Rindssuppe Gemüse


Das Wetter ist komisch und ich habe öfters einfach Lust auf eine Suppe. Da ich kein wirklicher Suppenkasper bin, werfe ich meistens einfach Zutaten zusammen, die nach meiner Meinung passen. Witzig ist dabei, dass Suppen bei mir eher spontan entstehen und ich deshalb fast nie die Suppen ausprobieren kann, die mir richtig gut gefallen. Mein Paradebeispiel ist die berühmte französische Zwiebelsuppe mit überbackener Käsetoastscheibe.

Einmal in Frankreich gegessen, war ich schwer begeistert. ABER die Suppe wird mit selbst angesetzter Rinderbrühe gemacht, natürlich auch mit den Zwiebeln und man darf den Gruyere nicht vergessen. Und diese Vorplanung hab ich mir schon öfters vorgenommen, aber noch nie gemacht.

Diese Suppe hier war einfacher. Ich holte mir ein Pfund Rindfleisch für Suppen, dazu ein Suppengrün, das auch Pastinaken dabei hatte und gab Fleisch und Suppengemüse zusammen für eine Stunde in einen Drucktopf, nicht bevor ich 2 Zwiebeln auseinander geschnitten hatte und ihre Mitten kräftig am Topfboden schwarz werden liess. Das und später die Bete sorgten für eine schön kräftige und appetitliche Farbe.

Ich liess die Suppe über Nacht abkühlen, seihte sie ab (warf das Gemüse weg und behielt das Fleisch) und stellte sie kalt. Heute gab ich 2 festkochende Kartoffeln dazu, 2 grosse Karotten, eine Handvoll grüne Bohnen und am Schluss eine grosse vorgekochte rote Bete. Thymian und ein wenig Rosmarin gab es auch dazu, wobei sowohl Bohnenkraut oder Liebstöckel wie auch Dill gepasst hätten.

Ich musste ordentlich salzen, aber dann kam der Geschmack sehr schön und kräftig heraus. Das Fleisch zerzupfte ich mit den Händen, bevor ich es zurück in die Suppe gab.

Wirklich sehr gut, und auch gerne mit Nudeln oder Reis/Grünkern statt mit Kartoffeln. Und jetzt wo ich weiss, wie leicht eine gute Fleischbrühe gemacht wird – vielleicht klappts dann auch mal mit der Zwiebelsuppe 🙂

Borschtsch


Ich war gerade 4 Tage im hohen Norden, wo die Temperaturen morgens im Keller waren, jetzt bin ich wieder im Land, und die Temperaturen sind tagsüber gerade mal bei 3 C.

Kein Wunder, daß ich Lust auf Winterkost habe. In diesem Fall ist das ein Eintopf. Aber kein typischer Plumpseintopf, sondern eine ukrainisch-russische Suppe mit viel Einlage, wie ein Eintopf eben.

Die Borschtsch hat eine lange Tradition im gesamten osteuropäischen Raum und wird in verschiedenen Varianten gekocht, wobei die Hauptkomponenten bei jeder Variante mit dabei sind.

Diese Komponenten sind zuerst die rote Bete, dann der Weisskohl und die Kartoffeln. Dazu kommen je nach Variante Karotten, Bohnen, Brühe, Zwiebel, Lauch, Speck und Fleisch. Und Dill!

Auf einer russischen Seite sah ich die Mengen fein aufgelistet, da hatte ich meine Variante aber schon im Topf 🙂

Bei mir ging es so:

2 mittelgroße Bete, die ich vorkochte

2 normale Karotten, in schrägen Scheiben

5 kleinere Kartoffeln in Würfeln

1/3 Weisskohl (kleinerer Weisskohl)

2 Romatomaten

1 Suppengrün

300 g Suppenfleisch vom Rind

Weissweinessig

Dill

Creme Fraiche

 

Suppengrün in kleine Teile schneiden, mit dem Rindfleisch am Stück in einen Topf mit kaltem Wasser geben, aufkochen, Hitze reduzieren und 2 Stunden köcheln (Im Original wird das Wasser weggekippt, und der Topf mit neuem Wasser gefüllt).

Bete gesondert weich köcheln

Karotten, Zwiebel, Weisskohl und Kartoffeln in kleine Kuben, Streifen oder Scheiben schneiden

Fleisch nach 2 Stunden herausnehmen, Brühe abseihen, Suppengemüse entfernen

Gemüse dazugeben, Tomaten halbieren und dazugeben und gar kochen

Tomatenhaut herausnehmen

Bete abkühlen, abziehen, würfeln, in die Suppe geben

Fleisch in Scheiben oder Würfel schneiden und dazugeben

kleingehackten Dill dazugeben

3 El Weissweinessig zur Brühe geben, salzen, pfeffern

Eintopf auf die Teller verteilen, mit Creme Fraiche toppen und mit einem Zweig Dill dekorieren

Sie sieht nicht so urtümlich wild wie auf der russischen Seite aus, aber mir gefällt sie und geschmeckt hat sie sehr gut.

Der Essig ist notwendig, weil das Wurzelgemüse eine starke süße Note mit sich bringt. Der Essig gleicht das gut aus.

 

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