Hähnchen Bohnensalat Blauschimmeldressing


Heute hatte ich die Idee eine Variante eines amerikanischen Fast Food Gerichts „langsam“ herzustellen und die schlimmsten Kalorien zu vermeiden. Normalerweise wird das Schimmelkäsedressing zu Buffalo Wings gereicht, einer Zubereitungsweise für Hähnchenflügel in einer gekauften Tabasco ähnlichen Sauce (Pete’s). Dazu gibt es traditionell Selleriestangen.

Ich fand aber mein Lieblingsteil eines Hähnchens, nämlich den Oberschenkel, eigentlich zwei. Ursprünglich dachte ich daran die Oberschenkel nach dem Panieren zu frittieren, aber ich hatte kaum noch Öl im Haus und so entschloss ich mich, sie im Ofen auszubacken.

Für die Panade brauche ich:

  •  2 Hände Paniermehl – Panko ist bestimmt besser
  • 1 gehäufter El Salz, Pfeffer dito
  • 1 El Paprika süss
  • 1 El Cayenne
  • 1 Ei

Das Ei verkleppern, Paniermehl und Gewürze in einen Gefrierbeutel geben, vermischen, Hähnchen durch das Ei ziehen und im verschlossenen Beutel mit der Panade durchschütteln. In eine Pfanne mit 2 Tl Rapsöl geben und in einen Ofen bei 180 C geben. Nach einem Drittel der Zeit wenden. Es tritt dabei auch Hähnchenfett aus, das die Panade tränkt. Trotzdem gibt das Hähnchen mehr Fett ab, als es aufnimmt. Ich liess es etwa 40 Minuten im Herd.

Der Bohnensalat ist ganz einfach: Bohnen putzen, mit Salz kochen, bis sie bissfest sind und kalt abschrecken.

Eine Marinade aus 1,5 El Weissweinessig und 4 El Olivenöl machen, 1 Zwiebel und eine Knoblauchzehe fein hacken und in die Marinade geben. Salzen und pfeffern und die Bohnen dazugeben. Bis zum Essen kaltstellen.

Für das Blauschimmelkäsedressing:

  • 50 g Bleu d’Auvergne
  • 1 gehäufter El Creme fraiche
  • 1 gehäufter El Mayo (es ist und bleibt ein amerikanisches Rezept)
  • 3 El Milch
  • Saft einer halben Zitrone

Mit einem Mixer durchpürieren, kleine Stücke zulassen.

Die Menge reicht für 4-6 Personen oder für 2 oder mehr Tage.

Es hat Spass gemacht, ein Rezept zu kochen, das normalerweise zu Footballspielen oder ähnlichem serviert wird. Es hat für mein Dafürhalten auch besser geschmeckt als das Original 🙂


BLT


Ich mag gerne ab und zu ein gutes Sandwich. Nichts gegen belegte Brote, aber alles hat seine Zeit – oder soll man sich ein Club – Belegtes Brot vorstellen oder ein ungetoastetes Toastbrot mit Pfälzer Leberwurst und Gewürzgurke? Besser nicht.
Es gibt allerdings ein paar Sandwiches, die es bei mir aufgrund früher Prägung geschafft haben, in meinen persönlichen Sanwich Olymp zu kommen.

Die unbestrittene Nr.1 ist für mich das BLT Sandwich, oder einfach BLT genannt, ein Sandwich belegt mit Eisbergsalat, Tomaten und Bacon oder Frühstücksspeck.

Die Scheiben Toast werden nicht zu dunkel angetoastet, damit sie beim hineinbeissen auch etwas nachgeben.
Bei uns zuhause wurden beide Seiten mit etwas Mayo eingeschmiert, was die restlichen Komponenten etwas süsser werden lässt.
Heute hab ich auf die obere Seite etwas mittelscharfen Senf gegeben, das hat auch gut geschmeckt.
Dann kommen ein paar Blätter gewaschener und getrockneter Eisbergsalat als nächste Schicht auf den Toast, dann 3-4 dünn geschnittene Scheiben aromatischer Tomate,
und schliesslich 2-3 Scheiben angebratene und abgetropfte Baconscheiben.
Jetzt nochmal 1-2 Tomatenscheiben und etwas Eisbergsalat dazu und nach Bedarf mit einem Zahnstocher oder einem Schaschlikstab fixieren, damit der Teller auch heil beim Esser ankommt.

Ich weiss nicht genau, was mir daran so gut gefällt, aber die Feuchtigkeit und das Aroma der Tomate mit dem Knack des Salats, der Süsse der Mayo und dem Bacon, der so dünn ist, dass er nur über Nase und den Papillen als Fleisch wahrnehmbar ist, aber nicht über die Haptik des Mundes… hinreissend.

Und wenn man einen solchen BLT gegessen hat, steht man auf, schüttelt sich und fühlt sich ganz leicht (auch wenn die Mayo und der Speck ein paar Kalorien haben 🙂 )

Club Sandwich Variation


Bei der Essensplanung bin ich immer sehr spontan und lasse mich gerne von meinem Bauchgefühl leiten. Wobei das nicht genau stimmt, weil der Kopf eigentlich auch oder sogar die führende Rolle spielt. Ich lasse meine Gedanken kreisen, bekomme eine Idee oder eine Lust oder auch Neugier auf etwas bestimmtes und kreise dann wieder, um das Gericht/Essen „einzukreisen“ oder zu definieren. Manchmal interessiert mich der „Klassiker“, manchmal die Variante und manchmal etwas ganz anderes.

Heute kreiste der Berg und gebar… ein Club Sandwich.

Gestern war ich in der Innenstadt bei der Bank, um Geld abzuheben, da fiel mir ein, daß Pforzheim schon vor ein paar Jahren behauptete, eine Online-Stadt zu sein, mit freiem WLAN in der Innenstadt. Da ich erst seit kurzem ein Smartphone besitze (ich hab mein treues altes schlicht verloren) wollte ich das überprüfen: Ich schaltete die WLAN Suchfunktion an und bekam in Sekunden Auskunft über 6 WLAN Verbindungen, alle frei geschaltet! Impressive!

Ich erwähne das nur deshalb, weil ich heute im Laden (auch in Pforzheim) mein Handy herausholte, in der Hoffnung, ich könnte das Club Sandwich googeln, aber dort gab es kein WLAN…

Ich hatte noch im Hinterkopf, daß ein Teil ein BLT ist, also ein Bacon, Lettuce and Tomato Sandwich ist (mein absolutes Lieblings-Sandwich), und daß der zweite Teil mit Hähnchen und Käse zu tun hat.

Ich kaufte Toast, Bacon und Hähnchenbrust ein, Käse hab ich immer daheim, dazu 2 größere Tomaten. Eisbergsalat hatte ich ausnahmsweise auch noch zuhause.

Daheim angekommen googelte ich das Sandwich erst mal, fand aber nur deutsche Rezepte, und die klangen odd/komisch. Zum Beispiel meinte essen&trinken, daß der Käse auf den BLT gehört und das Hähnchenfleisch nackt bleibt – das kann nicht sein; kein Amerikaner würde Käse auf einen BLT geben, der gehört geschmolzen eindeutig auf das Hähnchenfleisch.

Jedenfalls hab ich dann bei Wiki nachgelesen, daß es das Sandwich schon um 1895 gab und es sich leicht verändert hat. Deshalb ist meines auch eine Variation. Die Veränderung betrifft den Hähnchenteil. Heutzutage wird diese Scheibe Toast sehr üppig sowohl mit gekochtem Schinken wie auch mit Putenscheiben belegt und bei Bedarf Käsescheiben zugefügt. Ich finde aber Geflügelwurst langweilig und Pute esse ich nur an Thanksgiving und am 1. Weihnachtsfeiertag, sonst kann mir der Vogel gestohlen bleiben.

Also ersetzte ich den Aufschnitt durch Streifen einer frisch gebratenen Hähnchenbrust, der ich ein Drittel abschnitt und dieses Teil nochmal der Länge nach drittelte. Das gab 3 Scheiben Hähnchen von etwa 5mm, die ich mit Bergkäse (Original: Swiss/Schweizer Emmentaler) belegte und unter einem Deckel zum Schmelzen brachte.

Im Kurzdurchlauf:

3 Scheiben Toast, getoastet

2 El Mayo+2 El Senf (ich nahm den französischen mit den groben Körnern) vermischen

beide Scheiben Toast damit einschmieren

4 Scheiben Bacon langsam auslassen, auf Krepp abtropfen lassen

Ein paar Blätter Eisbergsalat waschen (ich hab ihn geshreddert, anders wäre es leichter gewesen), als erstes auf dem Brot verteilen

Dann 3 Scheiben Tomaten verteilen (Tomaten auch nicht dicker als 5mm schneiden, sonst ist das Sandwich zu hoch)

Dann die Scheiben Bacon verteilen

Jetzt die zweite Toastscheibe mit Mayo+Senf

wieder Salat

und jetzt die drei dünnen warmen Filets mit dem geschmolzenen Käse drauf.

Wenn noch Senf/Mayo da ist, die oberste Scheibe nach unten einschmieren, Einen Holzpflock einschlagen, das Sandwich diagonal aufschneiden, Kiefer aushängen und geniessen!

Saulecker! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Club Sandwich gegessen habe, aber es ist schon eine ganze Weile her.

Ich sollte es abspeichern unter den Gerichten (ergibt mehr als die Summe seiner Teile), die so häufig nicht anzutreffen sind.

 

 

 

 

 

Thunfischsalat Toast Spargel


Es gibt sogar bei mir Tage, an denen ich keine Lust habe groß am Herd zu stehen 🙂

Ich hatte Salat und Tomaten da, außerdem fanden sich noch 4 Stangen grüner Spargel.

Beim Stöbern im Viktualienschrank (das ist der mit den wenigen Dosen, die ich habe) sah ich eine Dose Thunfisch.

 

Thunfischsalat gab es in meiner Kindheit öfters, und aus der Zeit nehme ich die Lieblingszubereitung in die heutige Zeit.

Die amerikanische aufwendige Art hatte diese ekelhaften amerikanisch (also süß eingelegten Gurkenwürfelchen, die dazu noch giftgrün waren.

Nicht nur waren sie vom Aussehen her abstossend, sie veränderten den Thunfisch/Mayo Geschmack mit ihrer süß-säuerlichen Note und störten

das breiige Mundgefühl des Salats mit ungewünschten knackigen Elementen.

Jedenfalls setzte ich durch, daß mein Thunfischsalat rein, fast jungfräulich hergestellt wurde, und genauso mag ich ihn auch heute 🙂

 

Die Spargel wurden langsam in einem El Öl angebraten, das dauerte etwa 10 Minuten.

Der Thunfischsalat wurde nach Gefühl mit Mayonnaise gemischt, wobei ich den Salat nicht zu fett mag.

Danach wurden 2 Toastscheiben getoastet, mit Salat unterlegt und der Salat wurde darauf angerichtet.

Darüber kamen dann die Spargelstangen und am Rand legte ich noch Kirschtomaten und Oliven dazu.

 

Schnell gemacht, und wer es mag, wird damit satt und zufrieden.

 

 

 

 

Peperoni Dillmayo Feta


Das erste Mal wurde diese Vorspeise schon 2010 gepostet. Es war schon sehr nah am Original, hatte aber einen Schönheitsfehler:

Es hat niemand gelesen. Keine Likes, keine Kommentare, nichts. Das war aber zu der Zeit (und noch eine ganze Weile länger) ganz normal.

Der zweite Versuch fand im September 2016 statt, war aber nicht ganz wie im Original, weil ich die großen, häufig in türkischen Märkten zu findenden, langen hellgrünen Paprika benutzte, die leider gar nicht scharf sind. Dieser Versuch brachte immerhin 32 Likes, für die ich ewig dankbar sein werde 🙂

Noch einmal schnell die Vorgeschichte: Es gibt in Karlsruhe-Neureut ein griechisches Lokal, das kurz vor der Jahrtausendwende von 2 Brüdern und der Frau des älteren Bruders eröffnet wurde, das sich schnell zuerst in die Herzen der Stadtteilbewohner und später in ganz viele auswärtige Herzen gespielt hat. Das Essen war gut, aber sicher nicht ungewöhnlich im Vergleich zu anderen griechischen Lokalen.

Aber es gab ein paar Sachen, die waren Bombe (alter Mannheimer Ausdruck 🙂  )

Die Gastfreundschaft und der Service der Brüder war aussergewöhnlich. Sie merkten sich jede Vorliebe, brachten ungefragt Essen oder Getränke an den Tisch (und lagen immer richtig).

Einmal, an einem sehr heißen Abend im Hochsommer brachte der Jüngere der Beiden statt eines Digestifs einen Teller mit Joghurt, Nüssen, Früchten und Honig, und meinte, das würde man in Griechenland an solch heissen Tagen essen (statt Alkohol zu trinken). Die Nachspeise war hervorragend, und man merkte sie kam vom Herzen.

Die letzte Sache, die besonders war, waren die angebratenen Peperoni mit der Dillmayonnaise. Sie machten die Peperoni auf dem Grill, wo sie eine schöne Zeichnung bekamen und schön weich wurden. Wir aßen diese Vorspeise jedes Mal und waren auch relativ oft dort.

Die Ehefrau, die gleichzeitig auch die Hauptköchin war, erklärte mir wie sie sie machte. Ich wäre nie auf Dill gekommen, da sein Aroma durch den Knoblauch verändert worden war.

 

Die Version, die ich heute gemacht habe, ist dem Original sehr ähnlich, nur den Grill mußte ich mit einer Grillpfanne ersetzen, die Temperaturen waren irgendwie noch nix für draussen.

Wenn man keinen griechischen Feinkostladen um die Ecke hat, der garantiert bessere Peperoni anbietet, kann man die Peperoni von Feinkost Dittmann nehmen, die gibt es häufig hier in der Gegend.

Dann auf den Grill mit ihnen, oder eben in die Grillpfanne. Sie sollten aber schon ein wenig Farbe nehmen.

Die Mayo hab ich schnell selbst aufgeschlagen. Letzte Woche hatte ich zwei Eigelbe verloren beim Versuch, eine selbstgeschlagene Mayo herzustellen, daß ich vor lauter Ärger nochmal bei Youtube nachschaute. Und siehe da, sie arbeiten mit Tricks! Der Mensch benutzte ein bißchen Senf, um der Emulsion nachzuhelfen. Weil ich bei diesen Dingen keinen Stolz habe, machte ich es ihm einfach nach – ich werde es nie wieder anders machen 🙂  Ich gab noch eine kleine mit dem Messer verdrückte Knoblauchzehe dazu und schmeckte sie, nachdem sie unter Zugabe von Rapsöl immer fester wurde, mit 2 El Weinessig, Salz, Zucker und Zitronensaft ab. Saulecker! Dazu noch den feingewiegten Dill.

Auf dem Teller hab ich die Peperoni mit Feta angerichtet. War gut, hätte es aber nicht gebraucht.

Ist vielleicht die falsche Jahreszeit, aber das Rezept lohnt sich, zu den Favorites gelegt zu werden.

 

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Silvesteressen 2016


Ganz im Retro-Gefühl gefangen machten wir uns dran einen Hähnchen Shrimp Cocktail herzustellen. Dazu wurde eine Hähnchenbrust in bissgerechte Teile geschnitten und gewürzt. Danach schnell angebraten und beiseite gestellt.Die Shrimps hab ich abgewaschen und zum Hähnchen gegeben.

Jetzt haben wir gemeinsam eine Mayonnaise hergestellt. Ich war froh einen Assistenten zu haben, der mir das Öl ganz langsam zum Eigelb gab. Nach 5 Minuten engagierten Schlagens wurde eine festere Masse daraus, zu der wir Zitronensaft, Salz, Zucker, einen Tl Weißweinessig und einen El Ketchup gaben. Sie schmeckte täuschend echt (es gab dann noch ein bißchen Cayenne drauf, für den Pfiff 🙂  )

Jetzt mischte ich die frisch geschnittene Ananas (etwa ein Drittel davon) unter Fleisch und Shrimps, gab dann eine Dose Mandarinen (wie retro!) dazu und mischte alles durch. Außerdem hab ich noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

In Champagnerschalen auf Salatblättern angerichtet wurde die Sauce darauf napiert und serviert. Unsere älteste Mitstreiterin (die diese Speisen vor über 60 Jahren selbst zubereitete) war begeistert und schwelgte in Erinnerungen.

Ein gelungener Gang zum Auftakt!

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Zur Hauptspeise hatten wir uns auf ein Rinderfilet geeinigt, das mit Cognacrahmsauce mit grünem Pfeffer, grünem Spargel und Herzoginkartoffeln serviert wurde.

Für die Sauce machte ich ein Mirepoix aus Wurzelgemüse, das ich in Öl anbriet und mit Cognac und Rotwein ablöschte. Dazu kam ein Glas Rinderfond. Das alles wurde um die Hälfte reduziert, dann abgesiebt und mit Beurre Manier etwas angedickt. Jetzt kam 1/3 Becher Sahne dazu und ein Glas eingelegter grüner Pfeffer. Es war wahrscheinlich ein bißchen zuviel Pfeffer, aber insgesamt hat es jedem geschmeckt.

Für die Herzoginkartoffeln wurden erst Kartoffeln geschält und in kleineren Stücken gekocht, dann mit Butter und Milch gestampft und mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt.

Dann wurde die Masse in eine Spritztülle gefüllt und auf ein Backpapier aufgespritzt.

Sie wurden mit flüssiger Butter eingepinselt und im Ofen unter dem Grill schnell gebräunt.

Auch dieser Gang wurde gelobt, auch wenn die Herzoginkartoffeln den Aufwand nicht lohnen 🙂

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Der letzte Gang war Crepe Suzette, aber das muß ich nochmal machen, weil ich vergessen habe, davon Fotos zu machen. Aber die waren auch ziemlich gut.

Insgesamt ein schönes Retromenü!

Fish’n’Chips


Als knapp 18-jähriger war ich mit einer Gruppe von über 30 Leuten in den Sommerferien bei einem Schüleraustausch der Partnerstädte Mannheim und Swansea (Wales).

Ein Teil (der offizielle) beinhaltete 4 Tage die Woche jeweils 2 Stunden Englischunterricht und einen tollen Ausflug jeden Mittwoch. Weder das Eine noch das Andere war Strafe, sondern hat, auch wegen der Truppe, viel Spaß gemacht. Nach der Schule haben wir uns als kleine Clique in die Stadt gemacht, um Plattenläden umzuwühlen, abzuhängen und natürlich etwas zu essen.

Unser Lieblingsgift waren Fish’n’Chips Shops.

Ich will jetzt kein Hohelied auf die gute alte Zeit singen. Auch 1975 gab es schon Läden, die die traditionelle Zubereitung schon industrialisiert hatten, aber der überwiegende Teil dieser Läden gab die Portion in Papier (weniger in Zeitung), der Fisch wurde im Haus paniert und frittiert, die Chips waren tatsächlich handgeschnitten, schon wegen der Form.

Und auf der Theke standen kleine Spritzflaschen mit Essig (these strange Brits!). Sie lieben es, Essig auf die Fritten zu träufeln. Aber jeder hat ja eine Macke, und nach 3 Wochen hab ich das auch regelmäßig getan.

Ich hab diese Läden dann in Deutschland richtiggehend vermisst, und Nein, die Nordsee ist kein Ersatz.

 

Ich habe natürlich seitdem schon ein paar Mal Fisch paniert, oder panierten Fisch gegessen, aber heute hatte ich die Idee, eine Dillmayonnaise dazuzumachen.

Dazu ging ich zuerst zu meinem italienischen Fischhändler gegenüber, um zu sehen, was er denn da hätte. Er hatte einige sehr edle Fische da, die wohl schon von Restaurants reserviert waren (Heilbutt, 5 Seezungen), dann noch tollen Sashimi Thun und Schwertfisch, aber sonst gab es nur Fische, die sich nicht so gut für Fish’n’Chips eignen. Aber es gab Loins vom Skrei (der im März das letzte Mal verkauft wird), und der hat die Festigkeit und die Dicke, um paniert werden zu können.

Von dem nahm ich ein Stück mit.

Vom teuren Russen (von dem ich übrigens vor kurzem herausfand, daß er viele gute Gastronomen in Pforzheim beliefert) nahm ich eine Gurke und Dill mit.

Beim Bäcker auf der anderen Seite fragte ich nach Semmelbröseln, die aber nicht da waren. Stattdessen gab es ein Baguette, das ich in dünne Scheiben schnitt und bei 50 C im Ofen trocknete. Dann kam es in meinen Handmixer, der es schnell zerbröselte.

Den Fisch hab ich gewürzt, mehliert, in Ei gewendet und in den Bröseln gedreht. Der kam dann in die Pfanne mit etwas Rapsöl. Kräftig, aber nicht zu heiss von allen Seiten braten.

Die Chips=Pommes hab ich aus einer unglaublichen Pfälzer Kartoffel mit Hilfe eines Pommes-Durchdrückers hergestellt. Das ist nicht das mechanische Gerät, sondern nur eine Art Gitter mit zwei Hilfen an den Seiten, die man auf die Kartoffel drücken kann. Es braucht ein gewisses Quantum Gewalt, aber es funktioniert 🙂

Jedenfalls kamen die Pommes dann bei 190 C Umluft in den Ofen. Das ist meine neue Methode, die richtig gut funktioniert und nicht so lange dauert – etwa 20-25 Minuten.

 

Die Mayo machte ich, indem ich ein Eigelb in eine Stahlschüssel gab und tropfenweise (Raps)öl damit verklepperte, bis die Mayo sich fand. Ich insgesamt vielleicht eine halbe Tasse Öl dazugegeben. Außerdem ein kleiner Schuß Weissweinessig/Zitronensaft, Salz, eine kleine Prise Zucker und fein gehackter Dill.

Die Dillmayonnaise hat sehr gut zum Fisch gepasst, hat der Kombi allerdings ein wenig ihre Hemdsärmeligkeit genommen.

Die Pommes hab ich nature gegessen. 🙂

Mir lief die Zeit davon, und die Gurke wird an einem anderen Tag verspeist.

 

Fish'n'Chips 1

 

Fish'n'Chips 2

 

Dillmayonnaise

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch


Im Laden sah ich ein Päckchen Flusskrebse. Frisch mag ich sie sehr, aber frisch hab ich sie das letzte Mal in Estland gegessen, ein Geschenk eines Nachbarn, der sie aus einem Bach geholt hatte. Die hier sind aus China. Trotzdem hat es mich interessiert, damit etwas zu machen, das mir schon lange im Kopf herumschwirrt.

Meine Mutter liebte (kommerziell gekaufte und tiefgefrorene) Crabcakes. Crabcakes sind Küchlein, die mit Krebsfleisch gemacht werden und nicht mit Flusskrebsfleisch, aber die Süße des Fleischs haben beide gemeinsam. Ich wurde von ihr angesteckt, bekam aber selten einen Krebsburger ab, weil es eine Art „Privat“genuss ihrerseits war.

Aber aus der Zeit nahm ich mit, daß Meeresfrüchte, speziell Krebse, Hummer und Langusten wunderbare Meeresbewohner sind, die ein unvergleichlich süßes Fleisch besitzen.

Für die Crayfish (Crawfish) Patties (Flusskrebsküchlein) hab ich 3 kleine Kartoffeln gar gekocht, leicht abkühlen lassen, durch eine Spätzlepresse gedrückt, dann mit 100 g fein gehacktem Flusskrebsfleisch, einer Schalotte auch fein gewürfelt, Salz und Pfeffer, je einem 1/8 Tl Senfsaat und Selleriesamen (zusammen gemörsert) und einem 1/2 Tl Za’atar vermischt. Dazu kam ein Ei. Danach hab ich die Masse vermischt und festgestellt, daß sie zu feucht war. Also wurden Knödelbrotwürfel zerkleinert und unter die Masse gemischt, bis sie trocken genug war, daraus Küchlein zu formen.

Die wiederum wurden mit weiteren Bröseln paniert. Es gab übrigens 3 Küchlein, was ich für sehr ergiebig halte, wenn man von den 100 g Flusskrebsen ausgeht.

Das Würzen der Masse war übrigens dem Nachlesen eines Rezepts für Krebsküchlein geschuldet, das ich im „Joy of Cooking“ fand (ich hab es schon erwähnt), dem wahrscheinlich wichtigsten amerikanischen Kochbuch, das einige Jahre vor Julia Child’s Büchern auf den Markt kam und heute in 3. Generation von der Familie Rombauer verwaltet wird.

Dort gab es die Anweisung „… nehmen sie entweder Selleriesamen, ODER Zwiebelsaft ODER Schnittlauch…“. Das hab ich beherzigt, bis auf das ODER, und hatte eben noch andere Ideen.

 

Die Spargel hab ich im unteren Drittel geschält, dann zuerst angebraten (auf dem Foto sieht man auch die Abschnitte, die ich wegschneiden musste, damit der Spargel in die Pfanne passt), und mit Wasser abgelöscht – 1 Tasse- als die weggedampft war, war der Spargel gar und bekam noch Salz, Limette und feingehackten Knoblauch zum Schwenken dazu.

Die Avocadomayonnaise hab ich mir -Schande- auch leicht gemacht. Eine frische Avocado, halbiert, von der Schale befreit, in kleine Würfel zerlegt, mit der Gabel zerdrückt, mit Salz und Limettensaft und Pfeffer abgeschmeckt, wurde mit 1 guten EL Mayo aus der Tube (Asche über mein Haupt!) vermischt. Ich hätte sie auch selber machen können, ABER ich hatte eine Tube da, weil ich letzte Woche einer Sandwich-Versuchung nachgegeben habe (BLT).

Jedenfalls war die Mischung Avocado und Mayo ziemlich toll und ich würde es wieder tun, das nächste Mal vielleicht noch mit Cilantro!

Das Küchlein war durch den hohen Füllstoffanteil recht mild, aber die Flusskrebse kamen prima durch und wurden durch die Mayo verstärkt. Der Spargel verschlankte das Gericht und brachte es in Balance (schön gesagt, gell? 😉  )

Für ein paar Mark fuffzich ist das hier etwas, das man nicht jeden Tag isst. Wer aber in der Nähe einen portugiesischen Laden hat, kann sich ein Stück Stockfisch holen und wässern (Bacalhao-Kabeljau) und dann auch so oder ähnlich verarbeiten. Kommt auch ziemlich gut!

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch1

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch2

 

Flusskrebsküchlein Avocadomayonnaise Spargel Knoblauch3

Fried green tomatoes


When I was a teenager, one of the defining books in the kitchen was ‚The Joy of Cooking‘ by Irma Rombauer.

It proved to be a treasure trove of dependable recipes covering just about anything in the kitchen.

I baked more in those days, but skimming through the book I would sometimes be intrigued with recipes I stumbled over.

One such recipe was one for fried green tomatoes, a southern recipe, as I learned from the book.

I thought it was a clever way to use a vegetable that wasn’t going to ripen to its red state anymore and having some at the time, I tried it. Turns out the cooking process softens the tomato, making it palatable, while the tang of the tomato combined with the crunch of the breading makes a very delectable dish.

I only tried it once and was reminded of it when I saw some green tomatoes on the market the other day.

These days its quicker to google things, so I looked up a dozen or so recipes before making them like this.

All the recipes were similar, so take your pick of any you can find out there.

A few green tomatoes, sliced 3/4″ thick

flour

corn meal

1 egg

salt, pepper

chili powder

combine flour and corn meal, about 1:1

dredge both sides in flour

beat egg

coat tomatoes with egg

dredge through flour/meal mix

coat with egg/dredge through flour again

fry over low heat prick for softness

I decided on a little homemade mayonnaise/aioli to accompany the tomatoes.

For this I slowly  added oil to an egg yolk I was beating until it emulsified.

My mayo had a few drops of lemon juice, a pinch of cayenne, garlic and some parsley in it.

Ms. B really liked the tomatoes and had the leftovers the next day.

Crevetten Bärlauchmayonnaise


Wir haben ein paar Tage frei und nutzten das schöne Wetter, um einen Abstecher über die Grenze ins Elsaß zu machen und bei dieser Gelegenheit auch etwas für’s Abendessen einzukaufen. Ich habe noch Bärlauchpesto portioniert eingefroren, und dachte es wäre vielleicht eine gute Idee, mich an einer Bärlauchmayonnaise zu versuchen. Da boten sich die in Frankreich sehr beliebten ungeschälten Crevetten an, die man für wenig Geld bekommt.

Die Mayonnaise hab ich auf die langsame Art gemacht, indem ich Rapsöl zuerst tropfenweise und dann in dünnem Strahl mit einem Eigelb mit einem Schneebesen verklepperte. Als das fertig war hab ich etwa 3 Eßlöffel vom Bärlauchpesto untergerührt. Abgeschmeckt hab ich die Mischung mit Salz, Zitronensaft und Cayenne.

Die Crevetten waren schon vorgekocht, also hab ich sie nur kurz mit einer Knoblauchzehe (schadet ja nicht) geschwenkt und mit Zitronenachteln serviert. Dazu gabs Baguette.

Einfach aber sehr lecker. Die Mayonnaise ist unbedingt zu empfehlen.