Black bean soup


Ich hab ein wenig recherchiert und stiess auf eine Schwarze Bohnen Suppe ‘Havana style’, von der im Vorwort berichtet wurde, der Verfasser, ein Kubaner in Amerika, mußte die schmerzliche Erfahrung machen, für seine Landsleute, ebenfalls Expatriaten, eine Suppe gemacht zu haben, die sehr unschön als ‘Red Kidney Bean Soup’ abgekanzelt wurde, weil er Tomaten in seine Black Bean Soup getan hatte. Sie erklärten ihm, daß man das in Havana NIE macht 🙂 und erklärten, wie frugal (lies:ärmlich oder minimalistisch) diese Suppe im Original eigentlich ist.

Es kommen eigentlich nur die Bohnen, eine Zwiebel, Knoblauch, Olivenöl eine grüne Paprika und rote süsse Paprika hinein, dazu ein Tl Kreuzkümmel (Cumin) und 1 Tl Oregano, Salz, Pfeffer und noch eine Chili.

Die Bohnen, bei mir 250 g, wurden mit einem Schnellkochtopf 45 Minuten vorgekocht, dann abgeschüttet.

Dann kommen die Bohnen in einen neuen Topf mit der dreifachen Menge Wasser, einer Zwiebel, geschält, aber ganz, einem Lorbeerblatt und einer stückig geschnittenen Paprika. Ich hatte keine grünen und hab stattdessen eine rote Spitzpaprika verwendet. Das ließ ich wieder fast eine dreiviertel Stunde köcheln, bis die Flüssigkeit deutlich verringert war.

Im Originalrezept wurde ein ‘Sofrito’ angesetzt, bei mir auch: 1 mittlere Zwiebel, in kleinen Stücken, 2 große Knoblauchzehen, auch zerkleinert, 3 Paprikaschoten in Streifen, 1/8 l Olivenöl.

Das wird bei mittlerer Hitze weich gegart. In der Zwischenzeit wird eine Kelle der Bohnen aus dem Suppentopf entfernt und in einer Schüssel mit dem Kellenrücken zermanscht.  Wenn das Sofrito soweit weich ist, die Löffel Kreukümmel und Oregano dazugeben und in die Bohnenpaste geben und mischen. Diese Mischung wiederum in die Bohnensuppe geben. Jetzt abschmecken. Zuerst 2 El Zucker, flach und 2 El Rotweinessig oder ähnliches (ich hatte Sherryessig) dazugeben, rühren, salzen, pfeffern, warten. Bei Bohnen muß man sich ein bißchen gedulden, weil sie Geschmack ‘fressen’, soll heissen, was 5 Minuten vorher zu salzig war, braucht noch etwas davon usw. Also ruhig 10 Minuten stehen lassen und nochmal abschmecken, es lohnt sich.

Fazit: Wer meinen Blog liest, weiß, daß ich Fleisch gerne und wahrscheinlich zu oft esse. Umsomehr war ich interessiert an dieser Suppe, von der der Rezeptgeber behauptete, daß sie in Havana bevorzugt vegetarisch gekocht wird. Nachdem ich sie wie beschrieben zubereitet hatte, war ich begeistert vom Geschmack. Ich muß allerdings vorausschicken, daß ich, wie fast alle Amerikaner dieses Bohnen-Gen habe 🙂 (Ich liebe Bohnen!). Nichtdestotrotz bekommt diese Suppe von mir 5 von 5 Punkten! Selten so gut Bohnensuppe gegessen.

Diese Suppe ist ihrer Ausrichtung sogar vegan! Allerdings muß ich gestehen, daß ich für das zweite Schüsselchen etwas Parmesan drübergehobelt habe…Un(f……)übertrefflich!

Übrigens, die relativ scharfe Chili, die ich anfangs dazuschmuggelte in im weiteren Verlauf auf drei Chilis mit Haut und Kernen aufstockte, wurde komplett von den Bohnen neutralisiert. Ich hab dann trotzig einige Tropfen Habanero-Sauce von Heinz dazugegeben, um wenigstens die Illusion eines Kicks zu haben.

 

Black Bean Soup 1

 

Black Bean Soup 2

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Black Bean Soup!


Die Lieblingssuppe meines Vaters war die ‘Black bean soup’, also eine Suppe aus schwarzen Bohnen. Er war kulinarisch sehr einfach gestrickt, aber aß sehr gerne, meistens sehr deftige Sachen. Ich hab ihn einmal vor seinem Tod besucht, und er nahm mich mit in ein kleines Mexikanisches Tageslokal, bestellte diese Suppe und schwärmte die ganze Zeit davon. Angedenk dieser Erinnerung hab ich mich dieses Jahr zum ersten Mal vor ein paar Monaten befasst, nachdem ich einen Online-Laden für mexikanische Produkte fand (http://www.mercadomexicano.de/) und dort verschiedene Chiles bestellt hatte. Diese Chiles werden eingeweicht, dann püriert und zu verschiedenen Speisen hinzugefügt. Es gibt alle möglichen Variationen, darunter auch geräucherte, fruchtige, und natürlich auch sehr scharfe Chiles. Sie geben einem Chili oder einer Mole (bestimmte mexikanische Sauce mit Schokolade) eine viel größere Komplexität als wenn man nur über das Fleisch eine Sauce macht.
Die erste Version hat gut geschmeckt, war aber schnell gekocht worden ohne die Bohnen einzuweichen, und hatte eine große Schweinshaxe als Fleischeinlage. Dementsprechend war das Gericht eher als Haxe mit schwarzen Bohnen zu bezeichnen.
Dieses Mal wollte ich verschiedene Elemente einsetzen, um zu sehen, wie sie sich vertragen.
In Mexico und in den Staaten kommt in diese Suppe fast immer Cilantro, also Koriandergrün, aber ich bin einer von denen, die den Krautgeschmack seifig finden. Das bleibt also draußen.

Zum Rezept:
500 g getrocknete schwarze Bohnen
500 ml Hühnerfond
500 ml Rinderfond
Wasser
1 kleine Schweinshaxe mit Knochen, ca. 400 g
verschiedene Chiles-
ich hatte jeweils einen Ancho, Cascabel, Arbol, Pasilla und Chipotle
1 rote Paprika
1 Zwiebel
3 Zehen Knoblauch
1 kleine Karotte
1 kleines Stück Lauch
1 gewürfelte Tomate
1 kleines Stück Sellerie
Saft einer Limette
Abrieb von Limette oder Zitrone 1/4 Teelöffel
2 cl Sherry

Am Vortag die Bohnen einweichen. Das Wasser mehrmals wechseln.
Die Gemüse kleinschneiden, den Paprika etwas größer. Alles außer Paprika anschwitzen, dann die Bohnen dazu, die Haxe dazu und mit Hühnerfond ablöschen. Mit Wasser auffüllen, daß die Haxe bedeckt ist und zum köcheln bringen. Etwa 2 Stunden köcheln.Das einweichen verkürzt die Kochdauer nicht, macht die Bohnen aber cremiger. In der Zwischenzeit die Chiles in heißem Wasser einweichen. Wenn sie weich sind, pürieren. Manche nehmen vorher die Samen heraus, ich nicht. Nach etwa 1.5 Stunden die Chilepaste zur Suppe geben.
Dann den Rinderfond und die Paprikawürfel. So lange kochen bis die Bohnen weich und cremig sind und die Konsistenz angenehm ist. Dann erst mit Salz abschmecken. Den Limettensaft und Abrieb dazugeben, und am Schluß noch ein Schnapsglas Sherry.
Das schmeckt scharf! und saulecker. Man kann (um etwas Schärfe wegzunehmen) einen guten Klecks Saure Sahne dazugeben.

Jedenfalls genau die richtige Suppe für einen kalten Wintertag. Guten Appetit!