Landschaft auf Zigarettenpapier


Ich hab immer schon gerne mit Malmitteln und Malgründen experimentiert. In diesem Bild hab ich den Untergrund, ein Studienblockpapier, mit Gesso grundiert und auf das feuchte Gesso Zigarettenblättchen aufgetragen (man sieht es an den feinen vertikalen Linien, die ein Zigarettenpapier vom anderen abhebt). Ich hab das deshalb gemacht, weil das Zigarettenpapier ein außerordentlich feines Papier ist, feiner als die meisten Papiere vom Kunstmarkt (es gibt ein paar sehr zarte japanische Papiere, die für japanische Aquarelle und Kalligraphie genutzt werden, aber sie sind auch nicht so fein wie Zigarettenpapier). Und es ist ganz fein geriffelt (ich glaub weil es der Kippe hilft abzubrennen, ohne daß man daran zieht).

Mich hat interessiert, wie sich die Farbe als Aquarell auf dem Papier verhält, weil Aquarellfarbe an sich ein sehr nasses Medium ist und sie zum Beispiel unkontrolliert verlaufen könnte.

Auch wollte ich wissen, wie brilliant die Farbe auf diesem sehr hellen Papier widergegeben wird, weil das die andere zentrale Eigenschaft von Aquarellfarben ist (ihre Leuchtkraft).

Als musischer Mensch bin ich auch sehr stark an Rhythmik interessiert und habe immer wieder Bilder gemalt, die durch Wiederholung bestimmter Figuren, Motive oder Farben diesen rhythmischen Gedanken oder Duktus ausdrücken oder verstärken.

Das folgende Bild ist ein solches Beispiel:

 

Das Resultat ist ein Bild bestehend aus horizontal, vertikal und diagonal verlaufenden Linien, die Dreiecke, Rechtecke und Rhomben bilden und farblich verschiedentlich besetzt wurden.

Dadurch bilden sich Vorder-, Mittel- und Hintergrund und man hat eine Landschaft der geometrischen Art vor sich.

Etliche der Flächen wurden mit mehr als einem Farbauftrag versehen, um die Mischeigenschaften zu testen. Die Farben haben eine große Transparenz und eine hohe Leuchtkraft.

Das Bild ist 19×16 cm groß, der Passepartout hat ein Außenmaß von 30×40 cm.