Hähnchen Bohnensalat Blauschimmeldressing


Heute hatte ich die Idee eine Variante eines amerikanischen Fast Food Gerichts „langsam“ herzustellen und die schlimmsten Kalorien zu vermeiden. Normalerweise wird das Schimmelkäsedressing zu Buffalo Wings gereicht, einer Zubereitungsweise für Hähnchenflügel in einer gekauften Tabasco ähnlichen Sauce (Pete’s). Dazu gibt es traditionell Selleriestangen.

Ich fand aber mein Lieblingsteil eines Hähnchens, nämlich den Oberschenkel, eigentlich zwei. Ursprünglich dachte ich daran die Oberschenkel nach dem Panieren zu frittieren, aber ich hatte kaum noch Öl im Haus und so entschloss ich mich, sie im Ofen auszubacken.

Für die Panade brauche ich:

  •  2 Hände Paniermehl – Panko ist bestimmt besser
  • 1 gehäufter El Salz, Pfeffer dito
  • 1 El Paprika süss
  • 1 El Cayenne
  • 1 Ei

Das Ei verkleppern, Paniermehl und Gewürze in einen Gefrierbeutel geben, vermischen, Hähnchen durch das Ei ziehen und im verschlossenen Beutel mit der Panade durchschütteln. In eine Pfanne mit 2 Tl Rapsöl geben und in einen Ofen bei 180 C geben. Nach einem Drittel der Zeit wenden. Es tritt dabei auch Hähnchenfett aus, das die Panade tränkt. Trotzdem gibt das Hähnchen mehr Fett ab, als es aufnimmt. Ich liess es etwa 40 Minuten im Herd.

Der Bohnensalat ist ganz einfach: Bohnen putzen, mit Salz kochen, bis sie bissfest sind und kalt abschrecken.

Eine Marinade aus 1,5 El Weissweinessig und 4 El Olivenöl machen, 1 Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein hacken und in die Marinade geben. Salzen und pfeffern und die Bohnen dazugeben. Bis zum Essen kaltstellen.

Für das Blauschimmelkäsedressing:

  • 50 g Bleu d’Auvergne
  • 1 gehäufter El Creme fraiche
  • 1 gehäufter El Mayo (es ist und bleibt ein amerikanisches Rezept)
  • 3 El Milch
  • Saft einer halben Zitrone

Mit einem Mixer durchpürieren, kleine Stücke zulassen.

Die Menge reicht für 4-6 Personen oder für 2 oder mehr Tage.

Es hat Spass gemacht, ein Rezept zu kochen, das normalerweise zu Footballspielen oder ähnlichem serviert wird. Es hat für mein Dafürhalten auch besser geschmeckt als das Original 🙂


Pollo fino Steinpilze Erbsen Karotten


Beim Geflügelhändler auf dem Markt gab es genau ein Päckchen mit Hähnchenoberschenkeln. Nachdem die junge Verkäuferin von ihrer Oma überzeugt wurde, das diese und nicht die Unterschenkel die Pollo fino seien, nahm ich sie mit. Ich mag das Fleisch (im englischen wird bei Geflügel unterschieden zwischen „white“ und „dark“ meat), weil es saftiger bleibt und auch mal etwas länger liegen kann. Brust ist da viel empfindlicher. Außerdem ergibt sich die Gelegenheit, den Schenkel zu füllen, weil die eine Hautseite geöffnet wird, um den Knochen zu entfernen.

Weiterhin gab es an einem Stand, der wirklich schöne Gemüse hat (und auch eine schöne Auswahl an Salaten) schöne Steinpilze. Ja, es ist immer noch Saison! Zumindest in Bayern. Diese hier waren mit €2.90/100g außerdem noch relativ preiswert. Ich durfte mir wieder kleine Exemplare aussuchen, und nahm 5 Stück mit, insgesamt 175 g. Dann sah ich Erbsen und fragte, wo die herkämen, die Saison sei doch eigentlich vorbei. Er erklärte, daß ein paar kleine Bauern in der Pfalz noch einen kleinen Rest ernten konnten, und meinte sie seien (die Schoten) nicht mehr voll ausgebildet, aber er bot mir an, eine zu probieren. Die Erbsen waren wunderbar süß und überhaupt nicht mehlig. Also mußten zwei Hände mit. Zuhause hatte ich noch Bio-Karotten, so kam eszur Neuauflage des beliebtesten Gemüsegemischs 🙂 .

Zuerst wurden 2 der 5 Pilze kleingehackt und mit einer Schalotte und einer halben Knoblauchzehe angeschwitzt, mit Weißwein abgelöscht und eingekocht. Als das Gemisch fast trocken war, hab ich jeweils 2 El auf die offenen Pollo fino Innenseiten gegeben, die ich vorher gesalzen und gepfeffert habe, und die Teile so gut es ging eingerollt. Mit Küchenzwirn wurden sie zusammengebunden. Alle Seiten wurden schön scharf angebraten, danach kamen sie knappe 10 Minuten in einen Ofen der auf 200 C gestellt worden war.

Die restlichen 3 Steinpilze wurden ebenfalls kleingeschnitten und mit einer weiteren zerkleinerten Schalotte und der zweiten Knoblauchhälfte angebraten. Nachdem die Mischung Farbe genommen hatte, kam wieder ein Schluck Weißwein dazu, dann aber auch ein Glas Geflügelfond.  Nach 10 Minuten hab ich einen halben Becher Schlagsahne dazugegeben. Das köchelte noch 5 Minuten, dann hab ich das in den Püriertopf gegeben und ganz fein püriert. Das kam dann wieder zurück auf den Herd um weiter zu reduzieren.

*Flashback*

Ich hab schon ein paarmal erwähnt, daß gutes Kochen in meinem Elternhaus eigentlich nicht angesagt war. Oft kam meine Mutter müde nach Hause und wir schlugen vor, etwas vom kleinen Laden um die Ecke zu holen. Ich mochte die Steinpilzsuppe von Maggi oder Knorr oder von sonstwem…

Die Sauce war zwar wegen der frischen Pilze teurer, hätte aber in ähnlicher Qualität auch mit getrockneten hergestellt werden können. Aber beide sind kein Vergleich zur Tütensuppe – die stinkt vollkommen ab! (If I knew then what I know now)

Jedenfalls war die Sauce der Hammer, den Rest hab ich gleich eingefroren.

Insgesamt ein sehr leckeres Gericht, auch wenn es einigermaßen irritiert, Erbsen Anfang November (frisch) auf dem Teller zu sehen 🙂

 

pollo fino erbsen karotten steinpilze 2

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pollo fino erbsen karotten steinpilze 3

Tajine Hähnchen Wurzelgemüse Kartoffeln


Meine gute Freundin K. und ihr Mann J. haben mir vor kurzem eine sehr schöne Tajine geschenkt, wobei sie aussieht, als wäre sie in Soufflenheim statt in Marocco hergestellt worden.

Sie ist glasiert, innen wie außen und hat oben nicht nur den typischen Becher, sondern im Becher auch ein Loch. K. meinte, daß traditionell eine Tomate draufgesetzt würde, aber ich habe meine Zweifel 🙂  Mein Problem ist, daß das Beiblatt auf holländisch ist, was an sich nicht ganz schwierig ist, aber manche Details doch verdeckt bleiben.

Gewässert habe ich die Tajine, wie auch eingefeuert (sagt man das?). Hat alles auch gut funktioniert.

tajine

Zum Essen:

Meine Schwester, die oft in Marocco war, brachte vor Ewigkeiten nicht nur den Topf und Deckel, sondern auch die Feuerstelle mit und erklärte die grundlegende Funktionsweise des Schmortopfes. Was mir noch im Gedächtis haftet, ist, daß man schichten muß, und das Fleisch nach oben kommt, damit die Säfte über den Rest laufen und ihn aromatisieren.

So hab ich es auch gemacht. Ich hatte Hähnchenschlegel und zwei Oberschenkel, die wurden vorher mit Salz, Pfeffer und Harissa gewürzt und etwa 8 Minuten scharf angebraten, damit sie etwas Farbe nehmen. In der Tajine war in der Reihenfolge 3 El Olivenöl, eine Schicht blanchierte Kartoffeln, etwa 5mm dick, darauf eine Schicht Zwiebeln, dann gestftete Karotten, Petersilienwurzel und Fenchel in Scheiben. Dazu noch blanchierte Bobby Bohnen. Darüber kamen 5 cm kleingehackter Ingwer und zwei feingehackte Knoblauchzehen. Darüber wurden 50 ml warmer Safransud und ein halbes Glas Hühnerfond geleert. Die Hähnchenschenkel oben drauf, dann noch Biozitrone in Scheiben. Dann kam der Deckel drauf und eine kleine Cherrytomate oben auf die Öffnung. Das ganze wurde für fast eine Stunde bei 200 Grad  in den Ofen geschoben. Das Foto stammt von dem Zeitpunkt.

Allerdings hab ich schnell bemerkt, daß manches noch nicht gar war (zum Beispiel die Kartoffeln, die Karotten und die Petersilienwurzeln). Die Bohnen waren nicht ganz durch, das Fleisch aber war super – saftig, durch und aromatisch. Also hab ich in den (sauren) Oberschekel gebissen, den Rest nochmal in den Ofen geschoben und 1 1/2 Stunden später nochmal geschaut. Jetzt war alles sehr gut. Ich stand in der Küche, den Kopf über der Tajine und hab mir die leckeren Gemüseteile herausgeholt. Eigentlich gehört Koriandergrün dazu, aber das mache ich morgen, wenn sich das beim Gemüse auch lohnt.

Fazit: Ich muß mich an die Garzeiten gewöhnen, auch war am Schluß viel mehr Flüssigkeit da als am Anfang d.h. man muss weniger Flüssigkeit dazugeben und eventuell das Loch oben offen halten.

Nichtsdestotrotz hat mich der kleine Backofen überzeugt und ich freue mich, mehr mit ihm anzufangen.

Hähnchen Kartoffeln Karotten Tajine