Pho oder eine Komödie der Irrungen


Jetzt wird hier das Wetter wärmer und ich dachte an eine Suppe. Mir fiel ein Heft ein, das ich von einer Animateurin für eine Firma bekommen hatte. Die Firma nenn ich nicht, aber sie vertreibt Küchenaccessoires, die nicht gut und zu teuer sind :-). Weshalb ich an das Magazin dachte? Naja, da war eine schöne Suppe auf dem Cover, das ist für mich Motivation genug.
Es handelte sich hier um eine amerikanische Variante des vietnamesischen Pho (mit Rind), allerdings, wie ich später herausfand, eher des Pho Ga (mit Hähnchen). Trotzdem klang das Rezept gut:

1 grosse Zwiebel
5 cm Ingwerwurzel
Korindergrün
2 Frühlingszwiebel
1 Süsskartoffel
1 Sternanis
Hühnerbrühe
500 g Hähnchen

Dann fing ich an, mich ein wenig einzulesen. Bei asiastreetfood.com las sich das Ganze anders:

1 ganzes Hähnchen (aus Freilandhaltung)
50g Ingwer
2 Schalotten
½ Packung Reisnudeln Banh Pho Kho 200g
1 Bund Koriander
1 Bund Langer Koriander
1 Bund Vietnamesischer Koriander
1 Frühlingszwiebel
1 Limette
1 Vogelaugenchili
Schwarzer Pfeffer, gestoßen
100g Mungbohnenkeimlinge
Fischsauce
20g Kandiszucker
Salz

Ich wollte kein ganzes Hühnchen auskochen, ich hatte weder Hühnchen noch Zeit, sondern nahm einen Fond, aber eigentlich wollte ich auf jeden Fall die Nudeln verarbeiten, weil ich die noch da hatte.
Beim Einkauf fand ich zwar die Mungobohnenkeime, aber nicht die Vogelaugenchili. Auch waren die 2 anderen Korianderspezialitäten heute nicht zu bekommen (langer Koriander und vietnamesischer Koriander).
Wieder daheim wurde mir klar, dass es eine relativ kleine Schnittmenge zwischen den beiden Pho Ba Varianten gab. Hungrig und einigermassen frustriert mit Varianten, die ich nicht ohne weitere Recherchen beurteilen kann, fing ich an, meine eigene Variante herzustellen. Ob das noch Pho Ga genannt werden darf, entzieht sich meiner Kenntnis. Sagen wir einfach, es handelt sich um eine asiatische Suppe mit Hühnchen, die ihren Ursprung in einem Pho Ga Rezept fand 🙂

Meine Version:

1 Schalotte klein gehackt
5 Korianderstiele, ganz fein gehackt
1 Karotte in feinen Streifen
2 braune Champignons, in 2mm Scheiben
2 Frühlingszwiebel in feinen Scheiben, nur das Grüne
statt Vogelaugenchili hatte ich nur eine Jalapeño, die aber war rattenscharf!
1 Glas Hähnchenfond
1 Hähnchenbrust, in Scheiben
Cilantro
1 Sternanis
Mungobohnenkeimlinge
ein paar Spritzer Fischsauce
3 cm Ingwer in Scheiben und dann in feine Streifen

Das alles kochte ich kurz auf, liess die Hähnchenbrust bei schwacher Hitze kurz ziehen und servierte sie dann. Dabei dachte ich noch daran, vielleicht eine halbe Limette hinein zu drücken, entschied mich aber dagegen, weil die Suppe sehr lecker war. Als ich dann fertig gegessen hatte fielen mir die Nudeln ein, die ich vergessen hatte! Irgendwas ist immer – eigentlich waren die Nudeln ein Grund, warum ich die Suppe machen wollte.

Ich denke ich brauche mindestens noch ein paar Anläufe, diese Suppe zu meistern. Der nächste Versuch wird eine Pho Ba sein, und die werde ich besser recherchieren – versprochen 🙂

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Rösti Zwetschgenkompott


Ich hab irgendwann gelesen, daß es in der Schweiz viele Röstivarianten gibt, die sich nur geringfügig unterscheiden, aber jeweils die “einzig wahre” Variante sein sollen/wollen.

Erinnert ein bißchen an die Kartoffelsalatkriege in Deutschland aber auch in den USA 🙂

Jedenfalls war mir das heute egal. Ich wollte Rösti oder Kartoffelpuffer, aber möglichst ohne vielem anderem im Teig. Dazu sollte es irgendwas mit Zwetschgen geben.

Ich hatte 4 mittelgroße vorwiegend festkochende Kartoffeln geschält und gerieben. Dazu eine Prise Salz, Pfeffer, Muskat, eine halbe fein gehackte Zwiebel und einen gehäuften El Mehl.

Alles gut durchgemischt und mittels eines Rings in die Pfanne gegeben. Bei hoher Hitze auf beiden Seiten anbraten, dann 20 Minuten im Ofen fertiggaren.

Für das Kompott nahm ich 6 Zwetschgen, wusch und entsteinte sie und gab sie in eine heisse Sauteuse, in der Zucker dabei war zu karamelisieren.

Die Früchte gaben erst ihr Wasser ab, dann kam ein Achtel Rotwein dazu, der Rest vom Tempranillo.

Aus dem Gift Gewürzschrank nahm ich drei Zinken eines Sternanis, ein Streifen Macis, eine halbe Zimtstange und 10 Szechuanpfefferkörner und gab sie zur Zwetschgenmischung dazu.

Nach etwa 20 Minuten bei mittlerer Hitze waren die Früchte soweit zerfallen und die Gewürze hatten ihren Einfluß schon geltend gemacht. Ich hab abgeschmeckt und nochmal einen El Zucker dazugegeben.

Jetzt mußte nur noch der Rest der Flüssigkeit verdampfen.

 

Zusammen angerichtet sah es zwar nicht so elegant aus, dafür schmeckte es umso besser 🙂

 

 

 

Kartoffelpuffer Zwetschgenkompott 2

 

Kartoffelpuffer Zwetschgenkompott 3

Spare ribs Paprikagemüse Paprikatunke


Es war ein warmer Tag, der mich auf Gedanken brachte, die mit grillen zu tun haben. Schälrippen (Spare ribs) hatten wir dieses Jahr auch noch nicht, aber auch keine Zeit, sie aufwendig selbst zu marinieren.

Ich entschloss mich dann, die einzel marinierten und verpackten aus dem ALDI zu probieren. Ich hab die ribs bei 150 Grad in den Ofen geschoben, in der Hoffnung, daß sie nicht zu sehr austrocknen (normalerweise siede ich die Rippen 30 Minuten im Wasser, bevor ich die Sauce draufgebe und sie im Herd oder auf dem Grill überbacke…).

Sie waren etwas mehr als eine Stunde im Ofen, nicht so zart wie bei der anderen Zubereitungsart, aber durchaus genießbar. Was mich allerdings irritiert hat, war die Würzmischung, die die Rippe bekommen hatte. Es waren asiatische Kombinationen dabei, die ich nicht unbedingt mit Barbeque verbinde, wie zum Beispiel dem Sternanis, der Nelke und dem Kardamom.

Dazu hab ich zwei Paprikas in Streifen geschnitten, angebraten, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Pimenton de la Vera gewürzt und sie, als sie weich waren zur Seite gestellt.

Für das Fleisch hab ich 2 rote Paprikas in kleine Stücke geschnitten, mit roter Zwiebel und Knoblauch angebraten und, als es zart war, mit Olivenöl zu einem Püree gemixt. Da gab es noch 3 sehr scharfe Peperocini dazu. Das hat gut zum Fleisch gepasst. Frau B. war es ein Tick zu scharf (oder besser gesagt, die falsche Art von Schärfe). Die Tunke hab ich leider vergessen zu fotografieren.

Spare-Ribs-Paprikagemüse-2