Zwetschgenkuchen


Heute war ich mit Zwetschgenkuchen dran. Ich wollte ihn als Gastgeschenk mitbringen, weil mir so ein Kuchen zuviel ist. Ich hab bestimmt ein halbes Dutzend Rezepte gelesen, bis ich eins fand, zu dem ich sofort Vertrauen hatte. Deichrunner (Rest vergessen) war (ist) eine Bloggerin, die in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts immer wieder Brot- und Kuchenrezepte postete. Ob sie heute noch bloggt, weiß ich nicht, aber ich kann mich gut an Rezepte mit Hand und Fuß erinnern. Sie gehörte auch zu den Bloggern, die sich regelmäßig bei Lamiacucina und Zorra äusserten.

Das Rezept wurde 2008 gepostet mit dem Kommentar: Im www gefunden, passend gemacht.

Es ist für eine 26er Springform.

100 ml leicht angewärmte Milch

1/4 Hefewürfel

1 Tl Zucker

225 g Mehl

1 Tl Salz

25 g weiche Butter

Milch mit Hefe und Zucker vermischen. Zum Mehl geben, Salz und weiche Butter dazu und mit dem Knethaken einige Minuten mischen lassen. Eine Stunde gehen lassen, ausrollen.

Boden mit Backpapier auslegen, Seiten ausbuttern, Teig einlegen und an den Rändern hochziehen.

Zwetschgen putzen, an der Kerbe einschneiden, auseinanderklappen und Dachziegelartig schichten.

Mit Zucker (Zimtzucker bei Deichrunner) bestreuen, backen.

Ich hab noch geröstete Mandelstifte und Hagelzucker mit drauf getan.

Das Rezept hat sehr gut geklappt, es war genau die richtige Menge Teig und ließ sich auch sehr gut bearbeiten.

Geschmeckt hat er mir sehr gut. Die Beschenkte würde ihn ein wenig nachsüßen.

 

Zwetschgenkuchen 1

 

Zwetschgenkuchen 2

 

Zwetschgenkuchen 3

Rösti Zwetschgenkompott


Ich hab irgendwann gelesen, daß es in der Schweiz viele Röstivarianten gibt, die sich nur geringfügig unterscheiden, aber jeweils die „einzig wahre“ Variante sein sollen/wollen.

Erinnert ein bißchen an die Kartoffelsalatkriege in Deutschland aber auch in den USA 🙂

Jedenfalls war mir das heute egal. Ich wollte Rösti oder Kartoffelpuffer, aber möglichst ohne vielem anderem im Teig. Dazu sollte es irgendwas mit Zwetschgen geben.

Ich hatte 4 mittelgroße vorwiegend festkochende Kartoffeln geschält und gerieben. Dazu eine Prise Salz, Pfeffer, Muskat, eine halbe fein gehackte Zwiebel und einen gehäuften El Mehl.

Alles gut durchgemischt und mittels eines Rings in die Pfanne gegeben. Bei hoher Hitze auf beiden Seiten anbraten, dann 20 Minuten im Ofen fertiggaren.

Für das Kompott nahm ich 6 Zwetschgen, wusch und entsteinte sie und gab sie in eine heisse Sauteuse, in der Zucker dabei war zu karamelisieren.

Die Früchte gaben erst ihr Wasser ab, dann kam ein Achtel Rotwein dazu, der Rest vom Tempranillo.

Aus dem Gift Gewürzschrank nahm ich drei Zinken eines Sternanis, ein Streifen Macis, eine halbe Zimtstange und 10 Szechuanpfefferkörner und gab sie zur Zwetschgenmischung dazu.

Nach etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze waren die Früchte soweit zerfallen und die Gewürze hatten ihren Einfluß schon geltend gemacht. Ich hab abgeschmeckt und nochmal einen El Zucker dazugegeben.

Jetzt mußte nur noch der Rest der Flüssigkeit verdampfen.

 

Zusammen angerichtet sah es zwar nicht so elegant aus, dafür schmeckte es umso besser 🙂

 

 

 

Kartoffelpuffer Zwetschgenkompott 2

 

Kartoffelpuffer Zwetschgenkompott 3

Zwetschgendatschi


Den Titel hab ich aus dem Handbuch Backen von Teubner, der mich schon wieder enttäuscht hat.

Da ich letzte Woche unterwegs war, fiel der Sonntagskuchen aus. Umso mehr freute ich mich heute wieder in den Stall zu kommen und holte am Samstag schon 1,5 kg Zwetschgen, mit denen ich einen Zwetschgenhefeblechkuchen wie aus meiner Kindheit backen wollte. Ich hab auch alle Zutaten für den Teig gekauft und bekam im letzten Augenblick kalte Füsse. Das war, als ich beim Kühlregal stand und einen fertigen Hefeteig sah. Ich wurde schwach und benutzte den, statt meinen selbst zu machen.

Allerdings suchte ich vergeblich in meinem großen Arsenal an überflüssigen Geräten nach einem Zwetschgen-Entsteiner und erfand kurzerhand eine Technik, die Zwetschgen auf- aber nicht durchzuschneiden und quasi der Länge nach zu vierteln, weil das, nach Buch, die Belegerei viel leichter macht.

Das Belegen war wirklich einfach Dank der Technik, die Enttäuschung bezieht sich auf die Mengenangaben für die Streusel, die auf den Kuchen kommen: Das Rezept verlangt 350 g Mehl, 200 g Zucker und 200 g Butter. Ich habe einige Streusel auf meinem Kuchen verteilt und habe bestimmt noch 3/4 der Streuselmasse übrig. Kennt da jemand schnell ein Rezept?

Wenn der Originalteig jemanden interessiert:

500 g Mehl

3/4 Würfel Hefe

1/4 l lauwarme Milch

40 g Butter

1 Ei

50 g Zucker

1/4 Tl Salz

Vorteig zubereiten, gehen lassen, Teig schlagen, wieder gehen lassen, ausrollen, wieder gehen lassen, belegen, backen. Details in einschlägigen Backblogs.

Ach ja-knapp 50 g Mandelstifte gab es auch noch dazu. Die Temperatur betrug 180 C, die Backdauer etwa 35 Minuten.

Übrigens: Der Zwetschgenkuchen meiner Kindheit war einer ohne Streusel. Die Kuchen wurden am Band gebacken, nachmittags, nach dem alle verfügbaren Personen gemeinsam alle Zwetschgenbäume auf einen Rutsch abgeerntet hatten. Die Frauen waren in der Küche, verwandelten diese in eine Backstube und holten ein Blech nach dem anderen aus dem Ofen und verteilten diese an die hungrigen Pflücker. Das Getränk dazu war Caro-Kaffee, ein Übrigbleibsel aus der „Ersatz“-Zeit vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Er wird aus Zichorie gemacht (fragt mich nicht, was das genau ist, muß ich erst googeln). Aber Kinder konnten und durften den auch schon trinken, also auch ich. Man fühlte sich gleich auch erwachsen.

Caro-Kaffee gibt es glaub ich immer noch.

 

Zwetschgendatschi 1

 

Zwetschgendatschi 2

Entenleber Zwetschgensauce


Ich hatte wieder Frau F. zu Gast, und noch zwei Dosen Entenleber aus dem Périgord. Auf dem Markt gab es Zwetschgen, die ich deshalb aussuchte, weil die Früchte am Tag zuvor ausgiebig besprochen wurden.

Es ist tatsächlich so, daß in der Zeit meiner frühen Kindheit im Odenwald der Zwetschgenkuchen auf Hefeteig ohne Streusel und ohne Sahne, aber mit ‚Muckefuck‘ (Caro-Kaffee/Zichorienkaffee) eine Hauptmahlzeit während der Zwetschgensaison war. Ich kann mich an wahre Kuchenblechorgien erinnern, die aus dem Ofen auf den Tisch kamen. Seit der Zeit gehört der Zwetschgenkuchen zu meinen liebsten Süßigkeiten.

Ein knappes Pfund wurde entsteint und mit wenig Butter in einem Topf angeschmort. Dazu kam etwa 1/8 l Tawny Port. Dann den Deckel drauf und die Früchte weich kochen. Danach hab ich die Masse mit 2 flachen Esslöfeln braunem Zucker und frisch geschrotetem 5-Spice Gewürz nochmal aufgekocht und dann mit dem Pürierstab durchgemixt.

Als die Sauce kalt war hatte sie sich von selbst nachgedickt und konnte auch nochmal Gewürz vertragen. Zur Entenleber hab ich sie lauwarm gegeben.

Die Leber selbst mußte ich nur aus der Dose nehmen und in zwei Zylinder teilen.

Der Teller stammt aus einem Second-Hand-Laden, den ich gerne besuche. Er ist von Winterling und sieht für mich aus wie ein typischer 50er Jahre Teller mit damals beliebtem China Motiv.

Da die Zwetschgensauce mit dem 5-Spice Gewürz ein wenig an eine chinesische Sauce (zu Ente) erinnert, fand ich den Teller auch passend 🙂

Die Sauce selbst hat sehr gut gepasst, wie mir eine sehr zufriedene Frau F. versicherte.

 

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Schweinelende Zwetschgensauce Kürbisrisotto


Schweinelende-Kürbisrisotto-PflaumensauceEs war wieder ein Gast angesagt, ein Esser, der ‚alles‘ isst. Das sind mir die liebsten, weil ich dann keine Scheuklappen aufziehen muß.

Ich war offen beim Fleisch, wollte aber bei Zorn einkaufen und Hällisch-Schwäbisches Schwein ausprobieren.

Ich fuhr kurz vor deren Feierabend noch dorthin und bekam noch eine Schweinelende.

Beim Gemüsehändler gegenüber gab es Bühler Zwetschgen und einen kleinen Hokkaido Kürbis.

Die Zwetschgensauce war:

1 Zwiebel, angeschwitzt

5 Zwetschgen, kleingeschnitten

1 Schluck Sherry

1 Glas Wildfond

1 Zimtstange

2 Sternanis (ich hab kleine aus Frankreich)

Salz, Pfeffer

Die Sauce muß aufgekocht, gargezogen und püriert oder durch ein Sieb gestrichen werden. Ich hab sie püriert.

Sie passt echt gut zum Schwein- mit etwas Sojasauce wird sie vollends asiatisch.

Das Kürbisrisotto ist auch ganz leicht:

Einen kleinen Hokkaido halbieren, das Innere entfernen, die andere Hälfte für Suppe aufheben.

den Hokkaido in mundgroße Würfel schneiden.

Das Risotto wie üblich ansetzen, Schalotte, Kürbis und Reis etwa in 10 Minuten bei milder Hitze glasig garen, dann ein Achtel Weißwein dazu, einkochen lassen. Immer wieder selbstgekochte Gemüsebrühe nachschöpfen, bis der Reis bissfest ist.

Danach 50 g Butter einrühren, anschließend 50 g Parmesan, geraspelt. Im Originalrezept waren auch Walnüsse dabei, die hab ich aber nicht bekommen, Stattdessen gab es Pecannüsse, die hab ich aber dann vergessen. Hat trotzdem sehr gut geschmeckt.

Die Schweinelende wurde in dicke Scheiben zerteilt, in Salz und Pfeffer gewendet und mit Rosmarin- und Thymianstrauch in der Pfanne ruhig gegart.

Die fruchtige Sauce hat sehr gut zur Lende gepasst und wa ein schöner Kontrast zum erdigen Geschmack des Kürbis. Die Lende hat sehr gut geschmeckt.

Rinderhüfte Broccoli Zwetschgensauce


Ein letztes nettes Essen vor der Arbeitswiederaufnahme- mein Metzger hatte eine schöne Rinderhüfte, wie ich sie schon öfter bei Niedrigtemperatur gegart habe. Auch das Rezept für den Broccoli hab ich schon öfters beschrieben…

Heute war die Sauce der Clou, eine Zwetschgensauce, ohne asiatischen Einfluß.

Ich hab mal vor Jahren in einem nahen Restaurant eine Reineclaudensauce gegessen (Gelbe Pflaumen). Ich habs gegoogelt, und eigentlich, nach Duden, werden die Dinger Renekloden genannt. Sie kommen aber von der Königin und so denke ich sollte man den Namen nicht so sehr verballhornen.

Jedenfalls hab ich die Sauce so gemacht:

5 Zwetschgen entsteint und fein gehackt, 1 Schalotte fein gehackt, Schalotte in Olivenöl angeschwitzt, 1 Knoblauchzehe gehackt dazu, 1 cm Tomatenmark mit angeschwitzt, dann mit Sherry abgelöscht. Anschließend mit Zucker und Madeira etwas weniger säurehaltig gemacht. Die Sauce hab ich dann noch mit Salz, Zucker und Pfeffer abgeschmeckt, als Gewürze kamen eine Prise Piment und zerstoßener Szechuanpfeffer dazu.

Das Fleisch wurde laut Temperaturfühler bei 71ºC herausgenommen, die Temperatur bei der es Medium ist. Weit gefehlt! Aber kein Problem- sowohl Frau B.  als auch ich könnten Rind roh essen. So war es wenigstens warm. Frau B. meinte es sei ja auch nicht mehr blutig gewesen, worauf ich sagte, daß das Blut vorher schon ausgelaufen und in der Sauce gelandet war 😉 .

Jedenfalls hat es mal wieder gut geschmeckt. Den Broccoli hab ich gedünstet und dann in Butter mit Knoblauch und Zitronensaft gewendet. Lecker!