Spaghetti Salbei Speck Totentrompeten


Heute war ich mir nicht sicher, was es denn geben sollte. Ich schwankte hin und her zwischen Matjes mit Salzkartoffeln, einer Borschtsch (dauert einfach zu lange, um sie schnell zu machen), und einem Salat mit verschiedenen Beilagen (Ei, Thunfisch, Paprika…). Ich hatte also nach dem Einkauf ein paar Produkte, die ich mit nach Hause nahm und die es irgendwann diese Woche gibt. Tatsächlich besann ich mich aber auf ein paar Zutaten die es schon daheim gab, nicht zuletzt den Salbei, den ich nicht verkommen lassen wollte. Aber Speck war auch da, und sogar ein Rest getrockneter Totentrompeten, einer Pfifferlingsart, die aber besonders würzig daherkommt.

Obwohl ich letzten Freitag Cannelloni hatte, sah ich kein Problem schon wieder Pasta zu essen. Es muß wohl das italienische Gen sein… 🙂

Während die Spaghetti im Salzwasser kochten, briet ich den Speck in Olivenöl und Butter und gab dann auch die meisten Salbeiblätter dazu. Jetzt reduzierte ich die Hitze, damit nichts verbrennt, und gab eine fein gehackte Knoblauchzehe und 1 Chilischote dazu. Die Totentrompeten hatte ich 10 Minuten in lauwarmes Wasser gegeben, jetzt gab ich sie zur Speck-Salbei Mischung. Ich gab noch einen Schluck Weisswein dazu und liess es nochmal einkochen.

Jetzt waren die Spaghetti gar und ich konnte sie mit der Speck-Mischung mischen.

Fazit: Wer den Geschmack von Salbei mag, wird dieses Gericht auch mögen (ausser Er/Sie ist Vegetarier oder Veganer). Die Grundlage Salbei/Speck passt wie die Faust aufs Auge. Die Pilze geben nochmal zusätzlichen Kick. Knoblauch, Chili und den Grano in Scheiben bilden einen typisch italienischen Abschluss zur Pasta.

Hat richtig gut geschmeckt!

 

 

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Rinderbacke Pappardelle Gemüse


Nachdem ich vor über einer Woche mein Handy ganz schnöde verlor, sollte ein Neues heute per Post kommen. Auf dem Weg von der neuen SIM lag der Metzger Zorn, bei dem ich auch vorbeischaute.

Sie machten halb Urlaub, deshalb gäbe es weniger in der Theke, entschuldigte sich die Fachfrau.  Aber es gab noch ein Rinderbäckchen, ach was sag ich da, eine Rinderbacke von 490 g.

Sie meinte, die schrumpft noch auf eine Portion und sie braucht nur eine Stunde, sie ist so dünn 🙂

Beides hat nicht gestimmt – Morgen gibt es mittags nochmal eine Portion mit göttlicher Sauce, und sie brauchte fast zwei Stunden – ich aß gegen 21:00.

Was soll’s, lecker war es sehr.

Backe in Öl anbraten, beidseitig bräunen, herausnehmen, Zwiebeln und Knoblauch in den Topf, dann 2 El Tomatenmark, anrösten, mit Port oder Sherry ablöschen, mit Rotwein auffüllen (Medoc von Rothschild) frischen Thymian und Rosmarin dazugeben, ein Glas Rindsfond dazu, Hitze reduzieren, Deckel drauf und 90 Minuten köcheln. Ich gab anfangs noch 5 g getrocknete Totentrompeten dazu, die der Sauce noch eine ganz besondere Tiefe verliehen.

Kurz vor Ende gab es 4 Steinchampignons nicht zu dick aufgeschnitten mit in die Sauce. Und ich rieb die Zeste einer Viertel sizilianischen Orange mit in die Sauce – SMAK!

Das Gemüse ist wie fast immer frisch zubereitet und überhaupt nicht experimentierfreudig. Wenn mir nichts einfällt, gibt es Bohnen und Karotten, oder Erbsen und Karotten. Muß ein Kindheitsding sein 🙂

Pappardelle hingegen passen wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge. Obwohl ich gerne zu Kartoffeln tendiere schrien mich die Nudeln aus dem Schrank an: NIMM MICH!

Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als diese tolle Sauce mit dieser fetten Nudel aufzusaugen…

 

 

 

 

 

Hirschbraten Knödel Rosenkohltarte Schwarzbiersauce


Heute hatte ich wie viele andere auch einen Brückentag genommen. Das erlaubte mir frei zu wählen, wann ich mit Tausenden anderen einkaufen gehen wollte, und andererseits viel Zeit in den Kochvorgang stecken zu können 🙂

Ich ging um 12:00 los, naiverweise glaubend, daß der Rest der Menschheit vielleicht noch beim späten Frühstück verweilt. Bei Aldi hatte ich Glück, noch einen Einkaufswagen zu bekommen. Bei Kaufland war es nicht ganz so schlimm.

An der Fleischtheke sah ich frischen Hirschbraten und nahm 600 g mit. Die richtigen Kartoffeln für Knödel fand ich dort auch. Der Rest wartete schon Zuhause auf mich.

Ich hatte Rosenkohl, der weg musste. Nachdem alle unansehnlichen Blätter weggeschnitten worden waren, schnitt ich die Röschen in Viertel und kochte sie ein paar Minuten in Salzwasser und  kühlte sie sofort mit kaltem Wasser ab.

Der Teig für die Tarte wurde nach dem gleichen Rezept wie für die Apfeltarte gemacht, nur hab ich die Hälfte gemacht, weil ich eine kleinere Keramikform benutzte.

65 g Butter

80 g Mehl

Prise Salz

2 El kaltes Wasser

In einem Food Processor alles zusammen in die Kammer geben und etwa 20 Sekunden mischen, bis eine Kugel entsteht. Die herausnehmen und in Folie eine Stunde  im Kühlschrank kühlen, dann ausrollen und in die Tarteform legen. Das ging problemlos. Dann gab ich den gegarten Rosenkohl hinein. Darauf kam 200 ml Sahne, gemischt mit einem Ei, Salz und Muskat. Darüber rieb ich etwa 70 g Comte. Bei 150 C etwa 40 Minuten backen, bis die Oberfläche schön braun wird.

Der Hirschbraten wurde gewürzt und von beiden Seiten angebraten, anschliessend wieder entfernt, während Zwiebeln, Karotten, Petersilie, Knoblauch und Tomatenmark in der Butter-Öl Mischung brieten.

Nachdem sie etwas farbe genommen hatten gab ich eine halbe Flasche Schwarzbier (250 ml) drauf und schüttete noch 200 ml Kalbsfond hinterher. Ich liess es einmal aufkochen und schüttete den Saucenansatz in einen ovalen Bräter um und bettete den Hirsch darauf. Auch er kam bei 150 C in den Ofen, aber ich gab ihm einen Temperaturfühler mit.

Die Halb- und Halb Knödel machte ich, indem ich 4 gleich große Kartoffeln heraussuchte und zwei davon in kaltem Wasser ansetzte und etwa 25 Minuten kochte. Die anderen beiden Kartoffeln schälte und rieb ich auf der Reibe und gab sie in ein Sieb. Nachdem sie abgetropft waren, kamen sie in ein Tuch und wurden ausgewrungen. Die gegarten Kartoffeln weurden mit einer Gabel zerkleinert und mit den geriebenen rohen Kartoffeln vermischt. Ich gab etwa 2 El Kartoffelmehl dazu, genug, um den Teig trocken werden zu lassen, wenn man ihn mit der Hand vermischt.

Dazu wurden Toastwürfel in der Pfanne mit Butter geröstet, und anschliessend in die Mitte der Knödel gegeben, bevor sie in Salzwasser schwimmen gingen.

Nachdem der Hirschbraten 70 C erreicht hatte, nahm ich ihn heraus und stellte ihn warm, während ich den Saucenansatz einkochte.

Dazwischen kochte ich eine Handvoll eingeritzte Maronen für 7 Minuten. Danach waren sie gar und ich konnte sie schälen und zur Sauce geben. Später kamen auch noch eine Handvoll Heidelbeeren in die Sauce. Ich hatte auch noch ein paar große Pfifferlinge, die ich in Streifen schnitt, und eine Handvoll Totentrompeten, die auch noch in die Sauce kamen.

Danach wurde sie mit einem El Kartoffelstärke abgebunden und noch abgeschmeckt. Als Beilage zum Fleisch gab es noch einen Klecks Preiselbeerenkompott aus dem Glas.

Danach wurde angerichtet. Leider hab ich mich mal wieder auf das Urteil von jemand anderem verlassen, was den Garpunkt anging (dieses Mal einer, der über 2.500 Beiträge bei “Kochbar” verbrochen hatte).

Ich sollte gar keine Ratschläge mehr annehmen, weil sie meistens Schrott sind. Trotz niedriger und schonender Zubereitung war der Braten trocken. Ich bin sicher, daß er bei niederer Zieltemperatur zart gewesen wäre.

Also ein weinendes Auge zum gelungenen Rest, der allerdings wirklich lecker war. Die Schwarzbiersauce war etwas Besonderes, mal anders als die Port-Rotweinsaucen, aber nicht unangenehm, sondern eher etwas würziger.

 

 

 

 

Fusili Lunghi Totentrompeten Speck


Am Samstag fand ich im Gemüseladen gegenüber Totentrompeten, ein Pilz, der mit dem Pfifferling verwandt ist. Er ist grau bis schwarz und er hat einen erdigeren, waldigeren Geschmack.

Ich hatte noch Speckwürfel im Haus und entschloss mich, die mit einer fein gehackten Schalotte und einer ebenfalls fein zerteilten Knobolauchzehe in Olivenöl anzubraten. Danach gab ich die geputzten Pilze dazu. Hier muß man ein wenig aufpassen: Wo ein Pfifferling einen Stiel hat, gibt es bei der Totentrompete eine Röhre, in der sich gerne kleine Insekten verstecken. Also hab ich alle Röhren längs aufgeschnitten, um zu sehen, ob sich etwas darin befindet.

Nach den Pilzen gab ich etwa 50 ml Kalbsfond dazu (aus dem Glas). Ich hab leider schon eine Weile keinen Kalbsfond mehr aufgesetzt, muß ich mir vor Weihnachten wieder vornehmen.

Insgesamt gab ich 150 ml Kalbsfond nach und nach dazu. Eine kleine Handvoll gehackter Petersilie kam auch noch dazu.

Nachdem es etwas eingekocht und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt worden war, konnte es mit den gar gekochten Fusili lunghi serviert werden. Dann gab es noch etwas Parmesan darüber.

Der Geschmack steht den Steinpilzen in nichts nach, lediglich die Richtung ist etwas anders. Wo die Steinpilze das volle Umami-Programm fahren, speziell, wenn auch getrocknete Steinpilze verwendet werden, sind die Totentrompeten die Pilze, die vom Herbst auf den Winter zeigen. Diese intensiven waldigen und dann auch erdigen Noten sind zutiefst befriedigend durch ihre Vielzahl an Geschmackstönen (Ich kann es leider nicht rationaler beschreiben). Wer also die Möglichkeit hat frische oder auch getrocknete Totentrompeten zu bekommen, und Pilze mag, sollte sie mal ausprobieren – es lohnt sich wirklich!

 

 

 

 

 

Kaninchen Herbsttrompeten Tagliatelle


Auf dem Markt am Samstag sah ich Kaninchenläufe, die gut aussahen. Ich kaufe ab und zu auch Mal ein ganzes Tier, aber eigentlich ist es für eine Person viel zuviel und ich hab im Moment wenig Platz in der Gefriertruhe. Vier Läufe ergibt bei mir drei Mahlzeiten.

Heute bin ich zu meinem teuren Russen rübergegangen, weil der immer eine gute Auswahl an Pilzen hat. So auch heute: erstaunlicherweise gab es noch Pfifferlinge (wo hat er die bloß her?), Kräuterseitlinge, Chamipnons und Steinchampignons, Portobellos und Austernpilze. Außerdem waren Herbst- oder Totentrompeten da, die als Pfifferlingsverwandte gelten. Sie schmecken für mich würziger und ihnen fehlt das, was ich das Eiige an Pfifferlingen beschreiben würde was aber angenehm ist. Sie sind auch nicht so fleischig wie Pfifferlinge.

Für die Sauce hab ich eine Karotte, einen halben kleinen Lauch, 1/4 Stück Sellerie, eine Knoblauchzehe und etwas Petersilie scharf angebraten, mit einem guten Schluck Weißwein abgelöscht und mit Wasser aufgefüllt. Mit Deckel kochte der Inhalt bei mittlerer Hitze eine halbe Stunde. Dann goß ich den Sud in einen kleineren Topf und reduzierte die Flüssigkeit um die Hälfte. Dann gab es einen Drittel Becher Saure Sahne und einen guten TL  Dijonsenf dazu. Ich hatte zwar extra Estragon beim Russen mitgenommen, entschied mich aber letztendlich wegen der Totentrompeten dagegen. Diese Mischung reduzierte ich weiter und bereitete eine kleine Schüssel mit angerührter Speisestärke zum Abbinden vor.

Das Kaninchen hatte ich schon am Abend zuvor zubereitet, so mußte ich nur noch die zwei übrigen Läufe entbeinen und das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden.

Nachdem die Sauce genügend reduziert war, wured sie mit einem Tl Speisestärkemischung angedickt.

Die Totentrompeten wurden in einer Bratpfanne mit einem Stück Butter angebraten, dazu kam dann noch das Kaninchenfleisch, um noch etwas Farbe zu nehmen. Danach kamen diese Zutaten in die Sauce. Die Tagliatelle hab ich in meinem Fischgeschäft geholt (die haben auch andere Sachen). Die waren aufwendig verpackt und schmeckten ziemlich gut. Als die fertig waren mußte ich nur noch einen Löffel der Saucenmischung drübergeben und ein wenig mit Petersilie verzieren.

Ziemlich leckere Sache!

Ach ja, nach einem halben Teller hab ich ein bißchen Parmesan draufgegeben – auch sehr gut.

 

Kaninchen Tagliatelle Herbsttrompeten 1

 

 

 

Kaninchen Tagliatelle Herbsttrompeten 2