Pulled Pork Kritharakia Spargel


Gestern war ich nach einigen Wochen wieder einmal auf dem Markt. Es war eine relativ trübsinnige Stimmung dort. Am Käsestand waren die Damen ziemlich emotional, entschuldigten sich dafür, keine Versuchsstücke reichen zu dürfen. Der Chef meinte, wenn der Spuk vorbei wäre, würde ein großes Fest gefeiert werden. Es klang aber eher verzweifelt.

Am Stand, wo ich den Bruchsaler Spargel bekam, war nichts los. Der Standbesitzer wurde von einem anderen Besucher gefragt, wie die Ernte sei, und er antwortete, daß er keine Erntehelfer bekäme.

Etwa ein Viertel der üblichen Stände waren nicht da.

Beim Metzger holt man sich einen Fleischkäsweck mit geschmälzten Zwiebeln und steht dafür in einer Schlange an. Gestern gab es keinen Gast, obwohl die Fleischkäse auf dem Grill lagen.

Dort bekam ich aber ein Stück Schwein aus der Schulter, das ich später langsam zu Pulled Pork verarbeitete (indem das Fleisch langsam in Kalbsbrühe über drei Stunden gar zog).

Gestern gab ich noch kleine Tomaten und Koriandergrün dazu. Heute wärmte ich das Fleisch nur auf.

Dazu gab es die griechischen Nudeln, die wie Reiskörner aussehen und ausserdem den Spargel aus Bruchsal, also der erste Spargel aus der Gegend, vom Großmarkt in Bruchsal.

Es ist ein gutes Gericht geworden, obwohl die Mischung sehr untypisch gewesen ist 🙂

Penne Walnusssauce Kalbsbällchen


Vor ein, zwei Wochen las ich einen amerikanischen Blog, den ich schön und informativ finde : The Chef Mimi Blog

Sie war mit ihrem Mann in der Toscana und bis Rom unterwegs und hatte in Siena eine Walnusssauce zu ihren Gnocchi bekommen, die sie begeisterte.

Ich fand das auch sehr begeisterungswert, weil ich Nüsse im Allgemeinen und Walnüsse ganz speziell toll finde.

In Siena gab es eine glatte Sauce auf Sahnebasis, die sie ein paar Mal versuchte nachzukochen, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden war.

Ich schaute erst im Netz, um Alternativen zu bestimmen, sah aber schnell, daß viele Rezepte das Wort Sauce benutzen, aber ein Pesto herstellen. Dafür waren mir meine Walnüsse zu schade.

Aber ganz so reichhaltig wie bei Mimi wollte ich auch nicht unterwegs sein, also ersetzte ich einen Teil der Sahne mit Kalbsfond.

Zum Rezept:

  • 120 g Walnüsse, in der Pfanne geröstet
  • 100 ml Sahne
  • 20 g Parmesan
  • Salz, Pfeffer
  • etwa 100 ml Kalbsfond
  • 1 Schalotte
  • 2 Knoblauchzehen
  • 50 g Butter
  • 250 g Kalbshack
  • 40 g Rinderfett
  • 30 g Semmelbrösel
  • Zitronenzeste

Zuerst röstete ich die Walnüsse in einer Pfanne an, danach gab ich die in einen Standmixer. Dazwischen gab ich die Butter in die Pfanne und gab die zerkleinerte Schalotte und die Knoblauchzehen dazu, bis sie glasig wurden. Dann kam ein knapper halber Becher Sahne dazu, damit alle Zutaten die gleiche Temperatur hatten. Jetzt fügte ich die flüssigen Zutaten zu den Walnüssen und pürierte die Masse sehr fein. Dabei musste ich ein paar Mal Kalbsfond dazugeben, damit die Masse nicht zu fest wurde.

Ich schmeckte noch etwas genauer ab, gab eine Prise mehr Salz und schliesslich auch die Zitronenzeste dazu.

Der zweite große Unterschied zu Mimi’s Rezept ist, dass Ihres vegetarisch war, meines hatte Kalbshackbällchen 🙂 Die wurden mit Kalbshack, Rinderfett (ein Teil des Deckels eines Bratens), Semmelbrösel, Salz, Pfeffer und Zitronenzeste gemacht und dann langsam auf dem Herd und später im Ofen vollendet. Sie passten sehr gut zu dem subtilen Walnussgeschmack.

Ich muss aber auch sagen, daß von der Sauce mindestens 3/4 übrig sind, wie auch 18 von 24 Kalbsbällchen in den Froster wanderten, alles, weil die Sauce mit den Penne zusammen sehr gehaltvoll sind (ich hatte tatsächlich nur 80 g Penne und schaffte die Portion kaum ) 🙂

Trotzdem ist das Gericht sehr zu empfehlen – es ist sehr lecker und passt super in den Winter. Auch kann man es dem Geschmack anpassen, ob jetzt mehr oder weniger Sahne/Parmesan/Kalbsfond(Hackbällchen.

Szegediner Gulasch


Es erübrigt sich andere Zutaten in die Überschrift zu schreiben, weil Szegediner Gulasch eines der Gerichte ist, die ziemlich genau vorgegeben sind. Das bedeutet, daß man nur Schweinefleisch nimmt (was mir aus dem Grund lieber als gemischtes Gulasch ist, weil ich dann nicht auf verschiedene Garpunkte achten muss). Weiterhin gehört ein Sauerkraut dazu, das war bei mir eines aus der Dose, und zwar ein fruchtiges Champagnerkraut vom größten Hersteller in Deutschland, das auch sehr gut passte. Als dritte Zutat sind zwingend Kartoffeln (Salzkartoffeln) vorgeschrieben. Das soll natürlich nicht heissen, daß man keine Knödel dazu servieren kann, aber es bedeutet, daß man den ursprünglichen Geschmack nur erleben kann, wenn man es im Original präsentiert und geniesst. Wichtig dabei ist die letzte Zutat, nämlich Kümmel. Ich mörserte den, bevor ich ihn zum Fleisch gab.

Das Fleisch briet ich zuerst an, dann gab ich Zwiebeln und eine Knoblauchzehe dazu, röstete etwas Tomatenmark mit und löschte erst mit einem Schluck Sherry, dann mit einem Achtel Weißwein ab und gab noch 200 ml Kalbsfond und etwas Wasser dazu. Eine Stunde liess ich das Gulasch eher ziehen als kochen und gab dann das Sauerkraut dazu. Das musste dann eine Weile einkochen.

Eigentlich hätte noch ein Löffel Schmand oder Creme Fraiche dazugehört, aber der war leider nicht parat. Allerdings gibt es von diesem Gericht noch eine Portion, es ist also noch nicht zu spät 🙂

Szegediner Gulasch ist ein Gericht, das anders als die anderen Gulaschs weniger Aufmerksamkeit auf die Sauce lenkt, sondern auf den Gesamtgeschmack aus Fleisch, Sauce, Sauerkraut und Kümmel. Ich persönlich liebe dieses Essen speziell im Herbst oder Winter sehr schön, weil es gut von innen wärmt und eine sehr schlotzige Angelegenheit ist. Außerdem kann man die Kartoffeln so schön zusammendrücken, damit sie die Flüssigkeiten gut aufnehmen.

Semmelknödel Pilzragout


Vom Samstag hatte ich ein paar Pfifferlinge da, die verarbeitete ich mit den übrigen braunen Champignons vom Coq au vin und ein paar getrockneten Steinpilzen, die ich einweichte, zu einem Pilzragout. Zuerst wurden Specklardons angebraten, dann gab ich eine Schalotte und eine Knoblauchzehe, beides feingewiegt, dazu. Ein paar Minuten leicht anbraten, dann die Champignons, die ich blättrig geschnitten habe, dazugeben und mit 2 cl Port ablöschen. Dann die gewässerten Steinpilze und vor allem ihr Wasser und dann 100 ml Kalbsfond dazugeben und etwas einköcheln lassen. Das machte ich ein paar Mal, verarbeitete dabei etwa 300 ml Kalbsfond, einen Tl Speisestärke in kaltem Wasser aufgelöst und einem gehäuften El Saure Sahne. Das ergab ein leckeres Pilzragout, das ganz perfekt zu meinem zugekauften Semmelknödel gepasst hat. Hätte ich mehr Knödel gebraucht, hätte ich sie selbst gemacht, aber bei einem war ich faul. Es war allerdings kein Knödel im Plastikball, sondern eine Knödelmasse, die dann zu Semmelknödeln geformt wird. Ich hab ihn nach Packungsangabe gemacht, und er schmeckte ganz ordentlich 🙂

Der Knödel hat mit dem Pilzragout sehr lecker geschmeckt, wobei gerade die Steinpilze als Trockenpilze ein richtig intensives Aroma an das Ragout abgeben.

Schweinebauch Sauerkraut Schupfnudeln


Das hier ist ein ganz typisches Gericht in einer Wirtschaft oder auf dem Jahrmarkt. Ich hab jetzt einige Jahre den Bauch nur noch asiatisch gewürzt und im Niedrigtemperaturverfahren gegart, was auch immer wieder lecker ist/war. Heute aber bekam ich einen Schweinebauch vom Hällisch-Schwäbischen Schwein von Zorn und wollte ihn wieder mal einfach schnell anbraten, so wie man es vom Grill oder vom Jahrmarkt kennt.

Dazu gab es ein Sauerkraut aus der Gegend (Perouse im Heckengäu, eine Waldensersiedlung, die früher aus Frankreich und Italien vertrieben wurden und von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg das Bleiberecht=Asyl um 1699 bekamen). Das Kraut ist in der Gegend bekannt und auf jedem Markt um diese Zeit preiswert zu bekommen. Es ist zu diesem Zeitpunkt schon schön durchgezogen. Trotzdem braucht es zwischen einer Stunde und 90 Minuten, bis es einen runden und weichen Geschmack bekommt.

Die Schupfnudeln hab ich heute dazugekauft, ich hatte schlicht keine Zeit sie selbst zu machen. Die Sorte ist auch eine sehr gute, die schön selbstgemachte Schupfnudeln ersetzt.

Den Schweinebauch hab ich nicht wie üblich in 2 cm Scheiben geschnitten, sondern nur halb so stark, damit das Fett Gelegenheit hatte auszutreten. Er war im Biss fester, als im Ofen gegart, aber sehr stark im Geschmack und schön kernig.

Die Hauptsache war aber das Sauerkraut. Zuerst wurde eine fein gewiegte Zwiebel und eine kleine Handvoll Speckwürfel gut angebraten, dann gab ich das Sauerkraut (etwa ein Pfund) dazu und briet es eine kleine Weile mit an. Dann gab ich einen halben Liter Wasser, 2 Lorbeerblätter und 5 zerdrückte Wacholderbeeren dazu und liess es etwa 40 Minuten köcheln, wobei ich nach 20 Minuten nochmal 300 ml Wasser nachfüllte. Nachdem auch dieses Wasser eingekocht war gab es 200 ml Kalbsfond dazu. Danach gab es 100 ml Creme fraiche dazu, das ich gut unterrührte. Nach ein paar Minuten verlor sich der milchige Geschmack und die Konsistenz wurde schön cremig. 20 Minuten später gab ich den Rest Creme fraiche dazu, nochmal 100 ml, und den Rest des Kalbsfonds. Nachdem auch das eingekocht war, servierte ich.

Das Rezept für das Sauerkraut kenne ich aus Frankreich und hab es schonmal beschrieben, und zwar als Begleitung zu Fisch, wo es wunderbar passt.

Lammkeule grüne Bohnen Ofenkartoffeln Tzatziki


Heute bekam ich eine Lammkeule (eine kleine von 400 g). Zuerst wollte ich eigentlich Lammhackspiesse machen, weil es in dem Supermarkt seit kurzem Lamm/Rinderhack gemischt gibt. Aber heute waren sie ausverkauft und ich sah diese schöne Keule ohne Knochen. Ich war ausserdem unentschlossen, ob ich ein Tzatziki dazu machen soll, oder eine Rotweinsauce. Am Ende machte ich beides 🙂

Zuerst wurden die Kartoffeln geschält, gesalzen und in Olivenöl gewendet, danach kamen sie in den Ofen.

Die Bohnen wurden gewaschen und vorbereitet und mit einem El Salz gegart. Heute hab ich sie nicht abgeschreckt, weil sie fast zur gleichen Zeit wie das Fleisch fertig wurden.

Die Keule wurde gesalzen, von allen Seiten scharf angebraten, um danach in einer kalten Pfanne mit Temperaturfühler in den Ofen zu kommen. Um Medium( 63 C) zu werden brauchte die Keule 25 Minuten. Ich liess sie wenige Minuten stehen, gab den wenigen austretenden Fleischsaft in die Sauce.

Für die Sauce schwitzte ich eine Schalotte und eine Knoblauchzehe in der Pfanne, in der ich die Keule briet, an. Danach löschte ich erst mit einem Schuss Port und dann mit einem Glas Rotwein ab. Danach füllte ich mit 150 ml Kalbsfond auf und liess alles etwas einkochen. Nachdem etwa die Hälfte der Flüssigkeit übrig war, band ich sie mit etwas Maisstärke ab.

Das Tzatziki machte ich mit einem Becher griechischen Joghurt mit 10 % Fett, einer Knoblauchzehe, die ich mit Salz mit einem Messerrücken verrieb, und einem Stück geschälter Gurke, die ich auf meinem Trüffelhobel hauchfein raffelte. Die salzte ich wiederum und wrang sie danach aus, um das Wasser zu entfernen. Zum Ende gab es ein paar Tropfen Zitronensaft. Dill hatte ich heute keinen gefunden.

Das Essen hat mir sehr gut geschmeckt, wohl weil es irgendwie genau zwischen Sommerküche und Herbst/Winterküche liegt: Sauce und Tzatziki, Geschmortes und rosa Fleisch, wirklich dazwischen. Und ich muß sagen, dass die rosa Keule butterzart war – wirklich gut und aromatisch.

Blutwurstravioli Käsesauce Haselnusspesto


Ich wollte heute unbedingt eine gefüllte Pasta essen uns schaute nach Ideen… Ich blieb an einem Video von essen & trinken hängen, wo Blutwurstravioli mit einem Blumenkohlpüree kombiniert wurde. Das Blukopü machte mich aber nicht richtig an, und ich überlegte, was es denn sonst sein könnte. Weiterhin war ich interessiert an einem Pesto mit einer Nuss, die ich so noch nicht verarbeitet hatte, also die Haselnuss (Pinienkerne, Walnüsse, Mandeln und sogar Macadamia Nüsse hab ich schon verarbeitet – immer lecker – also blieb nicht soviel übrig ausser Paranüssen 🙂 )

Ich versuchte, sie so gut wie möglich von ihrer Aussenhaut zu entfernen, war dabei aber nur mässig erfolgreich. Danach wurden sie eine Weile ohne Fett angeröstet, bis sie sehr angenehm dufteten. Ich hackte sie klein und gab sie mit einer Handvoll Basilikum, etwa 50 g Parmesan, auch kleingehackt, und einem sehr guten Schuss Olivenöl in den Mixer. Ich hab ja einen neuen Zauberstab, nachdem dem alten Gerät die Kupplung durchgeschmort war. Der ist wesentlich besser als der alte und bewältigte seine Aufgabe mühelos.

Da ich nur für mich kochte, machte ich einen Teig aus 60 g Mehl, 20 g Hartweizengrieß. einem El Olivenöl und einem Ei Grösse XL. Ich musste noch ein bißchen reguläres Mehl dazugeben, bis der Teig die richtige Konsistenz hatte. Da es sowenig Teig war, knetete ich die geringe Menge mit der Hand durch und legte ihn dann eingewickelt in Cellophan für 2 Stunden in den Kühlschrank.

Später liess ich ihn durch meine Teigmaschine laufen, bis er dünn wie Strudelteig war.

Die Blutwurstbereitung war einfach. Ich musste nur die Blutwurst in kleine Kuben schneiden, 4 Zweige frischen Majoran dazu geben und den Zauberstab noch einmal ranlassen. Die Masse setzte ich dann mit einem kleinen Löffel für weichgekochte Eier auf den Teig und deckte ihn dann mit einer zweiten Schicht ab. Dann kam mein runder Ausstecher zum Zug. Die Ravioli wurden 4 Minuten in ziehendem Wasser gegart und dann gleich auf der Käsesauce verteilt.

Für die Käsesauce nahm ich eine kleine Schalotte und eine Knoblauchzehe und hackte sie klein. Sie wurden in Butter angeschwitzt, dann gab ich eine Tasse Milch und etwa 50 ml Kalbsfond dazu. Anschliessend etwa 70 g mittelalter Comté, eine Prise Muskat und weitere 30 g Parmesan. Ich hab sie sämig gerührt und etwas eingedickt.

Nachdem die Ravoli auf der Sauce verteilt waren gab es noch Pesto über alles verteilt 🙂

Es sieht leider nicht so aufwendig aus, wie es war, aber es schmeckte so. Die Haselnüsse sind schmeckbar, und die Käsesauce kann mit der Blutwurst mithalten 🙂