Chili


Im Geschäft gibt es morgen einen „Fundraiser“, also eine Aktion, mit der wir versuchen, Geld zu verdienen um eine große Weihnachtsfeier auszurichten.

Dieses Jahr haben wir versucht, jeden Monat ein anderes Thema zu wählen, um mehr Vielfalt in die Sache zu bringen, und um bei den Beilagen zusätzlich zu punkten und zu sparen.

Wie das geht? Es gibt bei jedem Thema ein Hauptteil – gewöhnlich Fleisch. Aber vorher gab es nur Chips und ein kohlensäurehaltiges Getränk dazu, für $5.00. Preislich OK, ist es aber langweilig.

Morgen gibt es zum Beispiel die Möglichkeit aus dreierlei Würsten zu wählen – einer Bratwurst, einer „Roten“ oder 2 kleinen Hot Dogs, original aus Rindfleisch hergestellt. Zu den deutschen Würsten gibt es Brötchen, die Hot Dogs werden im Bun angeboten. Das ist aber erst der Anfang: Zur Auswahl gibt es Chili (für einen Chili Dog oder gar einem Chili Cheese), Sauerkraut (wahlweise als Beilage zur Bratwurst oder aud den Hot Dog als New Yorker „Reuben“ mit Senf) oder auch selbst verfeinerte baked Beans, die zu allen Würsten gereicht werden können. Dazu stellen wir amerikanischen und deutschen Senf auf den Tisch, Ketchup sowieso, Jalapenos, und dann noch milde Gaben der interessierten Belegschaft. So kommen noch 3 Desserts, ein schwäbischer Kartoffelsalat und ein Nudelsalat dazu, die das Angebot abrunden. Und wer auf seine Chips nicht verzichten will, bekommt auch die. Das alles auch für nur $5.00

Das kann natürlich nicht funktionieren, wenn alles bezahlt werden muß, und so haben ein paar von uns einfach ein paar Lebensmittel gekauft und spenden diese dann dem guten Zweck. Ich selbst habe angeboten, den Grill zu übernehmen und das Chili für die Dogs zu machen.

Chili bei Amerikanern zu machen ist einerseits das Normalste auf der Welt, andererseits kann auch schnell eine „Challenge“ entstehen.

Viele behaupten, ein tolles Chili zu machen, aber kaum jemand bringt eines mit, weil es ja zu scharf oder sonstwie ausgefallen sein könnte. Beim Kochen verzichte ich gerne auf political correctness und koche, wie ich es für richtig halte. Wem es zu scharf oder sonstwas ist, kann es stehenlassen 🙂

Hier mein Rezept (mit ungefähren Angaben)

1500 g Rinderhack (Bio)

3 Dosen Mutti Datterini Tomaten

5 Dosen Kidneybohnen Abtropfgewicht je 250 g

2 mittelgroße Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

Zwiebeln und Knoblauch klein hacken, bei mittlerer Hitze anbraten, Hackfleisch dazugeben, Hitze ganz aufdrehen und ab und zu umrühren, bis das Fleisch angebraten ist.

Dann kommt die Gewürzmischung hinein:

2 gehäufte El Oregano (wer mexikanischen hat, verwendet den)

2 gehäufte El Cuminsamen (Kreuzkümmel in seiner ursprünglichen Form)

getrocknete Chiles:

Chile Pasilla in Flocken (auch etwa 2 El)

Chile Arbol etwa 5 Schoten

Chile Morita auch etwa 5 ganze Schoten

6 Kaffeebohnen

2 Tl Pimenton dela Vera (Rauchpaprika)

Diese Mischung kam in den Krups, die Mahlmaschine für meinen Morgenkaffee. Die eignet sich total zum pulverisieren von Gewürzen.

Das Pulver kam in eine Pfanne und wurde angeröstet, bis es sehr aromatisch roch, dann wurde es unter das fertig gegarte Fleisch gehoben.

Da war es noch nicht sehr deutlich, und ich gab erstmal 4 El Salz zum Fleisch.

Dann entschloss ich mich, die gleiche Menge Gewürz nochmal herzustellen, tat das und gab die Menge auch dazu. Jetzt schmeckte es schon gut und es entwickelte sich eine leichte Schärfe im hinteren Halsbereich. Nicht wirklich scharf, aber man merkt es, und es wird einem warm.

Jetzt kamen die drei Dosen toller Datterini hinein. Ich hab gleich mit einem Kartoffelstampfer die kleinen Tomaten zerdrückt, weil sie schlecht von alleine platzen.

§ Paprika hatte ich in kleine Quadrate geschnitten und mit hinengegeben.

Die Kidneybohnen kamen ich zuerst in ein Sieb und wurden dann abgespült, weil manche Firmen da irgendeinen Mist mit hineinkippen.

Dann gab ich die auch dazu, es kam ein Deckel drauf und sie durften fast 2 Stunden vor sich hin köcheln und Geschmack annehmen.

Nach den 2 Stunden hab ich nochmal die Salzmenge überprüft (hat so gestimmt, aber ich teste das am Morgen nochmal), und Würzung und Schärfe beurteilt. Nicht zuviel, aber auch nicht langweilig.

Jetzt kam ein Tl Kakaopulver und etwa 40 g Lindt Zartbitterschokolade 70% hinein.

Das war dann der Clou: Man merkt eine leichte Süße, die man nicht identifizieren kann, und der Kakao verleiht dem Fleisch eine zusätzliche Tiefe.

Ich denke, die Chili Dogs oder die Chili Cheese Dogs wird es morgen nicht zum letzten Mal geben 🙂

 

Chili 1

 

Chili 3

 

Chili 4

Black bean soup


Ich hab ein wenig recherchiert und stiess auf eine Schwarze Bohnen Suppe ‚Havana style‘, von der im Vorwort berichtet wurde, der Verfasser, ein Kubaner in Amerika, mußte die schmerzliche Erfahrung machen, für seine Landsleute, ebenfalls Expatriaten, eine Suppe gemacht zu haben, die sehr unschön als ‚Red Kidney Bean Soup‘ abgekanzelt wurde, weil er Tomaten in seine Black Bean Soup getan hatte. Sie erklärten ihm, daß man das in Havana NIE macht 🙂 und erklärten, wie frugal (lies:ärmlich oder minimalistisch) diese Suppe im Original eigentlich ist.

Es kommen eigentlich nur die Bohnen, eine Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl eine grüne Paprika und rote süsse Paprika hinein, dazu ein Tl Kreuzkümmel (Cumin) und 1 Tl Oregano, Salz, Pfeffer und noch eine Chili.

Die Bohnen, bei mir 250 g, wurden mit einem Schnellkochtopf 45 Minuten vorgekocht, dann abgeschüttet.

Dann kommen die Bohnen in einen neuen Topf mit der dreifachen Menge Wasser, einer Zwiebel, geschält, aber ganz, einem Lorbeerblatt und einer stückig geschnittenen Paprika. Ich hatte keine grünen und hab stattdessen eine rote Spitzpaprika verwendet. Das ließ ich wieder fast eine dreiviertel Stunde köcheln, bis die Flüssigkeit deutlich verringert war.

Im Originalrezept wurde ein ‚Sofrito‘ angesetzt, bei mir auch: 1 mittlere Zwiebel, in kleinen Stücken, 2 große Knoblauchzehen, auch zerkleinert, 3 Paprikaschoten in Streifen, 1/8 l Olivenöl.

Das wird bei mittlerer Hitze weich gegart. In der Zwischenzeit wird eine Kelle der Bohnen aus dem Suppentopf entfernt und in einer Schüssel mit dem Kellenrücken zermanscht.  Wenn das Sofrito soweit weich ist, die Löffel Kreukümmel und Oregano dazugeben und in die Bohnenpaste geben und mischen. Diese Mischung wiederum in die Bohnensuppe geben. Jetzt abschmecken. Zuerst 2 El Zucker, flach und 2 El Rotweinessig oder ähnliches (ich hatte Sherryessig) dazugeben, rühren, salzen, pfeffern, warten. Bei Bohnen muß man sich ein bißchen gedulden, weil sie Geschmack ‚fressen‘, soll heissen, was 5 Minuten vorher zu salzig war, braucht noch etwas davon usw. Also ruhig 10 Minuten stehen lassen und nochmal abschmecken, es lohnt sich.

Fazit: Wer meinen Blog liest, weiß, daß ich Fleisch gerne und wahrscheinlich zu oft esse. Umsomehr war ich interessiert an dieser Suppe, von der der Rezeptgeber behauptete, daß sie in Havana bevorzugt vegetarisch gekocht wird. Nachdem ich sie wie beschrieben zubereitet hatte, war ich begeistert vom Geschmack. Ich muß allerdings vorausschicken, daß ich, wie fast alle Amerikaner dieses Bohnen-Gen habe 🙂 (Ich liebe Bohnen!). Nichtdestotrotz bekommt diese Suppe von mir 5 von 5 Punkten! Selten so gut Bohnensuppe gegessen.

Diese Suppe ist ihrer Ausrichtung sogar vegan! Allerdings muß ich gestehen, daß ich für das zweite Schüsselchen etwas Parmesan drübergehobelt habe…Un(f……)übertrefflich!

Übrigens, die relativ scharfe Chili, die ich anfangs dazuschmuggelte in im weiteren Verlauf auf drei Chilis mit Haut und Kernen aufstockte, wurde komplett von den Bohnen neutralisiert. Ich hab dann trotzig einige Tropfen Habanero-Sauce von Heinz dazugegeben, um wenigstens die Illusion eines Kicks zu haben.

 

Black Bean Soup 1

 

Black Bean Soup 2

Chili


Küchenblogs

Bei diesen Temperaturen ist es leicht, sich an Lieblingsspeisen der Kategorie „Comfort foods“ zu erinnern.

Auch gibt es verschiedene einfache Gerichte, die geradezu danach schreien, variiert zu werden. Eins davon ist Chili.

Ich will gar nicht von dem Texanischen Diktum anfangen, in ein Chili gehörten keine Bohnen. Allerdings gehören Chilis oder eher genauer Chiles in ein Amerikanisches Chili hinein. Die Frage nach der Menge, der Arten und der Schärfe muß jeder selbst beantworten.

Ich habe vor einiger Zeit einen Online-Importladen für Mexikanische Spezialitäten entdeckt und kaufe dort regelmäßig getrocknete Chiles. Sie führen unter anderem die hier nicht so bekannten Sorten Pasilla, Guajillo, Arbol,  Cascabel, die Ancho und die Serrano Chiles. In diesem Chili hab ich jeweils einen Chile jeder Sorte in Wasser eingeweicht und eine halbe Stunde später püriert und dem Chili hinzu gefügt. Die Chiles in dieser Kombination sorgen für ein warmes Mundgefühl ohne wirklich scharf zu sein, und zu einer Geschmackstiefe durch den Ancho-Chile, der geräuchert wird und seine komplexen Aromen beisteuert. Zu dieser Mischung würde auch Schokolade passen, aber dieses Mal nahm ich statt dessen Orangenzesten. Das war auch sehr gut.

Das ganze Rezept:

400 g Rinderhack

400 g rote Spitzpaprika

1 mittlere Zwiebel, gehackt

2 Knoblauchzehen, gehackt

1 Dose Bohnen (Kidney bei mir) geht auch frisch, dauert wesentlich länger

1 El Cumin (Kreuzkümmel)

1 El Oregano (mexikanischer bei mir)

Salz

Tomatenpaste

frische oder Dosentomaten

Eingeweichte Chiles

Orangenzeste

Ich brate die Zwiebeln und den Knoblauch an, gebe das Hack dazu, brate das durch, gebe die zerkleinerte Spitzpaprika dazu, schmore die in 10 Minuten weich, gebe die Tomaten dazu, schneide die im Topf klein, gebe die Dose gewaschene Bohnen dazu, laß es einmal aufkochen, reduziere die Hitze, gebe die pürierte Chilemischung dazu und köchle das Ganze etwa 1 Sunde ganz leise. Nach Bedarf noch etwas Wasser dazu.

Am Schluß dann die Zeste drüber reiben und untermischen.

Man kann das Chili über Eisbergsalat servieren, oder daneben, Cracker oder Cheddar darüber geben, einen Klecks Saure Sahne dazu oder frische oder eingelegte Jalapeños oder auch ein paar Scheiben Baguette oder Tortillachips…

Mmmh… Comfort food at it’s best!