln lassen, sonst wird das (magere) Fleisch trocken.

 

Für das Sauerkraut den Speck im Öl anbraten, Zwiebel dazu, Wacholder und Lorbeerblatt auch, mit Wasser auffüllen, mittelstark köcheln, etwa 45 Minuten.

 

Sauerkraut mit einem Abseihlöffel ins Gulasch geben, Creme Fraiche dazu, noch ein paar Minuten ziehen lassen, mit Salzkartoffeln servieren.

Schmeckt himmlisch!

Übrigens noch ein Tipp: In Frankreich gibt es auch Choucroute (Sauerkraut) mit Creme Fraiche als Unterlage zu Fischfilets. Hab ich in der Bretagne und auch schon im Elsass gegessen. Schmeckt auch super!

 

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Nürnberger Sauerkraut Speck Kümmel


Es gab noch die zweite Hälfte Sauerkraut, die ich verarbeiten wollte. Heute sollte es eine eher traditionellere Variante sein, aber eine die ich sehr lecker finde, nämlich mit Speck und Kümmel.

Aber erst musste es wie schon das geastern weichgekocht werden. Das bedeutet mindestens eine Stunde köcheln. Aber zuerst wurde der Speck (eine Handvoll) langsam ausgelassen. Dann kamen 2 Zwiebeln dazu, die auch langsam glasig geschwitzt wurden. Jetzt kam das Sauerkraut dazu, 2 Lorbeerblätter und 1 Tl Kümmel, den ich im Mörser etwas anknackste, und es wurde auch ein bißchen angeschwitzt. Jetzt gab ich genug Wasser dazu um das Kraut abzudecken, und es wurde die Hitze eine Stufe heruntergedreht, damit es nicht überall herumspritzt.

Ich mußte Wasser mehrmals nachgiessen und gab später noch einen 1/4 l Rinderfond dazu. Auch hab ich mehrfach mit Salz und einer Prise Zucker abgeschmeckt. Nach fast 90 Minuten wurde das Kraut endlich weich. In der Zwischenzeit hatte ich die Nürnberger langsam angebraten und löschte die dann, wie in letzter Zeit öfter, mit Port und Rotwein ab. Dann kam der Rest vom Rinderfond dazu. Nachdem das genügend reduziert war, band ich die Sauce ab und servierte alles.

In Deutschland ist eine Bratensauce zur Wurst eher ungewöhnlich (eigentlich nur wenn es Kartoffelpüree dazu gibt), in Amerika hingegen gibt es seit einigen Jahren einen Trend zur “Artisanal Sausage”, also zu handgemachten Würsten, die sehr unterschiedlich sein können. Sie gehören zu den neuen Spezialitäten und sind auch nicht billig. Sie werden vor allem auch edel präsentiert, zum Beispiel auch mit tollen Saucen und interessanten Beilagen. Und wie bei allem, dem sich meine Landsleute ernsthaft widmen, gibt es eine Vielfalt die aus der Innovation kommt (wie bei den Microbreweries, die die Craft Beers international wieder auf den Plan riefen) und natürlich auch einen Namen, in diesem Fall eine kleine Hommage ans Mutterland der Würste, nämlich “Brats” 🙂

Hat richtig gut geschmeckt und die Sauce war für’s Kraut noch eine Verbesserung.

 

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