Trends 2015, ohne Foto


Ich bin hin- und hergerissen. Ich folge selbst nicht so gerne irgendwelchen Trends (Fads auf englisch). So dachte ich vor ein paar Wochen darüber nach, einen Beitrag zu schreiben über die Trends der Foodbloggergemeinde im Jahr 2015, nahm aber mit zunehmenden Rückblicken in den letzten Tagen immer mehr davon Abstand.

Parallel dazu hab ich mir eine offene Liste gemacht und immer wieder was hinzugefügt, bis ich dachte ich muß es doch schreiben, und sei es um der Ironie willen 🙂

Manche der Einträge lassen einen geradezu visionär erscheinen, gerade wenn es sich um Zutaten handelt, die in einem anderen Kulturkreis schon lange dazugehören, aber hier gerade angekommen sind.

Aber jetzt erst die Liste:

Einzelne Zutaten-

Chia Samen- sowas von trendig. Ich hab in den letzten 3 Monaten vielleicht 80 Rezepte mit Chia Samen gescannt und viele gutgemeinte Lobeshymnen gelesen. Aber das Empire schlägt zurück und schon gibt es Ernährungswissenschaftler, die sagen, daß alles nicht so toll wie behauptet ist. Wenn man den Trends der letzten 30 Jahre glauben kann, ist da was dran.

Quinoa- hab ich vor Jahren mal gebloggt. Ist halt ein Getreide, und muß gut gewürzt werden, sonst ist es langweilig wie andere Getreide 🙂 Es gibt allerdings noch alle möglichen andere Getreidesorten, allesamt noch relativ unbekannt. Man kann getrost nächstes Jahr die nächste Sau durchs Dorf treiben.

Grünkohl, neudeutsch Kale in Form von Chips, in Smoothies usw., nur nicht mit Pinkel und Mettenden. War auch ein ganz großer Trend dieses Jahr. Hab ich auch zweimal gemacht und verschenkt. Es war gut, aber nur wegen der Würzung. Kohl bleibt Kohl.

Mandelmilch- Zusatzstoff der veganen Ernährung. Es geht sozusagen nichts ohne Mandelmilch. Ich verstehe den Wunsch nach tierfreier Nahrung, aber vor wenigen Jahren gab es auch Veganer, die es aber ohne Mandelmilch schafften zu kochen. Nix gegen Mandelmilch, aber es ist trendy, sexy und TEUER.

Smoothies- sehr trendig dieses Jahr waren auch die überwiegend veganen Smoothies. Mir fiel auf, daß es scheinbar keinen Smoothie geben konnte ohne mindestens Spinat oder gar Kale (Grünkohl 🙂 ) mit hineinzumischen. Wenn ich an Smoothies denke, seh ich die Farben des Regenbogens, wenn die Kale/Kohlfraktion den Mixer anmacht, bleibt die Welt nuanciert Grün.

Gluten-frei, Carb-frei, Lactose-frei, Zucker-frei etc. Ich hab Verständnis für Unverträglichkeiten aller Art. Es gibt empfindliche Menschen. Der Trend, und es ist ein großer Trend, den man im Handel wachsen sehen kann, ist aber schon im Mainstream angekommen und macht Menschen ein schlechtes Gewissen (als wäre ein vollwertiges Lebensmittel etwas schlechtes), oder eine Gefühl, ihren Körper über die Ernährung stärker als sonst beeinflussen zu können. Ich denke, den Leuten wird Geld aus der Tasche gezogen, und sehr viele laufen mit gefährlichem Halbwissen herum.

Pulled Pork- ist in diesem Jahr zum Mainstream aufgestiegen. Überall kann man Portionen zum Aufwärmen kaufen, es gibt es bei Aldi, und sogar auf dem Weihnachtsmarkt hab ich es mehrfach gesehen. Für mich war es eine kleine Genugtuung, weil ich es schon eine Weile kenne und mache (naja, kein Wunder). Schade nur, daß das Rezept irgendwie „lost in translation“ war.

Food Trucks- es gibt eine Webseite, auch verschiedene Treffs, aber 2015 mußten sie (die Trucks) tatsächlich noch Eintritt nehmen bei einem Truck-Festival (in Heidelberg). Ich finde Food-Trucks einen geilen Trend und wünsche mir noch viel mehr, die die Würste- und Hähnchen Bratereien ein bißchen aufmischen.

Wo ich wohne gibt es natürlich auch Supermärkte, aber eben auch einige! gute Metzger, die eine Herkuftsliste ausliegen haben. Das gleiche gilt für meinen hochgelobten Fischhändler, der aber auch nicht der Einzige der Stadt ist. So gesehen geh ich davon aus, daß es in jeder größeren Stadt ein ähnliches Angebot gibt. Der Trend ist da. An die Fisch- und Fleischesser geht die Aufforderung solche Geschäfte aufzusuchen und die undefinierte Ware nicht zu kaufen. Nur so wird auch dieser Trend wachsen.

Es gibt noch andere Trends, die mir im Moment nicht einfallen, aber ihr könnt meine Erinnerung gerne auffrischen, indem ihr kommentiert und komplettiert 🙂

Grünkohl Mettenden Kartoffeln Strudel


Auf dem Gutenbergplatz gab es, selten genug für Süddeutschland, Grünkohl. Das war eine Einladung, sich mit dem Nordgemüse auseinanderzusetzen. Gegessen hab ich ihn vor Jahren schon mal, aber noch nie selbst gemacht.

Im Laden beim Kauf anderer Zutaten hab ich eine Kochzeitschrift durchgeblättert (vergessen, welche, aber war nichts Bekanntes) und fand ein Rezept für Grünkohl mit Mettenden und Kartoffeln im Filoteig. Dazu hatten die eine Senf-Sauerrahmsauce.

Das hat mir gefallen, weil es optisch mehr hermacht als den kuhfladenmäßig angemachten Grünkohl.

Die Herstellung war denkbar einfach. Ich habe eine 100 Gramm Scheibe geräucherten rohen Schinken in etwa einem halben Liter Wasser ausgekocht (eine halbe Stunde).

In der Zwischenzeit habe ich den Kohl geputzt und dann noch quer kleingeschnitten. Gänseschmalz, das ich noch hatte, wurde in einem Topf ausgelassen, darauf habe ich dann den Grünkohl gegeben um ihn anzuschwitzen.

Nach 3 Minuten war der schon stark zusammengefallen und wurde mit dem Schinkenwasser aufgefüllt. Der Schinken und die Würste kamen natürlich auch dazu, und das Ganze wurde mit Deckel bei mittlerer Hitze 45 Minuten gegart.

Parallel dazu habe ich 3 festkochende Kartoffeln geschält und gekocht.

Am Ende war wenig Kochwasser übrig, das ich dann abgeseiht habe, damit der Kohl nicht den Filoteig durchsuppt.

Ich legte Backpapier in eine Ofenwanne, gab die eine Hälfte Teig (4 Blätter) auf das Papier, füllte die Hälfte der Kohl-Fleisch-Kartoffelmischung (kleingeschnitten) darauf und verpackte es. Die Menge ergab 2 Päckchen.

Die Naht hab ich nach unten gedreht und die obere Seite mit Öl eingepinselt.

Im Ofen waren die Strudel 25 Minuten bei ca. 180 C.

Die Senfsauce hab ich aus einem halben Becher Joghurt und einem guten Esslöffel mittelscharfem Senf gemacht (körnigen hatte ich nicht da).

Gebraucht hat der Strudel die Sauce allerdings nicht.

Grünkohl Mett Fioteig2

Was mich erstaunt hat, war, daß ich weder mit Salz noch mit sonst etwas gewürzt habe, der Kohl aber sehr aromatisch und rund war. Das hat sicher auch am Schinken und den Würsten gelegen, aber auch am Eigengeschmack des Grünkohls. Für mich schmeckt er zwischen Kohl und Spinat, Frau B. meinte er schmeckt ganz nach Kohl und meinte das positiv.

Ist bestimmt nicht das letzte Mal, daß ich Grünkohl mache. Der Pinkel aus dem Norden, eine selbstgemachte Wurst mit Haferflockenfülle, muß bis dann warten.

Grünkohl Mett Fioteig4