Entwurf Landschaft


Das Bild, das ich heute zeige ist ein Entwurf für eine größere Arbeit, das auch realisiert wurde und jetzt in der Pfalz hängt. Es war ein Geschenk zum Geburtstag einer guten Freundin, die mit ihrem Mann sich ein Haus in der Pfalz zu eigen machte. Sie bauten im Grund alles neu auf und man konnte den Fortschritt bei Besuchen bewundern.

Da es aber gemeinsame Wurzeln in Karlsruhe gab und der neue Fokus aber in der Pfalz lag, dachte ich, es könnte lustig sein, eine abstrahierte Ansicht von Karlsruhe zu ihrem Ort zu malen, die dazu noch in drei vertikale Flächen aufgeteilt ist. Wichtig war die erste Trennungslinie einzuarbeiten – den Rhein, der bei Karlsruhe Baden-Württemberg von Rheinland-Pfalz trennt. Danach habe ich die Felder, die dort so typisch sind, angedeutet. Die geometrischen Strukturen stehen für die Dörfer der Gegend und im Hintergrund deuten sich die Pfälzer Berge an.

Dieser Entwurf hat die Größe A3, also 42×29,7 cm und wurde auf einen grundierten Leinenstoff mit Acrylfarben aufgetragen. Von der Ausführung habe ich leider kein Bild, es war aber detailreicher, wenn auch genauso ungegenständlich wie auf diesem Entwurf.

Man kann vielleicht erkennen, daß dieses Bild sich hinter Glas befindet. Es war leider in der kurzen Zeit nicht möglich, es besser zu fotografieren, aber man bekommt einen Eindruck davon.

Das Geschenk hatte letztendlich eine Größe von 100×70 cm.

 

Triptychon


H. aus K., der Besitzer des erwähnten Triptychons fügte sich in sein Schicksal und fotografierte das „Frühwerk“ 🙂

Wie ich schon erwähnte, hatte ich mich mit Tafelbildern beschäftigt und fühlte mich imstande, auch eines zu erschaffen 🙂

Vorher sollte ich erwähnen, daß ich mit einem anderen sehr guten Freund, J. aus R., eine Reise ins nicht allzu ferne Taubertal machte, um auf der Strecke einige Riemenschneider Altäre anzuschauen.

Ich wohnte damals in Heidelberg, dessen kleines Kurpfälzisches Museum auch einen dieser Altäre hatte, der auch Ideengeber für diese Reise war.

Auf der Strecke von Heidelberg nach Rothenburg ob der Tauber, wo auch ein Prachtexemplar steht, gibt es noch einige andere, zum Beispiel in Detwang, direkt zu Füssen Rothenbergs in der Kirche Peter und Paul. Dort sind wir einfach aus Neugier hinein gegangen, ohne irgendetwas zu erwarten, und wurden von einem Riemenschneider Altar überwältigt, der so ganz ungeschützt dort stand. Heute würde der hinter Glas stehen, vermute ich. Wer Riemenschneider nicht kennt: Tilman Riemenschneider war ein Holzschnitzer und Bildhauer der Spätgotik bis Renaissance (1460-1531) und einer der besten seiner Zeit. Die Gewänder sind typisch für die Spätgotik im Faltenwurf stark stilisiert, aber die Gesichter sind wie von Menschen von heute.

Mich hat das jedenfalls stark beeindruckt, unter anderem, weil man so leichtherzig mit dessen Werk umging, als hätte es keinen Wert. Zur gleichen Zeit wurde die Mona Lisa hinter Panzerglas gebracht, weil es einen Anschlag auf sie gegeben hatte.

Aber zurück zum Triptychon. Es gibt einige sehr berühmte Triptychen, auch ein paar moderne. Die meisten haben religiöse Themen, aber ein paar der modernen beschäftigen sich mit anderen Themen: Otto Dix, ein Expressionist beleuchtet den ersten Weltkrieg, andere beleuchten die menschliche Verfassung und ihre Auswirkungen (Oscar Kokoschka – Prometheus Triptychon, und Francis Bacon, der sehr persönliche, verstörende Triptychen malte).

Ich hatte zwar Unterricht, der auch die menschliche Figur wie auch Portraits beinhaltete, aber fühlte mich in diesem Metier nicht firm genug, ein schlüssiges Großbild abzuliefern.

Ich kannte allerdings die Flaschen, die ich dann zu den Hauptdarstellern machte, gut 🙂  Nach einigen Vorzeichnungen und Versuchen entschied ich mich, Flaschen und Gläser allegorisch zu verarbeiten.

Ich will niemanden mit der Interpretation langweilen, es sei nur gesagt, daß die Flaschen für Männer stehen (hört, hört), das Glas für die Frau und jede Paneele einen Ausschnitt aus alltäglichen Lebensverhältnissen darstellt. Daß das mittlere Paneel nur Flaschen zeigt, finde ich immer noch eine akkurate Beschreibung unserer (Streit)Kultur 🙂

Wenn ich heute das Triptychon überarbeiten sollte, würde ich den unruhigen Hintergrund entfernen und ihn einfach grau belassen. Ansonsten gefällt es mir noch ganz gut.

Die Maße hab ich nicht im Kopf, aber es war nicht klein. Es ist auf Leinwand gemalt, es sind Ölfarben. Entstehungsjahr ist 1982-83-84?

 

Mehr Meer


Heute will ich ein großes Bild vorstellen. Zumindest für meine Begriffe 🙂

Ich weiß nicht warum, aber Wasser ist bei mir immer schon ein Thema, sei es als Wasser an sich oder als Lebensraum. Es hat aber weniger damit zu tun, daß ich gerne Fischkundler oder Amphibiker wäre, sondern weil sich der Gedankenraum Wasser/Unterwasser schön für Analogien hergibt.

 

Das Bild besteht aus 5 Leinwänden, die auf eine bemalte Hartfaserplatte montiert wurden. Die beiden vertikalen Paneele haben ein Maß von 90×30 cm.

Die horizontalen Paneele dazwischen sind 60×30 cm groß. Die Leinwand in der Mitte misst 50×20 cm, der Hartfaserrahmen misst 130×100 cm.

Die Leinwände waren kommerziell vorgrundiert. Ich habe Acrylfarben für diese Arbeit verwendet.

 

Auf den ersten Blick entfaltet sich eine Szene über/unter dem Wasser. Es gibt Fische, eine Muräne, ein Jäger in der Mitte, Pflanzen und Steine.

Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man daß manche der Tiere und Steine halb transparent sind oder changieren. Auch findet sich über dem Clownfisch eine seltsame Ornamentik.

Auf der rechten Paneele befindet sich mittig als Streifen von oben nach unten ein weiteres rhythmisches Element. Und in der Mitte ändert sich der Hintergrund zum Schwarz und Fisch und Pflanzen sind in ein Rot-Grün getaucht.

 

Beruflich hab ich mit Grafik zu tun und beschäftige mich viel mit den üblichen Verdächtigen (Illustrator, Photoshop, etc.). Der Auslöser, ein Bild mit zeichnerischen und malerischen Irritationen zu malen, lag darin, daß in einer Unterhaltung die Behauptung aufgestellt wurde, daß gemalte Bilder nicht mehr notwendig und gar überflüssig seien, weil es ja eben Photoshop gäbe.

 

Das Bild will als Persiflage zu den „Fähigkeiten“ Photoshops vestanden werden, wobei eben auch malerische Mittel eingesetzt wurden, die Photoshop in dieser Form nicht leisten kann. Ich habe übrigens zur Herstellung dieses Bildes auch elektronische Hilfsmittel hinzugezogen, wie zum Beispiel einen Plotter (ein Gerät, das Folien zuschneiden kann), der das Muster rechts, eine Art Wellenbewegung, ausschnitt und aus dem ich dann ein Klischee machte. So machte ich auch das Clownfisch-Muster und die Pflanzen in der Mittelpaneele. Die rote Übermalung der Mittelpaneele ist ein Kommentar über die verschiedenen Filter und Ebenen, die bei Photoshop „de rigeur“ sind.

 

Man kann das Bild auch anklicken und sieht es dann etwas größer.