Dinner for One – Schwarzer Heilbutt Garnelen Kartoffelgratin Bete Apfel Salat


Manchmal muß es eben sein – man hat niemanden, den man bekochen könnte, aber Lust zu kochen. Dann ist der Fischhändler gerade 50 Meter entfernt, und der tolle Gemüsemann nebenan. Und es ist Freitag…

Aber eigentlich wollte ich ganz profan Bar-Food machen, nämlich Chicken Wings aus dem Ofen mit selbstgemachter Sauce, Pommes ohne Öl aus dem Ofen und Heim-Krautsalat (Coleslaw).

Aber es hat nicht sollen sein, ich bekam ohne Verrenkungen keine Wings und hab kurzerhand umdisponiert. Kartoffeln und schon vorgekochte Bete hatte ich gerade eingekauft, da ging ich einfach die paar Meter zurück in die besagten Geschäfte.

Der Fischhändler ist immer für eine Überraschung gut, weil sein Angebot täglich wechselt. Aber heute hatte er ein paar schöne Filets vom schwarzen Heilbutt. Darunter eines mit gerade Mal 100g – das nahm ich, und dazu 4 ausgenommene Garnelen, mehr als genug für einen Esser. Im Laden nebenan gab es einen Boskop, Estragon und eine Kelle vorgeschnittenes Gemüse (ein Service für die betagtere Kundschaft, die hier gern einkauft und dadurch weniger Arbeit hat). Halbfeste Kartoffeln hatte ich schon vorher geholt.

Ich hatte viel Zeit, stellte den Fernseher an und schnippelte mich gemächlich zum Abendessen. Es hat richtig gut geschmeckt.

Rote Bete Salat

3 kleine Beten in Stiften, vorgekocht

1 Boskop in Stiften, geschält

2 El Weißweinessig

Saft einer knappen halben Zitrone

ca. 2 El Honig

1 cm Ingwer, gerieben

Salz

Pfeffer

5 Stengel Petersilie kleingehackt

1 Zweig Thymian, angedrückt

 

Vermischen, abschmecken – für mich muß die Süße der Bete einen säuerlichen Ausgleich haben. Sehr erfrischend, trotzdem erdig und durch den Apfel auch knackig.

Dieser Salat ist vegan, wenn man den Honig mit Agavendicksaft oder einem anderen Zucker ersetzt. Ansonsten ist er vegetarisch.

Rote-Bete-Apfel-Salat

Das Kartoffelgratin hab ich als erstes zubereitet, da es eine knappe Stunde im Ofen braucht.

 

Kartoffelgratin

Schale mit Butter und Knoblauch einreiben

Kartoffeln (2 mittlere) in 3mm Scheiben schneiden oder reiben (Mandoline)

6 Flocken Butter

Muskat

Salz

Pfeffer

1/3 Becher Sahne

Mein Förmchen hat einen Deckel, der blieb 40 Minuten drauf, danach hab ich die Hitze von 180 auf 200 Grad erhöht und den Deckel entfernt.

Das Gratin war auch sehr gut und schmeckte nach vielen Kalorien 😉

Diese Beilage war vegetarisch.

Kartoffelgratin

Den Heilbutt hab ich mit Vanillesalz gewürzt ( ein Geschenk der beiden Köche aus dem Pomodoro in Karlsruhe), auch mit Pfeffer, dann hab ich ihn in Butter und Olivenöl bei mittlerer Hitze gegart. Die Garnelen kamen gleichzeitig mit hineien. Pro Seite etwa 3 Minuten. Das Gemüse hab ich auch kurz in Butter geschwenkt.

Die Sauce

400 ml Fischfond aus dem Glas

mit einer Schalotte

2 Nelken

4 Wacholderbeeren

5 Pfefferkörnern

einem Lorbeerblatt

1/3 Topf Sahne

einem Spritzer (Schluck, Karin 😉 ) Noilly Prat

reduzieren, bis noch knapp 100 ml übrig sind.

Diese mit Butter aufmontieren und mit gehacktem Estragon anreichern.

Alles für’s Auge gefällig anrichten, schöne Musik auflegen, vielleicht ’ne Kerze anzünden, und nicht zu schnell essen.

 

Könnte auch mal was für Gäste sein.

Schwarzer-Heilbutt-Estragon-Sahne-Sauce-Garnelen

Freitags gibt’s Fisch


Freitag-Fischtag. Nicht wirklich, aber ich hatte Lust, mal wieder einen mir unbekannten Fisch zu machen.
Ich fand in einem großen Laden mit neuer Fischabteilung ein Filet vom schwarzen Heilbutt.
Hab schon mal gehört, daß der gut ist. Also gekauft, Gemüse dazu und ab nach Hause. Mir schwebte was mit Zucchini, Aubergine und Bulgur vor. Das Bulgur hab ich in kochende Brühe gekippt, Hitze ausgemacht, Deckel drauf und ziehen lassen. Das geht in unter 10 Minuten. Die Zucchini hab ich mit dem Gemüseschäler in Streifen geschnitten und in einer Grillpfanne mit Muster versehen und gesalzen. Die restliche Zucchini gewürfelt und in Olivenöl, Salz, Zitronensaft, Ingwer und Pfeffer angebraten, dann noch Würfel von einer kleineren Tomate dazu und durchgeschwenkt. Diese Mischung unter den Bulgur heben und warmhalten.

Der Aubergine hab ich die Haut mit einem Messer eingestochen, sie dann bei 180 C im Ofen gebacken, etwa 45 Minuten, dann herausnehmen, schälen und pürieren. Dann salzen und würzen. Ich hatte Ras al Hanout, eine nordafrikanische Würzmischung mit der Baba Ganoush (Gewürztes Augerginenpüree) hergestellt wird.

Danach hab ich das Fischfilet in kleinere Portionen geteilt, gewürzt und paniert Mein Schatz steht auf panierten Fisch, und mir scheckt er auch manchmal kräftiger.

Am Schluß mit Hilfe von Ringen die Zucchinistreifen auf die Innenseite des Rings legen, mit Bulgur auffüllen, Ring abstreifen, Auberginenpüree außen herum als Sauce geben, Fisch drauf und fertig!

Es hat schrecklich geschmeckt! Trotz daß ich großzügig gewürzt habe, schmeckte der Fisch nach nichts.
Das Ras al Hanout ist mir ausgerutscht und ließ alles nach Fenchel und Sternanis schmecken. Das einzige, das halbwegs OK war, war der Bulgur, wegen des sauren Anmachens dann doch interessanter als so ohne alles. Was für ein Reinfall! Ich denke dieser Heilbutt ist mal wieder so ein Edelfisch, „der sich mit allen möglichen Saucen anrichten läßt“, wie Seeteufel auch. Nicht meine Präferenz.