Wildschwein Maronenspätzle Apfel Granatapfel


Mr. M., ein Mitarbeiter von Frau B., brachte ihr eine Menge selbstgesammelter Maronen mit. Diese habe ich nach und nach verarbeitet, erst als gebackene Maronen, dann karamellisiert, dann mit Rosenkohl nach einem Rezept aus meinem neu erstandenen ‘Silberlöffel’, und schließlich versuchte ich, sie in den Spätzleteig zu integrieren, was auch gut klappte.

Auf dem Markt ergatterte ich das letzte Stück Wildschwein (aus eigener Jagd), das sich für Gulasch eignete. Dazu gab es wieder Mal Steinpilze. Wir haben auf dem Markt auch viele andere Sorten, und ich muß wirklich einmal andere ausprobieren.

Rosenkohl hatte ich noch zuhause und so entstand ein typisch herbstliches Gericht.

Das Wilschweingulasch wurde scharf angebraten, dann herausgenommen.

Eine Schalotte, 2 Kloblauchzehen anschwitzen, tomatisieren, mit 1/2 Liter Rotwein ablöschen. Wildschwein dazu, Lorbeerblatt, Wacholderbeeren, Thymian, Rosmarin und Majoran frisch, Pfeffer, Piment und Orangenschale dazu,

Temperatur heruntersetzen, daß es gerade zieht.

Ich hab es 2 Stunden ziehen lassen, einmal etwas Wasser aufgefüllt.

 

Der Rosenkohl kommt in kochendes, gesalzenes Wasser, wird bissfest gegart und eiskalt abgeschreckt, um seine schöne Farbe zu behalten. Anschliessend wird er in Butter geschwenkt und mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt.

Für die Spätzle etwa 100 g Maronen einschneiden, kochen (20 Minuten), schälen, das Häutchen entfernen, durch ein Sieb passieren, das Mehl zum ‘trocknen’ etwas stehen lassen.

Dann mit 200 g Spätzlemehl verrühren, 2 Eier dazu, Salz und ein wenig Sprudelwasser.

Ich hab dann noch eine Prise Vanillesalz dazugegeben, aber das hat man nicht gemerkt.

Den Teig dann aufschlagen, bis er Blasen wirft, anschließend in sprudelnd kochendes Salzwasser hineinpressen oder schaben. Ich hab meine Spätzlepresse benutzt.

Für das Steipilztopping 50 g Steinpilze putzen, in Scheiben schneiden. Schalotten und eine Knoblauchzehe anschwitzen, Steinpilze dazu, mit einem Schluck Weißwein ablöschen, auf den Spätzle verteilen.

Für die Fruchtbeigabe hatte ich eigentlich eine Quitte eingeplant, die war beim aufschneiden übersät von braunen Druckstellen und sehr unansehnlich. Deshalb hab ich einen Apfel genommen. Der Granatapfel hat sich wegen der Süre auch angeboten. Der Apfel wurde geschält, in Schnitze geschnitten, in Butter und Zucker karamellisiert und mit etwas Wein abgelöscht, dazu kamen die Granatapfelkerne. Wie man sieht, war es kein Kompott, aber schon weich.

Das Gulasch hab ich nochmal nachgesalzen und mit etwas Kartoffelstärke abgebunden.

Für Frau B., der solche Saucen zu dunkel und zu konzentriert sind, gab es noch ein El Creme Fraiche drauf.

Ich wiederum könnte in solchen Saucen baden.

Fazit: Saulecker, aber für mein Empfinden kann man sich die Maronen auf diese Art sparen, weil sie von der Sauce erschlagen werden. Besser wäre es die ganzen Maronen in die Sauce zu geben.

 

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Hase- Lapin- Hare


Die Suche nach selteneren Genüssen geht weiter. Das letzte Mal hab ich Wildhasen (kein Kaninchen) gegessen in einem guten französischem Restaurant an der Peripherique von Paris namens Coq d’Or, in das uns der Ehemann der Cousine meiner Mutter eingeladen hatte. An diesem Abend bestellte ich den Wildhasen und wurde mit einem intensiv schmeckendem Braten überrascht, der auch mit Kompott serviert wurde. Was mich bisher abgehalten hat den Schmaus nachzukochen, war die Schwierigkeit, ein Stück Fleisch frisch zu bekommen.
Der Wildhändler meines Vertrauens sagt, es gibt in Deutschland gar keinen Markt dafür. Ich nehme an, daß die Jäger gute Abnehmer haben (Restaurants oä). Deshalb hab ich für dieses Rezept die TK Ware aus Argentinien genommen.
Als die Läufe aufgetaut waren, sahen sie schön saftig und vollfleischig aus. Ich hab sie scharf angebraten und in einen Bräter gelegt. Dort kam auch kleingeschnittenes Suppengrün und ein Löffel Tomatenmark. Das briet an, wurde mit Sherry und einem Viertel Rotwein abgelöscht, mit Wasser gestreckt, mit einem Deckel versehen, und bei 175 Grad 2.5 Stunden im Ofen geschmort. Die letzte halbe Stunde hab ich den Deckel abgenommen und die Sauce umgefüllt, um sie zu verfeinern.
Das Rotkraut hab ich ein paar Stunden zuvor geraspelt und mit Salz vermischt, damit es weich wird. Dann in Schmalz anbraten, einen Apfel in Stücken dazu, ein Gewürzsack mit Nelken, Piment und Wacholder,Wasser, Prise Salz, 2 EL Zucker, ein wenig Essig, und am Schluß mit Johannisbeergelee abschmecken.
Für die Spätzle 250 g Spätzlemehl, 3 Eier 75 ml sauren Sprudel und eine Prise Salz vermischen und schlagen bis die Masse Blasen wirft. In der Zwischenzeit Wasser salzen, aufkochen. Den Teig in eine Spätzlepresse und ins Wasser drücken. Sie sind gar, wenn sie aufsteigen. Mit einer Schaumkelle abschöpfen, später in Butter anbraten. Mit der abgeschmeckten Sauce servieren.

Hat so gut geschmeckt wie in meiner Erinnerung, obwohl es für viele vielleicht etwas zu speziell ist.