Ossobucco Risotto Milanese


Beim Einkauf war ich offen für Ideen und Inspiration, aber ich hatte auch ein Handicap – seit zwei, drei Jahren bin ich einer derer, die Gichtanfälle bekommt. Man kann leicht sagen, daß es eine Krankheit des Überflusses ist (zuviel Fleisch, Alkohol, etc.), aber das ist nur die halbe Wahrheit. Nur ein Teil der Bevölkerung ist anfällig für Gichtattacken, weil es eigentlich eine genetische Aberration ist. Das Drittel, das darauf achten muss, was es ist, erfährt schmerzhaft die Konsequenzen bestimmten Genusses. Bei mir war das letzte Woche ein Schweinebauch, den ich erst abends, und dann am nächsten Tag als Mittagessen genoss. Am nächsten Morgen wachte ich auf und konnte nicht auftreten. Nach einem Krankentag und viel Ibuflam 600 konnte ich wieder gehen…

Jedenfalls war die Entscheidung, das Ossobucco zu machen, wohlüberlegt. Die zwei letzten Tage habe ich Spaghetti vegetarisch und käsige Sachen gegessen und alles fleischige weit von mir gewiesen. Auch morgen gibt es statt Fleisch Fisch. Wenn das etwas wird, poste ich es vielleicht auch 🙂

Die Kalbsbeinscheiben salzte und pfefferte ich, bevor ich sie in etwas Mehl wälzte und dann abklopfte, damit sie nicht zuviel Mehl hatten.

Sie wurden dann in Olivenöl angebraten, um etwas Kruste zu bekommen. Danach nahm ich sie aus der Pfanne und gab Gemüse, das ich Brunoise geschnitten hatte, hinein. Es handelte sich um Karotten, Selleriewurzel, Knoblauch und Lauch. Das Gemüse briet ich, bis es etwas Farbe nahm, gab dann 5 cm Tomatenmark dazu, mischte es und löschte es mit einem kleinen Schluck Sherry fino ab. Das liess ich einkochen und gab etwa Weisswein dazu. Auch das reduzierte, wonach ich eine Kalbsbrühe dazu gab (etwa 1/4). Danach garte ich die Kalbsbeinscheiben in der Pfanne mit dem Deckel, wobei ich den Deckel immer wieder auf die Seite zog. Sie, die Beinscheiben, brauchten fast genau 90 Minuten.

Die Gremolata, eine würzige Beigabe, konnte ich schon vorher zubereiten, aus Knoblauch, Petersilie und Zitronenabrieb. Ich hatte nochmal bei Google nachgeschaut. Früher hab ich das auch schon einmal gemacht, da war die Gremolata mit Orangenschale parfümiert, was auch besser schmeckte. Aber egal, mit Zitrone war es auch OK.

Für das Risotto schnitt ich erst eine Schalotte ganz klein, briet sie langsam in Olivenöl an, gab dann den Arborio Reis dazu und anschliessend den Schuss Weisswein und den Safran. Danach gab ich immer wieder Hühnerbrühe dazu. Nachdem der Reis zwar noch Biss hatte, aber sonst weich war, gab ich etwa 40 g Butter und die gleiche Menge geraspelten Parmesan dazu. Danach musste ich schnell servieren, weil Risotto keinen Aufschub duldet… Übrigens, sollte das Risotto nicht fliessen, hat es nicht die richtige Konsistenz (man sieht es auf dem Foto ganz gut 🙂 )

Dazu machte ich einen Feldsalat mit einer Kartoffel Essig Vinaigrette mit Senf und Speckwürfeln. Die Kartoffel wird zerdrückt und als Dickmacher für die Sauce benutzt.

Insgesamt sehr sehr lecker, ein Klassiker!

Kalbshaxe Pappardelle Rosenkohl


Beim Metzger fragte ich nach Ossobuco, weil ich keine Scheiben sah. Erst verneinte der Metzger, dann kombinierte er und fragte „Kalbshaxe?“, was ich bejahte. Er wollte nur noch wissen wie dick die Scheiben sein sollten, schappte sich die Haxe im Ganzen und ging ins Hinterzimmer um die Bandsäge anzuwerfen. Er kam mit zwei wunderbaren Ossobuco Scheiben heraus. Damit war das heutige Abendessen gerettet 🙂

Allerdings wollte ich das klassische Rezept etwas abwandeln – kein Safranrisotto, sondern Pappardelle und dazu im Ofen geschmorten Rosenkohl. Dafür gab es aber das wirklich fein geschnittene Röstgemüse, das den Geschmack prägt, und dazu die Gremolata, mit Zitronen- statt Orangenabrieb.

Die Kalbsscheiben wurden gewürzt und mehliert und dann in Rapsöl scharf angebraten. Danach nahm ich sie heraus und gab die sorgfälig als Brunoise klein geschnittenen Gemüse ins Fett. Etwas später gab es etwas Tomatenmark dazu. Ich löschte sowohl mit Port als auch mit Sherry ab und ergänzte mit Weisswein (Rotwein war alle). Das roch so gut und sah schon so gut aus, dass ich komplett vergass, noch eine Dose Tomaten dazuzugeben. Später gab es noch 450 ml Kalbsfond dazu, den ich vorher um die Hälfte reduziert hatte. Noch später, kurz vor dem Servieren, nahm ich das Fleisch heraus und reduzierte die Gemüsesauce noch weiter.

Den Rosenkohl putzte ich, schnitt ihn der Länge nach in 2 Hälften und röstete ihn in einer beschichteten Pfanne mit Olivenöl und Salz, bis die äussere Haut geröstet war. Sehr lecker!

Die Pappardelle kochte ich mit viel Salz im Wasser auf die übliche Art.

Ein sehr leckeres Essen! Es ist ein bisschen viel auf dem Teller, deshalb sieht es nicht so elegant aus.

Ach ja, die Gremolata: Abrieb einer ganzen Bio Zitrone, zwei Knoblauchzehen, ganz klein gewürfelt, Petersilie zu gleichen Teilen.

Wird als Auflage für das Fleisch benutzt und verleiht ihm einen Frische- Kick.


Osso buco Penne Spargel


Das Osso buco hab ich in 7 Jahren zweimal gemacht, beidesmal mit Safranreis, wie es sich gehört, wenn es alla milanese sein soll. Ich hatte auch schon Safran gekauft, schaute mir aber vorher die betreffenden Seiten an. Da ich eine große Abneigung habe, ein Gericht genau gleich zu kochen, entschied ich mich um, und machte stattdessen Penne dazu. Auch das war nicht ohne Präzedenz: Bei Cucina Casalinga, einem Blog, den ich vor Jahren regelmässig las, fand ich ein Rezept, das die Betreiberin mit Penne serviert hatte. Interessanterweise wurde als Rezeptquelle das Buch „Die echte italienische Küche“ von G+U zitiert, das Rezepte von Sabine Sälzer hatte. Das Buch habe ich auch, wie wohl auch viele Blogger der vorherigen Generation 🙂

Jedenfalls stammte mein erstes Rezept ebenfalls aus diesem Buch. Es ist übrigens eines einer Serie von G+U, von der es mindestens noch „Die echte französische Küche“ und “ Die echte Jeden-Tag-Küche“ gibt.

Die drei Bücher hab ich nämlich alle selbst, und ich finde sie durchaus empfehlenswert. Es sind Klassiker und typische Standardgerichte dabei, gut umgesetzt und recherchiert.

Zur heutigen Version:

Brunoise von 1 größeren Karotte und einem Stück Selleriewurzel (nach Rezept soll es eigentlich eine Stange Staudensellerie sein).

eine Handvoll kleingehackte krause Petersilie und ein Stück Lauch, ebenfalls ganz klein gemacht.

Die Kalbshaxenscheibe wird gewürzt, bemehlt und scharf von allen Seiten angebraten, dann herausgenommen. Jetzt kommt das Gemüse hinein und wird mit 5 cm Tomatenmark angebraten. Wenn alles etwas an der Pfanne klebt, einen Schuss Weisswein dazugeben und die Röststoffe ablösen. Eine Dose Datterini von Mutti dazugeben (ich hab sie kurz vorher mit dem Zauberstab glatt püriert), kurz aufkochen, in ein Ofen-kompatibles Behältnis geben und 90 Minuten bei 180 C garen. Mindestens 4 mal wenden, jedesmal verdampfte Flüssigkeit nachschütten (bei mir Wasser). Ich gab nach 45 Minuten einen frischen Zweig Rosmarin und 4 Zweige Thymian dazu.

Irgendwann hab ich die Spargelenden geschält und das Nudelwasser aufgesetzt.

Den Spargel hab ich langsam in Olivenöl angebraten, die Penne brauchten so lange, wie sie eben brauchen (bei De Cecco ist das immer ewig!)

Während der Wartezeit machte ich die Gremolata, die würzige Beigabe einer Osso buco milanese: Das Original verlangt Zitronenzeste und fein gewiegte Petersilie. Meine Variante hatte Orangenzeste von der Bio-Orange, Knoblauch und fein gewiegte Petersilie. Das wird am Schluss löffelweise über das Fleisch (und die Spargel) gestreut. Sehr aromatisch! Ganz am Schluß gab es noch ein bißchen Parmesan über Penne und Spargel.

Osso buco ist ein Sonntagsessen oder sogar ein Gericht für Gäste. Das Schöne dabei ist, daß es sich selbst fertig stellt und nach der Vorbereitung kaum Arbeit macht (ausser man macht das Safranrisotto).

 

 

 

 

 

 

 

Ossobuco Safranrisotto Spargel


Vor ein paar Tagen erwähnte ich, 2 Kalbshaxenscheiben im Angebot erstanden zu haben. Ich wollte sie dieses Wochenende machen, und fror sie ein, weil die Zeit doch noch etwas zu lang war, sie einfach im Kühlschrank liegen zu lassen. Jetzt bin ich am Samstagabend wieder ausser Haus, was den Vorteil hat, nicht allein essen zu müssen. Auch motiviert es ungemein, die ästhetischen Sinne zu schärfen und einen schönen Teller abzuliefern :-).

Das Gericht ist ein Ossobuco alla milanese, ein Schmorgericht aus Mailand, das mit Safranrisotto serviert wird. Dazu gehört auch eine Gremolata, ein Streu aus Petersilie, Knoblauch und Zitronenzeste. Im Silberlöffel, der Sammlung italienischer Rezepte, steht die Gremolata ohne Knoblauch. Ich kenne es allerdings mit, und habe es auch mit gemacht.

Die Kalbshaxenscheiben werden gewürzt und mehliert. Danach müssen sie scharf angebraten werden.

Wenden, andere Seite anbraten. Fleisch herausnehmen. Vorher in kleine Würfel geschnittene Selleriewurzel (eigentlich Stangensellerie) und Karotten, in anderen Rezepten auch Tomaten und Gewürze, in der gleichen Pfanne anschwitzen, mit einem Glas Weißwein ablöschen und mit Kalbsfond auffüllen. Jetzt 5 cm Tomatenmark hineindrücken und verquirlen. Das Fleisch zurück in den Bräter oder die Kasserole geben und bei 180 – 200 C in den Ofen schieben. Es braucht zwischen einer und eineinhalb Stunden. Während der Zeit im Ofen immer wieder wenden. In 90 Minuten hab ich es 4 mal gewendet.

Ich mußte nach 60 Minuten Wasser nachgiessen, danach nochmal, die Sauce wurde total lecker, obwohl ich sie noch nicht abgeschmeckt hatte.

Die Spargel hab ich geschält (heute die ersten Bruchsaler Spargel, die ich mir leisten konnte), und in einem Topf in Wasser mit Salz und Zucker aufgekocht und etwa 15 Minuten langsam köcheln lassen.

Als sie weich aber noch leicht bissfest waren, hab ich sie vom Herd genommen und einfach stehen lassen.

Davor hab ich das Risotto aufgesetzt. Zuerst wurde eine Gemüsebrühe aus angeröstetem Suppengrün gekocht. Ich gab etwa 3 Liter Wasser dazu, kochte es über eine Stunde ein und hatte etwa einen Liter Flüssigkeit übrig.

Für das Risotto wird zuerst eine Schalotte klein gewürfelt und bei mittlerer Hitze in Olivenöl glasig gedünstet. Dazu gesellt sich der Reis (Arborio bei mir), der auch leicht durchsichtig werden soll. Dann kommt ein Glas Weisswein dazu und eine Kelle der Gemüsebrühe. Einmal rühren, dann einkochen lassen. Immer, wenn es trockener wird, eine Kelle Brühe dazugeben. Ich hab nach der Hälfte der Zeit eine Tasse warmes Wasser mit dem eingeweichten Safran zum Risotto gegeben. Das Risotto brauchte etwa 30 Minuten.

Ich hab dann ein Stück Parmesan von 50 g geraspelt und auch ein Stück Butter von 50 g dazugegeben.

Wenn der Reis dann soweit gerade bissfest ist, die Butter und anschliessend den Parmesan dazugeben.

Das Risotto soll schlonzig sein, soll heissen, es soll vom Löffel fliessen.

Jetzt nochmal abschmecken und servieren.

Die gebildete Sauce hab ich nicht mehr verändert, auch keine Dickungsmittel dazugegeben. Die kleinen Gemüsewürfel passen hervorragend zu Fleisch und Risotto. Die Gremolata über dem Fleisch verteilen und servieren.

Meine Mitesserin hat sich zweimal Risotto nachlegen lassen, und einmal extra Sauce.

Ich hab ihren Knochen bekommen, weil sie das Mark nicht goutieren wollte, und ich es super mit dem Risotto fand. Alle zufrieden!

Es ist zu Recht ein Leib- und Magen Gericht. Total befriedigend.

 

Osso Buco Safranrisotto Spargel 2

 

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