Goldenes Horn


Heute hab ich wieder ein Saxofon dabei. Es gehört zu den Collagenarbeiten. Es ist ziemlich puristisch geraten und hat auch gewisse Elemente, die man in der Plakatkunst finden kann.

 

Vom Bildaufbau her ist die Arbeit so gemacht: Zuerst nahm ich zwei Streifen Zeitungspapier und klebte sie so auf, daß sich ein Trichter dazwischen bildete.

Dieser Trichter wurde mit Gesso ausgemalt, wobei der Bildrand auch Weiß ist und die Trichterränder abschließt. Danach hab ich grob die kontrastierenden Aquarellfarben Gelb und Lila aufgetupft.

Man sieht an den Trocknungseigenschaften und der relativen Transparenz deutlich, daß es Aquarellfarben sind. Letztendlich malte ich die Silhouette des Horns über Zeitung, Farben und weißer Fläche.

Von Plakaten abgeschaut ist das starke visuelle Element des Trichters (oder Megafons), das den Anspruch eines Saxofons, laut zu sein, visuell unterstützt. Ein weiteres Element aus der Plakatherstellung ist die grafische Darstellung des Horns. Bei Plakaten zählt oft der erste Eindruck und starke optische Reize gewinnen eher.

Die Arbeit hat eine Größe von 20×30 cm und entstand 1989.

Oktober


Das Bild heute ist für mich etwas schwieriger zu erklären, deshalb lasse ich es. Nur eines: Die Streifen, mit der ich die Collage gestaltet habe, stammen vom Papier eines Tabakbeutels der Sorte, den ich früher rauchte, als ich noch rauchte. Ich glaube aber, daß es die Farben waren, die mich dazu brachten, Balken zu schneiden und fallend aufzukleben. Darüber hinaus finde Ich die Farben schön herbstlich, und wer damit nicht zufrieden ist, kann sich aus den Primärfarben und Schwarz (rechts) seine eigenen Vorlieben mischen 🙂

 

 

Die Arbeit ist 29×21 cm groß. Es wurde Bleistift, Aquarellfarben, Kleber und bedrucktes Papier verwendet. Entstehungsjahr ist 1988.

Januar


Vor ein paar Wochen hab ich begonnen ein paar Kalenderblätter, die ein Weihnachtsgeschenk an meine Mutter gewesen waren, hier einzustellen. Ich hatte mich schon gewundert, wo die anderen abgeblieben waren, aber vor ein paar Tagen fand ich 3 weitere Bilder. Hier also das Erste.

 

Bezeichnenderweise der Januar. Man sieht eine hügelige Landschaft, die schneebedeckt ist. Die fahle Sonne taucht alles in blaues Licht, im Vordergrund laufen parallele Spuren. Skispuren? Oder doch Wegspuren eines Traktors am Feldrand?

Es handelt sich hier um eine Collage, wobei sie sehr einfach gehalten ist. Es ist lediglich ein Stück Zeitungspapier auf den Untergrund geklebt worden. Darauf und auf den Hintergrund hab ich mit Gesso verschiedene, nicht zusammenhängende Untergründe aufgebracht. Darauf kam Aquarellfarbe in Gelb- und Blautönen um diesen kalten Wintereffekt zu erzielen. Das Untergrundpapier (der Kalender) ist wirklich schlecht. Ich weiss nicht wie lange der Untergrund hält. Die Zeitung ist auch schon viel dunkler als am Anfang. Die Farbe allerdings scheint alles schön zusammenzuhalten 🙂

Die Arbeit ist von 1988, das Mass ist 21×29,1 cm.

August


Zu Weihnachten oder Geburtstagen stellt sich mir immer die Frage, was ich schenken soll. Wenn ich konkrete Wünsche kenne, gehe ich gerne darauf ein, bei einigen Personen ist ein Bild oder ähnliches angesagt.

Ich hab schon erwähnt, daß meine Mutter sehr kunstinteressiert war und mich auch immer unterstützt hatte. Etliche Jahre nachdem ich ausgezogen war, kamen wir (meine Schwester, meine Mutter und ich) immer noch jedes Jahr an Weihnachten zusammen. In jenem Jahr (1988) hatte ich mir schon relativ frühzeitig Gedanken gemacht und hatte diese Kalender entdeckt, die aus leeren Blättern bestehen. Das war damals noch eine ziemlich neue Idee, und sie gefiel mir. Vor allem sah ich das Thema schon vorgegeben, nämlich ein Spaziergang durch die Monate. Ich malte die 12 Blätter aus, soll heissen,ich machte Collagen und alles Mögliche. Meiner Mutter gefielen die Blätter so sehr, daß sie die besten in der Küche installierte, wo sie bis zu ihrem Tod hingen.

Danach fielen sie wieder an mich zurück. Ich hab sie jahrelang verwahrt (und auch einen Teil verlegt), aber hier zeige ich ein paar davon, allerdings nicht in der richtigen Reihenfolge.

 

Ich hab auch blödsinnigerweise keine Titel irgendwo dazugeschrieben, also ist es ein Ratespiel. Allerdings lässt die Präsenz eines Schwimmbads auf Juli oder August schliessen. Weil wir damals wie auch heute in Baden-Württemberg erst ab August Ferien hatten und uns deshalb oft im Schwimmbad in Wiesloch trafen, gehe ich davon aus, daß das Bild den August darstellt.

Ich weiss nicht, ob man es sehen kann (vielleicht nochmal auf das Bild klicken, um es vergrößert zu sehen), aber eigentlich ist es ganz einfach aufgebaut. Es besteht aus einfachen geometrischen Formen die von Dunkelgrün bis Gelb reichen. Ein hellblaues ausgehöhltes Trapez stellt das Schwimmbad dar. Ich habe die Innenfläche in blauen Schlieren bemalt. Dann, um die Sehgewohnheiten etwas aus den vertrauten Bahnen zu heben, nahm ich ein Stück Bütten und schnitt mit einem Exacto-Messer Wellenmuster. Das Papier wurde dann über die blaue Fläche geklebt.

Somit sind die Wellen das einzige Element in „Bewegung“, gefolgt von den drei farbigen Flächen, die ganz laut Sommer schreien, und die zwar das Schwimmbad einerseits rahmen, trotzdem das dynamische Element der Diagonale (Hellgrün/Verlängerung Gelb) beinhalten, das dem Entwurf eine Dynamik verleiht. Nicht zufällig ist diese Diagonale am Ende Gelb, so wie Sonne, die von rechts oben einstrahlt.

Alle Bilder des Kalenders waren im Maß 210×297 mm (A4). Das Papier war leider ein ganz gewöhnliches ist auch nicht besonders gut gealtert (es gilbt ziemlich). Es wurde komplett mit Aquarellfarben gemalt und dann mit 2 Collagenelementen beklebt.

Ohne Titel/Landschaft


Hab ich schon erwähnt, daß ich rhythmische Sachen mag? Ach so, ich glaube ja 🙂

Bei diesem Bild handelt es sich um ein grundiertes Stück Papier, dem ich noch ein Stück Stoff und eine Schnur hinzugefügt habe, was es zur Collage macht. Die Schnur hab ich in Gesso getränkt und sie dann auf den noch feuchten Malgrund gegeben, wo ich sie durchtrocknen liess. Danach hab ich das kleine runde Leinenstück getränkt und über die Schnur gelegt, nachdem ich sie wieder befeuchtet hatte. Das Leinenstück wurde später zum Mond.

Ich habe, nachdem alles wieder trocken war ein paar diagonale und horizontale Linien gezogen. Die   ein Dreieck mit nach unten ausgerichteter Spitze. Dieses Dreieck definiert die Markierungslinie der verschiedenen Farbflächen, die sich über das Bild verteilen, wobei die warmen Farben das rechte aufsteigende Dreieck einnehmen und die kälteren Farben die linke aufsteigende Seite einnehmen. Zur Mitte und nach oben hin werden die einen wie die anderen Töne heller.

Die Spirale, die von der Schnur definiert wird trennt auch immer einen Ton vom anderen (auch wenn die Figur über die Schnur hinausgeht. Die Schnur ist also ein weiteres trennendes wie auch rhythmisches Element. Ich könnte noch erwähnen, daß die Mathematik, die eine solche Spirale beschreibt als Grundlage auf dem Goldenen Schnitt fusst, diesem Seitenverhältnis von „idealer“ Proportion.

Den Mond hab ich hinzugefügt, um dem Bild über die Geometrie hinaus einen Wiedererkennungspunkt zu geben.

 

Das Bild wurde mit Aquarellfarben gemalt. Ich finde, sie haben einen ganz besonderen Reiz. Sie sind sehr intensiv, auch in den Pastelltönen, aber sie lassen den teilweise sehr pastosen Untergrund voll zum Vorschein kommen und betonen ihn sogar. Es könnte ausgeblichenes Gemäuer in Spanien oder Griechenland sein.

Die Arbeit hat ein Maß von 29×21 cm, Außenmaß des Passepartouts ist 40×50 cm. Entstanden ist das Bild 1992.

Noch ein Saxophon


Ich wollte eigentlich mit dem anderen Foto weitermachen, finde im Moment aber nicht eine Datei…

Hier ist eine ähnliche Aufnahme, die sich aber mehr auf die Klappen konzentriert.

Das Bild ist nicht ganz im Originalformat, aber nahe dran.

 

 

Ich hatte Lust, Versatzstücke einzusetzen und hatte gerade einen Päckchenumschlag mit Stempel in der Nähe. Mir gefiel die Stofflichkeit des Materials, also machte ich eine Collage aus dem Bild.

 

 

Der Hintergrund ist ein mittelweisses Papier, wieder ein Studienblock. Darauf hab ich eine Bleistiftzeichnung angelegt, nachdem ich zuerst den Poststreifen aufklebte, der hier die Rolle des Horns einnimmt. Die Zeichnung ist einfach und zeigt nur die Umrisse der Klappen und der Griffklappen (unten links). Oben links deuten sich die langen Stangen an, die Griffklappen mit höher liegenden Klappen verbinden. Um einen subtilen Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund herauszuarbeiten malte ich den Hintergrund hinter den Klappen weiß, und liess die großen Klappen farblos, weil das Papier ein bisschen dunkler als das Weiss des Hintergrunds ist. die kleinen Greifklappen auf dem Päckchenumschlag bemalte ich wiederum mit dem Weiss des Hintergrunds. Der Poststempel bringt etwas Schwung in die Collage, bewegt er sich doch rhythmisch zu uns unbekannten Melodien 🙂

Die Collage hat ein Mass von 16×21 cm, das Passepartout ist 40×50 cm groß.