Schweinsbäckchen Paccheri Karotten


Heute erwartete ich sehr gern gesehenen Besuch, meinen ältesten Freund H. mit Sohn M. und seiner Mutter. H. und ich sind zusammen in die Grundschule gegangen und haben uns danach nie aus den Augen verloren.

Jedenfalls war der Besuch es wert, irgendetwas idiotensicher Leckeres zu machen, das aber auch nicht zu arbeitsaufwendig ist.

Wie es der Zufall wollte, war ich am Abend zuvor in einem Edeka in dem ich schon öfters abgepackte Bäckchen gefunden habe; so auch an dem Tag.

Bäckchen sind vergleichsweise preiswert und ich bekam 12 Stück, also 3 für jeden für runde €10. ein Schnäppchen für 4 Personen.

Auf dem Markt am Samstag holte ich noch Karotten und einen Salat dazu, bei meinem italienischen Supermarkt fand ich die Paccheri von De Cecco, das sind Nudeln die eigentlich aussehen wie auseinandergeschnittene Tintenfischtuben. Ich hab sie deswegen gekauft, weil der Markt an dem Tag keine Pappardelle hatte.

Da ich ja jetzt eine offene Küche habe, dachte ich es wäre bequem sich beim Arbeiten zu unterhalten, aber kaum stand ich auf, hatte ich schon 2 Helfer, die sich um die Insel scharten! Das funktioniert echt gut…

Die Bäckchen:

1 Zwiebel schälen und kleinschneiden, 1 Knoblauchzehe ebenso.

In einem Topf zuerst die ersten 6 Bäckchen scharf anbraten, die dann herausnehmen und die zweiten 6 anbraten. Jetzt das Fleisch entfernen, einen guten El Tomatenmark dazugeben, anrösten und mit einer knappen halben Flasche Dornfelder Merlot ablöschen (ich hatte am Abend zuvor diesen Wein genommen, um die Pflaumen zu Mus zu verarbeiten, mit gutem Ergebnis). Jetzt alles Festgebrannte im Topf mit einem Kochlöffel abkratzen und die Bäckchen wieder in den Topf geben. Sollten sie nicht ganz von der Flüssigkeit bedeckt sein, etwas Wasser dazugeben.

Den Deckel drauf und die Hitze soweit reduzieren, daß die Flüssigkeit nur ab und zu blubbt. Knappe 2 Stunden köcheln (man sieht und fühlt mit dem Löffel, wann sie zart sind). Das geht auch nicht ganz allmählich, sondern wenn der „Schmelz“punkt der Collagene erreicht ist, innerhalb von wenigen Minuten. Bäckchen sind von Collagenstreifen durchzogen, die ab einer bestimmten Temperatur wegschmelzen. Das macht eine super Sauce und ein butterzartes Stück Fleisch.

Als ich den Punkt bemerkte, stellte ich die Hitze ab und schmeckte die Sauce ab. Sie hat wirklich nur ein paar Prisen Salz gebraucht, sonst nichts (ich hab vergessen zu erwähnen, daß ich zu Anfang der Kochzeit 4 Stängel frischen Thymian dazugegeben hatte).

Die Karotten hat mein Assistent M. geschält und mit Kurzhaarfrisur versehen :-). Manche dieser Möhren mußte ich noch abschrägen, sonst hätte ich einen Spargeltopf gebraucht. Zum Kochwasser kam eine Prise Salz, eine Prise Zucker und der Saft einer Orange. Der Assistent hatte vorher die Orange mit einem Zestenreisser entkleidet.

Die Karotten kochten leise vor sich hin, das Nudelwasser kochte und ich konnte endlich auch die Paccheri dazugeben. Auf der Packung stand 12 Minuten für al Dente, 14 Minuten, um sie durchzugaren – es waren mindestens 20 Minuten.

Dann aber konnten wir anrichten und noch frisch gehackte Petersilie auf die wirklich auf den Punkt gegarten Karotten und etwas Orangenzeste auf die Bäckchen zu geben, um die Sauce zu heben.

 

Vorab gab es einen grünen Eichblattsalat mit Tomaten und Heidelbeeren, was bei H. Zweifel aufkommen ließ. Nachdem er die Kombi probiert hatte, meinte er das müßten sie Zuhause auch nachmachen 🙂

 

Schweinsbäckchen Paccheri Karotten Rotweinsauce 1

 

Schweinsbäckchen Paccheri Karotten Rotweinsauce 2

Schweinebäckchen Champignons Spätzle


Die Ereignisse überschlagen sich!

Erst nach dem letzten Post wurde mir klar, daß der nächste, also dieser hier, der 600. Post auf diesem Blog ist. Damit ist er etwa so alt wie ich mich manchmal fühle.

Als ich mir dessen bewusst wurde, dachte ich nach, ob es vielleicht etwas besonderes gibt, das ich machen oder mitteilen will, mir fiel aber nix Gscheites dazu ein. Dann fragte ich Außenstehende und bekam Antworten wie: Schreib doch über die beliebtesten Posts nochmal was. Naja, der beliebteste Post ist über ein Lebensmittel, das es hier nur selten und dann teuer (relativ) gibt, nämlich die Cedro Zitrone aus Sizilien. Keine Ahnung warum der Post so populär ist, der Eintrag ist kurz und das Bild nicht besonders. Wen das interessiert, der muß einfach nur oben links auf die Lupe klicken und „Cedro“ eingeben.

Darüber könnte man vielleicht noch ein Wort verlieren. Ich hab ja dieses Endlos-scrollen eingestellt, und manche Mutige sind schon ziemlich weit abgetaucht, aber es geht eben auch mit der Lupe (einfach nur Suchbegriff eingeben und schauen was es da alles an Rezepten gibt), oder auch nach Monat und Jahr suchen. Eine nette Alternative für Leute, die sich mit saisonaler Küche auskennen, weil ich eigentlich sehr häufig marktfrisch koche und die Zutaten sowohl saisonal als auch regional sind. Wenn man also weiß, daß es ab Ende April bis 24. Juni (kann man auch Mal vergessen 🙂 ) Spargel gibt, findet man den ganz bequem in den entsprechenden Monaten der entsprechenden Jahre.

Was aber sonst noch dazwischenkam, war eine Nominierung (die 2.) für den Liebster Award von Cornelia, die den schönen Blog Kaffee und Kekse betreibt.

Ich hatte mich zwar schon das letzte Mal mit Nominierungen schwergetan, versuch es aber nochmals (aber nicht heute), weil ich die Fragen interessant finde.

Stattdessen kam ich heute nach langer Arbeit ziemlich abgekämpft nach Hause und hatte Hunger. Ein Blick in die Tiefkühltruhe und ich wußte, daß es heute die Bäckchen sein müssen. Ganz langsam erhitzt, mit einer Portion Spätzle und frischen Steinchampignons dazu – herrlich.

Wer wissen will wie das Rezept geht, sucht mit der Lupe nach Schweinsbäckchen, da ist das erste Rezept gepostet 😉

 

Schweinebäckchen Champignons Spätzle 1

 

Schweinebäckchen Champignons Spätzle2

3. Gang- Schweinsbäckchen in Spätburgunder mit Saubohnen und frischen Erbsen


Das Gericht ist einfach und sehr schmackhaft, allerdings sehr arbeits- und zeitintensiv. Die Saubohnen werden zweimal geschält, erst aus der Bohne, dann nach blanchieren aus der Haut, die man ausserdem noch anritzen muß. Die Erbsen müssen auch von ihrer Schote befreit werden, und die Bäckchen müssen pariert werden, wobei die Sehnen das sins, was am schwierigsten zu entfernen war.
Danach werden die Bäckchen im Bräter angebraten, Suppengrün dazu, Tomatenmark, alles Farbe nehmen lassen, mit Sherry oder Port ablöschen, dann eine Flasche Spätburgunder aus dem Badischen dazu und dann mehrere Stunden im Ofen mit Deckel bei 120 C. Ab und zu etwas Wasser nachgiessen. Am Schluß die Sauce noch ein wenig einreduzieren.
Die Saubohnen müssen nur noch erwärmt werden, die Erbsen brauchen höchstens 5 Minuten im Dampf oder im Topf mit fingerhoch Wasser. Dann nur noch Dill drüberstreuen und servieren.
Köstlich!

Schweinebäckchen! (Pork cheeks)


Ich war vor kurzem in einem Supermarkt in der Nähe, der eine riesige Fleischtheke hat, die er auch heftig bewirbt, da sah ich Schweinebäckchen. Ich hab schon davon gehört, gemacht hab ich sie noch nie, auch noch keine vom Kalb. Die Backen sind durchzogen von Fettstreifen und sind natürlich Muskelfleisch, deshalb hab ich sie geschmort. Sie sind wunderbar zart und saftig geworden, mit einem Geschmack fast wie Rind (lag vielleicht an der Sauce). Ich hab sie meinem Schatz zuliebe mit einem Knödel serviert und dazu noch glacierte Karotten und Kaiserschoten gegeben.

Für 3 Portionen
700 g Schweinebäckchen
1 Bund Suppengrün, 2 cm Würfel
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
2 cl Port oder Sherry
375 ml Rotwein
Wasser
Salz Pfeffer

Das Fleisch scharf anbraten, herausnehmen, Tomatenmark und Gemüse anschwitzen, bräunen, zuerst mit Port, dann mit Wein ablöschen. Bäckchen wieder dazugeben, Wasser dazu um Fleisch zu bedecken..Unter dem Siedepunkt halten. 2 Stunden köcheln. Fleisch wieder entfernen, warm stellen, Sauce reduzieren, passieren, abschmecken.

Gemüse putzen, in Wasser kochen, auf den Garpunkt achten. Abschrecken. Bei Karotten ist das nicht so wichtig, bei Kaiserschoten, die nicht abgeschreckt wurden, denkt man sofort ans Militär.
Beim wiedererwärmen ein wenig Butter und eine Prise Zucker in der Pfanne karamelisieren lassen, dann die Karotten und später die Schoten dazu. Den Knödel hab ich diesesmal nicht selbst gemacht.

Die Bäckchen waren sehr lecker, allerdings muß man Schmorfleisch mögen. Mein Schatz mag es nicht, weil sie meint es sei jetzt ganz tot, oder aber es wäre muffig.
Ich dagegen liebe diese Schmorgerichte, sie waren in meiner Kindheit für den Sonntag reserviert und schwammen immer in den unglaublichsten Saucen.