Trichter in Gelb Rot Blau


Heute habe ich noch mal ein Saxofon zum Betrachten 🙂

In diesem Bild benutzte ich die Sgraffito-Technik auf umgekehrte Weise. Jeder, der im Kindergarten oder in der Grundschule schon mal Wachsfarben auf ein Papier gebracht hat und dann mit schwarzer Farbe bedeckt und eingeritzt hat, kennt Sgraffito. Bei diesem Bild liegt der Fall anders, und zwar umgekehrt: Zuerst wurde mit Gesso nur ein Teil des Trichters dick grundiert. Der restliche Hintergrund blieb ungrundiert.

Während das Gesso noch nass war, zeichnete ich mit einem Bleistift die Konturen des Horns/Trichters hinein. Man sieht unten am Horn bei der schrägen Straffur, daß das Gesso vom Bleistift „eingeritzt“ wurde. Das Gleiche passierte unten rechts an der Klappe. Somit wurden verschiedene Bildebenen erschaffen. Die des Blattes, die der Farben direkt auf dem Blatt, das dickere Gesso und die Ebene dazwischen, die Einritzungen im Gesso, die näher am Blatt sind als das unversehrte Gesso. Darüber hinaus lebt die Arbeit von der Spannung der Farben innerhalb des Raums. Rot und Blau werden von Gelb auseinandergehalten, Weiß dominiert Schwarz.

 

Die Arbeit wurde mit Gesso, Bleistift und nach der Trocknung, mit Buntstiften eingefärbt worden. Es ist 29,5×21 cm groß und entstand 1989.

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Squid on a bike


Ich hab noch einen Squid, den ich hier zeigen kann. Das Bild ist das letzte (bis jetzt) der kleinen Serie. Auch hier wird der Squid zum Vehikel für die Malweise des Hintergrunds. Und der Hintergrund hier hat Anwandlungen von Dingen, die wir erkennen, oder die uns vertraut scheinen, aber in Wirklichkeit ist der Hintergrund abstrakt.

In dieser „Landschaft“ steht der Squid und legitimiert die von unseren Augen wahrgenommene Szene. Wir zweifeln nicht daran, daß es sich um eine Landschaft handelt, hadern höchstens mit Farbe und der Schmuddeligkeit/Unschärfe.

Der Squid schafft es sogar allein durch seine Körperhaltung für ein bißchen visuellen Humor zu sorgen: Wer schafft es schon mit 4 Beinen gleichzeitig Fahrrad zu fahren?

 

 

Die Arbeit hat eine Größe von 29,5×21 cm. Das Papier ist ein Spezialpapier für Mischmedien. Ich hab es mit Gesso grundiert. Es wurde mit Acrylfarben gemalt und entstand 2014.

Entwurf für ein Halbrund/Oberes Bogenstück


Vor ein paar Jahren entdeckte ich, daß es auch in L-E (Leifelden-Echterdingen einen Boesner gibt. Für Nichteingeweihte: Boesner ist eine Kette, die Kunstmaterialien in großer Auswahl und großen Mengen verkauft. Meist sind sie in Industriehallen/Mehrzweckhallen untergebracht. Mein Stamm-Boesner steht in Karlsruhe, aber von der Arbeit war es oft einfacher einen Schlenker über L-E zu machen.

Dort sah ich zum ersten Mal gerahmte Holzplatten (gerahmt mit gebogenen Hölzern) in verschiedenen Größen. Es gab auch vollrunde, halbrunde und auch ovale Formen. Weil es mir immer schon gefallen hat, ein Bild auf verschiedene Platten aufzuteilen, kaufte ich ein oberes Bogenstück.

Zuhause ließ ich den Einkauf erst sacken und machte mir Gedanken, welche anderen Teile ich dazuholen wollte.

Eines Abends setzte ich mich hin und zeichnete mit Ölpastell einen lockeren Entwurf auf ein Papier und vermischte die Farbe mit einem Pinsel und ein bißchen Terpentin.

Ich wollte eine abstrakte Form schaffen, die aber an die religiösen Darstellungen erinnert, wie sie seit Tiepolo bis ins Rokoko Kirchen, Kapellen und Adelssäle geziert hat. Mir geht/ging es dabei nicht um das religiöse Moment, sondern um die Beschäftigung dieser Maler mit der reinen Farbe, die auf ihre Art damals auch schon abstrakt angelegt war.

Mein Entwurf sah so aus:

 

 

Wochen später machte ich mich daran, das gute Stück Holz zu bearbeiten. In der Zwischenzeit hatte ich aber eine andere Idee (die ich von einem der Squids übernommen hatte), die ich hier ausprobieren wollte.

Hier war es der über die gesamte Fläche farblich changierende Hintergrund mit Punkten, die auch leicht farblich verändert sind, etwa wie eine Vorstellung eines Sternenhimmels.

 

Die blau-graue Tönung des Rahmens könnte man auch als natürliche Beschränkung der Ausdehnung des Raumes nach dem ptolomäischen Weltbild auslegen.

Ich habe bisher noch keine weiteren Formen gestaltet, aber es ist ein Projekt, das ich bestimmt wieder in Angriff nehme.

 

Der Holzrahmen ist 50 cm breit und demnach 25 cm hoch. Ich benutzte Acrylfarben, Gesso als Grundierung, und am Schluss einen Acryllack zum versiegeln und schützen.

Entstehungsjahr war 2014.

Goldenes Horn


Heute hab ich wieder ein Saxofon dabei. Es gehört zu den Collagenarbeiten. Es ist ziemlich puristisch geraten und hat auch gewisse Elemente, die man in der Plakatkunst finden kann.

 

Vom Bildaufbau her ist die Arbeit so gemacht: Zuerst nahm ich zwei Streifen Zeitungspapier und klebte sie so auf, daß sich ein Trichter dazwischen bildete.

Dieser Trichter wurde mit Gesso ausgemalt, wobei der Bildrand auch Weiß ist und die Trichterränder abschließt. Danach hab ich grob die kontrastierenden Aquarellfarben Gelb und Lila aufgetupft.

Man sieht an den Trocknungseigenschaften und der relativen Transparenz deutlich, daß es Aquarellfarben sind. Letztendlich malte ich die Silhouette des Horns über Zeitung, Farben und weißer Fläche.

Von Plakaten abgeschaut ist das starke visuelle Element des Trichters (oder Megafons), das den Anspruch eines Saxofons, laut zu sein, visuell unterstützt. Ein weiteres Element aus der Plakatherstellung ist die grafische Darstellung des Horns. Bei Plakaten zählt oft der erste Eindruck und starke optische Reize gewinnen eher.

Die Arbeit hat eine Größe von 20×30 cm und entstand 1989.

Starstruck


Das heutige Bild wurde Anfang der Neunziger Jahre gemalt. Ich kann mich noch daran erinnern zu überlegen, ob ich das Bild auf den Rahmen ausweiten soll.

Ich habe es dann getan und gleich die Farbe für den Rahmen mitbestimmt. Es ist eines der wenigen Bilder, die als Gesamtkonzept ausgeführt wurden.

Normalerweise überläßt man es dem Kunden/Käufer/Liebhaber selbst einen Rahmen, passend zur Einrichtung, auszusuchen. Aber in dieser Beziehung bin ich eher nicht normal.

Früher vertrat ich die Auffassung, daß Rahmen und Passepartouts von der Substanz der Bilder ablenken. Heutzutage sehe ich es umgekehrt: Mit Rahmen bekommen viele Arbeiten eine Seriosität, die das geneigte Publikum dem rahmenlosen Werk nie zusprechen würde (es sei denn, sie würden die Handschrift und das Renommee des Künstlers erkennen). Im Grund habe ich mich vom Idealisten zum Realisten gewandelt 🙂

Allerdings hab ich immer noch eine Marotte, was das Rahmen eines Bildes angeht: Die Passepartouts, die ich selbst zuschneide und aussuche, sind fast nie weiß, wie es in Galerien Standard wäre (damit das Bild einen „neutralen“ Rahmen hat). Das finde ich verlogen. Entweder ich zeige ein Bild nackt, oder aber ich darf es ausstaffieren und es im besten Licht zeigen. Und dazu gehört ein Passepartout, der eine der Farben im Bild aufnimmt.

Aber zum Bild. Es ist mit Ölfarben gemalt, was ich anfangs oft, später nur noch selten machte. Ich wollte einen Kopf malen, der die menschliche Überforderung im Angesicht der Größe des Weltalls aufzeigt.

Ich meine den Moment, wenn einem klar wird, wie winzig man wirklich im Vergleich zum Universum ist. Ich weiß zwar nicht, ob das ein universeller Gedanke ist, aber ein paar meiner besten Freunde und ich haben in unserer Jugend solche Gedanken nächtelang gewälzt, also gibt es außer mir noch ein paar Menschen, die mit diesem Gedankengang etwas anfangen können 🙂

Das Orange des Shadowbox-Rahmens nimmt die Farbe von Mond und Sternen auf und wirkt einerseits als Fortsetzung oder Erweiterung, andererseits als Kiste oder Gefängnis, was den widersprüchlichen Charakter betont und der Farbe eine eigene Bedeutung zuweist.

 

Die Arbeit wurde auf einer mit Gesso grundierten Hartfaserplatte aufgemalt. Sie wurde alla prima aufgetragen, soll heissen auf ein Mal, ohne auf eine Zwischentrocknung zu warten und in Schichten vorzugehen.

Sie ist 20x29cm groß, der Außenrahmen hat ein Maß von 36×27,5 cm.

 

Der Titel hat auch eine doppelte Bedeutung: Die ursprüngliche Bedeutung ist von den Sternen beeindruckt zu sein. Die neue Bedeutung bedeutet von der Welt der Stars fasziniert zu sein.

 

Januar


Vor ein paar Wochen hab ich begonnen ein paar Kalenderblätter, die ein Weihnachtsgeschenk an meine Mutter gewesen waren, hier einzustellen. Ich hatte mich schon gewundert, wo die anderen abgeblieben waren, aber vor ein paar Tagen fand ich 3 weitere Bilder. Hier also das Erste.

 

Bezeichnenderweise der Januar. Man sieht eine hügelige Landschaft, die schneebedeckt ist. Die fahle Sonne taucht alles in blaues Licht, im Vordergrund laufen parallele Spuren. Skispuren? Oder doch Wegspuren eines Traktors am Feldrand?

Es handelt sich hier um eine Collage, wobei sie sehr einfach gehalten ist. Es ist lediglich ein Stück Zeitungspapier auf den Untergrund geklebt worden. Darauf und auf den Hintergrund hab ich mit Gesso verschiedene, nicht zusammenhängende Untergründe aufgebracht. Darauf kam Aquarellfarbe in Gelb- und Blautönen um diesen kalten Wintereffekt zu erzielen. Das Untergrundpapier (der Kalender) ist wirklich schlecht. Ich weiss nicht wie lange der Untergrund hält. Die Zeitung ist auch schon viel dunkler als am Anfang. Die Farbe allerdings scheint alles schön zusammenzuhalten 🙂

Die Arbeit ist von 1988, das Mass ist 21×29,1 cm.

Schräge Töne


Das Bild hier ist das Dritte in einer Reihe von Saxofoncollagen. Dieses hier wurde auch wieder mit Wellpappe gestaltet, bekam aber auch noch einen Hingucker.

 

 

Die Klappen sind nicht aufgemalt, sondern ausgeschnitten und aufgeklebt. Dementsprechend sind die Schatten natürlich nicht echt, sondern aufgemalt, wie auch Licht und Schatten auf den Klappen selbst aufgemalt ist.

Anfangs wurde eine Gesso Unterlage aufgetragen, auf die eine Wellpappe geklebt wurde, deren Erhebungen ich etwas plättete um leichter darauf malen zu können. Den Hintergrund gestaltete ich dunkel mit grünen Sprenkeln, die das Original (einen grünen Samt) zitieren. Danach klebte ich die ausgeschnittenen Klappen auf. Erst nach diesem Schritt malte ich den Hintergrund (sieht man an den Aussparungen für die Klappen). Der Trichter ganz oben ist auch nur aufgemalt. Die Wellpappe endet kurz davor.

Der Titel ist natürlich eher lustig-doppeldeutig 🙂

Die Arbeit entstand 1989. Es wurde Gesso, Wellpappe und roter Bastelkarton verwendet. Es waren Aquarellfarben mit denen ich malte.