I got rhythm


Das Bild heute ist eine Buntstiftzeichnung. Sie ist rythmisch angelegt, mit Horizontalen, Vertikalen und Diagonalen, Kreisen und Halbkreisen.

Die angedeuteten Straffuren erzeugen zusätzlich Formen (Halbkreise, Diagonalen) und die schnelle Straffur erzeugt ein Gefühl von Eile und Gechäftigkeit.

Dazu befinden sich auf dem Papier drei komplementäre Farben (Violett-Orange, Blau-Gelb und Rot-Grün) Dazu gibt es nur das Grau-Schwarz des Bleistifts und das Gelb-Weiß der ausgesparten Flächen.

Für mich hat die Zeichnung ein urbanes Gefühl, das von Unruhe und Bewegung geprägt ist, daher auch der Name „I got rhythm“, ein Stück Musik von George Gershwin, das zu einem sehr bekannten Jazz-Standard wurde und für dieses gleiche städtische Gefühl steht.

 

Sie ist 29 cmx 21,5cm groß und stammt aus dem Jahr 1988.

Trichter in Gelb Rot Blau


Heute habe ich noch mal ein Saxofon zum Betrachten 🙂

In diesem Bild benutzte ich die Sgraffito-Technik auf umgekehrte Weise. Jeder, der im Kindergarten oder in der Grundschule schon mal Wachsfarben auf ein Papier gebracht hat und dann mit schwarzer Farbe bedeckt und eingeritzt hat, kennt Sgraffito. Bei diesem Bild liegt der Fall anders, und zwar umgekehrt: Zuerst wurde mit Gesso nur ein Teil des Trichters dick grundiert. Der restliche Hintergrund blieb ungrundiert.

Während das Gesso noch nass war, zeichnete ich mit einem Bleistift die Konturen des Horns/Trichters hinein. Man sieht unten am Horn bei der schrägen Straffur, daß das Gesso vom Bleistift „eingeritzt“ wurde. Das Gleiche passierte unten rechts an der Klappe. Somit wurden verschiedene Bildebenen erschaffen. Die des Blattes, die der Farben direkt auf dem Blatt, das dickere Gesso und die Ebene dazwischen, die Einritzungen im Gesso, die näher am Blatt sind als das unversehrte Gesso. Darüber hinaus lebt die Arbeit von der Spannung der Farben innerhalb des Raums. Rot und Blau werden von Gelb auseinandergehalten, Weiß dominiert Schwarz.

 

Die Arbeit wurde mit Gesso, Bleistift und nach der Trocknung, mit Buntstiften eingefärbt worden. Es ist 29,5×21 cm groß und entstand 1989.

September


Hier ein weiteres Bild aus dem Reigen der Monate. September. Ich wollte das Aufbäumen des Sommers darstellen, aber auch schon die Pflanzen zeigen, die nach der Ernte ausgedörrt auf den Feldern liegen bleiben. Oder die Stoppelfelder, nachdem das letzte Korn abgeerntet ist und die Halme nach einem Regen gräulich werden. Die aufgeklebten Papierschnipsel sind aus Büttenpapier und mehrfach gefaltet und eingeschnitten, um auszusehen wie eine Ackerfurche.

Die Farben sind in ihren Braun- und Gelbtönen noch warm, aber der herannahende Spätherbst und Winter deutet sich schon durch die strohigen grauen Striche an.

 

Materialien sind das Papier, Bütten, Aquarellfarben, Schere, Bleistift. Größe: 29×21 cm. Entstehungsjahr: 1988.

Laute


Es gibt manche Sachen, die mache ich beim Malen nicht so gerne. Zum Beispiel zu offensichtlich bei einem bekannten Künstler wildern (weil man so begeistert ist), weil das meistens die eigenen Arbeiten schmälert. Es gibt immerhin einen Grund, warum manche Künstler auf bestimmten Gebieten führend sind.

Andererseits muß es aber auch möglich sein, Techniken/Sichtweisen auszuprobieren ohne gleich als Plagiator beschimpft zu werden.

Bei diesem Bild handelt es sich um eine dieser Zwickmühlen: Es wäre töricht zu behaupten, man hätte noch nie etwas von Kubismus, Picasso oder Juan Gris gehört.

Andererseits hätte ich bestimmt noch ein Stückchen Zeitung zum reinkleben gefunden, wenn ich es darauf angelegt hätte.

Die Wahrheit ist viel einfacher. Ich hatte einen Papierblock, der aus lauter bunten Blättern bestand, der mir gefallen hatte, weil ich verschieden Farben auf farbigem Untergrund ausprobieren wollte und mir ein anderes Grundgefühl versprach (das linienreiche „Dorflandschaft“ auf dunkelgrünem Papier gehört auch dazu…). Der lag mit meinen Aquarellfarben und Bleistiften eine Zeitlang neben meinem Sitzplatz am Esszimmertisch, wo ich oft saß. Also hab ich dort oft, wie schon öfters beschrieben, einfach mit ein paar Linien angefangen, bis ich etwas sehen konnte, das sich lohnte weiter zu verfolgen.

 

 

Ich erinnere mich, den Bauch der Laute zuerst gezeichnet zu haben, und gleich sah ich wohin das führen würde 🙂 Ich hab mir einen Spaß gemacht, mit Gelb, Blau, Beige/Braun und Grautönen ein Interieur mit Licht und Schatten zu konstruieren, wobei mir heute noch gut die Überzeichnungen mit dem Bleistift gefallen. Überhaupt gefallen mir Mischtechnik-Bilder oft sehr gut auch wenn das nicht heißt, daß Arbeiten von einem Medium deshalb schlechter sind.

Diese Arbeit ist wieder auf Ingres-Papier gezeichnet/gemalt. Es handelt sich um Aquarellfarben, aber mit Deckweiß als zusätzliche Farbe (macht man normalerweise bei Aquarellen nicht – Todsünde!).  Zusätzlich kam ein Bleistift zum Einsatz. Das Maß beträgt 21×29,5 cm. Es entstand 2002.

Collage Saxofon


Heute gibt es ein weiteres Materialbild mit dem Saxofon als Thema.

Ich hatte einige Saxofone schon fertig und suchte nach anderen Möglichkeiten, das Saxofon zu übersetzen und auszudrücken.

Von der Wellpappe hatte ich noch welche da, und andere Materialien fand ich hier und da.

 

Auf normalem Papier legte ich 2 voneinander getrennte grundierte Flächen an, die des Schalltrichters und die des Mundstücks. Die beiden grundierten Flächen wurden mit einem Stück Wellpappe verbunden, das die Klangsäule darstellte.

Der Schalltrichter besteht aus einem grobem Sackleinen, das Mundstück ist aus Karton. Es sind ausnahmsweise Ölfarben, die ich verwendet habe. Die Farben changieren zwischen Gelb und Orange, was Ausdruck einerseits der Farben des Saxofons und andererseits der Klangfarben des Saxofons sind, also warme Töne.

Die Geometrie der Arbeit soll ein bisschen an eine besonders aktive Zeit im Jazz, einem Hauptfeld des Saxofons, erinnern, nämlich der Zeit des auslaufendem Bebop und ankommenden Cool Jazz Anfang der 50er Jahre, die auch an den Plattencovern ablesbar war. Dieses Bild ist zwar von der Machart her anders gestrickt, bezieht sich aber auf die gleichen strukturellen Prinzipien.

Das Blatt hat eine Größe von 21,5×30 cm. Materialien sind Papier, Ölfarbe, Karton, Wellpappe, Sackleinen, Gesso und Bleistift. Entstehungsjahr war 1989.

Sopran- 2 Varianten


Hier gibt es wieder ein Saxofon Bild. Es zeigt das Horn und ein paar Klappen eines Sopransaxofons auf zwei verschiedenen Arten. Das linke Saxofon entstand, indem die grobe Form in blauen und weissen Tönen zuerst mit Acrylfarben aufgemalt wurde. Nachdem die Farbe trocken war kamen nach und nach die weißen Lichtpunkte und später mit schwarzen Kreidepastellen die dunklen Stellen auf dem Saxofon und dann der Hintergrund.Das rechte Saxofon bekam erst eine Grundierung mit Gesso, dann wurden die Umrisse des Instruments mit verdünnter Acrylfarbe in zartem Blau aufgetragen. Dann hab ich mit Bleistift Hintergrund- und Schattenbereiche leicht schraffiert, wobei die Struktur des Gessos zum Vorschein kam. Die zwei Saxofone werden durch zwei Treppenformen gerahmt, die Obere in Weiss, die Untere in Grau auf Gesso aufgemalt. Als das Gesso noch nass war hab ich den Pinsel umgedreht und einen Notenschlüssel und ein paar Noten ins Gesso eingezeichnet. Das sind nach dem Einfärben mit Grau die dunklen Stellen.

Das reizvolle für mich ist das Spiel mit Vorder- und Hintergrund. Bei beiden Saxofonen gibt es Stellen, die an sich an anderer Stelle stehen müssten, aber anderswo stehen und dadurch irritieren (die Schatten auf den Klappen beim rechten Saxofon, zum Beispiel). Dadurch bekommt die Darstellung ein starkes grafisches Element, fast wie bei einem Druck.

Die treppauf, treppab Bewegung des Hintergrunds rahmt die Saxofone ein.

Die Arbeit hat eine Größe von 27×32,5 cm. Es ist nicht datiert und nicht signiert.

 

Here there be monsters


Heute zeig ich ein Bild, das für mich ungewöhnlich ist, das aber jeder kennt, der im Kindergarten oder in der Schule Malen oder Kunstunterricht hatte.

Es handelt sich um ein Bild, das dadurch entstand, daß ein Blatt Papier in Farbe gelegt wurde, die auf eine (Holz)Fläche aufgetragen worden war.

Danach wurde das Blatt abgezogen und geschaut, was es denn sein könnte. Jetzt wurde das Gesehene hervorgehoben.

Man kann sehen, daß ich nicht so sehr viel gemacht habe.

 

 

Es kam der blaue Hintergrund dazu, ein paar Kreise mit sternförmigen Strichen außen herum, ein paar graue Schattierungen dort wo Haare wären 🙂

Auch das „Auge“ (oben, mittig, unter den grauen Haaren) kam dazu. Das waren die Dinge, die ich sah und herausarbeitete: Ein Monster, eine Phantasiegestalt.

Soweit, so belanglos. Ich schaute das Werk einige Tage an, immer überlegend, was da noch entstehen könnte.

Dabei fiel mir auf, daß die Spuren, die der Abzug des Papiers von der saugenden Farbe hinterlassen hatte, aussahen wie die Höhen-, und Tiefenlinien in Landkarten und Atlanten.

Da ich den Hintergrund schon blau bemalt hatte, war es kein großer Schritt sich eine Landkarte vorzustellen.

Und dann fiel mir ein, daß die Landkarten aus der Zeit, da noch vieles unentdeckt war, einen Aufdruck an den Rändern aufwiesen: Oftmals war es das lateinische „Terra incognita“, das unbekannte Land, aber manche englische Karten hatten auch den Aufdruck: „Here there be monsters“, altes Englisch für „hier gibt es Ungeheuer“, das bedeutete, daß man nicht wußte, was es hier gab.

Und damit gelingt der Brückenschlag von Bekanntem, Rationalem in unserem Leben, und den Bereichen, die für jeden von uns etwas verschieden ist, aber uns alle irgendwie berührt: Das Irrationale, die Nebelgeister im Wald in der Dämmerung, die komischen Schatten auf einer unbekannten, dunklen Strasse, die schnell vorbeihuschen, und andere Effekte, die uns ganz schnell wieder in eine kindliche Zeit zurückwerfen, in der alles möglich war. Meistens stecken wir das schnell weg, aber es gibt auch Situationen, in der der Schreck nicht schnell vorbeigeht, sondern durch die Umstände länger anhält (zB eine nächtliche Fahrt durch unbekanntes Gebiet mit Regen und Blitzen) und hohen Stress hervorruft-Grenzerlebnisse für jeden von uns.

Here there be monsters eben.

Die Arbeit misst 21,5×27,5 cm und wird durch ein Passepartout von 40×50 cm eingerahmt. Es stammt aus dem Jahr 2013 und wurde mit Acrylfarben hergestellt. Dazu kamen noch Bleistiftstriche.

Flasche und Gläser


Heute ist in Pforzheim der letzte Tag des Oechsle-Fests, ein Weingelage am Rathausplatz zu Ehren Christian Ferdinand Oechsle, der aus Pforzheim stammte und die Wein- und Mostwaage erfand.

Wer sich genauer informieren will darf das gerne, ich weiß nur, daß man damit den Zuckergehalt messen kann und daraus Rückschlüsse auf den zukünftigen Wein ziehen kann.

Mir geht es eh nicht so sehr um das Fest. Letztes Jahr ging ich zum ersten Mal dort hin, trank 2 Viertel und nahm um 1/2 10 Reissaus, als die Stimmung immer überschwänglicher wurde und man die ersten aggressiven Töne darunter hören konnte… Solche Feste sind nix für mich, obwohl sie dort leckere Weine hatten, vornehmlich badische aus der Gegend von Baden-Baden bis an den Kaiserstuhl, aber auch einige württembergische Weine, die in der Gegend auch ihre Liebhaber finden.

Ich nehme das Fest als Aufhänger für ein weiteres Stillleben, das irgendwie dazu passt.

 

Gezeichnet wurde das Stillleben auf einem Canson Zeichenpapier, das eine schöne Prägung hat, wie man sehen kann. Ich habe Kreidepastelle benutzt, und mich auf Schwarz, Weiß und Grau beschränkt.

Ich habe auch mit Bleistift ein paar Schraffuren gesetzt, in den Gläsern und am Hintergrund.

 

Ich habe eine größere Menge ähnlich gearteter Stillleben gezeichnet. Bei ihnen geht es nicht vornehmlich um die Darstellung von Gegenständen, sondern um verschiedene mehr oder weniger wichtigen Dinge, wie zum Beispiel um Raumaufteilung, Balance von Vorder-, Mittel-, und Hintergrund, Wirkung, Geometrie, und nicht zuletzt Projektion.

Man könnte fast den Eindruck bekommen, daß das Stillleben mit einer gewissen Beschwingtheit gezeichnet wurde, zumal die Flasche leer aussieht.

Ist natürlich abwegig, da im Atelier immer auf strengen Aufbau der Stillleben geachtet wurde 🙂

Die Arbeit ist nicht datiert, stammt aber aus den späten Achziger Jahren. Größe liegt bei 21,5x32cm.

Kraft-Bewegung-Geometrie


Hier ist ein kleineres Bild, in Mischtechnik gemalt. Der Hauptanteil ist aber Aquarellfarbe. Dazu hat es Schraffuren vom Bleistift.

 

Ich weiß nicht, was mich motiviert hat eine mechanische Anordnung auf diese Art aufzuzeichnen, aber ich assoziiere eine stationäre Dampfmaschine, die viele meiner Freunde hatten, als wir Kinder/Buben waren. Sie wurde mit Esbitwürfeln befeuert und konnte über Metallräder und Schlingen andere Sachen in Bewegung bringen. Man lernte dabei einfaches physikalisches Verständnis und hatte immer etwas zu schauen.

Die Machine, die ich meine, gab es übrigens von Wilesco, es gab aber auch andere.

Auf dem Bild ist alles in Bewegung: die Räder, die Pumpe, die Übertragungskabel, aber auch die farbigen Dreiecke drehen sich, die Vierecke stehen mal hochkant, mal liegen sie flach. Die Farbigkeit unterstützt diesen Eindruck und schafft eine gewisse Fröhlichkeit. Der Titel stellt sicher, daß das Augenmerk auf die Physik geheftet bleibt. Wäre im Titel zum Beispiel der ebenfalls physikalisch relevante Terminus „Arbeit“ verwendet worden, wäre durch Assoziation unweigerlich eine soziologisch-politische Komponente hinzugefügt worden.

Für heute und für diese Arbeit darf die Fröhlichkeit unbeschwert bleiben.

Das Maß beträgt 30×14 cm. Unterschrieben, aber nicht datiert.

Flash


Hier ist ein Bild, das sich dafür interessiert, die Dynamik eines Lichtblitzes mit zeichnerischen Mitteln darzustellen.

Ich weiß nicht, wie ich darauf kam. Ich saß wahrscheinlich abends zwischen meinen Farbtiegeln und Papieren und experimentierte mit verschiedenen Medien herum.

 

Das Bild wurde auf ein Papier gezeichnet/gemalt, das mixed media Ansprüchen genügt. Der erste Farbauftrag war das Rosa und das Orange, das man am rechten Bildrand sieht.

Dann kam der erste Schwung Weiss von der Mitte heraus. Nachdem der trocken war, wurde er von aussen kommend mit schwarzem Acryl und Bleistift moduliert.

Darüber kam eine weitere Schicht Weiss, die wieder angepasst wurde, bis es mir gefiel. Mir gefällt besonders gut die leichte Drehung im Flash, die der Form Bewegung und Dynamik gibt.

Ich finde auch, daß die Bleistiftstriche sich sehr gut in die Acrylfarben einbringen und das Bild zu einer grafischen Arbeit machen.

Die Größe ist 21,5x 32 cm. Es ist ein mixed media Bild bestehend aus Gesso, Deckweiss, Schwarz, Rot, Gelb und Bleistift. Es entstand um 2014.