Kassler Kartoffeln Rosenkohl Cranberries


Heute war der Tag, Lebensmittel, die ich gekauft aber noch nicht verwendet hatte, einzusetzen.

Da gab es einmal den Rest vom Netz Rosenkohl, Kassler, den ich vor 2 Tagen gekauft habe und Kartoffeln, die ich fast immer im Haus habe.

Den Rosenkohl putzte ich gut, schnitt das Kassler in Stücke und gab die Kartoffeln in Stückchen in kaltes Salzwasser.

Der Rosenkohl wurde auch in Salzwasser gegart, bis er noch bissfest war, dann hab ich ihn kalt abgebraust, wegen der Farbe.

Nachdem die Kartoffeln fast gar waren, wurden sie in etwas Öl in einer beschichteten Pfanne langsam rösch angebraten.

Dazu kam zuerst das Kassler, um sich seine Röststoffe abzuholen, später dann der Rosenkohl.

Gegen Ende gab ich noch ein paar eingelegte Cranberries dazu, wie auch ein paar Esslöffel der süßen Einlegflüssigkeit.

Klingt vielleicht ungewöhnlich, gab dem ansonsten saucenlosen Gericht seinen Kick – apropos Kick: Ich hatte auch noch eine 3/4 Jalapenoschote, die hab ich kleingewürfelt und auch noch dazugegeben. Es war nicht übertrieben scharf, hatte aber genug Schärfe für „heisse Lippen“ 🙂

Insgesamt eine sehr stimmige Mischung, ich hab es sehr gerne gegessen. Die Cranberries heben das Gericht aus dem Durchschnitt heraus.

 

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Wildschwein Rosenkohl Serviettenknödel


Ein sicheres Anzeichen, daß du zuviel Zeit hast, ist, wenn du Mittwochs am Abend ein Sonntags- oder Feiertagsgericht kochst, und dabei manches zum ersten Mal machst.

Heute hatte ich meinen kurzen Tag und war tatsächlich schon vor Einbruch der Dunkelheit daheim. Ich wollte Geld abheben und schnappte mein Fahrrad, um schnell in die Stadt zu kommen. Nach der Bank wollte ich im Stadt-Supermarkt nachschauen, was sie an Besonderem haben (es ist der Supermarkt mit dem Mangalitza-Schwein aus Ungarn). Das war auch da, aber es gab auch Wildschwein und Hirsch. Ich hab schon lange kein Wildschwein mehr gegessen, also nahm ich ein gutes Pfund mit.

Auch fand ich einen Beutel mit Semmelbrotwürfeln (sollte man nicht kaufen müssen 🙂 ), aber darauf stand ein Rezept für Semmelknödel. Ich schaute kurz nach, ob ich sonst alles hätte und nahm den Beutel mit. Dann fiel mir ein, daß ich noch nie einen Serviettenknödel gemacht habe und schaute bei Culinaria Deutschland nach, wie lange sowas denn dämpfen muß (40 Minuten).

Dann konnte es losgehen:

Suppengrün als Brunoise schneiden

Wildschwein auf allen Seiten scharf anbraten, herausnehmen

Suppengrün mit einem Löffel Tomatenmark anbraten

mit Port ablöschen, dann mit Rotwein

herunterkochen lassen, mit Wasser auffüllen

Wildschwein wieder in den Topf geben, Deckel drauf

Hitze auf die kleinste Stufe stellen

90 Minuten ziehen lassen

Gemüse abseihen, Fleisch warmstellen, Sauce einkochen, mit Beurre manier abbinden

 

Rosenkohl putzen

Zwiebel und Speck anschwitzen

Rosenkohl dazu, ein Glas Wasser dazugeben

Deckel drauf, bei niedriger Hitze 20 Minuten gar kochen, abschmecken

 

Semmelbrotwürfel 250 g in eine große Schüssel geben, Prise Salz und eine Prise Muskat dazu

1 El gehackte Zwiebel und 1 El gehackte Petersilie in 30 g Butter anbraten

mit 3/8 l Milch auffüllen, einmal aufkochen lassen, zu den Brotwürfeln geben

2 Eier drübergeben, zügig vermischen

in ein frisches Leinen(geschirr)tuch einrollen, Enden mit Küchengarn abbinden, Garn lang lassen

Das eine Ende am Henkel auf der einen Seite anbinden. Es muß knapp gebunden werden, damit der Knödel nicht im Wasser liegt

Dann die zweite Seite am anderen Henkel anbinden. Darauf achten, daß der Decke schliessen kann.

Jetzt wenig Salzwasser in den Topf geben und zum Kochen bringen.

Es soll 40 Minuten dauern. Bei mir war der Knödel noch länger drin.

 

Nachdem alles fertig wurde, anrichten.

 

Ich fand auch ein Glas eingelegte Cranberries in dem Laden, von denen wurden ein paar vermanscht und bekamen etwas Orangenzeste drüber, eine Kombi, die ich kenne und die toll schneckt.

Die hab ich dazugelegt, weil ich und viele Wildesser fruchtige Komponenten zu Wild lieben (übrigens hab ich eine ganze Reihe Kochbücher aus den Sechziger Jahren, die aus Sammelbänden bestehen, da war es noch wesentlich wilder, was die Neugier auf die Welt auf den Teller gebracht hat: Bananen zur Leber, Maraschinokirschen zu Schweinefilet und ähnliches).

Es hat richtig gut geschmeckt, der Serviettenknödel ist problemlos etwas geworden, der Rosenkohl warlecker mit dem Speck – alles gut.

Das Beste jedoch war, daß 2 Portionen Fleisch mit Sauce und je 2 Scheiben Knödel in den Froster wanderten und vom Knödel kann ich morgen noch etwas anderes machen. Sehr ergiebig und auf den zweiten Blick dann auch sehr preiswert 🙂 .

 

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Thanksgiving 2015


Eigentlich ist Thanksgiving am letzten Donnerstag im November, aber durch den verrücktesten Verkaufstag am Freitag (Black Friday) mußte ich am Donnerstag arbeiten. Meine Freunde sind teilweise variabler als ich, und so war es kein Problem, das Fest auf den Sonntagmittag zu verschieben.

Ein paar Vorbereitungen hab ich schon am Donnerstag getätigt: Es gibt ein Dampfkocherrezept von Heston Blumenthal, um aus Hähnchenflügel und danach Suppengrün einen tollen Hühnerfond zu kochen – das war Donnerstagabend die Aufgabe. Kurz beschrieben kocht man die Flügel in einer gewissen Menge Wasser (2l?) eine Stunde, lässt alles abkühlen, nimmt die Hähnchenteile heraus und fügt das Suppengrün dazu. Wieder den Deckel drauf und eine weitere Stunde, dann ist der Fond fertig. Man kann das auch bei youtube anschauen- ich mach das inzwischen aus der Lameng 🙂 . Am folgenden Tag war ich im Edeka und fand sehr preiswert 2 Puten-Unterschenkel, die ich wieder in fast 2 Litern Wasser eine Brühe kochte. Dazu kamen zwei Lorbeerblätter von meinem Lorbeer-Chili Strauß, die sind sehr aromatisch. Jetzt hatte ich einen eingekochten Liter Putenbrühe und einen dreiviertelliter Hähnchenfond.

Ich fand auch ein paar Päckchen Cranberries, daraus gab es eine Sauce aus 300 g Cranberries, Saft und Abrieb einer Orange, 7 El Zucker (hab ich von Dina übernommen) und einer Prise Zimt.

 

Cranberry sauce

Die Sauce: Wurde weiter eingekocht auf etwa einen Liter, dann machte ich aus 70 g Butter und genug Mehl eine Roux, die ließ ich hellbraun werden und goss die Fonds zusammen hinein.

Die Sauce zog etwas an, blieb aber relativ flüssig – aber so soll sie sein. Später hab ich sie noch mit Salz abgeschmeckt. Noch später kam noch die Flüssigkeit der Pute dazu. Foto gibt’s keins, aber die Sauce war von der Farbe hellbeige.

Beilage 1 – glacierte Karotten: Karotten schälen, schräg anschneiden, kochen in Orangensaft und Wasser 1:1, garen bis sie bissfest sind. Flüssigkeit abschütten, Butter in den Topf, arabisches Orangengewürz dazu, eine gute Prise Zucker, karamelisieren, Petersilie dazu.

 

Karotten Nahost

Beilage 2 – grüne Bohnen, Champignons, Speck, Sahne. Die Bohnen putzen, ablängen, in Salzwasser bissfest garen, mit kaltem Wasser die Temperatur senken. Den Speck auslassen, Champignons vierteln, einen halben Becher Sahne dazu und etwas einkochen lassen. Dann die Bohnen wieder dazugeben. Hier hab ich Thymian dazugegeben.

 

grüne Bohnen Champignons Speck Sahne

Beilage 3 – Kartoffelpüree. 2,5 kg Kartoffeln und 400 g Sellerieknolle kochen, abgießen, eine Prise Muskat, Salz und Pfeffer, 150 g Butter und ein Schluck Sahne. Eigentlich braucht es keine Sahne.

Das Püree war göttlich – bestätigt von 5 Mitessern.

Der Truthahn . 4,8 kg, bei 100 C um 11:00 ins Rohr geschoben, Temperaturfühler zwischen Bein und Brust positioniert. Um 14:00 hatte er 69 C, 79 brauchte er. Die Temperatur wurde auf 200 C erhöht, der Truthahn wurde mit Salzwasser eingepinselt (für die rösche Haut) und im Ofen gegart, bis die Temperatur 79 C betrug. Dann wurde der Rest der Flüssigkeit in die Sauce gegeben und nochmal aufgekocht.

 

Truthahn

Das Dessert – 1. Apple pie: Ich hatte wieder keine Lust Mürbteige herzustellen, deshalb hab ich zwei gekauft. Für die Füllung 7 Boskop Äpfel schälen, achteln, 2 El Mehl, 2 El Zucker, 1 Tl Ingwer, 1 Tl Zimt, 1/2 Tl Piment, 1/4 Tl Muskatblüte gemahlen, mischen, über die Apfelfüllung geben. Einige Butterflöckchen darübergeben, Deckenplatte drauf, einschneiden, Deko drauf, backen.

 

Apple pie 1

 

Apple pie 2

 

Dessert – 2. Cranberrymousse: Das Rezept ist von Dina von heissundinnig und es ist der Hammer! Wir konnten zwar keines fertig essen, aber es gab es als Beilage zum Apple pie und da war es super!

 

Cranberry Mousse

Der Geschmack ist total Cranberrymäßig mit einem unergründlichem Seitenaspekt (das muß die weisse Schokolade sein). Absolut zu empfehlen! Alle 5 Mitesser waren einer Meinung.

Die Niedergarmethode hat optimal geklappt – Brust saftig, der Rest gar und superzart. Ich hab wirklich nur begeisterte esser gehabt. Eine, L., meinte sie hätte noch nie ein Thanksgiving gehabt, bei dem alles perfekt war 🙂  . Ich sag nur – das geht runter wie Öl *g*

 

Also mir hat es auch super geschmeckt, und anders würde ich auch nichts machen.

Entenbrust Karotten Reis


Der kreative Entscheidungsprozeß bei der Menü- oder Speisenfindung ist einer, den ich nur sehr schwer wiedergeben kann.

Heute zum Beispiel dachte ich zuerst darüber nach, ob ich Pasta (Arrabiata) machen sollte, aber dann hätte ich nichts posten wollen, weil ich das schon ein oder zweimal gezeigt habe.

Dann dachte ich, ich könnte eines meiner vielen rohen oder schon gekochten Sachen auftauen, aber da kam auch keine rechte Lust auf. Dann war ich in einem Laden, da gab es gefrorene Barbarie-Entenbrüste (von Weibchen, also etwa bei 300 g), und da hat es dann Klick! gemacht. Zuerst sah ich den Rotkohl im Froster, dann fiel mir ein, daß ich das auch schon einige Male gezeigt habe, dann wurde mir asiatisch, bis mir einfiel, daß ich dafür die Gemüse, Ingwer, usw. nicht Zuhause hatte, bis ich dann von orientalischen Karotten und einem mittelöstlichen Reis fantasierte 🙂

Die Ente hab ich in lauwarmem Wasser aufgetaut. Einen Basmati-Reis hab ich auf die übliche Art gemacht. Die Karotten wurden geschält, in schräge Scheiben geschnitten und mit Prisen von Salz und Zucker geköchelt. Am Ende der Garzeit gab es eine Gewürzmischung aus der Mühle (von Aldi vom letzten Jahr: Orientalische Gewürzmischung mit Orangen), das aus Koriander, schwarzem Pfeffer, Fenchel, Cumin, Tomatenflocken, Ingwer, Knoblauch, Orangenöl, und Paprika besteht, und eine Flocke Butter.

Die Ente bekam eine rautenförmig eingeritzte Haut und wurde nach dem salzen und pfeffern auf der Hautseite etwa 8 Minuten auf mittlerer Hitze angebraten, dann für 5 Minuten bei 180 C in den Ofen. Es war fast schon zu lange. Sie wurde dann in Alufolie eingewickelt und noch 5 Minuten in den offenen Ofen gegeben, um zu ruhen.

Von der Pfanne, in der ich die Ente angebraten hatte, hab ich das Fett abgeschüttet, aber dann einen Balsamicoessig dazugegeben, um die Pfanne zu deglacieren (die kleinen aromatischen Fleischstückchen und den Geschmack abzulösen), dann ein Achtel Rotwein dazu, das einkochen und mit Salz und Pfeffer abzuschmecken. Dazu kam der Fleischsaft der Ente, nachdem sie aus der Folie gepackt wurde, und dann nochmal, nachdem ich sie in dünne Scheiben geschnitten habe. Sie hat echt gut geschmeckt.

Der Reis wurde noch mit Cranberrystückchen und gerösteten Walnuß-Stückchen (frisch aus der Pfalz) gepimpt und erinnerte ein bißchen an persischen Reis, auch wenn der traditionell mit Safran gemacht wird.

Auf alle Fälle hat es als Montagsessen gepasst, UND morgen gibt es mittags die andere Hälfte!

 

Entenbrust Karotten Reis 1

 

Entenbrust Karotten Reis 2

Entenbrust Rotkraut Rösti


Klingt ganz nach einem Klassiker-wie langweilig!

Ich hab zwar nichts gegen Ente mit Rotkraut und Rösti auf die klassische Art, aber ich finde es spannender, die Nebenwege zu beschreiten (die sind oft auch ganz schön ausgelatscht: merke-es gibt nichts Neues auf dieser alten Erde).

Auf dem Markt heute morgen gab es beim Geflügelhändler freilaufende Enten aus eigener Zucht. Es müssen Erpel gewesen sein, weil die Brust schon ziemlich schwer war. Ich hab mir die leichteste herausgesucht voller guter Vorsätze, den Rest an einem anderen Tag zu essen.

Zum Einkauf kamen vorwiegend festkochende Kartoffeln dazu, außerdem Rotkohl (1/4 Kopf) und Bio-Orangen.

Rösti:

2 mittelgroße Kartoffeln roh reiben

1 Ei

Salz, Pfeffer, Muskat

mischen, in eine heiße Pfanne mit Öl (Raps) mit oder ohne Formring, auf einer, dann auf der anderen Seite braun anbraten, warm stellen oder im Ofen nachgaren.

 

Rotkraut:

Dünn schneiden (Messer oder Reibebrett), salzen, Schmalz (Gänse-, Schweine-, oder Griebenschmalz) zerlassen, fein gehackte Schalotte dazu, angehen lassen, Rotkraut dazu, anschwitzen etwa 5 Minuten, einen El Zucker, 2 El Rotweinessig,  4 cl Port zum ablöschen.

Etwas reduzieren lassen, etwa 1/4l Wasser dazu, 5 Pimentkörner, 5 Wacholderbeeren, 1 Lorbeerblatt, 1/2 Zimtstange, 1 Sternanis, dannDeckel drauf und etwa eine Stunde leise köcheln lassen.

Wenn das Kraut weichgekocht ist, nochmal abschmecken und ggf. nachwürzen. Meine Fruchtbeilage war statt Johannisbeermarmelade eine Cranberry-Orangenfruchtzubereitung, die ich noch von Thanksgiving übrig hatte. Davon 3 gehäufte Esslöffel zum Kraut dazu.

Cranberry-Orangen-Frucht:

1 Schale Cranberries (200 g)

100 g brauner Zucker

180 ml Wasser

Cranberries in das Zuckerwasser geben, kochen, bis die Beeren platzen.

 

Kandierte Orangenscheiben:

180 g Zucker

100 ml Wasser

zu Sirup verkochen, die Orangen in Scheiben von 1 cm Dicke schneiden, in den Sirup geben, kochen, wenden, einreduzieren. Aufpassen, daß nichts verbrennt, wenn das Wasser fast weg ist. Herausnehmen, abkühlen lassen, in erbsengroße Stücke schneiden.

Die Orangenstücke zu den Cranberries geben. Passt übrigens auch wunderbar zu anderem Geflügel, aber auch zu Wild (statt Preiselbeeren), außerdem zu Schwein (Lende).

 

Sauce:

Ich hatte leider keine Entenkarkasse, deshalb hab ich mir ein Glas Entenfond geholt ( selber machen ist aber besser, auch wenn dieser Hersteller behauptet hat, keine unnatürlichen Zusätze dazugegeben zu haben). In einer Sauciere wurde eine feingewiegte Schalotte in bretonischer Butter geschwenkt, ohne Farbe zu nehmen, dann wieder mit Port abgelöscht, reduziert und schließlich mit dem Entenfond aufgefüllt. Dann wurde das alles auf etwa 75 ml eireduziert. Die Schalottenstücke hab ich nicht herausgesiebt, das kann man aber auch noch machen. Stattdessen hab ich etwas Speisestärke mit kaltem Wasser angerührt und ein wenig zur Bindung in die Sauce gegeben. Außerdem hab ich von einer Bio-Orange mit einem Sparschäler ein etwa 10 cm langes Stück Haut abgezogen, es fein gewiegt und zur Sauce dazugegeben.

Entenbrust:

Sie wurde erst pariert, dann mit Fleur de Sel und frischem schwarzen Pfeffer gewürzt. Auf die Fleischseite hab ich noch eine Gewürzmischung aus der Mühle gegeben, das ich bei den arabischen Wochen bei Aldi (Nein!) gekauft habe. Es heißt Arabisches Orangengewürz, und besteht aus Koriander, Pfeffer, Fenchel, Cumin, Ingwer, Tomatenflocken, Knoblauch, Paprika und Orangenöl.

Allerdings war es beim Gericht nicht zu erschmecken. Wahrscheinlich wurde es von den Gewürzen im Rotkraut und der aromatischen Sauce totgeschlagen…

Die Ente bekam ihre Haut mit einem sehr scharfen Messer in Rauten geschnitten, und wurde ohne Fett auf der Hautseite in eine sehr heisse Pfanne gegeben. In nullkommanix war die Pfanne voll von ausgetretenem Fett und die Haut schön rösch. Also wenden und die Pfanne alsbald(=gleich) in den auf 180 C vorgeheizten Backofen geben. Dort bleibt die Brust 10 Minuten, dann kommt sie heraus und ruht wietere 10 Minuten in der Pfanne (keine Folie, sonst wird die Haut wieder weich). Dann aufschneiden. Sollte jetzt noch Saft austreten, den in die Sauce untermischen.

Anrichten und geniessen.

Das war saulecker!!!

Entenbrust-Rotkraut-Röst-3

Entenbrust-Rotkraut-Rösti-2

Entenbrust-Rotkraut-Rösti-1

Schon wieder Salat!


Auf die Gefahr hin mit noch einem Salat zu langweilen, will ich dennoch eine Lanze brechen für ein hierzulande seltenes Topping für den Spargel, nämlich Cheddar!

Der grüne Spargel ist eh etwas kräftiger im Geschmack und verträgt gut den ebenfalls kräftigen Cheddar. Allerdings ist es nicht ganz einfach einen guten Cheddar zu bekommen-

klassische Affineure verschmähen ihn, weil er in aller Regel industriell hergestellt wird (die kleinen Sorten bleiben in Irland und England), und die Supermarktvarianten sind meist relativ schwach ausgebaut.

Man braucht einen nicht zu anspruchsvollen Käseladen, zum Beispiel einen, der verschieden alten Gouda anbietet oder aber 4 Sorten Bergkäse 😉

Der Rest ist schnell erzählt- Der Salat hat auch noch angebratenen Paprika und Schlotten, dann wird der Cheddar über den warmen Spargel gerieben.

Das Dressing ist dieses Mal Essig/Olivenöl und zwei Hauch Knoblauch, Salz und Pfeffer.

Salat-Spargel-Paprika-Cheddar

Salat-Spargel-Paprika-Cheddar

 

Aber halt! Eine Kleinigkeit gibt’s noch. Zwei Karotten wurden geraspelt, gesalzen, ein Tl Essig und ein Tl Zucker dazu, getrocknete gesüßte Cranberries halbiert und zerteilte Walnüsse auch noch.

Ein wenig durchziehen lassen, schmeckt dem, der mit ein wenig Süße kein Problem hat. Irgendwie hat mich das an frühere Zeiten erinnert, da hat man noch Currysauce drübergehauen, aber das geht heute nicht.

Mal was anderes- Je ne regrette rien.

Karotte-Cranberries-Walnüsse-Petersilie

Karotte-Cranberries-Walnüsse-Petersilie

Wildhasenrücken Schupfnudeln Rotkraut Preiselbeerenkompott Cognacrahmsauce


Dieses Gericht ist ein Wirtshausklassiker im Winter, gell?

Macht nix, ich krieg fast nie Wildhase, also echten Hasen statt Kaninchen, und ich liebe den Wildgeschmack. Immer schon.

Der Vorteil des seltenen Genusses liegt darin, daß ich mich an einzelne Zubereitungen lebhaft erinnern kann, wie zum Beispiel in einem Restaurant an der inneren Peripherie von Paris, dem Coq d’Or.

Butterzart, rosa, mit wunderbar dunkler Sauce mit Schokolade an breiten Nudeln- sensationell.

Hier hab ich, weil ich keinen Jäger kenne, einen tiefgefrorenen Hasen gekauft, dazu eine kleine Dose Rotkraut. Klingt schrecklich, oder?

Ein echter Rotkohl ist einfach zu viel, da muß ich entweder die ganze Woche Kraut essen oder was wegschmeissen.

Also:

Den gespickten Rücken entspickt, ausgebeint, beiseitegestellt, Rückenknochen und Rippen zerhackt, scharf angebraten, Röstgemüse mit angebraten, Thymianzweig dazu, tomatisiert, mit Rotwein 150 ml und Wildfond 400 ml abgelöscht und reduziert.

Als es nur noch 150 ml waren, einen guten Eßlöffel Creme Fraiche und etwas von meinem Himbeersalz dazu, schließlich einen Schluck Cognac dazu und mit etwas Speisestärke abbinden, es braucht nicht viel.

Für das Kraut: 4 der Lardons (Spickspeck) ausgelassen, Rotkraut darin angelassen, 1 Lorbeerblatt, 2 Nelken, 4 Pimentkörner, 4 Wacholderbeeren dazu, später 6 getrocknete, gezuckerte Preiselbeeren dazu, einkochen, daß kaum noch Flüssigkeit dabei ist.

Die Schupfnudeln:

2 mehligkochende Kartoffeln schälen, vierteln, in Salzwasser gar kochen (10 Minuten) abdampfen lassen, auf einen Teller und 10 Minuten im vorgewärmten Ofen weiter abdampfen lassen (bei 100 Grad).

Diesen Schritt hab ich in Abwandlung eines komplizierteren essen & trinken Rezepts gemacht. Hat genausogut funktioniert, war nur etwa 6-mal so schnell. Eine Handvoll Mehl auf eine Platte häufen, Kartoffeln durch eine Presse darüberdrücken, eine Mulde formen, ein Ei hineinschlagen, Prise Salz dazu, mit einem Teigschaber grob mischen, bei Bedarf etwas mehr Mehl dazugeben, darf nicht zu feucht sein. Dann eine Rolle formen, mit dem Schaber Stücke von einem Zentimeter abschneiden. Das Teigstück quer in die rechte Hand legen, die linke Hand leicht gewölbt im rechten Winkel leicht darüber hin- und herbewegen (dadurch entsteht die charakteristische Form mit den beiden verjüngten Enden). 4-5 Mal reicht, ist sehr einfach. Wasser zum sieden bringen, Schupfnudeln hinein, etwa 4-5 Minuten, bis sie aufsteigen. Abschöpfen, in Butter anbraten, damit sie ein bißchen Farbe nehmen.

Die Preiselbeeren waren gekauft, wer sich interessiert, kann aber verschiedene Cranberryrezepte auf diesem Blog finden.

Die ausgelösten Rücken und die kleinen Lendchen hab ich gesalzen und gepfeffert und scharf angebraten. Im noch warmen Ofen (100 Grad) etwa 10 Minuten ziehen lassen.

Auf der Packung stand durchbraten, ich hab sie aber gerade noch dunkelrosa hinbekommen, und ich lebe noch.

Insgesamt hab ich eine Stunde Zehn gebraucht, bis ich mich zum Essen hinsetzen konnte. Das aufessen dauerte knapp eine Viertelstunde.

Übrig ist der zweite Rückenstrang, etwas Sauce und Rotkraut – ach ja, und jede Menge Schupfnudeln.

Das gibt es dann morgen :-).

Wildhasenrücken-Rotkraut-Schupfnudeln-Preiselbeeren-Cognacrahmsauce-2

Vier für Vier Vier


Das Dessert, ein Apfelkuchen/pie/tarte/ strudel. Im Ernst, da gibt es Filo/Yufka/Strudelteig zu kaufen, den hab ich genommen. Da wird jede Schicht oder jedes Blatt mit flüssiger Butter eingepinselt, 4-5 Scheiben stark.

Darauf kommen 5 Boskop Äpfel, geschält und in Scheiben geschnitten. Dazu kam mein selbstgemachtes Gewürz, bestehend aus Nelken, Zimtstange, Piment, Sternanis, Ingwer, Muskat und einer halben Vanilleschote.

Das alles kam etwas zerkleinert in meinen Bosch :-). Von dem Gewürz nahm ich einen gehäuften Eßlöffel, gemischt mit einem flachen Löffel Mehl, damit der die aus den Äpfeln austretende Flüssigkeit abbindet.

Die Strudeltarte ??? buk 45 Minuten und wurde die letzten 15 Minuten abgedeckt, um nicht zu dunkel zu werden.

Dazu machte ich eine echte Vanillesauce:

Ein knapper halber Liter Milch, eine Vanilleschote, ausgekratzt, etwa 80g Zucker-abschmecken!, eine Prise Salz. Aufkochen, ein guter Löffel Speisestärke in kaltem Wasser auflösen, einrühren. Man kann auch zwei Eigelb nehmen, muß aber dann sehr aufpassen, daß die nicht gerinnen.

Dann hab ich getrocknete gezuckerte Cranberries in Sherry aufgekoht, bis sie vollgesaugt waren und dann püriert.

Dann war nur noch anrichten…

Apfeltarte-Strudelteig-Vanillesauce-Cranberry-Port-Reduktion

Schweinelende Steinchampignons Portweinsauce Cranberries Reisring


Ich hatte eine Schweinelende unter der Woche gekauft, und festgestellt, daß ich drei großzügige Mahlzeiten kochen kann oder muß, weil ich ja leider kein Gefrierfach habe. Der Vorteil ist, daß sich nichts mehr ansammelt, der Nachteil, immer wieder Variationen kochen zu müssen. Im Fall der Lende gab es zwei verschiedene Saltimbocca-Zubereitungen (weil ich auch vom Pfälzer eine Menge Salbei hatte, das verarbeitet werden mußte), für die es aber keine Dokumentation gibt.

Am letzten Tag machte ich einfach ein Geschnetzeltes auf die übliche Art, mit Schalotten, einer Knoblauchzehe und Steinchampignons, weil die etwas bissfester bleiben. Ich hatte auch noch frischen Thymian, der kam zweigeweise mit hinein, ein paar Speckwürfel und zum Ablöschen ein guter Schluck Port und anschliessend ein Glas Spätburgunder, dann etwas Sahne und einkochen lassen

Die Gelegenheit, meinen tollen Reisring zu benutzen, wollte ich mir nicht entgehen lassen ;-), der ist so herrlich retro!

Die Cranberries waren die eingelegte Sorte, also getrocknete, gezuckerte. Sie waren OK, hätten aber besser zu etwas wilderem gepasst.

Schweinelende-Steinchampignons-Portweinsauce-CranberriesReisring

 

Backapfel Apfelmus Mürbteig


Das Dessert zum Menü sollte einfach sein und sich vorbereiten lassen. Ich habe immer gerne Äpfel, für mich gewinnen sie im Ofen an Aroma. Aus Zeitmangel hab ich einen Mürbteig gekauft, was sich als zweifacher Fehler herausstellte. Ich hatte den Teig für deftiges statt süßes Essen genommen um etwas weniger süß zu kochen, wäre aber entweder mit selbstgemachtem Teig oder aber einem gekauften Blätterteig besser gefahren, weil der einfach besser aufgeht.

Der Teig wurde geviertelt und am Rand etwas hochgeklappt. Als Grundlage für den Teig hab ich aus 2 Äpfeln, einer halben Vanillestange und einem 1/4 l Apfelwein (im Barrique ausgebaut), der uns vor einer Weile geschenkt wurde, ein Apfelmus aufgesetzt und dann einkochen lassen. Das wurde püriert und auf dem Teig verteilt. Darauf kamen dann halbe Äpfel, die ebenmäßig eingeschnitten und mit Butter bepinselt waren. Dazu gab es in Apfelwein eingelegte gezuckerte Cranberries.

Das Ganze kam 25 Minuten in einen 180 C warmen Ofen.

Dazu hab ich ein gekauftes Vanilleeis gegeben- geschuldet der Tatsache, daß ich im Gefrierfach gerade keinen Platz für das Kühlelement der Eismaschine habe.

Insgesamt ganz gut- das Apfelmus war lecker durch den Apfelwein und die Vanille. Der Teig sollte besser durch etwas anderes ersetzt werden.

Mürbteig Apfelkompott Backapfel Vanilleeis2