Sommerdinner


Kurz vor Ende meines Urlaubs hat es doch noch geklappt mit einem Besuch von Freunden zum Dinner. Natürlich wälzte ich sofort schwere Gedanken, am Ende war es eigentlich ganz einfach.

Ich wollte aufgrund der Hitze nur 2 Gänge anbieten, weil meine Gäste auch gerne Süßigkeiten verschmähen, und ich niemanden zwingen wollte. Außerdem hab ich aus Rücksicht auf gewisse Präferenzen und auch auf Verzichtserklärungen (Kh) manches weggelassen, das ich sonst serviert hätte. Ich hab es allerdings nicht bereut, weil es auch mir gut getan hat, nicht so sehr satt von der Tafel aufzustehen.

Mein erster Gang war ein Salat asiatischer Art:

  • 1 Karotte
  • 1 Mango
  • 1 Avocado
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Tomaten
  • 1 Chili
  • Reisnudeln
  • Koriandergrün
  • Minze

Dazu gab es eine Salatsauce aus:

  • 3 El Sesamöl
  • 1 El Reisessig
  • 1 El Sojasauce
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 cm Ingwer, geraspelt
  • 1 El Honig
  • 1 Frühlingszwiebel
  • Saft einer Limette

Ich bereitete die Salatkomponenten vor, vermischte sie aber nicht, weil Avocado und Mango sehr reif waren und ich keine großeUnordnung im Salat wollte.

Die Reisnudeln wurden in kochendes Wasser gegeben, dann von der Platte gezogen und ein paar Minuten später abgegossen und in kürzere Stücke geschnitten.

Als Beigabe hatte ich 12 Black Tiger Prawns in Bio Qualität geschält und in Knoblauch, Ingwer und Limettenabrieb eingelegt.

Jetzt gab ich die Komponenten des Salats in Suppenteller. Danach briet ich die Prawns schnell von beiden Seiten an. Nachdem sie auf den Tellern drapiert waren, gab es für jeden Teller eine kleine Kelle der Salatsauce. Sie kam sehr gut an 🙂

Zum Hauptgabg bereitete ich Auberginenscheiben vor, indem ich sie zuerst schmal herunterschnitt (4mm), dann salzte und 15 Minuten stehen liess, um ihr Wasser heraus zu ziehen, um sie, frisch abgespült und abgetupft in ganz wenig Öl in einer beschichteten Pfanne so anzubraten daß sie Farbe nehmen. Obwohl das Öl schnell weg war, liess ich mich nicht beirren und gab neue Scheiben in die trockene Pfanne, die immer schneller bräunte, je heisser sie wurde 🙂 Ich brauchte 4 Durchgänge, bis die Scheiben von zwei Früchten verarbeitet waren. Ein Backblech mit Backpapier war gerade groß genug, um alle Scheiben unterzubringen und noch einige Minuten im Ofen zu verbringen um fertig zu garen. Nach etwa 15 Minuten nahm ich die Scheiben heraus und baute Auberginentürmchen aus den Scheiben, einem Klecks Tomatensauce und einer dünnen Scheibe Mozzarella di Bufalo. Zum Schluss gab es Parmesan satt über die Türmchen und ab in den Ofen damit.

Dazu gesellte sich auch ein Stück Tri Tip oder auch Bürgermeisterstück, das ich jetzt schon mehrfach besprochen und verarbeitet habe. Ich wollte aber auch einen meiner Gäste überzeugen.

Hat gut funktioniert. Ich habe wieder mit dem Temperaturfühler gearbeitet, das Fleisch bei 62 C (zwischen Medium und Medium-Rare) herausgenommen und 15 Minuten in Alufolie gewickelt und erst danach aufgeschnitten. Als zweite Beilage gab es noch einen Löffel der Haselnusspesto, die auch ganz hervorragend zum Fleisch gepasst hat.

Meine Gäste waren sehr zufrieden mit den Speisen, was mir natürlich sehr gefallen hat. Insgesamt ein sehr schöner Abend mit guten Freunden !

Koreanische Hackbällchen Mie Nudeln Bohnen


Morgen hat mein Laden Inventur. Alles ist geschlossen, einschliesslich der 5 Möglichkeiten, sich aus dem Fast Food Bereich etwas zu besorgen, um die Mittagszeit vernünftig zu verbringen.

Das Management lud die Angestellten dazu ein, ein Potluck zu veranstalten, d.h. ihr Lieblingsgericht zu kochen und zu teilen. Das machen wir öfter, und mir gefällt das natürlich, aber nicht jeder findet das gut.

Jedenfalls machte ich heute dafür etwa 60 koreanische Hackbällchen, wobei ich meine Zweifel habe, ob es ein Originalrezept ist 🙂  Aber egal, es hat als Grundzutat die koreanische Gochuhuang Paste, eine scharfe Chili Paste, die sehr cremig ist, und auch in den Hackbällchen selbst vorkommt.

Auf 450 g Rinderhackfleisch kommen

2 El Gochuhuang Paste

1/2 Tasse Panko

5 Frühlingszwiebel in dünnen Scheiben

2 Knoblauchzehen

2 El fein gehackter Ingwer

2 Tl Salz

1 Tl Pfeffer

1 Ei

Alles möglichst kurz miteinander verrühren, dann Bällchen davon abdrehen. Wenn alle Bällchen fertig sind, Öl in eine Pfanne (ich=Wok) geben und die Bällchen eher langsam anbraten. Ich hab sie aber zur Sicherheit noch im Herd bei 150 C fertiggegart. Weil ich insgeamt fast 3 Pfund Fleisch verarbeitet habe, brauchte ich 3 Durchgänge.

Die Sauce wird mit 1/3 Tasse Aprikosenkonfitüre und

1 1/2 El Reisessig (japanisch)

1 Tl Sojasauce

Frühlingszwiebeln und gerösteter Sesamsaat gemacht

Die ersten drei Zutaten werden langsam erhitzt und miteinander verrührt. Frühlingszwiebel und Sesam kommen anschliessend drüber.

Nachdem ich 2 Schüsseln voll hatte, wollte ich für den kleinen Hunger auch noch etwas tun und kochte schnell die restlichen Bohnen von vor ein paar Tagen ab und warf ein paar Mie Nudeln ins kochende Wasser.

Innerhalb von 10 Minuten hatte ich eine Mahlzeit, die zwar bestimmt auch nicht authentisch ist, aber bei mir heute Abend zumindest die Illusion gegeben hat 🙂

Und geschmeckt hat es auch!

 

 

 

 

 

Schweinebauch Mie Nudeln Paprika Pilze Zwetschgensauce


Schon gestern hatte ich Gemüse, das ich im Wok zubereiten wollte. Heute war ich mir nur nicht sicher, wie ich es machen wollte.

Also hab ich mich für ein Entweder UND Oder entschieden 🙂 Das soll genau heissen, daß ich den Bauch erst in Scheiben schnitt, dann die feste Außenhaut abtrennte, und schließlich in 3 El Sojasauce dunkel, 1 El Austernsauce und ein paar Spritzern Fischsauce eingelegte.

Jetzt nahm ich 6 Zwetschgen, die ich heute mit dem Bauch und den Mie Nudeln kaufte, und gab sie aufgeschnitten in eine Sauteuse. Mit ein wenig Rapsöl briet ich sie an, gab 2 El braunen Zucker und ein gutes Glas Dornfelder rot (ein Geschenk) dazu. Jetzt noch ein Sternanis und ein Spritzer Reisessig dazu und etwa 15 Minuten einköcheln.

Als nächstes kamen die Mie-Nudeln in kochendes Wasser, etwa 4 Minuten, dann wurden sie abgeschreckt und mit etwas Sesamöl geschwenkt, um nicht aneinanderzukleben.

Im Zwischenschritt wurde der Schweinebauch aus der Marinade in den heissen Wok gegeben, wo er sehr scharf angebraten und geschwenkt wurde. Anschließend wurde er kurz zwischengeparkt.

Jetzt schnitt ich Paprika, Frühlingszwiebel und Steinchampignons in Streifen und Scheiben und gab noch eine Thai Chili dazu. Danach wurden sie scharf in Rapsöl und einem Faden Sesamöl angebraten. Nachdem das Gemüse gar war, gab ich die Nudeln dazu und mischte die Zutaten gut und richtete das schon auf einem Teller an.

Letzter Schritt: Bauch schnell wieder erwärmen, von der inzwischen relativ homogenen darübergeben und schwenken und zu Gemüse und Nudeln legen.

Fazit: Entweder UND Oder ist nicht das schlechteste Konzept 🙂

Einerseits ist die Soja -Fisch-Austernsaucenmischung bekannt und irgendwie klassisch (jedenfalls hier, und von einem Asien Dilettant hergestellt), aber die Pflaumensauce, die auch asiatische Anklänge durch den Sternanis und den Reisessig hat, riss einen willkommenen Graben mitten durch den Teller. Hier Umami satt, sogar mit Nudeln (nächstes Mal mit japanischen Soba-Nudeln),

dort die sehr reizvolle Kombination Fleisch, Frucht, Süße, Säure, Salz. Ich bin vielleicht ein westlicher Barbar, aber mir hat es sehr gut geschmeckt. Ich weiss nicht, wie es in China oder anderen asiatischen Ländern gemacht worden wäre, wahrscheinlich in mehreren Gerichten. Tring? Wie geht das in China?

Aber egal ob in einem oder mehreren Gerichten – sehr zu empfehlen 🙂

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 1

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 2

 

Schweinebauch Pflaumen Gemüse Mie Nudeln Soja 3

Burger Ananas Slaw Mayo


Heute hab ich mit der Frage nach dem Abendessen sehr schwer getan. Ich wusste eigentlich schon, was ich an Zutaten und Richtung wollte, aber durch den Tag hindurch kamen mir immer neue Ideen und Variationen in den Sinn. Nicht alle dieser Ideen passten zu den anderen Elementen. Schlussendlich hab ich mich für eine bekannte Darstellungsart entschieden, der des Burgerbrötchens mit Inhalt und Krautsalat.

Burger, Kraut und Mayo sind allerdings anders als gewöhnlich.

Burger:

500 g vom Schweinerücken mit Fettanteil

50 g Baguettebrösel

1 Ei

1 scharfe Chilischote kleingehackt

1 Frühlingszwiebel in feinsten Röllchen

1 fein gehackte Knoblauchzehe

Abrieb einer halben Limette

2 Kaffirlimettenblätter, in feinste Stückchen geschnitten

Daumengroßes Stück Ingwer geraspelt

1 El helle Sojasauce

1 El dunkle Sojasauce

 

Schweinefleisch wolfen, mit allen Zutaten mischen, in 3 Burger formen, ausbraten.

 

Slaw:

1/2 kleiner Kopf Weisskohl auf einer Mandoline fein reiben

2 Knoblauchzehen fein hacken

2 El Zucker

3 Tl Reisessig

3 El Limettensaft

1 El Hoisinsauce

2 El Öl

Pfeffer

Minze

frische Ananasstückchen

 

Alle Zutaten vermischen, mit dem Weißkohl mischen, etwas ziehen lassen. In einem Rezept, das ich als Grundlage nahm, stand statt dem El Hoisinsauce 3 El Ponzusauce, die hatte ich aber nicht. Hat so auch sehr gut geschmeckt! Eine Art asiatischer Krautsalat.

 

Mayo:

1 Eigelb

100 ml Öl (Raps)

2 El Limettensaft

1 Tl Dijonsenf

1 Tl Apfelessig

Cilantro

 

Eigelb mit dem Mixer aufschlagen, Öl zuerst tropfenweise, dann im dünnen Strahl dazugeben. Das war leichter gesagt als getan, und die Mayo lief Gefahr auseinanderzubrechen. Der Tl Dijonsenf half sofort, stärkte die Emulsion. Ich hab nach dem Abschmecken noch den Löffel Apfelessig dazugegeben, außerdem eine kleine Prise Salz. Hat das Ergebnis gut verbessert.

 

Ananas:

frische Ananas geschält

2 Scheiben abgeschnitten, mit einem Locher für Kekse den Innenteil ausgestochen

In Butter auf beiden Seiten angebraten

2 Seiten der Ananas abgeschnitten und in Würfel zerlegt für das Slaw

 

Ursprünglich wollte ich das Brötchen auch noch selbst backen, stellte dann aber fest, das gute Rezepte mit Vorteig und Sauerteigansatz arbeiten, und ich nicht erst morgen essen wollte 🙂

Also hab ich das heute gelassen und stattdessen auf einen English Muffin zurückgegriffen.

 

Fazit:

Es hat gut geschmeckt, das Slaw war sehr gut, vor allem beim kompletten Verzicht auf die übliche Mayo oder Sahne. Der Burger war auch gut, aber ich würde das nächste Mal auf die Sojasauce verzichten, weil sie dem Schweinefleisch seinen Charakter genommen hat, obwohl es eine so geringe Menge war. Die Mayo-Variante war gut (ich hab’s normalerweise nicht so damit), die könnte ich mir sehr gut auch zu großen Garnelen vorstellen. Und – Es war relativ aufwendig dafür, daß man einen solchen Burger in weniger als 10 Minuten niedermetzelt. Aber es sind noch welche da, Slaw gibt es auch noch, der morgige Abend ist gerettet!

 

Burger Ananas Slaw Mayo 1

 

Burger Ananas Slaw Mayo 2

 

Burger Ananas Slaw Mayo 3

Schwein Ananas Aubergine Frühlingszwiebel Reis


Es gibt Reis! Ich hab den chinesischen Restaurantreis gefunden.

Das letzte Mal, das ich in die asiatische Richtung gekocht habe, vergaß ich diesen Reis. Ich denke auch, daß es sich hier um eine Marketing-Aktion für Europa handelt, aber er (der Reis) klebt und ist tatsächlich wie beim Chinesen um die Ecke. Er heißt chinesischer Restaurant-Klebreis.

Ob das wirklich so sein soll müßte man jetzt Tring fragen, die kennt sich damit aus.

Ich hab aber nicht wegen der Reis-Beilage gekocht, sondern weil ich eine frische Ananas für €1.35 bekommen habe, da konnte ich einfach nicht Nein sagen. Bei Zorn hab ich mir dann noch Schnitzelfleisch aus der Oberkeule geben lassen,

Auberginen waren zuhause, wie auch Frühlingszwiebel und die Sojasaucen und Essige.

Das Fleisch:

Hab ich geschnetzelt

Eingelegt in 3 El trockenem Sherry

1 El Reisessig

1 getrocknete Thai-Chili

2 El Sojasauce (hatte nur dunkle)

2 durchgedrückte Knoblauchzehen

1 daumengroßes Stück Ingwer, kleingehackt

Alles vermischen und eine Weile ziehen lassen (15 Minuten)

3 Frühlingszwiebel in 1 cm Stücken

1/2 Aubergine, in  1x2x5cm Stäbchen, gesalzen

Rapsöl und ein El Sesamöl für den Geschmack

Heiß werden lassen, Auberginen abtupfen, anbraten, wenden, wenn sie Farbe genommen haben, auf Küchenkrepp geben, abtropfen lassen

Ananas und Frühlingszwiebel in die heiße Pfanne geben, anbräunen, herausnehmen

Pfanne wieder richtig heiß werden lassen und Fleisch mit Marinade schnell scharf anbraten

Ich hab jetzt Ananas und Auberginen dazugegeben. Der Effekt war, daß die Auberginen nur noch an ihrer Haut zu erkennen waren, Konsistenz hatten sie keine mehr. Dafür haben sie die Sauce bereichert und sämiger gemacht.

In Zukunft würde ich alles dazugeben außer den Auberginen, damit man außer der Ananas noch etwas anderes hat, auf dem man kauen kann.

Es hat gut geschmeckt, wobei (siehe oben) es immer schwer als Nicht-Einheimischer ist in diese Richtung original zu kochen.

Schweinegeschnetzeltes Ananas Aubergine Frühlingszwiebel 2

Schweinegeschnetzeltes Ananas Aubergine Frühlingszwiebel 1