Club Sandwich Variation


Bei der Essensplanung bin ich immer sehr spontan und lasse mich gerne von meinem Bauchgefühl leiten. Wobei das nicht genau stimmt, weil der Kopf eigentlich auch oder sogar die führende Rolle spielt. Ich lasse meine Gedanken kreisen, bekomme eine Idee oder eine Lust oder auch Neugier auf etwas bestimmtes und kreise dann wieder, um das Gericht/Essen „einzukreisen“ oder zu definieren. Manchmal interessiert mich der „Klassiker“, manchmal die Variante und manchmal etwas ganz anderes.

Heute kreiste der Berg und gebar… ein Club Sandwich.

Gestern war ich in der Innenstadt bei der Bank, um Geld abzuheben, da fiel mir ein, daß Pforzheim schon vor ein paar Jahren behauptete, eine Online-Stadt zu sein, mit freiem WLAN in der Innenstadt. Da ich erst seit kurzem ein Smartphone besitze (ich hab mein treues altes schlicht verloren) wollte ich das überprüfen: Ich schaltete die WLAN Suchfunktion an und bekam in Sekunden Auskunft über 6 WLAN Verbindungen, alle frei geschaltet! Impressive!

Ich erwähne das nur deshalb, weil ich heute im Laden (auch in Pforzheim) mein Handy herausholte, in der Hoffnung, ich könnte das Club Sandwich googeln, aber dort gab es kein WLAN…

Ich hatte noch im Hinterkopf, daß ein Teil ein BLT ist, also ein Bacon, Lettuce and Tomato Sandwich ist (mein absolutes Lieblings-Sandwich), und daß der zweite Teil mit Hähnchen und Käse zu tun hat.

Ich kaufte Toast, Bacon und Hähnchenbrust ein, Käse hab ich immer daheim, dazu 2 größere Tomaten. Eisbergsalat hatte ich ausnahmsweise auch noch zuhause.

Daheim angekommen googelte ich das Sandwich erst mal, fand aber nur deutsche Rezepte, und die klangen odd/komisch. Zum Beispiel meinte essen&trinken, daß der Käse auf den BLT gehört und das Hähnchenfleisch nackt bleibt – das kann nicht sein; kein Amerikaner würde Käse auf einen BLT geben, der gehört geschmolzen eindeutig auf das Hähnchenfleisch.

Jedenfalls hab ich dann bei Wiki nachgelesen, daß es das Sandwich schon um 1895 gab und es sich leicht verändert hat. Deshalb ist meines auch eine Variation. Die Veränderung betrifft den Hähnchenteil. Heutzutage wird diese Scheibe Toast sehr üppig sowohl mit gekochtem Schinken wie auch mit Putenscheiben belegt und bei Bedarf Käsescheiben zugefügt. Ich finde aber Geflügelwurst langweilig und Pute esse ich nur an Thanksgiving und am 1. Weihnachtsfeiertag, sonst kann mir der Vogel gestohlen bleiben.

Also ersetzte ich den Aufschnitt durch Streifen einer frisch gebratenen Hähnchenbrust, der ich ein Drittel abschnitt und dieses Teil nochmal der Länge nach drittelte. Das gab 3 Scheiben Hähnchen von etwa 5mm, die ich mit Bergkäse (Original: Swiss/Schweizer Emmentaler) belegte und unter einem Deckel zum Schmelzen brachte.

Im Kurzdurchlauf:

3 Scheiben Toast, getoastet

2 El Mayo+2 El Senf (ich nahm den französischen mit den groben Körnern) vermischen

beide Scheiben Toast damit einschmieren

4 Scheiben Bacon langsam auslassen, auf Krepp abtropfen lassen

Ein paar Blätter Eisbergsalat waschen (ich hab ihn geshreddert, anders wäre es leichter gewesen), als erstes auf dem Brot verteilen

Dann 3 Scheiben Tomaten verteilen (Tomaten auch nicht dicker als 5mm schneiden, sonst ist das Sandwich zu hoch)

Dann die Scheiben Bacon verteilen

Jetzt die zweite Toastscheibe mit Mayo+Senf

wieder Salat

und jetzt die drei dünnen warmen Filets mit dem geschmolzenen Käse drauf.

Wenn noch Senf/Mayo da ist, die oberste Scheibe nach unten einschmieren, Einen Holzpflock einschlagen, das Sandwich diagonal aufschneiden, Kiefer aushängen und geniessen!

Saulecker! Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Club Sandwich gegessen habe, aber es ist schon eine ganze Weile her.

Ich sollte es abspeichern unter den Gerichten (ergibt mehr als die Summe seiner Teile), die so häufig nicht anzutreffen sind.

 

 

 

 

 

Sardinen Gamberi Salat


Heute hatte ich wieder Gelegenheit zum Fischhändler auf der anderen Kreuzungsseite zu gehen. Der Vater, der mich bediente, erzählte mir, daß sie nach 8 Jahren die Inneneinrichtung ändern, und auch Fliesen legen. Im nächsten Satz beteuerte er, daß sich an den Preisen nichts ändern würde (ich finde den Laden eh preiswert im Vergleich zu Karlsruhe oder gar Stuttgart!) 🙂

Er meinte noch, daß der Laden zwar renoviert würde, aber der Stand, der normalerweise auf verschiedene Märkte fährt, für die Woche an der Seite parken und das Geschäft aussen betrieben würde.

Ich wollte etwas für einen Salat und nahm drei seiner tollen Gamberi mit (die Dinger sind wirklich riesig und total frisch und geschmackvoll!). Er hatte auch noch Sardinen, von denen wollte ich auch noch ein paar, aber er wollte mir die ganze Chose verkaufen (weg ist weg 🙂  ) und meinte mehrfach, daß sie sehr preiswert seien, und ja, einfrieren sei gar kein Problem…

Am Ende bezahlte ich für fast ein kg Sardinen €4.90. Ich hab die, die man auf dem Teller sieht, vorbereitet, der Rest, mindestens die dreifache Menge, wurde auf zwei Gefrierbeutel verteilt und wird hoffentlich bald Gäste erfreuen.

Dann ging es zum teuren Russen, bei dem ich eine Karotte, etwas Feldsalat, eine Jalapeno, eine kleine Zucchini, eine orangene Paprika, ein paar Oliven, ein paar Pimientos de Padron und etwas frischen Basilikum einkaufte.

Daheim angekommen, machte ich mich daran, meinen Salat zu komponieren.

Zuerst wurden die Sardinen ausgenommen und die Wirbelsäule entfernt, dann kamen die Gamberi dran. Die verloren Kopf, Darm und Panzer. Die Sardinen hab ich noch schnell gewürzt (Salz, Pfeffer) und mehliert, einfach weil sie dann etwas knackiger nach dem Bratvorgang sind.

Als Salat hatte ich den Feldsalat und einen Eisbergsalat (kauf ich fast nie, aber auch der war vom teuren Russen und hatte weder den komischen Industriegeruch, noch den superfest geschlossenen Kopf, sondern relativ offene Blätter und ein angenehmes Mundgefühl – Geschmack hat er natürlich auch nicht viel, aber dafür Knack!).

Die wurden beide gewaschen, geschleudert und mit Olivenöl und Zitronensaft beträufelt.

Die kalten Beilagen: Die Karotte wurde geraspelt und mit Apfelessig, Zucker, Salz und einem Tl Olivenöl abgeschmeckt. Die Menge an Karotte war gering, dementsprechend auch die Menge an Aromaten. Die Oliven bekamen gar keine Behandlung.

Die warmen Beilagen: Ein paar Scheiben Zucchini, eine halbe Paprika in dünnen Scheiben, eine halbe sehr scharfe Jalapeno, 2 Frühlingszwiebel und 3 Champignons, die ich noch daheim hatte, und vier der Pimientos de Padron wanderten in eine heiße Pfanne mit Knoblauch. Nachdem alles gar war kam es als zweite Schicht über den grünen Salat.

Jetzt wurden die Fische und die Meeresfrüchte schnell angebraten. Bei den Gamberi hab ich (eher aus Zufall) den Garpunkt genau getroffen – außen aromatisch und mit Röstaromen, innen noch glasig. Sie wurden am Schluß noch mit ein paar Spritzern Zitrone beträufelt und Knoblauch lag auch in der Pfanne.

Jetzt stellte ich fest, daß es doch eine ziemliche Portion geworden war, Grünzeug oder nicht.

Ich muß gestehen, ich schaffte nicht alles, aber alles aus dem Meer 🙂

 

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Tortilla Refried Beans Hackfleisch Käse Pico de Gallo


Gestern sah ich bei Carmen von Gesund und Gut 1×1 einen Post über Quesadillas – sofort ist mir aufgefallen, daß es schon eine Weile kein mexikanisches Essen mehr gegeben hat.

Gestern Abend ging ich zum teuren Russen, der aus der Sommerpause zurück ist, und hab mir gleich Koriandergrün geholt. Cheddar und Tortillas waren im Haus, Tomaten ebenso. Die Avocado vom Russen hat 2.75 gekostet, aber sie war perfekt buttrig, ohne Dellen oder Grauzonen. Außerdem nahm ich mir frische Frühlingszwiebel mit.

Ich hab es schon oft beschrieben, also mach ich es kurz. Gestern hab ich Hackfleisch mit Zwiebeln und Knoblauch angebraten, mit Cumin und Oregano gewürzt, meine 3 Jalapenos geerntet und hineingeschnitten, und Salz drangetan.

In einem zweiten Topf gab es die Kidneybohnen, auch mit Knoblauch, Cumin und Oregano und etwas Salz und einen kleinen Schluck Wasser. Nachdem sie erwärmt waren hab ich sie mit einem Kartoffelstampfer zerdrückt und warm gestellt. Die Tortillas waren aufgetaut und eine davon wurde auf einen Teller gelegt. Jetzt kam eine 1cm Schicht der zerdrückten Bohnen auf die Tortilla, darauf die gleiche Menge Hackfleisch (angebraten), dann eine schöne Schicht Cheddar.

Jetzt die zweite Tortilla draufgeben, wieder großzügig Cheddar drüberraspeln und so in den Ofen geben, bei 200 C Umluft, bis der Käse Blasen schlägt.

Wenn sie nach weniger als 10 Minuten sehr heiß ist, wird sie ausdekoriert mit Tomaten, Eisbergsalat in Streifen, Avocado, Creme Fraiche, Frühlingszwiebel und Jalapenos. Natürlich durfte das Koriandergrün nicht fehlen 🙂

Es wurde ganz schön chaotisch! Hat aber gut geschmeckt und war soviel, daß ich die andere Hälfte heute mit ins Geschäft genommen habe.

 

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Enchiladas Refried Beans Spanischer Reis Guacamole Pico de Gallo


Ich hatte Besuch und vorher verabredet etwas Southwestern/Mexikanisches zu machen, also Tacos oder ähnliches. Ich hatte Lust auf Enchiladas und hab bis auf die Tortillas alles selbst hergestellt.

Für die Füllung hab ich Hähnchenbrust genommen und sie in einer selbst angerührten Barbequesauce garziehen lassen, um sie dann nach Art des ‚pulled pork‘ mit der Gabel zu zerpflücken.

Die Sauce bestand aud einer Dose Tomaten, 2 Kellen Hühnerfond (nach einem Rezept von Heston Blumenthal), fein gemahlenes Anchochilipulver (1 El), je 2 El Oregano und Cumin, 3 El Weinessig 3 El Honig, 2 El Pimenton de la Vera (zur Unterstützung des Rauchgeschmacks). Die Sauce hab ich püriert und die Hähnchenbrust hineingelegt und mit Deckel 15 Minuten köcheln lassen.

Anschliessend wurde die abgekühlte Hähnchenbrust zerpflückt und mit einem Teil der Sauce vermischt und beiseite gestellt.

Für die Sauce für über die Enchiladas (fürs Überbacken) hab ich im Prinzip das gleiche wie für die andere Sauce gemacht, nur wurde der Gewürzanteil verdoppelt und Essig und Honig weggelassen. Dadurch war der Tomatencharakter fast komplett weg.

Die Refried Beans bestanden aus einer Dose Kidneybohnen, wieder diese Chili/Oregano/Cumin Mischung, wieder eine Kelle Hühnerbrühe und Cilantro (Koriandergrün). Sie werden mit einem Stampfer zerdrückt und zu einer nicht zu trockenen Creme reduziert.

Die Tortillas werden in einer Pfanne kurz von beiden Seiten erwärmt und mit der Hähnchenmischung und 2 El Bohnenpüree gefüllt, gewickelt und in eine Form gegeben. Darüber kommt dann die Sauce. Über die Sauce kommt eine gute Tasse geraspelter Cheddar.

Im Ofen werden sie gebacken, bis das Innere heiß ist, etwa eine halbe Stunde bei 180 Grad.

Dazu gab es Spanischer Reis. 1 Tasse Langkornreis (kein Basmati) wird mit kleingehackter Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl angebraten, bis er leicht gebräunt ist. Dann kommen 2 El Tomatenmark hinein, das ebenfalls angebraten wird. Dann werden 2 Tassen Hühnerbrühe draufgegeben und der Topf etwa 20 Minuten mit Deckel auf kleiner Flamme ziehen lassen. Am Schluß hab ich noch ein paar Cocktailtomaten in Stücken dazugegeben.

Außerdem war Guacamole dabei. Das Fruchtfleisch von zwei Avocados wird mit kleingehacktem Knoblauch und einer kleingehackten Frühlingszwiebel zerdrückt, es kommt Zitronensaft dazu (1/2 Zitrone) , bei mir wanderte noch der Saft einer halben Limette dazu. Auch hier kommen noch Tomatenstückchen hinein, wie auch Koriandergrün.

Schließlich darf Pico de Gallo nicht fehlen, Einer Salsa aus Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Zitronensaft. Klingt alles ähnlich? Ist es auch, aber die verschiedenen Konsistenzen machen den Unterschied aus.

Mein Gast kann nicht scharf essen, also hab ich darauf verzichtet, die Speisen schon anfänglich zu würzen (was üblich ist), aber für mich hab ich ein paar frische Jalapenos kleingeschnitten und zur weiteren Unterstützung noch meine Flasche selbst gemachter Habanerosauce dazugestellt.

Das Weisse auf dem Teller ist Schmand, das i-Tüpfelchen. Außerdem gab es ein paar Streifen Eisbergsalat, weil der so schön knackt.

Enchilada-Refried-Beans--Chicken-Spanish-Rice-Guacomole

Das Ganze hat sehr rund und gut geschmeckt und hat unglaublich satt gemacht!

 

Rote Bete Orangen Salat Hähnchenspieß


Es ist hier schon eine ganze Weile Winter, mit allem, was dazugehört- Kälte, Schnee, Scheißwetter, Orangen und roter Bete.

Die 2 letzten der Aufzählung sind bei uns positiv besetzt und immer wieder gern warm oder kalt eingesetzt.

Die Bete hatte ich heute aus dem Vacuumpack, weil ich keine frischen fand. Dazu kam ein Eisbergsalat, den Frau B. gern isst (wegen der Crunchnote), 2 Orangen, filetiert, und Walnüsse. Dazu noch Hähnchenbrust, um Spieße zu machen.

Rote-Bete-Orangen-Walnuß-Hähnchenspieß1-(3)

Der Eisbergsalat wurde in Streifen geschnitten und mit einer mageren Essig/Olivenölmischung gemischt und beiseitegestellt.

Die Bete hab ich in dünne Scheiben geschnitten und mit Orangensaft (von dem übriggebliebenen Rest der Orangen), Saft einer halben Zitrone, ein halber Tl Zitronenzeste, einem Tl Zucker und 2 El Olivenöl mariniert. Die Bete hab ich zusätzlich etwas gesalzen.

Für den Salat hab ich zuerst den Eisberg auf den Boden gelegt, die Bete als Rosette darauf, die Orangenfilets sonnenförmig darum die Walnüsse darauf und den Spieß (mit Pimenton de la Vera gewürzt) daneben angerichtet.

Dann nur noch den Rest Marinade darübergegeben.

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