Trichter in Gelb Rot Blau


Heute habe ich noch mal ein Saxofon zum Betrachten ­čÖé

In diesem Bild benutzte ich die Sgraffito-Technik auf umgekehrte Weise. Jeder, der im Kindergarten oder in der Grundschule schon mal Wachsfarben auf ein Papier gebracht hat und dann mit schwarzer Farbe bedeckt und eingeritzt hat, kennt Sgraffito. Bei diesem Bild liegt der Fall anders, und zwar umgekehrt: Zuerst wurde mit Gesso nur ein Teil des Trichters dick grundiert. Der restliche Hintergrund blieb ungrundiert.

W├Ąhrend das Gesso noch nass war, zeichnete ich mit einem Bleistift die Konturen des Horns/Trichters hinein. Man sieht unten am Horn bei der schr├Ągen Straffur, da├č das Gesso vom Bleistift “eingeritzt” wurde. Das Gleiche passierte unten rechts an der Klappe. Somit wurden verschiedene Bildebenen erschaffen. Die des Blattes, die der Farben direkt auf dem Blatt, das dickere Gesso und die Ebene dazwischen, die Einritzungen im Gesso, die n├Ąher am Blatt sind als das unversehrte Gesso. Dar├╝ber hinaus lebt die Arbeit von der Spannung der Farben innerhalb des Raums. Rot und Blau werden von Gelb auseinandergehalten, Wei├č dominiert Schwarz.

 

Die Arbeit wurde mit Gesso, Bleistift und nach der Trocknung, mit Buntstiften eingef├Ąrbt worden. Es ist 29,5×21 cm gro├č und entstand 1989.

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Owl


Heute zeige ich wieder etwas ganz anderes, aber etwas, was die meisten kennen m├╝ssten – im Kindergarten und in der Grundstufe macht man ├Âfter eine Wachsuntermalung und gibt eine zweite Schicht Wachsmalstift- oder ├ľlpastellkreiden dar├╝ber. Dann kann man die obere Schichicht wieder abkratzen. Die Technik nennt sich Sgraffito und kommt eigentlich aus der Wandverzierungstechnik, wird aber auf verwandte Techniken ├╝bertragen. Ich hab das schon in der Schulzeit gerne gemacht; es hat was, Verdecktes zu offenbaren, vor allem, wenn es Farben sind, ├╝berraschend und ungew├Âhnlich.

 

Zum Sujet – Meine Mutter sagte ihren Bekannten und Freunden, dass sie Eulen sehr sch├Ân f├Ąnde. Das war, als sie in ihren 30ern war. In ihren 50ern sagte sie mir dann einmal, dass sie soviele Eulen jeder Art geschenkt bekommen hatte, da├č sie keine mehr br├Ąuchte ­čÖé┬á Es gab in unserem Haushalt tats├Ąchlich jede Menge Eulen, gezeichnet, als Skulptur und sogar als Metallskulptur mit ausgeschnittenen Augen.

Diese hier hab ich zwar gemacht, als sie noch lebte, aber es war eher eine Inspiration oder Idee, die aus unserer gemeinsamen Vergangenheit kam. Darunter sichtbar ist die Doppel-Acht oder auch das Karo in der Mitte, also eine geometrische Figur, die das Skelett der Zeichnung ausmacht.

Die Farbgebung und die Laune (whimsy) sind f├╝r mich Ausdruck der 50er Jahre (auch wenn ich sie nur ganz am Rande miterlebt habe). Wenn man die Nachkriegskunst speziell in Europa betrachtet (ich meine die Kunst der sp├Ąten 40er und 50er Jahre), wird man die disparaten Farben und Formen (the jangling shapes) und andere Ver├Ąnderungen gegen├╝ber sogar den expressionistischen Erg├╝ssen der 20er und fr├╝hen 30er Jahren bemerken.

Ich finde, meine Eule schaut den Betrachter aufmerksam und neugierig an. Die Arbeit durchbricht die Geometrie und schafft eine Verbindung zum Betrachter.

Medium war ein normales Studienblockpapier, Technik war der Auftrag in verschiedenen Schichten von ├ľlpastellen. Gr├Â├če kann ich nicht mehr sagen, weil sich das Original nicht mehr in meinem Besitz befindet.

Ich hoffe, die Besitzerin hatte nichts gegen die Ver├Âffentlichung ­čÖé┬á Entstehungsjahr ist 1987.