Linsen Kartoffeln Paprika Wurst


Auf dem Nachhauseweg überlegte ich die ganze Zeit, was ich wohl kochen könnte. Das Wetter ist zwar sonnig, aber noch kalt, und es soll so bleiben. Jedenfalls dachte ich kurz an Linsen, die hier mit Spätzle, Kartoffeln und Seiten (Bockwürstchen) serviert werden, aber das ist mir zu Kh lastig, und die üblichen Tellerlinsen sind mir auch zu grob.

Aber ich habe immer einen Vorrat an guten Edellinsen da, wie die Puy Linse, die heute zum Einsatz kam, Berglinsen aus Deutschland, aber auch italienische Berglinsen und auch Albloisa von der Schwäbischen Alb und schliesslich auch Linsen von einem kleinen Hof im Schwarzwald, der auch noch andere interessante Produkte bietet.

Die Puy Linsen sind natürlich der kulinarische Klassiker, schon lange geschützt, in toller Qualität, mit tollem Geschmack und zartem Biss. Es heisst immer, man könnte sie in 20 Minuten bissfest bekommen, bei mir braucht es immer mindestens 45 Minuten oder mehr.

In einem Topf wurden eine Schalotte und eine Knoblauchzehe, beide fein gewiegt, langsam angebraten ohne Farbe zu nehmen. Ich gab die Linsen ohne Salz dazu und füllte sie mit der dreifachen Menge Wasser und kochte sie auf, um die Hitze dann auf Mittel zu stellen. Dazu gab ich eine fein gehackte Karotte. Für das Gemüse im Linsentopf würfelte ich eine weitere Karotte, eine halbe Paprika und 2 Kartoffeln, die ich allesamt etwa 15 Minuten, nachdem die Linsen fast gar waren, hineingab und gar ziehen ließ. Die letzten 5 Minuten gab ich eine Frankfurter rote Wurst dazu, die etwas würziger als eine Bockwurst ist.

Danach würzte ich kräftig mit Salz und Pfeffer. Der Schnittlauch rundete den Teller ab – allerdings sollte es die Teller heißen, weil es mir so gut geschmeckt hat, daß ich einen halben Teller Nachschlag nehmen musste 🙂

Hähnchen Linsen Fregola Sarda Gemüse


Wie gestern schon erwähnt, kaufte ich ein Poulet Jaune Label Rouge von Zorn, dem Metzger meines Vertrauens. Auch ein paar Mal beschrieben, ist das Label Rouge die höchste französische Auszeichnung für Hühner und andere Vögel (Enten, Tauben, Truthähne, Perlhühner, Kapaune, etc.). Ich kenne weltweit keine bessere Auszeichnung. Jedenfalls kann man mit sehr gutem Gewissen ein solches Hähnchen kaufen und auch geniessen. Dieses hier kostete 13,45€ bei einem Kilopreis von 9,95 €. Damit war es auch schwerer als die teilweise sehr leichten Hähnchen der normalen Zucht (der Grund liegt auf der Hand: Normal gezogene Hühnchen leben selten länger als 30 Tage, im Label Rouge Bereich sind es je nach Zucht 80- 100 Tage (Bresse Hühner haben ein Mindestschlachtalter von 4 Monaten).

Jedenfalls schnitt ich das Huhn der Länge nach in die Hälfte und trennte dann noch die Keule von der Brust. In eine schöne Form gebettet, wurden sie mit Salz und Pfeffer gewürzt, dann kamen Rosmarin und Thymian dazu. Zuletzt träufelte ich ein gutes Olivenöl drüber und schob alles bei etwa 170 C in den Ofen. Ich drehte das Hähnchen ein paar Mal und gab nach dem ersten Drehen Knoblauch und Hühnerbrühe dazu. Insgesamt war das Hähnchen etwa 80 Minuten im Ofen.

Dazwischen setzte ich einen Rest Puy Linsen auf den Herd – zuerst nur mit Wasser. In einem zweiten Topf machte ich noch einen Rest, und zwar von Fregola Sarda. Beide Reste waren nicht mehr als eine halbe Handvoll.

Linsen und Fregola hatten verschiedene Garpunkte, wurden aber vor dem Hähnchen fertig. Da ich noch Hühnerbrühe hatte füllte ich beide etwas damit auf, um den Geschmack zu verstärken.

Als Gemüse schnitt ich eine Spitzpaprika und ein paar Breite Bohnen in kleinere Stücke, gab Frühlingszwiebel, Peperoni und Knoblauch dazu und schnitt zwei Tomaten in kleine Stücke. Erst röstete ich das Gemüse an, später gab ich die Tomaten dazu und einen guten Schluck Weißwein, um die Tomaten zu schmelzen. Nach einer Weile war das Gemüse sehr schlotzig und tomatisiert.

Es hat erst komisch ausgesehen – die Fregola in der Mitte über Linsen und Gemüse. Nachdem ich Fregola und Gemüse gemischt habe schmeckte es ziemlich gut. Die Peperoni gaben eine gewisse Schärfe dazu und das Huhn war super saftig.

Bild 3 ist in weiten Teilen unscharf, aber mir gefällt das manchmal, wie ein unbeabsichtigter Bokeh Effekt 🙂

Puy Linsen Bratwurst Kartoffeln Paprika


So ähnlich wurde das Gericht schon einmal gepostet. Ich will aber heute das Augenmerk auf zwei andere Punkte werfen.

  1. Oft hab ich schon überlegt, einen Upgrade oder Redesign der Hülle des Blogs anzugehen. Immer wieder bin ich deshalb wieder davon abgekommen, weil mir meine spontane Idee, das Ganze „heatneat“ (wie ich koche) zu nennen mir eigentlich immer noch gefällt, weil es auch so ist. Ich verstelle mich nicht, manchmal sind die Gerichte ansprechender, manchmal eher nicht, manchmal ein bißchen abgehoben, manchmal bodenständig, usw. Diesen Monat (am Tag nach Weihnachten 2009 war Premiere, also ist Ende des Monats 10 jähriges Jubiläum. Nicht schlecht für einen kleinen Blog, der sich viel Zeit nahm, zu wachsen. Es gab mehrere Jahre keine Likes, keine Kommentare und kaum Leser. Warum? Eigentlich stehe ich Social Media sehr kritisch gegenüber, soll heißen: kein Facebook, kein Twitter, kein Instagram usw. Das beschneidet diejenigen, die schnell schauen und klicken wollen. Trotzdem wächst die Gemeinde und hat etwa 620 Follower, wobei inzwischen fast jeden Tag jemand Neues dazukommt. Ich habe einige Communities, deren Motivation ich nicht nachvollziehen kann, aber sie folgen trotzdem (Vegetarier und Veganer aus Indien, die gerne alles toll finden, egal ob Fleisch oder nicht, egal ob Rind…) So, genug davon.
  2. Der zweite Punkt hat mit dem heutigen Gericht zu tun. Die Bratwürste waren ein Fehlkauf, bei dem ich meine Lesebrille nicht dabei hatte. Sonst hätte ich vielleicht die Worte „Nackte“, „Gschwollene“ oder „Oxford Sausage“ lesen können. Es sind die Würste ohne Pelle. Ich für meinen Teil kann sie gar nicht leiden – sie sind zu weich, haben keinen Knack, werden zu schnell nur lauwarm und sind ganz allgemein zu laff. Heute machte ich die letzten Zwei, und hoffe ich vergreife mich nie wieder 🙂

Die Puy Linsen sind Linsen sind wahrscheinlich die berühmtesten Linsen der Welt (zumindest wenn man frankophil ist…). Sie werden in der Gegend des Massif central, des Mittelgebirges in der Mitte Frankreichs, angebaut, hauptsächlich im Gebiet der Auvergne, eine Gegend, gemacht für Riesen, vulkanisch und sehr aufregend mit vielen Höhen und Tiefen. Von hier kommen auch berühmte Käsesorten wie Cantal und Salers, Fourme d’Ambert, Bleu d’Auvergne und Saint Nectaire. Für Reisende in dieses Gebiet noch der Tipp auf jeden Fall (falls Käseliebhaber) versuchen, ein Stück Vieux Cantal zu ergattern. Eine echte Hartkäsespezialität, die es ausserhalb der Auvergne kaum gibt. Auch mein Affineur, Herr Ruf, der wirklich tolle Käse hat und besorgen kann, musste da passen. Ich hab ein Stück in Avignon 1984 gekauft und nie vergessen. Das ist Käseliebe!

Für die Linsen schnitt ich rote Zwiebel, eine Knoblauchzehe und eine Spitzpaprika in kleine Stücke, briet zuerst alles an, gab dann die Linsen dazu und gab nach und nach 350 ml Hühnerbrühe dazu. Daneben kochte ich ein paar Kartoffeln, die ich vorher in kleine Quader geschnitten hatte. Anschliessend briet ich die Würfel langsam in einer Öl-Butter Mischung an, bis sie schön braun waren. Nachdem die Linsen gar waren (25 Minuten) mischte ich die Kartoffelwürfel unter. Daneben briet ich die „Nackten“ an… Wieviel besser wären feine oder auch grobe Brat- oder Bauernbratwürste gewesen, mit knackiger Pelle – naja das nächste Mal!