Hirschbraten Brokkoli Roher Kloss


Gestern hatte ich Glück. Ich hatte Lust so kurz vor Weihnachten noch einmal Wild zu geniessen, und sah in der Auslage eine Hüfte vom Hirschen. Die war mir zu gross (1300 g), aber die Hälfte nahm ich mit. Ich vergewisserte mich im Netz noch mal über den richtigen Garpunkt, bereitete meinen Temperaturfühler vor und war bereit.

Vorher aber machte ich mich an eine Rotweinsauce, die aus kleingeschnittenem Suppengrün, Tomatenmark, Speckwürfeln, Wacholderbeeren, einem Lorbeerblatt, 2 Pimentbeeren und 2 Nelken bestand und erst stark angeschwitzt, dann bemehlt und mit Sherry abgelöscht und mit Rotwein und Wasser aufgefüllt wurde. Sie durfte eine halbe Stunde einkochen und wurde dann mit einem gehäuften El Preiselbeeren und einem guten El Creme Fraiche verfeinert und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Ich zerteilte einen kleinen Kopf Brokkoli in einzelne Röschen und gab sie in wenig kochendes Wasser um sie mit Deckel zu dämpfen. Das dauerte weniger als 10 Minuten. Danach gab ich die Röschen in ein Sieb und schreckte sie unter kaltem Wasser ab und stellte sie beiseite. Später kamen Mandelsplitter in eine heisse Pfanne, damit sie braun werden, danach gab ich ein Stück Butter in die Pfanne und erwärmte die Röschen darin, bevor ich die Mandelsplitter drüberstreute.

Für die Knödel hatte ich einen Beutel „Rohe Klösse“ gekauft – ich kann sie auch ohne Erleichterung, aber ich war faul und geschmacklich macht es keinen Unterschied – und röstete eine Toastbrotscheibe an, um sie dann in kleine Würfel zu schneiden, und in die zu formenden Knödel zu geben um sie dann in leicht ziehendem Wasser etwa 20 Minuten zu garen. Sie tauchen auf wenn sie fertig sind.

Das Fleisch briet ich an und gab es dann bei 120 C in den Ofen. Der Temperaturfühler warnte mich bei 55 C (rare). Im Netz wurden 60 C angegeben, ich nahm den Braten bei 59 C heraus und liess ihn 10 Minuten stehen während ich den Teller mit dem Rest vorbereitete. Als ich die Hüfte aufschnitt, war sie wunderbar rosa und herrlich zart!

Perfekt zu Fleisch und Beilagen passte auch der Kleks Preiselbeeren, um dem waldigen Wild und fruchtige Note entgegenzusetzen.

Fast ein Weihnachtsessen 🙂


Pflaumenblech


Den Teig zu diesem Kuchen hab ich gekauft, einer dieser Hefeteige zum Ausrollen. Hat jedenfalls Zeit gespart. Es geht gar nicht so sehr ums Zeit sparen, sondern sich zu überwinden, Zeit zu investieren. Bei manchen Teigen bin ich faul 🙂

8 Pflaumen wurden entsteint und in jeweils 10 Scheiben geschnitten und auf den Teig gelegt. In einer Tasse mischte ich ein paar Löffel weissen Zucker, die doppelte Menge braunen Zucker und gab 1 Tl Zimt, 1/4 Tl Piment und 1/4 Tl Nelke dazu. Das wurde über den Pflaumen verteilt. Ausserdem rieb ich noch Orangenzeste drüber.

Alles 25 Minuten bei 175 C gebacken und mit gerösteten Mandelstiften getoppt.

Probiert hab ich ihn noch nicht, aber er sieht schon mal gut aus 🙂

 

pflaumenblechkuchen-1

 

pflaumenblechkuchen-2

 

 

Zwetschgendatschi


Den Titel hab ich aus dem Handbuch Backen von Teubner, der mich schon wieder enttäuscht hat.

Da ich letzte Woche unterwegs war, fiel der Sonntagskuchen aus. Umso mehr freute ich mich heute wieder in den Stall zu kommen und holte am Samstag schon 1,5 kg Zwetschgen, mit denen ich einen Zwetschgenhefeblechkuchen wie aus meiner Kindheit backen wollte. Ich hab auch alle Zutaten für den Teig gekauft und bekam im letzten Augenblick kalte Füsse. Das war, als ich beim Kühlregal stand und einen fertigen Hefeteig sah. Ich wurde schwach und benutzte den, statt meinen selbst zu machen.

Allerdings suchte ich vergeblich in meinem großen Arsenal an überflüssigen Geräten nach einem Zwetschgen-Entsteiner und erfand kurzerhand eine Technik, die Zwetschgen auf- aber nicht durchzuschneiden und quasi der Länge nach zu vierteln, weil das, nach Buch, die Belegerei viel leichter macht.

Das Belegen war wirklich einfach Dank der Technik, die Enttäuschung bezieht sich auf die Mengenangaben für die Streusel, die auf den Kuchen kommen: Das Rezept verlangt 350 g Mehl, 200 g Zucker und 200 g Butter. Ich habe einige Streusel auf meinem Kuchen verteilt und habe bestimmt noch 3/4 der Streuselmasse übrig. Kennt da jemand schnell ein Rezept?

Wenn der Originalteig jemanden interessiert:

500 g Mehl

3/4 Würfel Hefe

1/4 l lauwarme Milch

40 g Butter

1 Ei

50 g Zucker

1/4 Tl Salz

Vorteig zubereiten, gehen lassen, Teig schlagen, wieder gehen lassen, ausrollen, wieder gehen lassen, belegen, backen. Details in einschlägigen Backblogs.

Ach ja-knapp 50 g Mandelstifte gab es auch noch dazu. Die Temperatur betrug 180 C, die Backdauer etwa 35 Minuten.

Übrigens: Der Zwetschgenkuchen meiner Kindheit war einer ohne Streusel. Die Kuchen wurden am Band gebacken, nachmittags, nach dem alle verfügbaren Personen gemeinsam alle Zwetschgenbäume auf einen Rutsch abgeerntet hatten. Die Frauen waren in der Küche, verwandelten diese in eine Backstube und holten ein Blech nach dem anderen aus dem Ofen und verteilten diese an die hungrigen Pflücker. Das Getränk dazu war Caro-Kaffee, ein Übrigbleibsel aus der „Ersatz“-Zeit vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs. Er wird aus Zichorie gemacht (fragt mich nicht, was das genau ist, muß ich erst googeln). Aber Kinder konnten und durften den auch schon trinken, also auch ich. Man fühlte sich gleich auch erwachsen.

Caro-Kaffee gibt es glaub ich immer noch.

 

Zwetschgendatschi 1

 

Zwetschgendatschi 2