Coq au vin Rosmarinkartoffeln


Man möchte meinen, man hätte solche Klassiker schon mal gepostet. Überraschung! Hat man auch. Allerdings vor 5 Jahren, zu welcher Zeit es kein Publikum für mich gab. Es gab keinen Like.

Apropos- kennt jemand die wunderbare Zeichnung des sehr ironischen Zeichners F.K. Waechter? Sie war mal sehr berühmt: Ein Strauß steckt den Kopf in den Sand- Sprechblase zeigt „wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“. Ein Schwein steht daneben- Sprechblase zeigt „Toll!“ Aber das nur nebenbei, kann man ja mal googeln 🙂

Allerdings sind 5 Jahre viel zu lange um ein zweites Coq au vin zu kochen, so leicht und so lecker ist das.

Das Rezept hab ich in verschiedenen Kochbüchern nachgelesen, unter anderem bei Paul Bocuse. Seines schien mir das puristischste zu sein. Seine Variante hab ich als grobe Anleitung genommen.

1 Label Rouge Huhn, freilaufend, glücklich

12 oder mehr Silberzwiebel (Schalotten nur, wenn ihr keine Silberzwiebel findet)

12 oder mehr kleine Champignons (zur Not halbieren)

2 große Karotten in Scheiben

1 Bouquet garni (selbstgemacht: 2 Lorbeerblätter, 2 Zweige frischer Thymian, 1 Zweig frischer Rosmarin, 1 Zweig Salbei)

2 Knoblauchzehen gequetscht

1 Flasche- 1 Glas Pinot Noir/Burgunder

2 Kartoffeln, vorwiegend festkochend, geschält

 

Das Huhn wurde in 10 Stücke geteilt (Brust in je 2 Teile) und gesalzen, gepfeffert und gemehlt. Danach in Oliven-, Rapsölmischung langsam gebräunt. Dann die Karotten dazu, anbraten und mit dem Wein ablöschen. Knoblauch dazugeben. Bouquet garni dazugeben.

1 Stunde köcheln lassen. Garzeit richtet sich nach der Hähnchengröße. Bei mir etwa eine Stunde, bei einem Hahn (Kapaun) von 1,5-2,5 kg bis zu 2 Stunden. Nicht kochen, sonst wird das Tier zäh!

Kartoffeln vorbereitet, in eine Form gegeben, in der sie nicht festbacken. Mit grobem Salz gewürzt, bei 200C mit Olivenöl in den Ofen gegeben. Ab und zu gewendet. Zum Ende Rosmarinnadeln dazugegeben (damit sie nicht vorher verbrennen!)

Silberzwiebeln, Speck und Champignons in einer Pfanne mit etwas Butter langsam angeröstet. etwa 8 Minuten, dann in das Coq au vin gegeben und zu Ende gegart, etwa weitere 10 Minuten.

Nochmal abgeschmeckt und serviert.

 

Dieses Coq au vin war wie ich es schon in Frankreich gegessen habe- wunderbar! Die Hühnerstücke zart und saftig, Zwiebeln und Champignons eine perfekte Beilage dazu und die Rosmarinkartoffeln aussen rösch und innen cremig. Super! Und die Sauce braucht eigentlich nichts weiter: Durch das Mehlen der Hähnchenstücke wird sie sämig, die Zwiebeln helfen dabei. Wichtig ist nur, daß sie genügend stark eingekocht ist.

Auch sehr beliebt als Beilage sind Tagliatelle oder Kartoffelpüree.

 

 

 

 

 

 

 

 

Roastbeef Kartoffelgratin Steinpilze


Gestern beim Metzger Zorn schlug der Metzgermeister, der mich bediente, noch ein weiteres Stück Fleisch vor, von dem er meinte, daß die Metzgerei solche Sachen normalerweise nicht führt. Und zwar ein dry-aged Roastbeef, das auch noch vom Boeuf de Hohenlohe stammt, also einer Rinderrasse, die die hohenlohische Erzeugergemeinschaft wieder aufgepäppelt und popularisiert hat.

Er hat richtig geschwärmt von der Zartheit des Fleisches. Wir haben eine kleine Weile gefachsimpelt und letztlich hat er mich überzeugt , ein Stück mitzunehmen.

Heute mußte ich schon wieder arbeiten und ging deshalb früh auf den Markt. Ich ergatterte die wahrscheinlich letzten Steinpilze der Saison, ein paar andere Sachen wie zum Beispiel Grünkohl (um Kale Chips zu machen), und natürlich auch meine wöchentliche Käseration.

Zurück Zuhause machte ich mich ans Abendessen. Ich wollte das Roastbeef als Rumpsteak machen, dazu sollte es ein Kartoffelgratin geben und gebratene Steinpilze. Als grüne Beilage war ein Tomaten-Gurken-Endiviensalat geplant.

Das Kartoffelgratin war etwas besonderes – ich hatte ein paar Steinpilze übrig und schnitt die in Scheiben von etwa 5mm, die ich zwischen jede vierte bis fünfte Kartoffelscheibe  schob. Dann gab es einige Flöckchen Butter, Salz Pfeffer, Muskat drüber und eine Mischung aus etwa 100ml Sahne und 50 g Gruyere.

Nach einer dreiviertel Stunde im Ofen kam es göttlich duftend aus dem Ofen. Der Salat war inzwischen auch schon fertig, so mußte ich nur noch Fleisch und Pilze anbraten.

Das machte ich in zwei verschiedenen Pfannen und briet das Roastbeef auf beiden Seiten scharf an, ließ es aber nicht lange in der Pfanne, weil ich es englisch haben wollte (was mir auch gelang).

 

Ich muß allerdings sagen, daß ich etwas enttäuscht vom Fleisch war. Es war nicht so zart wie manche Steaks, die ich schon gegessen habe, die nicht dry-aged waren. Auch der Geschmack war nicht ungewöhnlich besser als andere gute Fleischsorten. Ich würde sogar sagen, daß die Flank- und Bladesteaks zarter sind und einen besseren Geschmack haben. Vielleicht hab ich auch nur ein blödes Stück erwischt, obwohl er es heruntergeschnitten hat und ich mir auch noch mein Stück aussuchen konnte.

Die Steinpilze allerdings waren auch sehr gut, und zusammen mit dem Steinpilz-Kartoffelgratin mehr als ein Ausgleich für das Fleisch.

Auch der Salat, der hier nicht abgebildet ist, war sehr gut.

Better luck next time.

Roastbeef Kartoffelgratin Steinpilze 1

 

Roastbeef Kartoffelgratin Steinpilze 2

 

Roastbeef Kartoffelgratin Steinpilze 3