Entwurf Landschaft


Das Bild, das ich heute zeige ist ein Entwurf für eine größere Arbeit, das auch realisiert wurde und jetzt in der Pfalz hängt. Es war ein Geschenk zum Geburtstag einer guten Freundin, die mit ihrem Mann sich ein Haus in der Pfalz zu eigen machte. Sie bauten im Grund alles neu auf und man konnte den Fortschritt bei Besuchen bewundern.

Da es aber gemeinsame Wurzeln in Karlsruhe gab und der neue Fokus aber in der Pfalz lag, dachte ich, es könnte lustig sein, eine abstrahierte Ansicht von Karlsruhe zu ihrem Ort zu malen, die dazu noch in drei vertikale Flächen aufgeteilt ist. Wichtig war die erste Trennungslinie einzuarbeiten – den Rhein, der bei Karlsruhe Baden-Württemberg von Rheinland-Pfalz trennt. Danach habe ich die Felder, die dort so typisch sind, angedeutet. Die geometrischen Strukturen stehen für die Dörfer der Gegend und im Hintergrund deuten sich die Pfälzer Berge an.

Dieser Entwurf hat die Größe A3, also 42×29,7 cm und wurde auf einen grundierten Leinenstoff mit Acrylfarben aufgetragen. Von der Ausführung habe ich leider kein Bild, es war aber detailreicher, wenn auch genauso ungegenständlich wie auf diesem Entwurf.

Man kann vielleicht erkennen, daß dieses Bild sich hinter Glas befindet. Es war leider in der kurzen Zeit nicht möglich, es besser zu fotografieren, aber man bekommt einen Eindruck davon.

Das Geschenk hatte letztendlich eine Größe von 100×70 cm.

 

Dorflandschaft


Dieses Bild reiht sich ein in die linear (auf)gebrochenen Bilder, die ich immer mal wieder gerne mache. Hier ist das Besondere das Papier, das selbst eingefärbt ist.

Es ist Ingres Papier, das normalerweise für Kreide-Pastelle benutzt wird. Der Grund hierfür ist, daß das Papier relativ leicht ist (100g/qm) und deshalb empfindlich auf Nässe reagiert.

Bei Kreide-Pastellen sind das natürlich sehr gute Bedingungen, weil die trocken sind und bleiben. Der gemeinsame Reiz ist, mit dem Grundton des Papiers zu arbeiten.

Dadurch gibt es ganz reizvolle Farb- und Gedankenspiele.

 

 

Die Farbflächen greifen grob ineinander, zeigen gemeinsame Linien auf, die sich zu landschaftlichen Skizzen wandeln und so ein Dorf inmitten einer Pastorale offenbaren. Diverse Türme und Gebäude sind angedeutet, hier in der Gegend wären das jeweils die evangelische und die katholische Kirche und dann noch vielleicht das Gemeindehaus 🙂 …

Die Arbeit hat eine Größe von 29×22,5 cm, das Papier ist ein Ingres-Papier, die Farben sind mit Malmittel verdünnte Acrylfarben.

Das Entstehungsjahr war 1990.

Französische Landschaft


Ich war schon relativ oft in Frankreich. Es ist vielleicht das Land, das ich am meisten mag, außer dem, in dem ich lebe (Schleimwarnung). Da ich es nicht gerne zu heiß mag, bin ich meistens nicht zu weit im Süden zu finden, obwohl es dort natürlich auch schön ist, sondern mehr im Rest. Gegenden, die es mir besonders angetan haben sind das Burgund, das Perigord, die Bretagne, die Normandie und natürlich Paris und die nähere Umgebung. Nicht unerwähnt soll das Elsaß sein, das wird oft vergessen, weil wir direkt vis-a-vis wohnen.

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr genau daran erinnern, wo diese Landschaft lag, aber ich glaube es war die Strecke vom Jura in Richtung Besançon und weiter ins Burgund.

Es ist ein Bild, das die Abendstimmung versucht, wiederzugeben, die 15 Minuten, in denen das Licht schwächer wird und die Farben verschwinden. Es sind die Minuten in denen unsere Augen von Farbe auf Schwarz-Weiss umstellen.

Manchmal gibt es ein ungewöhnliches Licht, wie die grünen Töne hier. Die Landschaft hier ist nicht ungewöhnlich. Die Strecke ist leicht abschüssig, man sieht die Begrenzungen am Strassenrand und auch den Mittelstreifen. Die Strasse ist leer, es gibt keinen Verkehr, die Ebene deutet sich im Hintergrund an.

 

 

Das Bild wurde auf einen Ölkarton gemalt, den man für schnelle Ölskizzen benutzt. Ich hatte eine Vorskizze in blau gemacht und relativ fettig (mit viel Leinöl verdünnten Ölfarben) nass in nass gemalt.

Die Technik nennt sich alla prima und bedeutet „auf ein Mal“ statt in Schichten zu malen, was die andere wichtige Technik in der Ölmalerei ist.

Die Arbeit hat eine Größe von 34×27,5 cm und stammt aus dem Jahr 1985.

Landscape – Landschaft


Heute leg ich nochmal eine Landschaft nach, die kein Abbild der Realität ist, sondern eher Inneres nach Aussen kehrt. Es ist aber auch keine psychologisierende Landschaft, sondern eher eine, die sich mit dem beschäftigt, was Malern am wichtigsten ist (zumindest sehr oft), nämlich der Farbe. Ich will nicht für andere Maler sprechen, aber ich führe mit mir Zwiegespräche im Kopf, während ich male. Das sind keine abgehobenen Unterhaltungen, sondern eher Sätze wie: „… und jetzt das helle Gelb neben das Lila, das kommt richtig gut, verstreich das noch ein bisschen, damit man den Pinselstrich sieht, nehm jetzt das Palettenmesser und mach schön dick grün drunter, jaaa super!“

In anderen Bildern nehm ich mir vor, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, und suche dann in meinem Kopf nach den richtigen Farben. Ich lasse meine Ideen vor meinem geistigen Auge ablaufen und halte hier und da mal an, um zu überlegen, ob die dritte (oder vierte) Farbe auch passt, und ob sie die Farbe ist, die ich einsetzen will.

Wenn dann beim aussuchen des Titels „Landschaft“ drunter steht, ist für mich jedenfalls nicht wichtig, ob Blümchen am Rand stehen oder irgendwelche Illusionen bezüglich einer Landschaft gestützt werden, sondern der Titel ist die Aufforderung, sich auf die Arbeit einzulassen, sich vielleicht treiben zu lassen, und es vielleicht so zu sehen, wie ich auch.

 

Die Arbeit stellt eine deutsche Winterlandschaft ohne Schnee dar. Man kennt diese Art von Landschaft, auch diese Art von Wetter. Die Temperatur liegt seit Wochen um den Gefrierpunkt, alles in der Natur schläft, die Zeit scheint still zu stehen. Die Wochen bis zum Frühling ziehen sich quälend langsam hin…

Mit einfachsten Mitteln habe ich einen hellen Horizont und dunkle Wolken im Vordergrund angedeutet. Das weite Feld hält keinen Trost bereit, nur Weite. Mein Freund H. aus K. fände das wahrscheinlich schön 🙂

Für dieses Bild hab ich das Passepartout mit gezeigt, weil seine Farbe stark zum Gesamteindruck beiträgt. Die Arbeit misst 23×31 cm, das Passepartout misst 40×50 cm. Das Papier wurde mit Gesso grundiert und mit Acrylfarbe gemalt. Entstanden ist das Bild 2014.

„But their book says: burn and destroy those unbelievers on the other side…“


Was ich heute zeige, ist wieder eine Landschaft. Sie fügt sich ein in die vielen Phantasie-Landschaften, die eher Ausdruck von Innerem als Darstellung von Äußerem sind.

Somit stellt sie keine reale Landschaft dar. Gleichwohl könnte es sie irgendwo auf der Welt geben.

Viele Kunstschaffende lassen sich von den anderen Ausdrucksformen oder  Künsten beeinflussen. Oft gibt es ganz wunderbare Ergebnisse, wenn sich Künstler voneinander beeinflussen lassen. Ich bin schon immer stark an Musik interessiert gewesen. Da ich auch beim zeichnen gerne Musik höre, konnte es nicht ausbleiben, daß die Musik/der Text sich auf die Arbeit niederschlagen.

Der Titel ist vielleicht irreleitend, deshalb ein paar Worte dazu:

Das Teilzitat ist von „Dumb all over“, einem wegweisendem Lied/Rap vom Album „You are what you is“ von 1981. Der ganze Text lässt sich hier nachlesen.

Der Text ist in Anbetracht der politischen Entwicklung der letzten 16 Jahre (eigentlich länger) ziemlich visionär. Er beschreibt die Situation, in der Fanatiker der großen Religionsgemeinschaften zum Krieg gegen den religiösen Gegner aufrufen, wobei beide Seiten sich (natürlich) auf das jeweilige „heilige“ Buch beziehen. Er kommt zu dem Schluss, daß wir uns dumm verhalten, und, weil das Buch behauptet, wir seien in seinem Antlitz erschaffen, folgt daß wenn wir dumm sind, muss es Gott ebenfalls sein (und vielleicht noch häßlich dazu) -„Dumb all over and a maybe little ugly on the side“

Ich bin ein großer Zappa Fan und mochte schon immer seine politischen Kommentare. Ich möchte zwar niemandem zu nahe treten, wenn es um seinen Glauben geht, ich habe es aber auch nicht gern, wenn religiöse Gruppen Sonderregeln für sich in Anspruch nehmen wollen. Das gilt für alle Religionen – ich bin nicht religiös und betrachte zuviel Religion als eine Gefahr für ein demokratisches Staatsgefüge.

Aber genug davon.

Die Landschaft zeigt eine flache Ebene, über der sich große giftige Wolken aufbauschen. Es scheint auch einen Punkt zu geben, von der die Wolken aufsteigen. Hier brennt es.

Die Farben des Aquarells sind in schmutzigem Grün/Grau gehalten, mit Farben wie Braunrot und Ocker, die den erdigen Eindruck verstärken.

 

Die Diagonalen ziehen das Auge des Betrachters an den Punkt, wo sie sich treffen – der Brandstelle. Für mich geben die Farben den ominösen Ton des Textes wieder und übersetzen den Text in diese (Farb)stimmung. Das gelb-braune Feld im Vordergrund stellt ein bebautes Feld dar, das klar macht, daß es sich nicht um braches Land, sondern um eine Kulturlandschaft handelt.

Die Arbeit ist ein Aquarell, das ohne Grundierung auf ein Studienblockpapier gemalt wurde. Das Bild hat eine Größe von 31×23 cm, das Passepartout hat eine Größe von 40×50 cm.