Owl


Heute zeige ich wieder etwas ganz anderes, aber etwas, was die meisten kennen müssten – im Kindergarten und in der Grundstufe macht man öfter eine Wachsuntermalung und gibt eine zweite Schicht Wachsmalstift- oder Ölpastellkreiden darüber. Dann kann man die obere Schichicht wieder abkratzen. Die Technik nennt sich Sgraffito und kommt eigentlich aus der Wandverzierungstechnik, wird aber auf verwandte Techniken übertragen. Ich hab das schon in der Schulzeit gerne gemacht; es hat was, Verdecktes zu offenbaren, vor allem, wenn es Farben sind, überraschend und ungewöhnlich.

 

Zum Sujet – Meine Mutter sagte ihren Bekannten und Freunden, dass sie Eulen sehr schön fände. Das war, als sie in ihren 30ern war. In ihren 50ern sagte sie mir dann einmal, dass sie soviele Eulen jeder Art geschenkt bekommen hatte, daß sie keine mehr bräuchte 🙂  Es gab in unserem Haushalt tatsächlich jede Menge Eulen, gezeichnet, als Skulptur und sogar als Metallskulptur mit ausgeschnittenen Augen.

Diese hier hab ich zwar gemacht, als sie noch lebte, aber es war eher eine Inspiration oder Idee, die aus unserer gemeinsamen Vergangenheit kam. Darunter sichtbar ist die Doppel-Acht oder auch das Karo in der Mitte, also eine geometrische Figur, die das Skelett der Zeichnung ausmacht.

Die Farbgebung und die Laune (whimsy) sind für mich Ausdruck der 50er Jahre (auch wenn ich sie nur ganz am Rande miterlebt habe). Wenn man die Nachkriegskunst speziell in Europa betrachtet (ich meine die Kunst der späten 40er und 50er Jahre), wird man die disparaten Farben und Formen (the jangling shapes) und andere Veränderungen gegenüber sogar den expressionistischen Ergüssen der 20er und frühen 30er Jahren bemerken.

Ich finde, meine Eule schaut den Betrachter aufmerksam und neugierig an. Die Arbeit durchbricht die Geometrie und schafft eine Verbindung zum Betrachter.

Medium war ein normales Studienblockpapier, Technik war der Auftrag in verschiedenen Schichten von Ölpastellen. Größe kann ich nicht mehr sagen, weil sich das Original nicht mehr in meinem Besitz befindet.

Ich hoffe, die Besitzerin hatte nichts gegen die Veröffentlichung 🙂  Entstehungsjahr ist 1987.