Feldsalat Birne Bohnen Speck


Ich hatte heute Besuch und wollte meine Gäste verwöhnen. Einer meiner Gäste sagt mir immer genau, was er gerne isst, also versuche ich eine Gratwanderung: Einerseits versuche ich den Wunsch so gut oder besser zu befriedigen, andererseits mache ich etwas unerwartetes, das überrascht und auch Gefallen findet.

Heute hab ich das bewerkstelligt, indem ich einen ungewöhnlichen Salat machte:

Feldsalat oder Ackersalat als Grundlage, dazu eine Mischung aus Birnen, Bohnen und Speck, eigentlich ein selbstständiges Gericht aus dem Norden Deutschlands.

Hier im Südwesten interpretierte ich es so –

Salatsauce

2 El Olivenöl

2 Tl Apfelessig

1 Tl grober Senf

Prise Salz

Prise Zucker

 

Die Bohnen (geputzt, Enden abgeschnitten und halbiert)

in kochendes gut gesalzenes Wasser geben, Bohnenkraut dazugeben, Deckel drauf, 10 Minuten kochen, testen, herausnehmen, kalt abbrausen.

Die erkalteten Bohnen in 2 El Olivenöl und 2 Tl Orangenessig (Hengstenberg) und einer halben fein gehackten Knoblauchzehe marinieren.

 

Der Speck war eigentlich Schwarzwälder Schinken in Scheiben, den ich bei weniger als 50 C im Ofen auf einem Backpapier eine halbe Stunde liegen liess.

Der Schinken sollte eigentlich ganz rösch werden, also trocken knackig, ganz wollte das nicht klappen, aber auch so war er gut.

 

Die Birne

Ich hatte noch eine Conference Birne, die schälte ich und schnitt sie in feine Scheiben, die ich auf den Salaten verteilte.

Den Salat hatte ich vorher mit der Senf Vinaigrette gemischt, um ihn dann mit den restlichen Komponenten zu verbinden.

 

 

 

 

Der Salat war sehr angenehm, meine Gäste waren sehr angetan von der Mischung von Birnen, Bohnen und Speck. Ich fand es auch lecker und freute mich, weil der Gedanke ganz spontan gekommen war (ich hab sowas noch nie gekocht) 🙂

 

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Hochrippe Bohnen Pfifferlinge Reine Claude Sauce


Beim Metzger heute wollte ich ein Stück Fleisch zum schmoren. Der Mann empfahl Hochrippe, ein Fleisch, das ich schon kurzgebraten habe.

Ich wollte nicht so viel, aber zum Schmoren braucht man zumindest ein bisschen Masse. Ich nahm eine Scheibe von etwas mehr als 600 g mit.

Die wurde gesalzen und angebraten. Dann kam sie bei 100 C  2 1/2 Stunden in den Ofen. Sie war natürlich nicht mehr rosa, dafür aber sehr zart und saftig.

Dazu gab es Buschbohnen und Pfifferlinge.

Die Buschbohnen kochte ich zuerst in Salzwasser mit Bohnenkraut, dann warf ich sie in Eiswasser, um die schöne Farbe zu erhalten.

Dazwischen putzte ich die Pfifferlinge und schnitt ihre Enden ab. Um die Beilage fertigzustellen, gab ich ein Stück Butter und feingehackten Knoblauch in eine Pfanne und briet erst den Knoblauch und dann die Pfifferlinge an. Danach kamen die Bohnen und eine Prise Salz dazu.

Für die Sauce nahm ich eine Schalotte, hackte die ganz fein und briet sie in Butter an. Dazu kamen 6 Reine Claude Pflaumen (gelbe Pflaumen) und eine Scheibe Ingwer (0,5 cm) , die ich eine kleine Weile Saft ziehen ließ. Dann löschte ich die Pfanne mit etwa einem Achtel Riesling ab und ließ die Flüssigkeit einen Moment einkochen. Ich wollte aber eine etwas gehaltvollere Sauce und so gab ich ein Glas Rinderfond dazu. Das durfte jetzt eine knappe halbe Stunde bei mittlerer Hitze einkochen, danach pürierte ich die Flüssigkeit mit dem Zauberstab. Beim Abschmecken war alles fast schon perfekt. Die Pflaumen hatten für Süße und Säure gesorgt, der Ingwer war erfrischend und trotzdem kaum zu bemerken.

Nachdem ich das Fleisch aus dem Ofen genommen hatte, bemerkte ich die teilweise angetrockneten Flüssigkeitsreste in der Pfanne. Dorthinein gab ich die Reine Claude Sauce und verrührte alles. Dadurch gewann die Sauce nochmal an Tiefe, bewahrte sich aber ihre Restsüße. Hat super gepasst!

 

 

 

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln


Beim Lesen verschiedener schon lange abonnierter Blogs wurde ich auf ein Rezept mit Pfirsichen und Steinpilzen gestoßen, das nach Bolli aus dem Piemont stammt, nur kurz Saison hat und normalerweise mit Kaiserlingen gemacht wird (Kaiserlinge = Ovoli), die ich noch nie hier gesehen habe. Allerdings machte es beim Namen Kaiserlinge ‘klick’ und ich erinnerte mich an einen Blog-Eintrag bei Robert von lamiacucina, der wahrscheinlich am besten über diese Art von Genüssen Bescheid weiss. Und tatsächlich hatte er sogar ein ausgearbeitetes Rezept für Pfirsiche mit Kaiserlingen et al. Es unterscheidet sich von Bolli’s dadurch, daß es komplexer ist, aber ich hatte mich schon auf Bolli’s Version gestützt ehe ich Robert’s fand.

Erst fand ich keine Steinpilze, weil mein teurer russischer Händler von seinen handverlesenen Sammlern versetzt wurde – sie bräuchten auch 2 Tage frei, um zu regenerieren 🙂

Er erzählte mir das genervt und meinte noch, er hätte die Geschichte heute schon hundert Mal erzählt und 10 kg Pilze hätte er auch schon verkaufen können.

Ich machte mir eine geistige Notiz, das Ganze nochmal mit Steinpilzen auszuprobieren und nahm stattdessen Steinchampignons mit.

Also das Ragout nach Bolli: Eigentlich hab ich nur die Pilze geputzt, halbiert und scharf in Olivenöl angebraten. Der Pfisich wurde auch gewaschen, dann halbiert und die eine Hälfte in Segmente geschnitten und mit den Pilzen angebraten und gewendet. Das dauert 3-4 Minuten, wenn die Pfanne richtig heiß ist. Es wird mäßig gesalzen (die Pilze), etwas gezuckert (die Pfirsichschnitze) und mit einem herzhaften Schluck Weißwein abgelöscht. Der muß nicht verdampfen, sondern bildet die Ragoutsauce. Die Pilze waren gut mit den Pfirsichen, aber nichts besonderes.

Der Rest ist schnell erzählt: Kartoffeln schälen, kochen, Bohnen ablängen, kochen (mit Bohnenkraut), auf den Garpunkt achten, kalt wässern wegen der Farbe, beiseite stellen.

Schweinelenden portionieren, salzen, pfeffern, anbraten, wenden, warm stellen, in diese Pfanne Bohnen, Kraut und Kartoffeln geben, aufwärmen, Pfanne mit einem Schluck Weißwein deglacieren, schwenken.

Ragout als Basis anrichten, Lende obenauf, Bohnen und Kartoffeln als Beilage.

Ich hatte aus Gründen außerhalb meiner Kontrolle heute weder Frühstück noch Mittagessen…

Man kann sich vielleicht Vorfreude UND Heisshunger vorstellen, als dieses Gericht auf einem Teller zusammenkam!

Noch ein Wort zu den Pfirsichen. Die sind im Moment sowas von reif, super!

Ich weiß, es gibt auch Menschen, die Frucht nicht gerne mit Fleisch kombinieren, aber die, die es vielleicht noch nie probiert haben oder sich unsicher sind… Pfirsiche sind geboren für Schweinefleisch, aber ich kann sie mir auch sehr gut zu Huhn oder Ente vorstellen.

Also ausprobieren!

 

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln 1

 

Schweinelende Pfirsich Champignons grüne Bohnen Kartoffeln 2

Skrei Puy Linsen Kerbel Champignonsauce


The road to hell is paved with good intentions or how to mess up an otherwise wonderful food experience.

Winter cod is called Skrei in Europe. Though I don’t know the origin of the word ( I’m assuming its Norwegian, because the fish comes from there exclusively), it describes a codfish on his way back home (the island group Lofoten, west of the Norwegian mainland), to spawn. This cod is a youthful, fit and low fat specimen, mainly because he’s just swum a couple of thousand miles to satisfy his urges and procreate and he’s burned a lot of calories. That said, there’s always a lot of hype surrounding the arrival of Skrei (usually between January and early March), much like the arrival of Beaujolais Primeur a couple of decades ago.

The past few jears I’ve joined the fun, describing different ways of preparing the fish.

This year, I got sidetracked a bit, and this is where the road to hell comes in.

I knew my favorite fishmonger across the street had Skrei, because I had talked to his father-in-law a few days before and he had said hat due to the demand they would have it every day for the rest of the season. So I walked over Saturday morning and got a nice piece from the father-in-law. Then I drove to the market on Turnplatz to get vegetables and something for Sunday. There I passed by his fishstand, and making smalltalk, told him I had bought a piece of Skrei from his regular shop. Looking over his wares, I saw something new and asked him what that was- it looked like a shrimp variety, but the name said something with snail in it. I haven’t been able to find it on Google. Here is a picture:

Meerschnecke1

My fishman explained that in Italy, it is added to soups after the sides are cut off with a pair of scissors.

At home I took two of them apart, noticing that the meat was much softer and gelatinous than shrimps are. So I fried up the two peeled specimens and an unpeeled one to boot.

Curiously, the first one started to fall apart right away, forming small pebbles of meat. The second one kept its shape but had a weird mouthfeel, as did the unpeeled one, once I got to the meat.

Not wanting to throw food away, I decided these fruit de mer would be fine to flavor my sauce, and so I threw the three other denizens of the deep into the frying pan along with a little celery root, a half carrot, some parsley and a bit of leek. This was browned and then deglazed with a splash of Noilly Prat, stretched with some water and briskly boiled for some minutes. Then I strained the fluid, removing the solids. The fumet had a decent, if somewhat unusual taste at this point. I added about 100 ml of cream and reduced the sauce by half, then adding 5 finely chopped brown champignons, thinking they would add flavor. They did, but too much of it and I wound up with a mushroom sauce with a fishy tinge. To make matters worse, I had a momentary lapse of reason when I proceeded to chop the chervil, because I had forgotten that I had also bought savoury, to flavor some green beans, and I grabbed that, not thinking that it looked really different from regular chervil. I even smelled it, wondering whether the winter could actually make an herb smell so different!!

You can actually see it on the picture, because I used two sprigs as decoration. It looks a little like tarragon, but rest assured, its savoury.

Meanwhile the mushrooms did not get smaller, as I had anticipated, so I decided to puree the sauce. I used a plastic high bowl I had used to make a quart of habanero sauce a few weeks before, and not only did I get a gray sauce (typical for mushrooms), but also one of serious heat. In the end, the sauce had so many solids that it looked more like glop covering the fish and surrounding the lentils.

The lentils were the only thing that turned out the way the should have, I made the mistake of preparing the Skrei in a stainless steel pan, instead of in a no-stick pan, losing the browned skin when I got ready to flip itTo bring things to a boil, I put the plate together and placed it under the light where I usually take a picture, just to see the mushrooms and fish release all held fluids to the area outside the sauce. I dabbled at it with kitchen towels, but gave up at some point and muttered to myself : F**k it, I’ll crop it and shop it.

Last words-It tasted decent, but I wouldn’ make it like that again. And now I have a bunch of chervil left over. I wonder if that would go with the pork belly tomorrow?

Skrei-Puy-Linsen-Kerbel-Steinchampignonsauce