Victoriabarsch Kartoffelsalat Spargel Remoulade


Heute war ich für meine Verhältnisse früh auf dem Markt – schon kurz vor 9:00 🙂 Ich machte meine Runde, nahm frische Bio Eier mit, ging dann erst zu meinem Lieblings Gemüsestand, der aber nur zwei Mitarbeiter hatte – die Mutter und die Schwiegertochter. Das war zu wenig, um rasch bedient zu werden und ich ging stattdessen zu einem anderen, sehr gut sortierten Stand. Dort waren die Augen wieder größer als der Magen. Es gab gelbe Bohnen (Wachsbohnen), Erbsen, Pfifferlinge und Spitzkohl.

Etwas neuen Käse nahm ich auch wieder mit, und beim Pfälzer erfuhr ich von seiner Mutter, daß er sehr krank war und ist, sich abe rauf dem Weg der Besserung befindet.

Die Tante, die dort aushilft, begrüßte mich sehr freundlich und gab mir Kräuter, Spargel und als Beigabe Karotten und Petersilie.

Jetzt bin ich für die Woche mit Gemüse ausgestattet und mußte nur noch nach Fleisch/Fisch suchen. Es gab beim Eierhändler eine Entenbrust, die ich wohl morgen machen werde und beim Fischhändler fand ich einen Victoriabarsch.

Die Idee zum Menü reifte auf dem Nachhauseweg. Ich wollte den Victoriabarsch mehlieren, dann in Rapsöl und Butter anbraten. Dazu sollte es Spargel und badischen Kartoffelsalat geben. Außerdem selbstgemachte Remoulade. Den Spargel kochte ich langsam in einer Pfanne in siedendem Wasser mit einer Prise Salz und Zucker.

Die Kartoffeln kochte ich in der Schale, schälte sie in lauwarmem Zustand, gab eine kleine gewürfelte Zwiebel in ein halbes Glas Rinderfond, ließ sie aufkochen und gab sie über die geschnittenen Kartoffeln. Dazu gab ich einen Weissweinessig/kein Öl. Salz und Pfeffer dazu und etwas ziehen lassen.

Für die Remoulade ein Eigelb, Senf, Salz, Pfeffer, eine Sardelle, 7 Kapern, ein paar kleingehackte Cornichons, etwas von dem Gurkensaft, Dill, Petersilie und Maggikraut mit dem Zauberstab vermischen-fertig.

Mein angerichteter Teller sieht etwas unordentlich aus, weil ich merkte, daß die Sauce sowohl zum Fisch wie auch zu den Spargeln passte 🙂

Salat Artischocke Tomaten Shrimps Aiolidressing


Also gut, einmal im Monat Fisch oder Meeresfrüchte – kein Problem. Eigentlich hab ich mal häufiger Fisch gegessen, weiss nicht, warum das im Moment nicht so ist.

Also heute ein Salat mit Artischocke, Shrimps und Tomaten, wobei ich dachte, daß ein Aioli gut passen würde. Zuerst wurde die frische Artischocke kopfüber 35 Minuten gegart (in einem Topf voll Wasser). Dann machte ich die Aioli, so dachte ich.

Ich hole aus: Vor ein paar Wochen ging mein Billig Zauberstab kaputt – die Drehachse war aus Kunststoff und ist nur noch durchgedreht. Also hab ich einen etwas Besseren gekauft und war die ersten paar Male sehr begeistert. Heute wollte ich ganz cool eine Aioli machen, nur um zu sehen, daß sie mir 2 mal (2 Eigelbe) abgekackt ist. Ich hatte einen Riesenhals! Also gab ich einen El Senf dazu und rührte ein bisschen mit einem Mini-Schneebesen rum, und plötzlich kam die Chose zusammen 🙂

Die Aioli hatte nicht nur Öl und Eigelb, sondern auch eine Knoblauchzehe, ein Stück Frühlingszwiebel, etwas Estragon und andere Kräuter (ganz wenig), Habanero (ein Stück), Salz und Pfeffer und der besagte Löffel Senf.

Die Artischocke servierte ich vorab, damit ich an den Boden komme und legte den dann in die Mitte als Bett für die Shrimps.

Die Shrimps warf ich später in die heisse Pfanne, und um sie zu würzen, und weil ich ein zweites Eigelb benutzt hatte und ich viel Dressing hatte, gab ich ein paar Löffel des Dressings dazu. Dann fiel mir ein, dass es da Eigelb hat und ich dachte schon es gibt Shrimps mit Ei, aber es war nur ein kleines Malheur. Sie wurden zwar nicht gebräunt, aber sie waren auch nicht grisselig – alles halb so schlimm.

Am Ende warf ich alles zusammen und servierte es auch gleich. Es war gut, aber toll war es nicht.

Pollo fino Zucchini Tomatenragout


Auf dem Markt heute hatte ich wieder ein nettes Gespräch mit meinem Affineur, Herrn Ruf, der sich die Stones letzte Woche in Stuttgart gegönnt hatte. Er war begeistert, obwohl er eigentlich die Generation U2 sei, wie er selbst sagte. In meiner Generation war ich zwar näher an den Anfängen, aber man musste sich zwischen Beatles und Stones entscheiden. und ich war definitiv ein Beatles Fan… jedenfalls, bis Deep Purple auf den Plan trat. Danach wurde alles sehr viel komplizierter 🙂
Jedenfalls war es schön, einen kurzen Austausch inmitten der geduldig wartenden Kundschaft zu haben. Es gab dann noch einen kleinen Austausch über Lieblingskäse mit einem Paar, das neben mir stand und auch das Gelegenheit bekam den St. Nectaire zu probieren.
Am nächsten Stand gab es kleine runde Zucchini in grün und gelb, und ich nahm einen gelben mit. Beim Eierstand gab es wieder meine Bio Eier und im Hähnchenbereich gab es auch Pollo fino, ausgebeinte Hähnchenoberschenkel.
Ich entschloss mich gefüllte Pollo fino zu machen, dazu den gefüllten Zucchino auf einem Tomatenragout.

Die aufgeklappten Pollo fino salzen und pfeffern
eine kleine dicke Scheibe Käse (Namen vergessen, fast wie ein Comte, aber nussig wie ein Schweizer Käse) und ein Salbeiblatt hinein, zugeklappt und mit etwas Parmaschinken umwickelt
mit einem Zahnstocher absichern und erst auf dem Herd in Olivenöl anbraten, dann im Ofen fertig garen

Für den gefüllten Zucchino die Frucht aushöhlen, klein hacken,
2 Knoblauchzehen und 1 Schalotte klein hacken und anbraten
Würfel einer Tomate dazu
Chili mörsern, ebenfalls dazu
Petersilie und Rosmarin dazu, einkochen lassen
gegarten Bulgur dazu, abschmecken
in den Zucchino einfüllen, Brösel drüber, dann geriebenen Parmesan
in einem Behältnis im Ofen 30-40 Minuten überbacken

Ich hatte auch schöne Rispentomaten bekommen. Drei dieser Tomaten kochte ich, in Achtel geschnitten, mit Knoblauch und Schalotte ein, danach gab es ein Achtel Rotwein und ein Tl Zucker dazu,
mit Deckel langsam schmoren lassen, danach noch ein Glas Rotwein und dann langsam einkochen. Ich hab dann noch einen kleinen Schluck Rotweinessig dazugegeben, um die Säure auszubalancieren. Zum Schluss gab es noch ein (gehacktes) Bouquet aus Rosmarin, Basilikum und Salbei ganz frisch dazu-sehr aromatisch!
Der gefüllte Zucchino eignet sich perfekt für ein vegetarisches Dinner, da fehlt nichts! Die Pollo fino sind auch sehr schmackhaft und sehr zart. Dadurch, daß sie auch eine Haut haben können die gar nicht trocken werden, selbst wenn man sie im Ofen „vergisst“.

Fazit: ein mediterranes Gericht, das sehr kräuterlastig und aromatisch war. Passt sowohl zu Weiss-, wie auch zu Rotwein, wobei ich fruchtigen Weinen, die nicht so schwer sind, den Vorzug geben würde.

Hähnchenbrust Kiev grüner Spargel Drillinge


Ich hab eben nochmal nachgeschaut: Es gibt kein verbrieftes Recht, die gefüllte Brust in der Ukraine anzusiedeln, obwohl die Ukraine gerne darauf hinweist, dass sie die Erfinder waren. Das ist aber strittig.

Klassischerweise wird Dill genommen, um die Butter anzureichern, mit der die Hähnchenbrust (im Original eine Suprême, also eine Brust mit Flügel) gefüllt wird. Aber das wird wohl schon lange variiert.

Meine eigene Variante hatte Kerbel, glatte Petersilie und etwas Schnittlauch in der Butter. Ich schnitt ein kleines Loch in den Rand der Brust und formte aus der Kräuterbutter dünne Würste, die ich dann relativ einfach hineinschieben konnte. Dann wurde erst mit Mehl, dann 2x mit Ei und Panko paniert. Kein Wunder, dass die Brust später so riesig ausschaute! Anfangs hatte sie gerade mal 200 g.

Dazu gab es meinen ersten deutschen grünen Spargel (himmlisch! So viel besser als die ausländischen-weil viel frischer!) und noch ein paar Drillinge, kleine Kartoffeln in der Schale mit richtig viel Geschmack-zuerst gegart und dann in Olivenöl, Rosmarin und Thymian geschwenkt.

Für ein Freitagessen war es ziemlich genial 🙂

 

 

 

 

 

Cannelloni


Ich will schon seit Jahrzehnten Cannelloni machen. Ich hatte sogar schon richtig große Pasta, bin aber dann umgezogen, bevor ich Gelegenheit hatte, den Plan umzusetzen.

Heute aber sah ich eine kleine Kiste und die alte Geschichte fiel mir wieder ein. Da ich keine andere zündende Idee für ein Abendessen hatte, entschied ich mich für die Cannelloni.

Nachdem ich das Rezept auf der Seite des Kartons gelesen hatte, wusste ich, das es dieses Rezept nicht werden würde – es benutzte 400 ml Milch mit einer ganzen Tube Tomatenmark, um die Sauce zu machen. Für mich keine Option.

Also variierte ich das Rezept. Eigentlich ist das ja kein Problem – in der italienischen Tomatenküche gibt es eh feste Grössen.

 

400 g Rinderhack

2 Dosen Datterini von Mutti, mit dem Zauberstab püriert

Kräuter: Thymian, Rosmarin getrocknet, Salbei, Basilikum frisch

1 große Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, 1 Karotte, 1 Selleriestange, beides in kleinen Würfeln

7 cm Tomatenmark, Wasser, Wein,

 

Das Hack anbraten, salzen, pfeffern und Chili nach Geschmack dazugeben. Zwiebeln, Knoblauch und Gemüsewürfel dazugeben und ebenfalls anrösten. 1 Dose pürierte Datterini dazugeben, Trockenkräuter dazugeben, köcheln, bis alles durchgegart ist und trocken wird.

Hitze ausschalten und etwas abkühlen lassen, dann in die trockenen Cannelloni einfüllen. Bei mir hat das am besten geklappt, indem ich die Zylinder senkrecht in die Pfanne stellte und mit einem kleinen Eierlöffel die Masse von oben einfüllte. Das ging dann ganz fix. Jede gefüllte Cannelloni dann in eine feuerfeste Form legen, Zylinder an Zylinder, bis die Form ganz voll ist. Bei mir blieb vielleicht noch 70 g der Fleischmischung in der Pfanne übrig, die erhitzte ich mit dem Tomatenmark, und gab erst Wasser und dann die zweite Dose pürierte Tomaten und einen Schluck Wein dazu. Nachdem die Mischung wieder heiß und abgeschmeckt war (einen Teil des Basilikums pürierte ich in die zweite Dose Tomaten), gab ich sie über die Cannelloni.

Die kamen für knapp 35 Minuten in den Ofen (bei 180 C). Dazwischen schnitt ich eine Rolle von 250 g Mozzarella (leider kein Mozzarella di Bufola) und legte sie über der ganzen Fläche aus. Darüber kam dann noch eine schöne Schicht Parmesan…göttlich.

Andere Menschen argumentieren, daß ein solches Essen immer den gleichen Geschmack bringt und langweilig ist – hier gab es Crunch und Abwechslung durch die Gemüsewürfelchen, die auch zum Geschmack beitrugen, aber auch der Schmelz von Käse über der Sauce. ich hätte das ganze Ding essen können, um mich danach 2 Tage krank zu melden. Ich fand gottseidank im letzten Moment meine Selbstbeherrschung wieder und habe stattdessen 2 Portionen einfrieren können.

Ein Teil von mir trauert um die vielen Jahre, in denen ich es nicht für notwendig gefunden hatte, Cannelloni zu machen 🙂

 

 

 

 

 

Jägerhacksteak Karotten


Heute war es den gabzen Tag bewölkt und ich hatte die Qual der Wahl, was ich denn zum Abendessen machen sollte. Den Temperaturen geschuldet taute ich Rinderhack auf (100g).

Dann benutzte ich meinen Zerbröseler, um Semmelwürfel zu zerkleinern. Darunter mischte ich frische, aber schon angetrocknete Kräuter (Rosmarin, Thymian, Majoran) und zerbröselte sie gleich mit.

Dazu kamen noch gehackte Petersilie, feingewiegte Zwiebel und Knoblauch. Ein Ei gab ich auch noch dazu, außerdem Salz und Pfeffer. Die Masse ergab trotz der relativ schlanken 100 g Rindfleisch doch einen ansehnlichen Klops 🙂  Der wurde dann in meiner Lieblingspfanne, einer Le Creuset von vor 35 Jahren (selbst gekauft 🙂  ) langsam angebraten. Das dauerte schon seine Zeit, weil das Hacksteak doch schon ganz schön dick war.

Die Karotten hatte ich geschält und in Scheiben geschnitten und mit wenig Wasser gedünstet (Salz und Zucker dazu) nachdem sie fertig waren gab ich noch eine gute Prise Petersilie dazu.

Für den „Jäger“teil der Sauce nahm ich 250 g Steinchampignons und schnitt sie in dünnere Scheiben. Die wurden mit Zwiebeln und Knoblauch in Öl angebraten, dann mit 150 ml Rinderfond abgelöscht und dann einreduziert. Zusammen eine deftiges und sehr leckeres Kantinengericht, wobei ich nicht viele Kantinen mehr kenne, die alles frisch machen.

Fazit: Es ist Hausmannskost, aber gut gemachte Hausmannskost schmeckt sehr gut (Es muss ja einen Grund geben, warum solche Gerichte so populär sind).

 

 

 

Artischocke Senfvinaigrette


Heute gab es mal wieder Artischocke. Das Exemplar aus Frankreich war fast so groß wie die bekannten bretonischen, die im Moment noch unverschämt teuer sind.

Ich hatte zwar den Amora-Senf aus Frankreich mitgenommen, der lange die Dipp-Grundlage bildete, aber ich wollte zuerst noch nachschauen, was es im Netz sonst noch an Dipps gibt.

Eine Suche ergab wenige Treffer, aber einer war bei Chefkoch.de. Ich bin normalerweise nicht so begeistert von solchen Sites, weil teilweise haarsträubende Rezepte unters Volk gebracht werden, aber ich hatte Glück und es gab einen professionellen Beitrag über Pflanze, Verarbeitung, etc.. Dabei entdeckte ich einen alten Bekannten im Video über diese Vinaigrette. Ein Koch namens Carsten Dorhs, der vor gefühlten Ewigkeiten ein Mitstreiter im „Kochduell“ war, einer der ersten täglichen und extrem erfolgreichen Kochsendungen (Sie wurde später dann vom Kochduell abgelöst).

Das Kochduell ließ verschiedene Profiköche gegeneinander antreten, nachdem sie von den Kandidaten unmögliche Warenkombinationen zur Verfügung gestellt bekommen hatten.

Alle Köche die dort auftraten, waren sehr schnell, vielseitig und extrem erfindungsreich.  Und Dorhs, ein Hesse, der aber jetzt in Remagen tätig ist,  war auch sehr vielseitig.

Jedenfalls hat mich gefreut zu sehen, daß er noch ein wenig in der Öffentlichkeit ist, wenn auch nur durch diesen Video.

 

Sein Rezept hat mich gleich angemacht, ich hab es nur etwas verkleinert und andere Kräuter dazugegeben.

2 leicht gehäufte Tl Dijon-Senf (der fein gemahlene)

1 Tl Zucker

1 gute Prise Salz, Pfeffer aus der Mühle

2 El Apfelessig

1 El Noilly Prat oder Weißwein

3-4 El Olivenöl

Alles miteinander mischen, bevor das Olivenöl dazugegeben wird.

Zum Schluß hab ich je einen halben Tl Rosmarinnadeln, frisch und gehackt, und 4 Zweige Thymian, deren Blättchen abgestreift wurden, dazugegeben,

außerdem 5 feingehackte Kapern.

Nochmal abschmecken, man soll Zucker und Essig deutlich schmecken.

Ich bleib in Zukunft bei dieser Vinaigrette, die war sehr gut!

 

Artischocke Senfviaigrette 1

 

Artischockenboden Senfviaigrette 2

Das Beste an der Artischocke!

Wolfsbarsch Babyspinat Kräuter Berberitzen Feigen Bärlauch Pistazien Comté


Gestern war ich auf einem sehr unterhaltsamen und schönem Geburtstag in der Karlsruher Gegend. Ich hab auch in KA übernachtet und die Gelegenheit genutzt, wieder mal auf den Markt auf dem Gutenbergplatz zu gehen. Dieser Markt bleibt schön, er ist toll umsäumt von Jugendstilhäusern mit Restaurants, schicken Läden und schönen und teuren Wohnungen. Die Händler sind immer noch die gleichen, zwei haben gefehlt, es sieht aber aus als hätten sie Urlaub.

Ich hab bei dem großen Pfälzer Stand Babyspinat und Kräuter für Salat gekauft, beim Wild- und Fischhändler gab es den Wolfsbarsch, den ich mir filetieren ließ.

An den beiden Käseständen bin ich auch vorbeigeschlichen, aber obwohl sie auch gute Produkte anboten, gibt es einen Qualitätsunterschied zwischen ihnen und dem Affineur Ruf aus Pforzheim.

Ich habe, bevor ich weitergezogen bin, noch bei einem Spezialstand für getrocknete und kandierte Früchte getrocknete Berberitzen und getrocknete Feigen gekauft.

Alles in allem ein schöner Markt mit viel Auswahl, auch mit Produkten, die es in Pforzheim nicht gibt, wie den Pilzspezialisten aus Südbaden, der ganzjährig ungewöhnliche Pilzsorten anbietet, oder den Franzosen mit seiner Auswahl an französischen Salamis, Oliven und anderen Spezialitäten.

Was aber vergleichbar ist, ist in Pforzheim ebenso gut, manchmal auch besser, siehe den Käsehändler. Das war auch der Grund, daß ich nach dem Besuch des Gutenbergplatzes schnell weiter zum Turmplatz in Pforzheim gefahren bin, um schnell noch Käse zu kaufen. Auf dem Weg zum Stand kam ich aber am großen türkischen Gemüsestand vorbei, und der hatte sowohl preiswert Minze und Koriandergrün. Das sind Ottolenghi-Kräuter, und ich konnte nicht Nein sagen, sondern habe mir zusätzlich noch eine dicke Artischocke geleistet (gibt es Morgen).

Nach dem Käseeinkauf ging es wieder nach Hause, um das Abendessen zu planen.

Ich hab mich entschlossen, die Viktualien auf zwei Tage aufzuteilen und heute den Wolfsbarsch mit Salat zu machen.

Babyspinat ist zart wie Feldsalat, eigentlich ist er zarter mit ganz feinem Geschmack. Die Kräuter waren eigentlich Blätter wie Beteblätter, Rucola, Borretsch und einiges anderes.

Insgesamt keine heftigen Kräuter wie beim Wildkräutersalat. Also wollte ich ein ungewöhnliches Dressing, das ich ganz einfach aus Schalottenessig, Olivenöl und ganz feingehackten Feigen und Salz gemixt habe. Ich hab es dann noch mit dem Stabmixer versucht homogen zu pürieren, aber es war zuwenig Flüssigkeit und hinterliess Stückchen. Die wiederum waren aber angenehm, weil sie eine leichte Süße hatten, die die säuerlichen Berberitzen ausgleichten und den Salat interessanter machten. Für den Crunch sorgten die mit Honig leicht gesüßten und außerdem gesalzten Sonnenblumenkerne, die auch sehr angenehm waren.

Der Wolfbarsch wurde gesalzen und zuerst auf der Hautseite in Olivenöl angebraten, dann gewendet und fertiggegart.

Das Pesto für den Fisch bestand aus einem halben Bund Bärlauch (der erste dieses Jahr), etwa 30 g Pistazien, die ich noch zuhaus hatte, in Ermangelung von Parmesan ein Stück ganz alten Comté ( 36 Monate alt), der auch schon bröckelig wie Parmesan war stattdessen benutzt und natürlich Olivenöl und wieder den Mixer. Beim abschmecken fiel mir die Schärfe des Pestos auf, die interessanterweise auf dem Fisch komplett verschwunden war. Die Kombi Wolfsbarsch und Bärlauchpesto hat sehr gut funktioniert, das würde ich gleich wieder machen. Auch der Salat hat sich gelohnt.

Je ne regrette rien.

Wolfsbarsch Babyspinat Kräuter Berberitzen Feigen Sonnenblumenkerne Bärlauchpesto

 

Blade Steak Kartoffel Mais


Manche Sachen kann man nur schwer verbessern. Und aus seiner Haut kann man auch nicht schlüpfen…jedenfalls nicht immer. Der Urlaub ist fast vorbei, da dachte ich, ich geh nochmal bei meinem guten Metzger vorbei, mal sehen, was es da so alles gibt. Wie schon öfters gab es amerikanisch geschnittene Steaks, dieses Mal Blade Steaks (hatt ich schon Mal). Vor kurzem hatte ich dort ein Flank Steak gekauft (ohne Post) für Carne Asado für Tacos und Enchiladas, das war genial. Da hatte mir die Fachverkäuferin nochmal vom Blade Steak vorgeschwärmt. Da wurde ich schwach, zumal ich am Samstag auch nochmal auf den Markt wollte.

Dort gab es Kräuter an zwei Ständen- am Bio-Stand gab es Schnittlauch, Knoblauch-Schnittlauch?(der ist flach wie ein Grashalm und hat eine deutliche Knoblauchnote), Basilikum und Petersilie, außerdem noch einen absolut phantastisch aussehenden Süßmaiskolben, beim Pfälzer fand ich Estragon und Dill und hatte noch alte mehligkochende Kartoffeln, die für Ofenkartoffeln hervorragend geeignet sind.

Das sind alles klassische Zutaten für ein amerikanisches Abendessen, vom Grill oder aus der Pfanne. Das hat gerufen,mach mich! Ich gab nach.

Eine europäische Note ist die Kräuterbutter. Mit Estragon, Dill, einem Basilikumblatt und wenig glatter Petersilie machte ich eine liebliche Kräuterbutter, die sonst aus bretonischer Süßrahmbutter und Fleur de Sel bestand.

Die Kartoffel bekam hingegen die Schnittlauch-Kombination mit einem kleinen Kleks Butter. Der Mais bekam…Butter und Salz.

Das Steak wurde in der Pfanne angebraten, und, weil der Ofen wegen der Kartoffel mit 200 C zu heiß war, wurde die Hitze reduziert, der Temperaturfühler kam zum Einsatz, und bei 54 C hab ich es dann herausgenommen und ein paar Minuten ruhen lassen.

Das Blade Steak ist zwar auch nicht billig (nichts am Rind ist billig, wenn es ein gutes ist), aber es gehört nicht zu den Premium-Steaks wie Porterhouse oder Rumpsteaks. Das war aber so zart, daß ich unbedingt raten würde, es einfach zu versuchen, so man das Stück irgendwo findet.

Jedenfalls war dieses Essen extrem zufriedenstellend!

Blade-Steak-Mais-Kartoffel

Shake’n’Bake


Unter Shake’N’Bake versteht man in Amerika das Panieren von Geflügelteilen mit einer Mischung aus Mehl und Semmelbröseln und Gewürzen im Plastikbeutel. Anfänglich hat Kraftfoods diese Mischung unter dem Namen vermarktet.

Irgendwann gab es für viele Haushalte eigene Versionen und Varianten, weil sie (wie ich hoffe) irgendwann gemerkt haben, daß das eigene Rezept vielleicht noch besser ist und man weiß, was man hineingetan hat.

Der Name hat sich nicht nur gehalten, sondern fand Eingang in die Umgangssprache.

Ich selbst habe beim kochen wieder ein Lied aus den 80er Jahren im Ohr gehabt  in der die Zeile vorkommt: ‚Doris,you can take my shake’n’bake‘ , und zwar Kid Creole and the Coconuts im song ‚Don’t take my Coconuts‚.

Überhaupt ist der Song voll von kulinarischen Anspielungen, wobei die Bemerkung über die Kokosnüsse nicht dazugehören dürfte.

Jedenfalls kamen mir längst vergangene Zeiten in den Sinn in denen herrlich ungesundes paniertes Hähnchen gegessen wurde, und ich dachte ch könnte vielleicht den Geschmack zurückholen, ohne die ganzen Sünden mitzunehmen.

Ich hab dann eine Weile bei verschiedenen amerikanischen Foodforen geschaut. Am Ende hab ich es auf meine Art zusammengebaut.

Es gab etwa eine Tasse (Cup) frische Semmelbrösel, weil ich keine abgepackten mehr hatte, dazu etwa 2/3 der Menge Mehl, 2 El Salz, Pfeffer, 2 El Rosenpaprika, 1 Tl Cayenne, frische Thymian, Majoran und Rosmarinzweige, fein gehackt, und einen El Pimenton de la Vera, den man aber auch weglassen kann. Ich mag aber das rauchige in diesem Pulver.

Danach muß man die Zutaten nur gut vermengen, die Hähnchen befeuchten (Puristen nehmen Buttermilch, mir hat Olivenöl gereicht), und die Hähnchenteile nach und nach in den Beutel geben und schütteln.

Ich hab sie komplett im Ofen gegart, in etwa 40 Minuten bei 180 Grad.

Frau B. hatte die erste Paarung, ich nahm den Rest mit zur Arbeit und genoss die Teile mit einem selbstgemachten Krautsalat (wegen der Vitamine…)

Ernsthaft, es war eine relativ geringe Menge Mehl und Brösel für 8 Stück Hähnchen (4 Ober- und 4 Unterschenkel), insofern hat sich der Kalorienzuwachs in Grenzen gehalten, und die Kräuter machten die Teile echt lecker.