Stadt Land Fluss


Heute gibt es ein Landschaftsbild, hatten wir ja ein paar Tage nicht. Das Bild entstand im Atelier. Es handelt sich um eine Ansicht des Stadtteils Eutingen, den ich schon mit „Enz bei Eutingen“ darstellte.

Bei diesem Bild ging es um den Ductus, also die Malweise/Technik, die die Arbeit definiert. Alles ist sehr grobschlächtig angelegt. Teilweise sind die Farben mit einem kleinen Spachtel aufgetragen, teilweise war es mein Finger oder auch der Daumen. Es gibt in Eutingen keine Hochhäuser, aber Industrieanlagen wie in ganz Pforzheim. Die stehen mitten in der Stadt und stören niemanden, weil damit wird schliesslich Geld verdient. Die meisten Firmen in Pforzheim haben eine „mittelständische“ Größe, ein weiter Begriff, der zwischen ein paar Mitarbeitern und ein paar Hundert schwankt. Hier sind es im Zweifel immer ein paar weniger, dafür sind sie gut ausgebildet 🙂

Jedenfalls hat die Ansicht Eutingens ein Bild von kleinen Häusern, die unterbrochen wird von großen, gleichförmigen Flächen, das dann die (Metallverarbeitungs)anlagen sind. Hier hab ich mir größere künstlerische Freiheit erlaubt und mehr Gebäude in die Vertikale geschickt, als es in Wirklichkeit gibt. Wichtiger ist eh‘ das Spiel mit Primär-, Sekundär-, und Tertiärfarben, die für mein Gefühl gut und vor allem dynamisch angelegt sind.

Das grün-orange Kreuz im linken Vordergrund, gefolgt von dem rot GELB und Blau und wieder ROT rechts davon – man bräuchte fast keine Stadt darüber, oder?

Aber die gibt es, und die meldet sich, durch die Atmosphäre, in eher getragenen Farben, Mischfarben, Tertiärfarben eben.

Dahinter ein Himmel, unruhig, wolkig, aber noch sommerlich. Der Raps blüht. Die Ernte steht ins Haus.

Der blaue Fluss fließt, wo er immer schon floss.

 

Die Arbeit ist von 2013. Das Maß beträgt 23×31 cm, das Papier ist ein Karton für Mischanwendungen, das Medium ist Acryl.

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Meine andere Leidenschaft


In den letzten Monaten schleppe ich ein Problem mit mir herum, nämlich zu viele Kilos. Die haben sich ganz gemein angeschlichen und mich einfach übermannt.

Jetzt überlegte ich, was ich tun kann, und die Lösung ist ganz einfach: weniger essen!

Nur, was mache ich mit meinem Blog, der mir sehr ans Herz gewachsen ist? Ich blogge inzwischen etwa 5x die Woche und habe einen Teil meines Lebens darauf eingestellt. Vor allem die Abende vor dem Bildschirm würden mir fehlen, dort wo alles zusammenläuft. Ihr müsst wissen, daß ich nie etwas vorbereite, keine Deko, keine vorgeschriebenen Artikel, nichts. Und so mag ich das, auch wenn dadurch manchmal langweilige Einträge entstehen.

Die letzten Tage hab ich darüber intensiver nachgedacht, und mich auch mit ein paar mir wichtigen Menschen besprochen.

Also, dadurch, daß ich das eine (den Kochblog) reduzieren will, gleiche ich die entstehende Blogzeit damit aus, euch von meiner anderen Leidenschaft zu erzählen und euch Exponate zu zeigen.

 

Ich male und gestalte jetzt schon sehr lange und habe eine ziemliche Anzahl an Bildern verschiedener Machart. Die möchte ich euch abwechselnd vorstellen, in der Hoffnung, daß es den Geschmack des Einen oder Anderen trifft. Ich schreibe auch etwas dazu, was, muß ich noch sehen, aber bestimmt, welches Medium verwendet wurde und solche Sachen.

Es würde mich freuen, wenn es von euch möglichst viele Kommentare gibt, damit ich einschätzen kann, wie das ankommt.

Übrigens, ich blogge jetzt im 8. Jahr und gehe eigentlich ganz entspannt ans kochen heran. Bei  der Zurschaustellung meiner Bilder bin ich wieder nervös wie zu meiner ersten Blog-Zeit!

 

Den Anfang macht ein Bild, das sich, um nicht ganz aus dem Rahmen zu fallen (‚Tschuldigung, blöder Witz) um eine Hommage an eine bestimmte Pasta handelt.

Die Vorgeschichte liest sich so: Vor ein paar Jahren hatte ich einen sehr netten Chef, mit dem ich öfters unterwegs war (wir betreuten einige Einzelhandelsläden und Fast-Food-Einrichtungen als Schauwerbegestalter und Drucker/Plakatgestalter). Zu der Zeit bekamen wir den Auftrag, den Pastaladen eines Italieners, der mit meiner Firma einen Vertrag hatte, aufzupimpen.

Meine Idee war, den Laden konzeptuell auf eine Linie zu bringen, mit neuem Türschild, Speisekarten, Thekenkonzept usw.

Mein Chef war damit einverstanden, wie auch die Auftragsgeberin, die für alle Konzessionäre verantwortlich war.

Weil es immer wieder etwas zum Ausmessen gab, fuhren wir öfters um die Mittagszeit dort vorbei, um dann nach getaner Arbeit die Pasta, die dort minimalistisch, aber gut war, zu geniessen.

In den 7-8 Mal, die wir dort zu Tisch waren, hat Jerry (mein Chef) immer nur Farfalle Primavera gegessen 🙂

Als er dann vor einigen Jahren nach Amerika zurückversetzt wurde, wollte ich ihm ein Geschenk mit auf den Weg geben und setzte mich eines Abends an den Ateliertisch.

 

Mir gefallen an den Farfalle ihre organische Formen, die zwischen Gummibärchen und Amöben changieren, die ich in Kontrast zu der strengeren quadratischen Geometrie gesetzt habe. Dabei reflektieren die Farben der Quader die der Frühlingsgemüse.

Das Lila hat mehr die Aufgabe, komplementär zu wirken au das Gelb und so Spannung zu erzeugen. Mit Farbwahl und Design wollte ich die Leichtigkeit des Gerichts, aber auch der Zeit mit Jerry darstellen, die eine wirklich schöne Zeit war.

Zur Technik: Dieses Bild hat als Untergrund ein Bütten, das für Aquarelle gemacht wurde. Ich grundierte es trotzdem mit Gesso, einem Universalgrund für Acryl- und Ölmalerei, weil der Untergrund dadurch weisser und auch steifer wird. Die Farfalle wurden mit Bleistift aufgezeichnet, die Farben sind freihändig aufgetragene Aquarellfarben von Schmincke.

Bildgröße ist A4 flachliegend, Außenmaß des Passepartouts (hier nachempfunden) ist 40×50 cm.

Das Bild entstand 2013 und befindet sich im Besitz des Beschenkten in Roanoke, Virginia 🙂