Ei Spinat Kartoffel


Heute Abend hatte ich keine Lust auf Fleisch. Mir schwebte etwas mit Spinat vor, weil ich letzten Samstag schönen jungen Spinat an mehreren Ständen gesehen hatte.

Mein teurer Russe hatte zwar Spinat, aber den „männlichen“ 🙂  , älteren mit den großen Blättern, allerdings relativ sandfrei und sehr frisch.

Ich unterhielt mich mit einer der Damen, die einem helfen, eine Auswahl zu treffen (keine Selbstbedienung!) über Chilis, während die andere emsig meine Tüte mit Spinat vollstopfte, bevor sie mich nach der Menge fragte. Klasse Technik, muß ich mir merken. Ich nahm die Menge mit.

Extra große, extra Bio-Eier hab ich immer Zuhause.

Ein paar Kartoffeln waren auch noch da. Heute benutzte ich das erste Mal meine kleine Küchenmaschine, das ist eine, die alles Mögliche mit verschiedenen Scheiben shreddert, sei es Weißkohl für Slaw, oder wie heute, Kartoffeln für Rösti oder Puffer. Ich ließ 3 kleine Kartoffeln, natürlich geschält, durch den „Food processor“ durchlaufen, keine 3 Sekunden und alles war fertig…

Ich nehme normalerweise für sehr vieles mein Messer – das hat mich ziemlich beeindruckt.

Für die Rösti? gab es die geshredderten Kartoffeln, ein gehäufter El Mehl, Salz, Pfeffer, 2 El frisch geriebenen Parmesan und ein mttelgroßes Ei. Später gab es noch eine Prise Za’atar.

 

Der Spinat wurde auf mittelgroßer Hitze mit Olivenöl eingeschmolzen, dazu kam Salz, Pfeffer und Muskat, das alles in 3 Durchgängen.

Nachdem der Spinat genügend eingegangen war, machte ich eine Mulde und legte ein XL Bio Ei hinein und schob die Spinat-Ei Mischung in den Ofen.

 

Das Kartoffelrösti wurde, nachdem es in der Pfanne bei mittlerer Hitze angebraten worden und gewendet worden war, nochmal ein paar Minuten auf der anderen Seite angebraten, dann kam die Pfanne bei 180 C in den Ofen, etwa 10 Minuten.

Zum Anrichten hab ich das Rösti zu unterst platziert und gab dann die Spinat-Ei-Mischung darauf.

Foto und guten Appetit! Es hat gut geschmeckt. Ich bekam beim teuren Russen noch eine kleine Chili-Mischung geschenkt, etwa wie Pul Biber, das hab ich auch dabei ausprobiert. War auch gut – nicht zu scharf und mit viel Geschmack!

 

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Blumenkohl Za’atar Cordon Bleu


Vom Wochenende war noch Blumenkohl da. Ich esse ihn schon, bin aber eher gelangweilt von gekochtem/gedünsteten Blumenkohl, vielleicht noch mit Butterbröselhaube, einem Klassiker der deutschen Restaurant- und Festtagsküche der Sechziger Jahre (schüttel!). Aber jedem das Seine.

Vor ein, zwei Jahren entdeckte ich ein Rezept (weiß nicht mehr, woher, vielleicht Jamie Oliver?) das Blumenkohlröschen auf einem Blech im Ofen unter Zugabe von Za’atar, Salz und Olivenöl röstete. Die Röstaromen haben mich überzeugt – der Blumenkohl hatte plötzlich Muskeln und roch wie ein Kerl 🙂

Jedenfalls erinnerte ich mich heute daran und wollte es nochmal ausprobieren. Die Röschen wurden grob zerteilt und teilweise zerschnitten, dann gesalzen, mit Za’atar bestreut und mit Olivenöl beträufelt. Dann kamen sie bei 180 C etwa 30 Minuten in den Ofen. Sie haben ziemlich lecker geschmeckt. In der Zwischenzeit hab ich nochmal das ursprüngliche Gericht gefunden, da war noch Knoblauch dabei, die Röschen wurden in Scheiben geschnitten, damit sie alle gleich garen, und am Schluß kam noch Parmesan drüber.

Hätt ich das Rezept nur früher rausgekramt! Aber war auch so gut.

Dazu gab es ein Cordon Bleu, kein echtes mit Kalb, sondern die preiswerte Version mit einem Schweineschnitzel, aber dafür gab es als Füllung einen Gruyere AOC und einen Winzerschinken. Die Panade hab ich mir gespart, weil das dann noch mehr Kalorien sind, und beließ es bei einer Würzung und Bemehlung des Fleisches.

Langsam in einer Mischung aus Butterschmalz und Olivenöl ausgebraten, ließ ich es eine Weile auf der einen Seite, weil ich es eigentlich nur einmal wenden wollte. Das ging vielleicht 10 Minuten, dann wendete ich das Cordon Bleu und ließ es noch 6 Minuten auf der anderen Seite braten.

Dann schnell angerichtet und fotografiert und serviert.

War lecker! Es lohnt sich einfach, solche Sachen selbst zu machen und beste Zutaten zu verwenden. Wenn ich den Metzger das machen lasse, gibt es irgendeinen Käse mit niedrigem Schmelzpunkt und irgendeinen Schinken. Die Panade ist am Ende des Tages sowieso nicht mehr körnig sondern labbrig weich. Das kann nix werden!

 

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Spanferkelkoteletts Mais Kartoffel-Avocadosalat


Heute hatte ich Lust auf Fleisch und dachte, ich könnte vielleicht grillen. Also habe ich auf dem Nachhauseweg bei Metzger Zorn angehalten, um zu sehen, was er denn so hatte.

Wir sind ja eigentlich relativ konservative Geschöpfe, auch wenn wir es manchmal schaffen, aus der Gewohnheit auszubrechen, aber manchmal geht das nur mit sanftem Zwang. Eigentlich hätte ich Lust auf Spareribs gehabt, Schweineschälrippchen, die schön langsam auf dem Grill… aber es hat nicht sollen sein. Stattdessen gab es einige ziemlich teure Sachen, Steaks, Lachse (Lamm), Entrecote usw., Sachen, die ich nur selten kaufe. Aber dann entdeckte ich etwas, das aussah wie eine fette Lammkrone, aber das Fleisch war zu hell. Auf mein Fragen meinte die Fleischfachverkäuferin, daß es Spanferkelkoteletts am Strang seien. Die hatten einen Kg-Preis von etwa €10 und kosteten mich 9 und Kleingeld. Zuhause angekommen teilte ich den Strang in 3 Teile, fror zwei davon ein und bereitete das eine Teil zu, wobei ich sie nicht auseinanderschnitt, sondern sie im Ganzen garte.

Die Schwarte wurde über Kreuz eingeritzt, mit Honig bepinselt und mit Rosmarin bestreut. Wie man unschwer erkennen kann, wurde die Schwarte sehr dunkelblond, aber Honig und Rosmarin waren trotzdem noch schmeckbar.

Ach ja, bis ich dann glücklich Zuhause war, und beim teuren Russen noch letzte Besorgungen gemacht hatte, war es schon fast 18:30, also disponierte ich um und benutzte den Ofen statt den Grill.

Für den Kartoffel-Avocadosalat nahm ich eine große neue Salatkartoffel und kochte sie eine Ewigkeit mit Schale. Nachdem sie endlich gar war, kühlte ich sie in kaltem Wasser aus und schälte sie danach. Dann wurde sie in kleine Scheiben geschnitten, die Avocado geschält und in Würfel geschnitten. Frühlingszwiebel kam in feinen Scheiben dazu, wie auch 2 geachtelte Kirschtomaten. Dann noch Koriandergrün, und für die Salatsauce nahm ich den Saft einer halben Zitrone, Saft einer halben Limette, 1 El Weißweinessig, 3 El Rapsöl, und Salz.

Das war richtig gut (ich glaub die Mischung hab ich heute zum ersten Mal gemacht). Dazu gab es einen Maiskolben, den ich im Wasserbad kochte, bis er gar war.

Ein schönes Stück Butter zum Einreiben und gut Salz dazu. Aber nachdem ich die Fotos gemacht hatte, nahm ich eine Prise Za’atar und gab es über den Maiskolben – eine ganz andere Dimension!

Jedenfalls hat sich das Essen heute geschmacklich sehr gelohnt. Das Fleisch hab ich mit Temperaturfühler auf genau 79 C gebracht und sofort herausgenommen und aufgeschnitten – es war super saftig und ganz zart und wohlschmeckend mit einem klaren Saft, der sich dann noch mit dem Kartoffelsalat vermischt hat. Sehr lecker!

 

Spanferkelkoteletts Mais Kartoffel-Avocadosalat 1

 

Spanferkelkoteletts Mais Kartoffel-Avocadosalat 2

 

Spanferkelkoteletts Mais Kartoffel-Avocadosalat 3

Spargelsuppe


Ein einfaches, sehr schnelles Rezept mit einem Hilfsmittel, das man aber gerne durch etwas selbstgemachtes ersetzen kann.

Ich nahm ca. 250 g grünen Spargel, schnitt einen Centimeter der trockenen Enden ab und schälte sie dann bis knapp zur Hälfte. Beim Fühlen merkt man schon, ob sie holzig sein werden, also ausprobieren.

Ein Glas Hühnerfond aufmachen (oder mit selbstgemachter Gemüse-, Hühner-, oder Kalbsbrühe ersetzen). Die Spargel in den Fond geben, aufkochen und garziehen lassen, etwa 10 Minuten.

In einen Standmixer geben und pürieren, oder mit einem Stabmixer. Das ist zwar nicht ganz so effizient, geht aber auch.

Ich hab noch eine Prise Salz dazugegeben. Danach hab ich nochmal abgeschmeckt und einen großen Löffel Creme Fraiche dazugetan.

Beim Servieren hab ich eine gute Prise (1 Tl) Za’atar in Thymianausrichtung drübergegeben.

Das hat richtig gut gepasst!

Insgesamt hat das etwa 20 Minuten gedauert und ich habe fürs Geschäft morgen noch eine Suppe.

Ach ja, die Spitzen hab ich extra gekocht, damit ich auch eine Einlage habe.

 

Spargelsuppe 1

 

Spargelsuppe 2

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch


Im Laden sah ich ein Päckchen Flusskrebse. Frisch mag ich sie sehr, aber frisch hab ich sie das letzte Mal in Estland gegessen, ein Geschenk eines Nachbarn, der sie aus einem Bach geholt hatte. Die hier sind aus China. Trotzdem hat es mich interessiert, damit etwas zu machen, das mir schon lange im Kopf herumschwirrt.

Meine Mutter liebte (kommerziell gekaufte und tiefgefrorene) Crabcakes. Crabcakes sind Küchlein, die mit Krebsfleisch gemacht werden und nicht mit Flusskrebsfleisch, aber die Süße des Fleischs haben beide gemeinsam. Ich wurde von ihr angesteckt, bekam aber selten einen Krebsburger ab, weil es eine Art „Privat“genuss ihrerseits war.

Aber aus der Zeit nahm ich mit, daß Meeresfrüchte, speziell Krebse, Hummer und Langusten wunderbare Meeresbewohner sind, die ein unvergleichlich süßes Fleisch besitzen.

Für die Crayfish (Crawfish) Patties (Flusskrebsküchlein) hab ich 3 kleine Kartoffeln gar gekocht, leicht abkühlen lassen, durch eine Spätzlepresse gedrückt, dann mit 100 g fein gehacktem Flusskrebsfleisch, einer Schalotte auch fein gewürfelt, Salz und Pfeffer, je einem 1/8 Tl Senfsaat und Selleriesamen (zusammen gemörsert) und einem 1/2 Tl Za’atar vermischt. Dazu kam ein Ei. Danach hab ich die Masse vermischt und festgestellt, daß sie zu feucht war. Also wurden Knödelbrotwürfel zerkleinert und unter die Masse gemischt, bis sie trocken genug war, daraus Küchlein zu formen.

Die wiederum wurden mit weiteren Bröseln paniert. Es gab übrigens 3 Küchlein, was ich für sehr ergiebig halte, wenn man von den 100 g Flusskrebsen ausgeht.

Das Würzen der Masse war übrigens dem Nachlesen eines Rezepts für Krebsküchlein geschuldet, das ich im „Joy of Cooking“ fand (ich hab es schon erwähnt), dem wahrscheinlich wichtigsten amerikanischen Kochbuch, das einige Jahre vor Julia Child’s Büchern auf den Markt kam und heute in 3. Generation von der Familie Rombauer verwaltet wird.

Dort gab es die Anweisung „… nehmen sie entweder Selleriesamen, ODER Zwiebelsaft ODER Schnittlauch…“. Das hab ich beherzigt, bis auf das ODER, und hatte eben noch andere Ideen.

 

Die Spargel hab ich im unteren Drittel geschält, dann zuerst angebraten (auf dem Foto sieht man auch die Abschnitte, die ich wegschneiden musste, damit der Spargel in die Pfanne passt), und mit Wasser abgelöscht – 1 Tasse- als die weggedampft war, war der Spargel gar und bekam noch Salz, Limette und feingehackten Knoblauch zum Schwenken dazu.

Die Avocadomayonnaise hab ich mir -Schande- auch leicht gemacht. Eine frische Avocado, halbiert, von der Schale befreit, in kleine Würfel zerlegt, mit der Gabel zerdrückt, mit Salz und Limettensaft und Pfeffer abgeschmeckt, wurde mit 1 guten EL Mayo aus der Tube (Asche über mein Haupt!) vermischt. Ich hätte sie auch selber machen können, ABER ich hatte eine Tube da, weil ich letzte Woche einer Sandwich-Versuchung nachgegeben habe (BLT).

Jedenfalls war die Mischung Avocado und Mayo ziemlich toll und ich würde es wieder tun, das nächste Mal vielleicht noch mit Cilantro!

Das Küchlein war durch den hohen Füllstoffanteil recht mild, aber die Flusskrebse kamen prima durch und wurden durch die Mayo verstärkt. Der Spargel verschlankte das Gericht und brachte es in Balance (schön gesagt, gell? 😉  )

Für ein paar Mark fuffzich ist das hier etwas, das man nicht jeden Tag isst. Wer aber in der Nähe einen portugiesischen Laden hat, kann sich ein Stück Stockfisch holen und wässern (Bacalhao-Kabeljau) und dann auch so oder ähnlich verarbeiten. Kommt auch ziemlich gut!

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch1

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch2

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch3

Rehragout Pasta Saubohnen


Es war gut, aber irgendwie auch nicht richtig… ich weiss nicht was. Das Ragout war noch übrig und wurde aufgetaut, die Saubohnen (die ersten, die was taugten bei meinem Türken auf dem Markt) standen rum und mußten fort (just kidding 🙂 ) Sie waren noch gut, aber warum ein Risiko eingehen? Und die Pasta hatte ich schon bei der letzten Rehvariante serviert, nur nicht nachgeschaut, wie die Dinger wieder heissen.

Wie gesagt, es war gut, sogar ziemlich gut (ich verlier da manchmal den Überblick, welche Abgründe sich sonstwo kochtechnisch auftun…), aber es kam sehr sehr bieder daher. Vielleicht lag es daran, daß ich es unter der Woche gekocht habe, oder, daß ich ziemlich durchgelutscht bin. Wir hatten die letzten paar Tage Inventur, ich hatte mich außerdem freiwillig an anderen Orten gemeldet und war ein paar Tage im Bayerischen unterwegs. Inventur bedeutet, viel in Körperhaltungen unterwegs zu sein, die mich richtig an meine Grenzen bringen, so war ich die letzten paar Tage froh, schnell etwas zu machen, ohne groß an den Blog zu denken.

Gestern kam dann noch die Sache mit dem „Potluck“ dazu. Damit die Inventurbelegschaft mittags nicht allzu verstreut wird, wurde vorgeschlagen, ein Potluck zu veranstalten, das heisst, jeder bringt etwas mit. Wir haben eine Vielvölkergemeinschaft mit starker asiatischer Ausprägung, und das ist jedesmal super!

Heute gab es großartige Frühlingsrollen, Glasnudelsalat mit Hähnchenfleisch und Gemüse, Schweinefleischbällchen süß-sauer, eingelegte Hähnchenflügel, Reis, et al.

Ich brachte 2 kg Pulled Pork mit, das ich abends um 19:00 nach 24-stündigem Rub mit einer Sauce in den Slow Cooker verfrachtete, der das Ganze auf „low“ garte, bis um 4:30 der Wecker klingelte. Ich schlief nicht schlecht, träumte aber die ganze Zeit von diesem Fleisch, dem Slaw, das noch gemacht werden musste, und den Saucen.

Es war am frühen Morgen schon eine Rennerei, aber ich hab es hinbekommen.

Erfolgreich war es auch: Ich hab 12 Brötchen dazugekauft, die Saucen und Slaw und Fleisch auf den Tisch gestellt. Als ich kurz vor 15:00 ging, wurde gerade die letzte Portion verschlungen. Schönes Kompliment, bei der Konkurrenz!

Im Ernst, die Damen (die meisten Asiatinnen bei uns kommen aus den Philippinen) behandeln mich sehr respektvoll und ebenbürtig und fragen immer, was ich gerade gemacht habe 🙂

 

Aber zurück zum Rehragout – es sieht aus wie ein Normgericht aus der Kantine, in einem Normteller mit Unterteilungen für die verschiedenen Speisegruppen.

Nur gibt es in der Kantine eher selten Rehragout, noch seltener Saubohnen, und wahrscheinlich nie Za’atar als Gewürz für die Saubohnen, es sei denn die Kantine steht im nahen Osten, oder der Kantinenkoch stammt aus der Ecke und hat die Lizenz zum Experimentieren.

 

Rehragout Saubohnen Pasta 1

 

Rehragout Saubohnen Pasta 2

Blumenkohl Haschee


Haschee ist ein Wort, das ich sehr früh lernte. Wir hatten in den 60er Jahren eine Haushälterin, weil meine Mutter und mein Vater beide arbeiteten. Es gab zwar auch einen Kinderhort, den ich auch noch besser kennenlernte, aber eine Zeitlang gab es Brigitte, unsere Haushälterin aus Dresden. Sie war nach dem Krieg zuerst in der „Zone“ geblieben, weil sie dort ein Erbe hatte, konnte sich aber nicht mit den neuen Machthabern anfreunden und verließ ihre alte Heimat, wissend, daß damit der Anspruch auf Haus und Erbe futsch war.

Sie stellte sich etwa 1964 bei uns vor, die letzte einer langen Abfolge von Haushälterinnen, die alle aus irgendeinem Grund nicht passten.

Brigitte war anders. Sie war resolut, aber humorvoll und hatte oft den Schalk im Nacken. Auf englisch würde ich sagen, sie war „no bullshit“.

Man konnte sie nicht anlügen, weil sie das immer gleich erkannte, und sie förderte und forderte meine Schwester und mich. Die ganze Zeit schnodderte sie in ihrem sächsisch, und es war erst Jahre später, daß ich begriff, daß diese Wörter im Westen gar nicht so bekannt waren. Zum Beispiel schimpfte sie mit meiner Schwester und nannte sie eine olle Ka(r)line. Viele Ausdrücke fallen mir gerade nicht ein, aber ich kann mich gut an die Eierpfannkuchen, die es als Belohnung Freitags mit Marmelade gab, oder an die Tatsache, daß es sehr selten Nudeln gab, sondern Kartoffeln, was sonst? Aber sie war eine bodenständige Köchin und die Zeit, die sie durchlebt hatte, war eine harte, entbehrungsreiche gewesen. Das Fleisch, daß meine Eltern einkauften in der Zeit, war hauptsächlich Hackfleisch (sie waren auch nicht reich und kochen konnten beide kaum). Und wenn es dann bei Brigitte zum Mittagessen Fleisch gab, war es oft „Haschee“, also zerkrümeltes Hackfleisch mit oder ohne Saucenansatz, meistens mit Kartoffeln, aber eben immer auch mit Gemüse wie dem Blumenkohl. Und füher hätte es dieses Gericht auf jeden Fall mit Kartoffeln gegeben, zum Sattessen 🙂

Heute hab ich den Blumenkohl in Scheiben geschnitten und in Olivenöl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne angebraten. Etwas später kam Zwiebel und Knoblauch und dann das Rinderhack dazu.

Außerdem hab ich 2 Chilis dazugegeben, daß es ein wenig Hitze entwickelt. Ich hab es dann mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und auch hier eine Prise Za’atar dazugegeben.

Ich hab in einem früheren Post einmal Blumenkohl im Ofen angeröstet, das war ähnlich wie heute. Der Blumenkohl entwickelt Röststoffe, die ihn aus dem dumpfen Umfeld der zu weich gekochten Gemüse heraushebt. Schmeckt gut und noch ein bißchen knackig!

Das Foto ist nix Besonderes, aber es ist ein Montags-Schnellessen ohne Superinspiration. Gut war es trotzdem.

Blumenkohl Haschee Chili

Blumenkohlsuppe


Ich hatte diesen Blumenkohl am Samstag auf dem Markt gekauft, weil er so schön frisch aussah, und wollte ihn jetzt machen, bevor er Flecken entwickelt. Gleichzeitig sind aber alle diese anderen Ideen und Lebensmittel im Raum und wollen gemacht werden. Da ich den heutigen Montag frei habe (weil ich eben am Samstag arbeitete) hab ich einen kleinen Kochmarathon eingeschoben. Ich hoffe nur, daß ich noch ein bißchen Platz in der Tiefkühltruhe finde…

Aber zum Blumenkohl – eine einfache Suppe sollte es sein. Dafür hab ich 2/3 des Blumenkohls in Röschen gebrochen, in einen mittleren Topf gegeben, etwa 150 ml Milch, 200ml Kalbsfond (beides noch übrig von anderen Essen) eine Prise Muskat, außerdem Salz und Pfeffer. Das wurde aufgekocht, bei kleiner Hitze weichgegart (10 Minuten) und mit dem Mixstab püriert.

Ich ein paar Dreher mit der Harissa-Mühle drübergegeben, nochmal mit Salz nachgeschmeckt und zum Schluß eine Prise Za’atar drübergestreut.

Ich fand, es hat dem Blumenkohl gut zu Gesicht gestanden, kein bißchen muffig, sondern schön gewürzt mit einem Ticken Schärfe vom Harissa und einer leichten Thymiannote vom Za’atar, das aus Jordanien stammt. Außerdem hab ich mir die Zugabe von Sahne gespart und die Suppe dadurch ziemlich leicht gemacht. Mit Gemüsebrühe statt Kalbsfond und Milch ist die Suppe vegan.

 

Blumenkohlsuppe

 

Blumenkohlsuppe2