Rind grüne Bohnen Paprika Kartoffeln


Heute war ich bei Zorn und kaufte ein halbes Bürgermeisterstück (530 g). Der Plan war grüne Bohnen, die ich letzte Woche auf dem Markt kaufte, zusammen mit einer roten Paprika, einigen Champignonvierteln und Kartoffeln zu einem Eintopf zusammenzufügen.

Nachdem ich alles Gemüse zuerst geputzt und portioniert hatte, briet ich das in Stücke von 2 cm Kantenlänge zerteilte Bürgermeisterstück an, wobei ich vorher 2 kleingeschnittene Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen zuerst angehen liess.

Nachdem das Fleisch etwas Farbe genommen hatte, gab ich etwa 5 cm Tomatenmark hinein und liess es ein paar Minuten mit anschwitzen. Etwas Port löste die Röststoffe, einen kleinen Schluck Rotwein hatte ich auch noch, aber dann füllte ich mit Rinderfond auf. Ich gab 3 Zweige frischen Thymian und einen frischen jungen Zweig Rosmarin und ein Lorbeerblatt dazu und köchelte das Gulasch? 90 Minuten. Dann gab ich alle Gemüse für 25 Minuten dazu.

Dazwischen hatte ich etwas Mehlbutter hergestellt, die ich jetzt dem Eintopf unterrührte, um eine Bindung zu bekommen. Natürlich schmeckt mit Butter auch alles besser 🙂

Nachdem die Mehlbutter für eine bessere Bindung gesorgt hatte, war es soweit.

Ich servierte in einem tiefen Teller, angemessen für einen Eintopf. Ganz zum Schluss gab ich noch ein paar Zitronenzesten dazu, die für Frische sorgten. Sehr lecker!

Kalbsbäckchen Pü Mischgemüse Rotwein-Pilzsauce


Die Bäckchen kaufte ich vor zwei Wochen bei Zorn, hatte aber etwas anderes, das zuerst gemacht werden musste. Also gab ich zwei Einheiten (insgesamt 6 Bäckchen in zwei TK Taschen) erst einmal in den Froster, um heute eins davon aufzutauen.

Dazu gab es ein Kartoffel-Sellerie Püree und eine Gemüsemischung aus dem Ofen: hier schon ein paar Mal gepostet – Rosenkohl, Blumenkohl und Karotten.

Die Bäckchen wurden erst angebraten (pariert waren sie schon), dann nahm ich sie aus dem Topf und gab mittelgross geschnittenes Gemüse, Karotten, Lauch, Selleriewurzel, Zwiebel und Knoblauch dazu, um es dann mit Tomatenmark weiter anzuschwitzen und dann erst mit Port, und anschliessend mit einer halben Flasche Rotwein abzulöschen. Dazu gab ich kurz danach noch einen halben Liter Wasser.

Da mein Ofen immer am Limit heizt, garte ich die Bäckchen im flachen Topf auf dem Herd auf kleinster Einstellung und angewinkeltem Deckel.

Die Bäckchen verbrachten 2 1/2 Stunden im Topf, wahrscheinlich etwas mehr als nötig, aber am Schluss waren sie so zart, dass ich wusste, alles richtig gemacht zu haben.

Das Wintergemüse und die Karotten teilte ich in Stücke einer bestimmten Größe und gab sie mit einem Schuss Olivenöl und Salz in die Ofenhölle. Ich stellte mir die Eieruhr, damit ich immer wieder nachschauen konnte, was das Gemüse so macht.

Für das Kartoffel-Selleriepü schälte ich ein paar mehligkochende Kartoffeln und schnitt sie längs in Viertel, dann gab ich noch kleinere Würfel von der Selleriewurzel dazu und garte sie in Salzwasser, bis sie gar waren. Dann zerdrückte ich sie mit einem Kartoffelstampfer mit einem Stück Butter, etwas Sahne, Salz, Pfeffer und einer Prise Muskat. Zum Pü gab ich noch gehackte Petersilie und auch Schnittlauchröllchen.

Die Sauce wurde nach Ende der Garzeit für die Backen, die ich ausserhalb parkte, abgeseiht und stark eingekocht. Zu diesem Zeitpunkt gab ich die braunen Champignons und auch 5 g getrocknete Steinpilze dazu – wegen des stärkeren Umami. Dann dickte ich die Sauce mit etwas Beurre manié.

Dann gab ich die Bäckchen noch einmal hinein, um sie wieder aufzuwärmen.

Fazit: Superlecker, und zwar alles – die Bäckchen, das Röstgemüse, das durch die Kräuter sehr frische Püree und die sehr leckere Sauce 🙂

Rinderbacke Pappardelle Gemüse


Nachdem ich vor über einer Woche mein Handy ganz schnöde verlor, sollte ein Neues heute per Post kommen. Auf dem Weg von der neuen SIM lag der Metzger Zorn, bei dem ich auch vorbeischaute.

Sie machten halb Urlaub, deshalb gäbe es weniger in der Theke, entschuldigte sich die Fachfrau.  Aber es gab noch ein Rinderbäckchen, ach was sag ich da, eine Rinderbacke von 490 g.

Sie meinte, die schrumpft noch auf eine Portion und sie braucht nur eine Stunde, sie ist so dünn 🙂

Beides hat nicht gestimmt – Morgen gibt es mittags nochmal eine Portion mit göttlicher Sauce, und sie brauchte fast zwei Stunden – ich aß gegen 21:00.

Was soll’s, lecker war es sehr.

Backe in Öl anbraten, beidseitig bräunen, herausnehmen, Zwiebeln und Knoblauch in den Topf, dann 2 El Tomatenmark, anrösten, mit Port oder Sherry ablöschen, mit Rotwein auffüllen (Medoc von Rothschild) frischen Thymian und Rosmarin dazugeben, ein Glas Rindsfond dazu, Hitze reduzieren, Deckel drauf und 90 Minuten köcheln. Ich gab anfangs noch 5 g getrocknete Totentrompeten dazu, die der Sauce noch eine ganz besondere Tiefe verliehen.

Kurz vor Ende gab es 4 Steinchampignons nicht zu dick aufgeschnitten mit in die Sauce. Und ich rieb die Zeste einer Viertel sizilianischen Orange mit in die Sauce – SMAK!

Das Gemüse ist wie fast immer frisch zubereitet und überhaupt nicht experimentierfreudig. Wenn mir nichts einfällt, gibt es Bohnen und Karotten, oder Erbsen und Karotten. Muß ein Kindheitsding sein 🙂

Pappardelle hingegen passen wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge. Obwohl ich gerne zu Kartoffeln tendiere schrien mich die Nudeln aus dem Schrank an: NIMM MICH!

Es gibt kaum etwas Befriedigenderes, als diese tolle Sauce mit dieser fetten Nudel aufzusaugen…

 

 

 

 

 

Entenbrust Lauch-Kartoffelgratin Steinchampignons


Die Entenbrust hatte ich aus einem Supermarkt.

Dazu wollte ich ein Gratin machen, und zwar eines mit Kartoffeln, Lauch und Emmentaler.

Beim Gemüsehändler über die Straße gab es einen sehr erwachsenen Lauch, und kleine Steinchampignons fand ich dort auch.

Gratin:

1 große Kartoffel in dünne Scheiben schneiden, eine (kleine-15cm) Form ausbuttern, die Kartoffel gleichmässig auslegen, salzen, pfeffern und mit Muskat bestäuben. Gerade genug Sahne dazugeben, daß die Kartoffeln halb bedeckt sind. Einen großen Lauch der Länge nach halbieren, in dünne Scheiben schneiden und auf die Kartoffelmischung geben.

Mit Alufolie abdecken und bei 190 C 30 Minuten backen, dann herausnehmen, mit 50 g Schweizer Emmentaler (geraspelt) bedecken und ohne Alu zehn Minuten zurück in den Ofen geben.

Steinchampignons:

Die Stiele kürzen oder abschneiden, je nach Zustand. In einer Pfanne in guter Butter bei langsamer Hitze anbraten, etwa 8-10 Minuten. Eine Zehe Knoblauch und etwas Petersilie kleinhacken.

Kurz vor dem Servieren damit schwenken. Das hat genial geschmeckt! Die Knoblauch-Petersilie war fast wie die Mischung zu Schnecken, und die Konsistenz der Pilze war fest, aber gar. Sehr gut.

Entenbrust:

Die Fetthaut wurde rautenförmig eingeritzt, dann ohne Fett in einer heissen Pfanne ausgelassen. Nachdem die eine Seite Farbe genommen hat, wenden und in den Ofen geben, s.o. 190C für 8 Minuten. Herausnehmen, in ein Stück Alufolie einschlagen und 10 Minuten ruhen lassen. Man sagt immer, daß die Flüssigkeit wieder resorbiert wird, aber das stimmt nicht. Ich nehme den Saft in der Folie und gebe ihn zu der Sauce, um einen volleren Geschmack zu bekommen.

Die Sauce:

1 Schalotte, fein gewürfelt

1 Schluck Cointreau

etwas Weisswein

1/3 Glas Kalbsfond

ein paar Zesten einer ungespritzten Bio-Orange

Saft einer halben Orange

Salz, Pfeffer, ein Spritzer Worcestershire Sauce

etwas Beurre Manier, um die Sauce einzudicken

 

Bei der Sauce schmecke ich immer wieder ab. Auch hab ich die Pfanne, in der die Brust gebraten wurde, genommen und das überschüssige Fett weggekippt und die die Pfanne neu erhitzt und mit dem Fond aus der Sauciere abgelöscht, um etwas mehr Geschmack zu bekommen.

Fazit: Wie man sieht, ist die Brust zwar noch rosa, aber eben gerade noch. Trotzdem war das Fleisch zart und saftig. Die Sauce, die ein Spiel mit der Canard d’Orange Variante war, hat hervorragend zum Gericht gepasst. Mein persönlicher Favorit waren die Champignons und ihre Knoblauch-Petersilienapplikation – ultralecker!

Das Gratin war auch nicht von schlechten Eltern, ganz schnell zusammengeworfen, und durch den Käse herzhaft-interessant.

 

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Schweinebauch Mie Nudeln Paprika Pilze Zwetschgensauce


Schon gestern hatte ich Gemüse, das ich im Wok zubereiten wollte. Heute war ich mir nur nicht sicher, wie ich es machen wollte.

Also hab ich mich für ein Entweder UND Oder entschieden 🙂 Das soll genau heissen, daß ich den Bauch erst in Scheiben schnitt, dann die feste Außenhaut abtrennte, und schließlich in 3 El Sojasauce dunkel, 1 El Austernsauce und ein paar Spritzern Fischsauce eingelegte.

Jetzt nahm ich 6 Zwetschgen, die ich heute mit dem Bauch und den Mie Nudeln kaufte, und gab sie aufgeschnitten in eine Sauteuse. Mit ein wenig Rapsöl briet ich sie an, gab 2 El braunen Zucker und ein gutes Glas Dornfelder rot (ein Geschenk) dazu. Jetzt noch ein Sternanis und ein Spritzer Reisessig dazu und etwa 15 Minuten einköcheln.

Als nächstes kamen die Mie-Nudeln in kochendes Wasser, etwa 4 Minuten, dann wurden sie abgeschreckt und mit etwas Sesamöl geschwenkt, um nicht aneinanderzukleben.

Im Zwischenschritt wurde der Schweinebauch aus der Marinade in den heissen Wok gegeben, wo er sehr scharf angebraten und geschwenkt wurde. Anschließend wurde er kurz zwischengeparkt.

Jetzt schnitt ich Paprika, Frühlingszwiebel und Steinchampignons in Streifen und Scheiben und gab noch eine Thai Chili dazu. Danach wurden sie scharf in Rapsöl und einem Faden Sesamöl angebraten. Nachdem das Gemüse gar war, gab ich die Nudeln dazu und mischte die Zutaten gut und richtete das schon auf einem Teller an.

Letzter Schritt: Bauch schnell wieder erwärmen, von der inzwischen relativ homogenen darübergeben und schwenken und zu Gemüse und Nudeln legen.

Fazit: Entweder UND Oder ist nicht das schlechteste Konzept 🙂

Einerseits ist die Soja -Fisch-Austernsaucenmischung bekannt und irgendwie klassisch (jedenfalls hier, und von einem Asien Dilettant hergestellt), aber die Pflaumensauce, die auch asiatische Anklänge durch den Sternanis und den Reisessig hat, riss einen willkommenen Graben mitten durch den Teller. Hier Umami satt, sogar mit Nudeln (nächstes Mal mit japanischen Soba-Nudeln),

dort die sehr reizvolle Kombination Fleisch, Frucht, Süße, Säure, Salz. Ich bin vielleicht ein westlicher Barbar, aber mir hat es sehr gut geschmeckt. Ich weiss nicht, wie es in China oder anderen asiatischen Ländern gemacht worden wäre, wahrscheinlich in mehreren Gerichten. Tring? Wie geht das in China?

Aber egal ob in einem oder mehreren Gerichten – sehr zu empfehlen 🙂

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 1

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 2

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 3

Omelette Kerbel Spargel Champignons


Ein Omelette ist für mich normalerweise eine der leichtesten Übungen. Als Kind und Jugendlicher hab ich mehrmals die Woche Omelettes zum Frühstück gemacht, in denen alles drin war außer „the kitchen sink“, wie man im Englischen zu sagen pflegt. Ich habe genügend Übung, eine Le Creuset Pfanne mit genau der richtigen Größe und alle Zutaten vorbereitet.

ABER ich habe Induktion als neue Spielart und bin noch nicht richtig daran gewöhnt.

Zuerst hab ich die geschnittenen Champignons in die heisse Pfanne gegeben, ohne Fett. Normalerweise geben die dann sofort ihr Wasser ab. Nicht so heute, sie pappen die Pfanne zu. Also geb ich ein Stück Butter dazu, und die Situation entspannt sich. Die Spargel hatte ich vorher mit einem scharfen Gemüsemesser geschält, weil der Sparschäler irgendwo unerreichbar rumliegt. Dann hab ich sie in Salz- und Zuckerwasser gekocht und anschließend abgegossen und beiseite gestellt.

Nachdem die Champignons gar waren, wurden sie zwischengeparkt und die Pfanne erst wieder im Bad gespült. Jetzt dachte ich, ich mach was Kluges und stell die Temperatur tiefer als gewöhnlich und hab vielleicht auch ein bißchen an der Butter gespart. Aber wenn die Butter heiss genug ist, wird sie zum Schutzfilm, damit sich das Ei nicht mit der Pfanne verbinden kann. Dafür war die Pfanne aber nicht heiss genug. Ich hatte 2 Bio-Eier aufgeschlagen, verquirlt und eine Menge Kerbel gehackt und untergeschlagen. Als ich die Eimasse in die Pfanne von 800 W gab, sah ich schon, was sich abzeichnete.Ich hab dann versucht, die Eimasse mit einem Wender hin- und herzuschieben, in der Hoffnung, daß die größere Hitze doch noch den Anti-Hafteffekt auslöst, aber wenn einmal der Wurm drin ist… Dafür war jetzt die Pfanne so heiss, daß das Omelette Gefahr lief zu verbrennen. Also ganz schnell erst die Champignons einbetten, die Spargel dazu und versuchen das Omelette zu klappen. Perfekt war es nicht, aber besser als ich erwartet habe.

Dafür hat es sehr gut geschmeckt.

Noch eine Anmerkung zu Omelettes: Wenn man in den 60er Jahren in Deutschland in einem besseren Restaurant oder Hotel, oder gar in Frankreich ein Omelette bestellt hat, sah das ganz anders aus als meins. Ich hab das mal nachgelesen. Es gibt wohl eine Technik, die Eimasse bei sehr niedriger Hitze zu stocken und immer wieder leicht gegen den Stiel zu schlagen, damit das Ei sich ganz leicht in Falten legt. Ebenso ist es verpönt, wenn das Omelette Farbe nimmt. Und es darf innen nicht ganz trocken sein, sondern einen feuchten Kern (was ich zum Beispiel bei Rührei auch immer mache, weil die Eier dadurch viel mehr Geschmack und Körper haben). Unter diesen Gesichtspunkten ist dieses Omelette kein Standardomelette aus der Hotelfachschule, aber ein gutes gefülltes Omelette mit inneren Werten. Der Kerbel passt ausgezeichnet zu Ei, Champignons und Spargel und bildet einen lieblichen Kontrast zu der rustikalen Bräune 🙂

 

Omelette Kerbel Spargel Champignons 1

 

Omelette Kerbel Spargel Champignons 2

Wachtel Kartoffel Bohnen Paprika


Wieder daheim schaute ich im Froster nach, was es denn noch alles gäbe.

Ich fand die fast vergessene Wachtel und legte sie gleich zum Tauen raus. Nachdem sie aufgetaut war, kam sie in einer Form in den Ofen, mit einem Schuss Olivenöl drüber und einer Scheibe Bacon über der Brust, damit sie nicht austrocknet.

Der Ofen war auf 200 C eingestellt, und eine vorwiegend festkochende Kartoffel hatte ich schon geschält und in Würfel geschnitten und dazugegeben.Das blieb etwa 35 Minuten im Ofen.

Die rote Spitzpaprika wurde geputzt und in mundgerechte Stücke geschnitten. Danach dann in Olivenöl langsam angebraten. Ein Topf mit geputzten grünen Bohnen wurde mit gut Salz zum Kochen aufgestellt.Dazwischen schälte und hackte ich eine Schalotte und eine Knoblauchzehe und gab die zur Paprika dazu.

Nachdem die Bohnen gar waren, kamen die dazu. Ich hatte noch Steinchampignons, die auch dazukamen, außerdem gab ich noch zwei Scheiben Bacon in Streifen dazu.

Vor einem halben Leben hab ich viel mit Bacon „verfeinert“, bis mir bedeutet wurde, daß alles ähnlich schmeckt, wenn man ihn überall benutzt. Seitdem benutze ich Bacon nur noch selten, oder aber bei Gelegenheiten, wo er passt (Bacon & Eggs).

Heute aber gab er der Wachtel wie dem Gemüse einen herrlichen Geschmack, wohl auch deswegen, weil ich es mit der Dosis nicht übertrieben habe.

Ich hab mich allerdings entschlossen, die kleinen Wachteln nicht mehr zu kaufen, weil es mehr Arbeit macht, als sich der Geschmack lohnt, und weil wir uns leider von der „wahren“ Art, Wachteln zu essen zu sehr entfernt haben.

Was das soll?

Naja, wer Brillat-Savarin’s „Physiognomie des guten Geschmacks“ je gelesen hat,erinnert sich vielleicht an eine Passage, in der der Protagonist die wahre Art des Wachtelessens beschreibt: Man greift sie bei den Beinchen, schiebt denn ganzen Körper in den Mund und kaut beherzt drauflos, während man die Knöchelchen nach und nach ausspuckt. Schön, nicht?

Brillat-Savarin war Richter im vorrevolutionären Frankreich. Bei solchen Sitten ist es kein Wunder, daß sich der vierte Stand gegen den Adel erhob 😉

Jedenfalls hat es trotz schlanker Wachteln gut geschmeckt. Das Gemüse war sehr lecker!

 

Wachtel Kartoffeln Bohnen Paprika

 

 

Schweinebäckchen Champignons Spätzle


Die Ereignisse überschlagen sich!

Erst nach dem letzten Post wurde mir klar, daß der nächste, also dieser hier, der 600. Post auf diesem Blog ist. Damit ist er etwa so alt wie ich mich manchmal fühle.

Als ich mir dessen bewusst wurde, dachte ich nach, ob es vielleicht etwas besonderes gibt, das ich machen oder mitteilen will, mir fiel aber nix Gscheites dazu ein. Dann fragte ich Außenstehende und bekam Antworten wie: Schreib doch über die beliebtesten Posts nochmal was. Naja, der beliebteste Post ist über ein Lebensmittel, das es hier nur selten und dann teuer (relativ) gibt, nämlich die Cedro Zitrone aus Sizilien. Keine Ahnung warum der Post so populär ist, der Eintrag ist kurz und das Bild nicht besonders. Wen das interessiert, der muß einfach nur oben links auf die Lupe klicken und „Cedro“ eingeben.

Darüber könnte man vielleicht noch ein Wort verlieren. Ich hab ja dieses Endlos-scrollen eingestellt, und manche Mutige sind schon ziemlich weit abgetaucht, aber es geht eben auch mit der Lupe (einfach nur Suchbegriff eingeben und schauen was es da alles an Rezepten gibt), oder auch nach Monat und Jahr suchen. Eine nette Alternative für Leute, die sich mit saisonaler Küche auskennen, weil ich eigentlich sehr häufig marktfrisch koche und die Zutaten sowohl saisonal als auch regional sind. Wenn man also weiß, daß es ab Ende April bis 24. Juni (kann man auch Mal vergessen 🙂 ) Spargel gibt, findet man den ganz bequem in den entsprechenden Monaten der entsprechenden Jahre.

Was aber sonst noch dazwischenkam, war eine Nominierung (die 2.) für den Liebster Award von Cornelia, die den schönen Blog Kaffee und Kekse betreibt.

Ich hatte mich zwar schon das letzte Mal mit Nominierungen schwergetan, versuch es aber nochmals (aber nicht heute), weil ich die Fragen interessant finde.

Stattdessen kam ich heute nach langer Arbeit ziemlich abgekämpft nach Hause und hatte Hunger. Ein Blick in die Tiefkühltruhe und ich wußte, daß es heute die Bäckchen sein müssen. Ganz langsam erhitzt, mit einer Portion Spätzle und frischen Steinchampignons dazu – herrlich.

Wer wissen will wie das Rezept geht, sucht mit der Lupe nach Schweinsbäckchen, da ist das erste Rezept gepostet 😉

 

Schweinebäckchen Champignons Spätzle 1

 

Schweinebäckchen Champignons Spätzle2

Burger Zwiebeln Champignons Bleu de Auvergne Salat


Manchmal steige ich in die Niederungen der Populärküche hinab, quasi ein Abstecher im Micky Dee’s oder dem BK für ältere Herren 😉

Ich kann meine Herkunft eben nicht dauerhaft verbergen, und die ist auf der anderen Seite des großen Teiches zu finden. Ich hab auch nichts gegen manche Auswüchse dieser Kultur, mein großes Problem damit hab ich mit der durchschnittlichen Qualität dessen, was man üblicherweise serviert bekommt. Also ess ich nicht mehr einschlägig, sondern koch es mir selbst.

Dabei bleibt nicht aus, Varianten auszuprobieren, die auch viel Geschmack haben (jenseits von Ketchup und Mayo), und etwas seltener und exotischer daherkommen.

So dieser Burger. Gemacht aus reinem Rindfleisch (gerade mal 125 g), vervollständigt mit 5 blättrig geschnittenen und in Butter scharf angebratenen Steinchampignons und langsam in Olivenöl geschmorten Zwiebeln mit einem Stück Bleu de Auvergne darauf.

Daneben gab es eine Hälfte Romanosalat, mit Salz, Olivenöl und Balsamico.

Ich hab das Ketchup nicht vermisst, das Labberbrötchen auch nicht. Stattdessen ein Superlativ: Durch den Bleu (wahrscheinlich auch andere Blauschimmelkäse wie Gorgonzola oder Roquefort) war der Burger sensationell! Irgendwie kein normaler Burger mehr. TRANSFORMATION!

Burger Zwiebel Pilze Bleu de Auvergne 1

 

Burger Zwiebel Pilze Bleu de Auvergne 2

Frikadelle Steinchampignons à la crème Frisée


Auf dem Markt hab ich einen mir neuen Metzger ausprobiert. Der ist auf dem Markt etabliert, nur ich hab noch nichts von ihm gekauft, weil ich eine treue Seele bin, wenn ich mal eine gute Quelle gefunden habe, wie den Metzger Zorn. Zum andern kaufe ich auf dem Markt fast nur Geflügel, Kaninchen und Lamm, weil das von Händlern meines Vertrauens aus einer Hand angeboten wird. Hier wird auch Truthahn oder Pute, Taube, Stubenküken, Enten- und deren Brüste und im November und Dezember natürlich auch Gans angeboten. Ab und zu hat der eine Händler, der übrigens auch hervorragende große Bio-Eier hat, auch mal Teile der Ziege oder des Zickleins.

Aber heute wollte ich etwas ganz profanes  und habe 500 g gemischtes Hack gekauft, weil ich schon lange keine hausgemachte (oder andere) Frikadelle mehr gegessen habe.

Das Rezept für die Frikadelle ist auch nichts besonderes, aber es funktioniert:

500 g gemischtes Hack

1 Knoblauchzehe, fein gehackt

1 Schalotte, fein gehackt

1 Bio-Ei

Semmelbrösel   Menge nach Feuchtigkeit-der Teig darf nicht zu trocken und nicht zu feucht sein, damit die Frikadellen gut die Form halten

Salz, Pfeffer

kleingehackte Petersilie

 

Alles mit der Hand verkneten und vier Frikadellen daraus formen, bei mir wogen sie 150 g das stück.

In einer Pfanne Öl erhitzen, Frikadellen scharf anbraten, einmal drehen, damit sie gleichmäßig bräunen, dann wenden und die Hitze auf die Hälfte reduzieren und langsam fertig braten.

Noch einmal wenden und wenn gar, herausnehmen.

 

Für die Champignons hab ich 8 Steinchampignons genommen, die Stiele herausgebrochen und die Pilze in 4 Scheiben geschnitten. Auch eine Schalotte sowie etwas Petersilie wurde kleingehackt.

Die Schalotte wurde erst angebraten, dann kamen bei großer Hitze die Champignons dazu, die ich auch gleich salzte, weil sie dann leichter ihr Wasser abgeben. Nachdem sie schon schön Wasser abgegeben hatten kam noch ein Schluck Weißwein dazu. Der wurde weggekocht, dann kam 1/5 Becher Sahne (25 ml) dazu, der wurde auch noch eingekocht, etwas Salz, Pfeffer, eine Chilischote (die kleinen Thai-Chilis) und Petersilie dazu. Der Chili war ein kleines Exemplar und machte die Pilze pikant, nicht scharf. War sehr gut.

Dann mußte ich nur noch anrichten.

Dazu gab es Friséesalat (und nicht so wenig wie im Bild).

Ich hab die Kohlehydrate wieder nicht vermisst, bin mir aber bewusst, daß es keine niederkalorische Sternstunde war :-).

Trotzdem oder vielleicht deswegen hat es ziemlich gut geschmeckt.

Frikadelle Steinchampignons a la creme 2

Frikadelle Steinchampignons a la creme 1