Hähnchen Ratatouille Kartoffeln


Ich hatte G. eingeladen, aber gesagt, daß es diesmal kein großes Menü gäbe. Das deckte sich mit ihren Vorstellungen und Wünschen, und so war ich wieder am Grübeln, was machen?

Ich liebe Geflügel, esse aber nur noch freilaufendes, leckeres Federvieh. Ich war mit Freunden öfters im Burgund, der Heimat des berühmten Bresse-Geflügels, und hab den Unterschied zu KZ-Hühnern kennengelernt.

Es ist aber manchmal nicht so leicht an ein gutes freilaufendes Federvieh zu kommen. Auf dem Markt ist das kein Problem, aber Freitags Nachmittags…

Naja, ich bin in einen gut sortierten Edeka im Breuningerland, einem EKZ in Sindelfingen gefahren, der in der Nähe meiner Arbeitsstelle liegt, in der Hoffnung, daß die noble Adresse das Sortiment verbessert, und richtig –

2 elsässische Hähnchen mit Label Rouge und freilaufend lagen da, das eine war am letzten Haltbarkeitstag angelangt und kostete nur noch die Hälfte, knapp €7 für 1,25 kg. Genau das nahm ich mit und freute mich über mein Schnäppchen. Dazu kamen 2 Bio Zitronen, die Zutaten für ein Ratatouille und zusätzlich 3 kleinere Artischocken, die ich mit einarbeiten wollte.

Kartoffeln hatte ich Zuhause, um die spanischen Salzkartoffeln (Papas oder patatas) zu machen, die üblicherweise mit einer Art Paprikadip als Tapas serviert werden.

Frische Kräuter waren auch noch vom letzten Markttag da.

Ich las bei Marcella Hazan nach (More Classic Italian Cooking), in dem sie ein Huhn beschreibt, das nur 3 Zutaten hat: Huhn, Salz, Zitronen. Sie beschreibt es als eines der Rezepte, die sie unbedingt mitnehmen würde wenn sie nur ein paar mitnehmen dürfte.

Das Rezept ist ganz einfach: Das Huhn waschen, trocknen, innen und aussen mit grobem Salz einreiben, Zitronen (2) etwa 20x einstechen (mit einem Spiess oder einer Stricknadel) und in die Brusthöhle hineinstecken. Füße mit Küchengarn etwas zusammenbinden, damit die Zitronen am Ort bleiben.

Das Huhn mit der Brust nach unten in eine Form legen und 15 Minuten bei 175 Grad in den Ofen geben, dann umdrehen und weitere 15 Minuten garen, anschießend die Temperatur auf 205 Grad erhöhen und 20 weitere Minuten garen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob der Garpunkt erreicht war und habe meinen Temperaturfühler eingesetzt, der aber innerhalb von 5 weiteren Minuten die Zieltemperatur (78 Grad) anzeigte.

Die Zitronen hatten viel ihrer Flüssigkeit abgegeben, wie auch das Huhn Jus und Fett abgesondert hatte. Zusammen schmeckte das toll, man mußte gar nichts dazugeben.

 

Das Ratatouille hab ich gemacht, während das Huhn schmorte.

Eine Zucchini, eine Aubergine, 6 braune Champignons, 5 Zehen Knoblauch (kleine), etwa 10 Kirschtomaten, eine rote Paprika und eine rote Zwiebel in nicht zu kleine Würfel schneiden, salzen und scharf in Olivenöl anbraten. Ich hab alles ausser den Tomaten zuerst angebraten, die Tomaten halbiert, dann dazugegeben und dann mit einem guten Schluck Weißwein abgelöscht. Das war genug, um die Tomaten dazu zu bringen, ihr Wasser zu lassen und die Sauce sämig zu machen. Jetzt kamen 2 Zweige Rosmarin, 3 Stängel Thymian und ein Zweigchen Majoran dazu, wie auch eine relativ scharfe Peperoni in dünnen Scheiben.Danach hab ich die Hitze reduziert und den Deckel drauf gelegt. Etwa 20 Minuten später war das Ratatouille gar.

 

Die Kartofeln hab ich mit Deckel in einem Topf mit Wasser gemacht. Dazu kamen etwa 3 Eßlöffel Salz. Theoretisch sollte sich eine Salzkruste um die Schale bilden, aber ich hab wohl etwas falsch gemacht. Sie waren trotzdem salzig und lecker.

Nochmal zur Sauce: Man muß garnichts machen, außer vielleicht nochmal auf ’ne Zitrone drücken und rühren! Also wer Zitrusaromen mag, es gibt nichts besseres!

Hähnchen-Ratatouille-Kartoffeln-2

 

 

Tapas, die 2.


Wir bekamen Besuch von unseren nördlichen Freunden, und das nahm ich zum Anlass, viele Kleinigkeiten auf den Tisch zu stellen, weil es ja Spaß macht vieles Verschiedenes auszuprobieren und auch länger an einer Tafel zu verweilen.

Hier abgebildet sind Datteln mit Speck/Serrano, ein süß-saurer Zucchinisalat, Kichererbsen mit Chorizo und Paprika und eine Salsa für Shrimps im Serranomantel.

Hier gibt es Runzelkartoffeln mit Mojosauce, gepalte Saubohnen mit Serrano und roten Zwiebeln, Hähnchenleber in Sherryglasur und eine Ofentortilla.

Hier kommen noch Shrimps in Zitronen-Olivenölmarinade und vorne rechts Shrimps mit Serranowickel dazu.

Ich hab die Ideen für die verschiedenen Tapas aus dem Buch World Food Spanische Küche aus dem Parragon Verlag,

hab sie aber nach eigenen Vorlieben und Verfügbarkeit der Zutaten abgewandelt.

Für die Tortilla:

6 Eier

4 Frühlingszwiebel in feinen Scheiben

2 rote Spitzpaprika

4 gekochte mittelgroße Kartoffeln

50 g Parmesan (im Original Roncal-Käse)

Schnittlauch, Petersilie

In eine heisse Pfanne mit Butter geben und in einem heißen Ofen etwa 20 Minuten stocken lassen. Abkühlen lassen, stürzen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Für die Mojosauce:

Etwas Weißbrot, in kleinen Stückchen(Baguette)

2 mittlere Knoblauchzehen

1/2 Tl Salz

11/2 El scharfes spanisches Paprikapulver (ich habe Pimenton dela Vera genommen, ist zwar nicht scharf, aber rauchig)

1 El Kreuzkümmel

2 El Rotweinessig

5 El Olivenöl

2 pimientos del piquillo (ich hatte 2 im Ofen gegarte rote Spitzpaprika

Das Brot wird in Wasser 5 Minuten eingeweicht und ausgepresst. Knoblauch und Salz werden in einem Mörser zu einer Pate zerstampft. Paprika und Kreuzkümmel dazugeben, in eine Küchenmaschine geben, zuerst mit dem Essig und dann mit dem Brot und dem Öl auffüllen und mixen. Die Paprikaschoten dazugeben und mixen, bis die Mischung dickflüssig ist. Abschmecken.

Tomaten-Kapern-Salsa (für Shrimps im Serranomantel)
Concassée von 2 Tomaten

1 kleine rote Zwiebel in dünnen Scheiben

4 El fein gehackte Petersilie (glatte)

1 El Kapern (ich hab die etwas größeren genommen) gehackt

Abrieb einer Zitrone

4 El Olivenöl

1 El Sherryessig

Vermengen und abschmecken.

Knoblauchshrimps mit Zitrone und Petersilie

500 g Shrimps, entdarmt

120 ml Olivenöl

6 Knoblauchzehen, kleingehackt

3 scharfe getrocknete Chilis

4 El Zitronensaft

4 El gehackte Petersilie

Das Öl erhitzen, Knoblauch und Chilis dazugeben, bis sie anziehen, Shrimps dazugeben, bis sie fast gar sind.

Den Zitronensaft und die Petersilie dazugeben, umfüllen und sofort servieren

Dicke Bohnen mit Schinken

200 g Dicke Bohnen, geschält

2 El Olivenöl

1 rote Zwiebel, fein gehackt

ein paar Scheiben  Serranoschinken in Streifen

Petersilie

Salz und Pfeffer

Saubohnen garen, palen

Zwiebeln andünsten, Bohnen dazugeben, Schinken und Petersilie dazugeben und abschmecken.

Den Zucchinisalat hab ich schnell gemacht und mich nicht an das Rezept gehalten (also gar nicht). Der Salat wurde nix und ich poste den vielleicht mal später, wenn er mir gelingt.

Die restlichen Rezepte hab ich schon mal gepostet, und zwar hier.

Tapas- Kichererbsen mit Chorizo und Paprika


Vor kurzem bekam ich ein Kochbuch von einer lieben Freundin geschenkt, nämlich World Food Spanische Küche vom Parragon Verlag. Das habe ich zum Anlass genommen, ein paar Tapas auszuprobieren. Ich mußte allerdings die Pimientos del Piquillo durch Spitzpaprika ersetzen, da ich keine (Dose) mehr hatte. Die Pimientos sind in Deutschland frisch meines Wissens nach nicht zu bekommen. Sie wachsen in einem eng begrenzten Tal in Spanien und gelten als Spezialität. Eine der bekannten Speisen für die sie verwendet werden ist die mit Bacalaocreme (getrockneter Kabeljau) gefüllte Pimiento del Piquillo. Die werde ich bald mal machen. Jetzt gibt es stattdessen Kichererbsen mit Chorizo und rotem Spitzpaprika oder Garbanzos con chorizo.

Für dieses Rezept braucht man eine fein gehackte Zwiebel, eine zerdrückte Knoblauchzehe Choizowurst in kleinen Würfeln, Kichererbsen (aus der Dose), entweder Pimientos del piquillos oder weichgeschmorte Spitzpaprikaflecken, Olivenöl, Sherryessig und Petersilie.Im Rezept werden Zwiebel, Knoblauch und Chorizo weich gedünstet ohne Farbe zu nehmen, danach werden die Kichererbsen und die Pimientos in Streifen zugegeben. Ich habe stattdessen den Spitzpaprika in kleinere Stücke geschnitten und mitgeschmort und am Schluß die Kichererbsen kurz dazugegeben, damit sie nicht kalt sind. Danach einen Eßlöffel oder nach Geschmack Sherryessig dazu und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ganz am Schluß fein gehackte Petersilie drüberstreuen. Durch die ausgelassene Chorizo ergibt sich ein pikanter Geschmack.
Sehr lecker!