Thanksgiving 2022


Es hat hier aus den bekannten Gründen ein paar Jahre kein Thanksgiving mehr gegeben. Aber dieses Jahr hatte ich frei, weil das Geschäft inzwischen an diesem Tag ganz geschlossen hat. Und irgend etwas hat mich geritten, etwas in der Art eines klassischen Thanksgiving Dinners zu machen. Es wurde sehr lecker, nur nicht so reichhaltig wie sonst, denn es war ein Dinner for one.

Ich fand eine Puten-Oberkeule, die ich mitnahm, dazu machte ich Gemüseeinkäufe (grüne Bohnen, Rosenkohl), etwas Bacon, 2 dünne frische Bratwürte, Hühnerklein für die Brühe, Baguette, Milch und Butter. Den Rest (Gewürze und Kräuter, Mehl und Kartoffeln) hatte ich schon hier.

Das Stuffing, auch Dressing genannt

Ich bekam kein Knödelbrot, also kaufte ich ein Baguette. Und weil das frisch war, ich es aber getrocknet brauchte, testete ich mein neues Spielzeug, einen Airfryer aus. Nachdem ich das halbe Baguette erst in Scheiben und dann in kleine Würfel geschnitten hatte, gab ich die Würfel bei 140C in den Korb und gab als Zeit 20 Minuten an. Nach 8 Minuten wurde ich neugierig und schaute nach – die Würfel waren staubtrocken! Zu diesen Würfeln gesellten sich nach und nach eine große Schalotte, 2 Knoblauchzehen, 2 Stangen fein gewiegter Sellerie, fein gehackter Salbei, frischer Thymian, etwas Rosmarin und frische Petersilie. Dazu briet ich das Brät aus den Bratwürsten mit zerstossenem Fenchel an, um etwas Salsiccia Ähnliches zu bekommen (In Amerika wird gerne bei manchen Rezepten mit Fleisch eine „Country Sausage“ zurückgegriffen. Sie hat auch einen Fenchelanteil obwohl sie ein Industrieprodukt ist). In einer Metallschüssel rührte ich alle Zutaten zusammen und gab genug der Brühe dazu, um alle Zutaten zu binden, ohne sie zu suppig zu machen. Danach gab ich die Masse in eine feuerfeste Schüssel und wartete den Zeitpunkt ab, sie in den Ofen zu schieben, damit sie möglichst zeitgleich fertig würde.

Die Brühe

Heston Blumenthal hat vor Jahren einmal seine Hühnerbrühe beschrieben: Schnellkochtopf, die erste Stunde Hähnchenflügel (Mengen hab ich vergessen), die zweite Stunde Suppengrün, fertig. Ich brauchte nicht ganz soviel Brühe, also nahm ich eine Packung Hühnerklein, zwei Karotten, zwei Selleriestangen und einen ganzen Lauch, machte das Gemüse kleiner und kochte alles eine Stunde im Schnellkochtopf. Auch nicht schlecht! Ich reduzierte die Flüssigkeit um ein Drittel und gab von der Brühe in dieser Konzentration einige Kellen ins Stuffing.

Der Oberschenkel

Ich habe eine alte ovale Form für den Ofen von LeCreuset, die ist nur mittelgroß, da hat das Fleisch schön hineingepasst. Ich habe es gesalzen und gepfeffert und mit der Hautseite nach oben in den Ofen geschoben. Im Internet stand 2 Stunden bei 180C für eine Kerntemperatur von 80C. Gottseidank hab ich nach einer Stunde nachgeschaut – da hatte meine Pute nämlich schon 82C (bei einer Ofentemperatur von 170C. Mein Problem war jetzt, daß ich ein paar Sachen noch nicht angefangen hatte (Kartoffeln und Gravy) Also drehte ich das Fleisch erst einmal um und reduzierte die Hitze auf 160C. Dann schob ich das Stuffing direkt mit hinein und setzte die Kartoffeln in Salzwasser auf.

Grüne Bohnen und Rosenkohl hatte ich nacheinander bissfest gegart und kalt abgebraust, um die Farbe zu erhalten. Die Bohnen waren auch scghon mit Bacon umwickelt und warteten auf ihren Einsatz im Airfryer (um den Bacon knusprig zu machen und das Gemüse wieder zu erwärmen. Das zweite hat geklappt, aber der Bacon hatte nicht genug Zeit um knusprig zu werden.

Die Gravy

Zuerst ein Stück Butter mit einer fein gewiegten Schalotte aufschäumen, etwas Mehl dazugeben, kurz anschwitzen, dann 1/2cm Tomatenmark mitanschwitzen, dann mit einem Schluck Weisswein löschen, mit der Brühe soweit auffüllen, dass sie nicht weiter andickt. Einreduzieren. Mir war die Gravy da noch zu hell, also holte ich kurz das Fleisch heraus und der Gravy einige Kellen der brauneren Sauce vom Fleisch. Dabei drehte ich den Oberschenkel wieder mit der Hautseite nach oben.

Nachdem die Kartoffeln soweit waren, gab es für sie Muskat, Milch Salz, Pfeffer und fein gehackte Petersilie. Dann pürierte ich sie mit einem Kartoffelstampfer.

Dann musste ich nur noch anrichten, die Preiselbeeren dazugeben und die Fotos machen. Es war etwas aufwendiger, hat sich aber gelohnt. Ich glaube ich kann bis Sonntag davon leben 🙂

Werbung

Thanksgiving 2016


Durch die Unmöglichkeit mit meinen deutschen Freunden unter der Woche zu feiern, legten wir das Essen auf den Sonntag.

Ich konzentrierte mich darauf, die wenigen Elemente auf den Punkt zu bekommen. Das hat dieses Mal ziemlich gut geklappt.

Die Pute von 4600 g blieb 3 1/2 Stunden bei 160 C im Ofen und erreichte dabei ihre Kerntemperatur von 74 C. Das Problem war. daß die innere Temperatur der Füllung diese Temperatur noch nicht erreicht hatte, also wickelte ich die Pute in Folie und machte den Ofen heißer. Nach weiteren 20 Minuten war der Garpunkt erreicht.

Jetzt durfte die Pute draussen eingewickelt ruhen, während die zweite Ladung Füllung (Stuffing) in einer Muffinform in den Ofen kam und fertig gebacken wurde.

Die Karotten wurden geschält, schräg geschnitten und in Wasser mit einer Prise Salz und Zucker bissfest gegart. Dann wurden sie abgeschreckt. Später gab ich zwei Löffel Wasser und einen Löffel Butter dazu, außerdem kleingehackte frische Rosmarinnadeln.

Die grünen Bohnen wurden mit Salz und Bohnenkraut knackig gekocht, dann kalt abgeschreckt, damit sie ihr schönes Grün nicht verlieren. Später wurden Speckstückchen angebraten, dazu kamen die Bohnen und eine weitere Prise Salz.

Den Mais hab ich aus der Dose in einen Topf gegeben, gesalzen und gebuttert und warm gemacht 🙂  Ich mag den nicht, wenn die Kerne nicht am Kolben hängen.

Das Stuffing bestand aus Salsiccia, Speck, Putenleber, Salbei, Knödelbrot, Apfel, Zwiebel, Champignons, Salz und Pfeffer. Das Fleisch briet ich mit Öl in der Pfanne an, gab dann die Zwiebeln, den zerkleinerten Apfel und den Salbei dazu. Danach kam das Knödelbrot dazu und wurde mit 2 Kellen Hühnerbrühe weich gemacht.

Die Masse kam in die Putenöffnung, und dann in die Muffinförmchen.

Die Kartoffeln für’s Püree wurden weich gekocht, dann mit abgekochter Milch, Muskat und Salz gestampft, dazu kam noch ein gutes Stück Butter.

Die Sauce bestand aus einer Hühnerbrühe aus einem halben Suppenhuhn, einem Bund Suppengrün, einem Schluck Port und etwas Weisswein und Wasser.

Das kochte eine Weile ein, wurde dann noch konzentrierter und wurde dann noch mit Mehlbutter eingedickt. Die Sauce war richtig gut (sie wurde noch mit der Flüssigkeit aus der Putenpfanne aufgefüllt und wieder reduziert).

Die Cranberrysauce bestand aus 400 g Cranberries, 400 ml Wasser, 200 g Zucker und die Zeste und dem Saft einer Orange. Nur einkochen und nach dem Platzen der Früchte weitere 5 Minuten weiter einkochen. Schmeckt super!

Unten abgebildet sind erst die Pute und dann die Beilagen ohne Pute. Sauce ist auch nicht abgebildet 🙂

 

9-pfuender-pute

 

beilagen

Thanksgiving 2012


Große Enttäuschung! Ich hatte soviel zu tun, daß die einzigen Bilder, die ich machen konnte, vorab entstanden von zwei pies oder Pasteten, nämlich einer Pfirsich- und einer Heidelbeerenpastete. Darüber hinaus hab ich ein neues Foto von Cranberrykompott gemacht, das gibt es hier allerdings schon mal vom letzten Jahr.

Ach ja, am nächsten Tag hab ich die Kamera noch mal auf die Reste des Succotash gelenkt. Ansonsten kann ich nur berichten, daß die einzelnen Zutaten gut waren und gemundet haben.

Hier das Menü:

Finger Food: Datteln mit Entenleber

Aperitiv: Crodino

Schinken mit Nelken und braunem Zucker

Truthahn mit Gravy (Sauce)

Füllung: Corn Bread mit Cranberries und Schinkenwürfeln, Äpfeln, Sellerie, Salbei, Putenleber,Bauernbratwurstfülle und Nussmischung  im Ofen gemacht

Beilagen: Kartoffelbrei, Butter, Laktosefreie Sahne/Milch, Muskat

Reis/Wildreis, Pilze, weiße Zwiebel, Marsala

Cornbread mit Cranberries und Schinkenwürfeln (extra)

Gemüse: Rosenkohl, Maronen und Granatapfelkernen

Succotash: Gemüsemischung aus Mais, breiten Bohnen, roten Zwiebeln, Paprika, Kürbis, Chili, Cumin, Cayenne, Paprikapulver

Karotten/Pastinaken geröstet

Nachtisch: Heidelbeertarte

Pfirsichtarte

Apfelstrudel

Vanilleeis selbstgemacht

Die Stars waren der Truthahn, Kartoffelbrei, Rosenkohl, die Sauce, die Heidelbeer- und die Pfirsichtartes, das Vanilleeis und die Füllung.

Der Rest wurde auch gegessen, aber es blieb davon etwas übrig.

Dieses Jahr waren wir 20 Personen, wobei drei Kinder waren.

 

 

Zu den Fotos:

Das war das Succotash, einer Gemüsemischung indianischen Ursprungs, das ursprünglich aus Limabohnen und Mais bestand.

Heute bezeichnet man allgemein Gemüsemischungen, die mit Butter oder Schmalz gemacht werden, als Succotash. Es gilt als sehr traditionelle Thanksgivingbeilage.

In meinem Succotash waren rote Zwiebeln, breite Bohnen, Paprikaschoten, Mais, Kürbiswürfel und Petersilie. Zum würzen kamen Paprikapulver, Cayenne und Cumin (Kreuzkümmel).

Die Heidelbeertarte hab ich mit einem Mürbteig aus dem ‘Silberlöffel’ gemacht, der gut geklappt hat. Die Füllung war aus (gefrorenen) und aufgetauten Heidelbeeren (4 Cups) einem halben Cup Zucker und 3 gehäuften Eßlöffeln Speisestärke (mit Wasser verrührt) gemischt worden. Zur Hebung des Geschmacks kam noch der Saft einer halben Zitrone und eine Prise Salz dazu.

Der Teig wird nicht vorgebacken, sondern mit der Füllung etwa 45 Minuten bei 160 C gebacken.
Ich mußte ihn vorzeitig mit Folie abdecken, was an meinem chaotischen Ofen liegt.

Bei der Pfirsichtarte kommen die Pfirsiche (um diese Zeit aus der Dose) in die Teigform. Aus 2 Eigelben, einer 3/4 Tasse Zucker, 2 Eßlöffeln Mehl und einer drittel Tasse geschmolzener Butter wird eine Masse gerührt, die darübergegeben wird. Die stockt dann und fördert den Zusammenhalt.

Für das Cranberrykompott nehme ich 2 Packungen Cranberries (frische), 2 Tassen Zucker, Orangenabrieb und  den Saft der Orange. Das wird aufgekocht und etwa 5 Minuten kochen lassen. Danach einfach nur auskühlen lassen.